{"id":5497,"date":"2014-02-17T21:36:25","date_gmt":"2014-02-17T20:36:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5497"},"modified":"2014-02-18T21:42:59","modified_gmt":"2014-02-18T20:42:59","slug":"aida-bonn-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5497","title":{"rendered":"AIDA &#8211; Bonn, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Oper in vier Akten, Libretto: Antonio Ghislanzoni nach Auguste Mariette, UA: 24. Dezember 1871 Kairo, Opernhaus<\/p>\n<p>Regie: Dietrich W. Hilsdorf, Kost\u00fcme: Renate Schmitzer, B\u00fchne: Dieter Richter, Licht: Thomas Roscher, Video: Elisabeth Thomann.<\/p>\n<p>Dirigent: Will Humburg, Beethoven Orchester und Chor\/Extrachor, Choreinstudierung: Volkmar Olbrich<\/p>\n<p>Solisten: Priit Volmer (Pharao), Tuija Knihtil\u00e4 (Amneris), Mark Morouse (Amonasro), Yannick-Muriel Noah (Aida), George Oniani (Radames),\u00a0 Rolf Broman(Ramfis) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 16. Februar 2014 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Bonn-Aida-1244.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5498\" alt=\"THEATER BONN: AIDA\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Bonn-Aida-1244.jpg\" width=\"638\" height=\"425\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Bonn-Aida-1244.jpg 638w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Bonn-Aida-1244-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 638px) 100vw, 638px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/b><\/p>\n<p>Radames, der Oberbefehlshaber des \u00e4gyptischen Heeres, liebt Aida, die ihn ebenso liebt. Sie ist die Tochter Amonasros, des K\u00f6nigs von \u00c4thiopien, und war in \u00e4gyptische Gefangenschaft geraten. Die \u00e4gyptische K\u00f6nigstochter Amneris liebt Radames gleichfalls. Radames hat die \u00c4thiopier, die in \u00c4gypten eingefallen waren, besiegt. Als Belohnung soll er Amneris\u2019 Gemahl werden. Doch aus Liebe zu Aida wird er ungewollt zum Verr\u00e4ter am eigenen Land. Aus Eifersucht und Rache von Amneris belauscht und \u00fcberf\u00fchrt, liefert sie ihn dem Tribunal der Priester aus. Zu sp\u00e4t bereut Amneris ihre Tat. Radames wird zum Tode verurteilt. Lebendig eingemauert, erleiden Radames und Aida, die ihm in die Grabkammer heimlich gefolgt ist, gemeinsam den Tod.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>Bereits w\u00e4hrend der Ouvert\u00fcre begegnen sich Aida, Radames und Amneris vor einer sehr sch\u00f6n gemalten Rheinkulisse, die K\u00f6nigswinter und den Petersberg von der Bonner Seite aus erkennen l\u00e4\u00dft. Der Lokalbezug zum Auff\u00fchrungsort setzt sich auch auf der B\u00fchne in der Architektur des Zuschauerraums fort. Der Versammlungsort der \u00c4gypter gleicht einem Natogipfel, zumal der Chor in Uniformen gekleidet ist. Per Video tritt der Rhein an die Stelle des Nils. Darstellungen von schwarz angemalten Gefangenen und das Winken mit unz\u00e4hligen, abgeschlagenen (schwarzen) Armen waren grenzwertig. Ein paar als Affen verkleidete Statisten quetschten sich durch die Zuschauerreihen. Einige Chorszenen wurden im Zuschauerraum gesungen, die Intendantenloge war integriert und die Aida-Trompeten spielten aus dem dritten Rang, akustisch keine schlechte Sache.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p><b>Will Humburg<\/b> war Star des Abends, denn er hielt die Partitur auf hohem Niveau und konnte selbst in den komplizierten, vielfach \u00fcber Monitor laufenden Dirigaten Verbindung zwischen Orchester, Chor und Solisten halten. Die beiden weiblichen Protagonistinnen waren bestens besetzt: <b>Tuija<\/b> <b>Knihtil\u00e4<\/b> brachte ihren dramatischen Alt in vielen Facetten zum Leuchten, verf\u00fcgte \u00fcber eine bemerkenswerte Tiefe und reichlich Potential in oberen Lagen, stets war sie den Gef\u00fchlsregungen ihrer Rolle der Amneris nahe. <b>Yannick-Muriel Noah<\/b> war eine starke Besetzung f\u00fcr die dramatische Partie der Aida. Sie verf\u00fcgte nicht nur \u00fcber H\u00f6hen, sondern verstand ihre weiche Stimme geschmeidig den Gef\u00fchlsbewegungen anzupassen. <b>George Onianis<\/b> Radames wirkte zun\u00e4chst eher angestrengt und etwas forciert. Er konnte sich jedoch vor allem im zweiten und vierten Akt in den beiden Duetten mit Aida und Amneris bemerkenswert steigern, indem seine Stimme h\u00f6rbar lockerer wurde. Der <b>Chor<\/b> des Theaters war bestens einstudiert, daher wirkte es grotesk, da\u00df am Ende der Chorleiter \u2013 von vielen offenbar mit dem Regisseur verwechselt \u2013 Buhrufe entgegen nehmen mu\u00dfte.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Das im Libretto und der Partitur angelegte exotische Flair hat der Regisseur aus dem Bonn-B\u00fchnenbild gestrichen. Und zu guter Letzt bekam der hinsichtlich seiner kulturpolitischen \u00c4u\u00dferungen umstrittene Bonner Oberb\u00fcrgermeister sein Fett weg.<\/p>\n<p>Musikalisch eine h\u00f6renswerte, vielleicht abgesehen von der Radames-Partie, auch in den kleineren Rollen sehr gut besetzte Auff\u00fchrung. Die Szenen vor und nach dem Triumphmarsch blieben in bescheidenem Rahmen angesiedelt und wurden etwas vom Lokalkolorit belebt. Der geschickte Einsatz von Video und Dopplungen der Szenenbilder lenkte von der statischen Darstellung der S\u00e4nger geschickt ab. Ausnahme:\u00a0 Chor und Statisten. Fragw\u00fcrdig bleibt die triviale Umsetzung des <i>Triumphmarsches<\/i>, der mit enormem Aufwand betrieben wurde, jedoch nichts Substantielles zum St\u00fcck beitrug, au\u00dfer dem Gef\u00fchl, da\u00df in der Bonner Oper alles zu eng ist.<\/p>\n<p>Felicitas Zink<\/p>\n<p>Bild: Thilo Beu<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Yannick-Muriel Noah(Aida), Mark Morouse (Amonasro), Chor und Extrachor, Statisterie, beim Triumphmarsch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 16. 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