{"id":5489,"date":"2014-02-14T13:21:58","date_gmt":"2014-02-14T12:21:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5489"},"modified":"2014-02-17T13:31:01","modified_gmt":"2014-02-17T12:31:01","slug":"salon-pitzelberger-goerlitz-gerhart-hauptmann-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5489","title":{"rendered":"SALON PITZELBERGER &#8211; G\u00f6rlitz, Gerhart Hauptmann Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Jaques Offenbach (1819-1880), Op\u00e9ra-bouffe in einem Akt, Libretto: Saint-R\u00e9my, Ludovic Hal\u00e9vy und Hector Cr\u00e9mieux, UA: 1. Mai 1861 Paris, Salon Bourbon<\/p>\n<p>Regie: R<b>ita S<\/b>challer, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Werner Pick, Dramaturgie: Ronny Scholz<\/p>\n<p>Dirigent: Manuel Pujol, Klavier: Olga Dribas, Stefanie Fahrendorf<\/p>\n<p>Solisten: Hans-Peter Struppe (Herr von Pitzelberger), Laura Scherwitzl (Ernestine), Benjamin von Reiche (Casimir), Felicitas Ziegler (Frau Br\u00f6sel), Michael Berner (Herr Br\u00f6sel), Kristin Hui-Ting Yu (Madame Balandard), Carsten Arbel (Monsieur Balandard), Mi.Seon Kim, Won Jang (Zwei weitere G\u00e4ste)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 12. Februar 2014 (Premiere, deutsche Textfassung: Horst Bonnet)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/G\u00f6rlitz-Offenbach.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5490\" alt=\"Foto: Pawel Sosnowski\/80studio.net\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/G\u00f6rlitz-Offenbach.jpg\" width=\"638\" height=\"425\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/G\u00f6rlitz-Offenbach.jpg 638w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/G\u00f6rlitz-Offenbach-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 638px) 100vw, 638px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/b><\/p>\n<p>Der neureiche Herr von Pitzelberger hat die feine Gesellschaft der Stadt zu einer Soiree in seinen Salon eingeladen, um sich bei ihr standesgem\u00e4\u00df einzuf\u00fchren. Zum Gelingen der Abendgesellschaft soll das Erscheinen von drei italienischen S\u00e4ngern beitragen, die in der Stadt in aller Munde sind. Pitzelbergers Ambitionen werden jedoch j\u00e4h ausgebremst, als nicht nur die bekanntesten G\u00e4ste, sondern auch noch die Gesangsvirtuosen absagen. Abhilfe vor der drohenden Blamage schafft schlie\u00dflich Pitzelbergers Tochter Ernestine: Ihr von Pitzelberger wenig gelittener Liebhaber Casimir, sie selber und der Gastgeber stellen die S\u00e4nger dar, die vom Publikum gefeiert werden. Zum Dank erh\u00e4lt Casimir schlie\u00dflich Ernestines Hand.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>Der Intimit\u00e4t des St\u00fcckes gezollt wird die Handlung in das Theater-Caf\u00e9 verlegt und mit Klavierbegleitung unterlegt. Zum Auftakt singen und tanzen Herr und Frau Br\u00f6sel zwischen dem im oberen Theaterfoyer stehenden Publikum, bevor es zusammen in das Caf\u00e9 geht. Hier ist der Hauptschauplatz ein mehrteiliges Podest, wobei der Raum mit zahleichen, moderne Kunstwerke imitierenden Installationen und Bildern als Sammlung des Herrn Pitzelberger angef\u00fcllt ist. Mit der Ausstattung, wie auch den Kost\u00fcmen wird die Handlung somit insgesamt aus der von Offenbach vorgesehenen Epoche Kaiser Napoleons III. in ein zeitlos modernes Ambiente verlegt.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<br \/>\n<\/b><\/p>\n<p>Offenbachs Einakter lebt und atmet seine musikalische Durchschlagskraft vor allem aus der \u00fcberzeichneten Darstellung der einzelnen Figuren. Und diese \u00dcberzeichnung z\u00fcndet bereits in der heiter ausgelassenen Auftaktstimmung von <b>Felicitas Ziegler<\/b> und <b>Michael Berner<\/b>, die sich als in Paris gestrandetes Ehepaar Br\u00f6sel mit liebevollem Lokalkolorit s\u00e4chselnd durch die Zuschauerreihen singen und tanzen. Derart angeheizt verstehen es alle Beteiligten, das St\u00fcck in einer steten Gef\u00fchlssteigerung bis hin zum Finale aufflammen zu lassen. So bet\u00f6rt <b>Laura Scherwitzl<\/b> als Ernestine sowohl mit amour\u00f6sem Charme, mit dem sie ihren Geliebten umgarnt, als auch mit ihrem klar strukturierten, in den H\u00f6hen hell leuchtenden Sopran, der zudem durch ein ausgewogenes Fundament in der Mittellage und geschmeidigem Timbre verf\u00fchrt. <b>Benjamin von Reiche<\/b> (Casimir) gibt spielerisch nicht nur den f\u00fcr sich einnehmenden Galan, sondern vor allem auch den st\u00fcrmischen Liebhaber, der durch den Salon wirbelt und das Publikum in Atem h\u00e4lt. Insbesondere in seiner Rolle als italienischer Gesangsmime kommt sein durchschlagend eindringlicher Tenor mit brillanten Spitzen und druckvoll volumin\u00f6ser Tragkraft zur Geltung. Bariton <b>Hans-Peter Struppe<\/b> gibt den Herrn von Pitzelberger, wie man ihn sich als zentralen Dreh- und Angelpunkt des St\u00fcckes nicht besser w\u00fcnschen k\u00f6nnte: im steten Wechsel zwischen eitler Selbstverliebtheit, gehetzter Verzweiflung, unschuldiger Naivit\u00e4t und noblem Snobismus. Herrlich ausgelassen \u00fcberdreht agieren auch <b>Kristin Hui-Ting Yu<\/b>, <b>Carsten Arbel<\/b>, <b>Mi.Seon Kim<\/b> und <b>Won Jang,<\/b> die als G\u00e4ste der \u201efeinen Gesellschaft\u201c auftreten und die Absurdit\u00e4t einstudierten Kunstsinns der Protagonisten zum Greifen nahe plastisch vor Augen f\u00fchren.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Mit der spielerisch ambitionierten Umsetzung des St\u00fcckes und Verlagerung in die Intimit\u00e4t des Theater-Caf\u00e9s gelingt es, einen ausgelassen heiteren Strudel musikalischer Kleinodien zwischen den Themen Liebe und musikalischem Kunstsinn in spritzig jugendlicher Leichtigkeit\u00a0 zu entfachen. Die Zeit vergeht bei dieser quicklebendig, durch den Salon wirbelnden Inszenierung wie im Flug, so da\u00df man sich auf Grund der herrlich \u00fcberdrehten Leistung aller Beteiligten noch lange an die Auff\u00fchrung erinnern wird. Bravo!<\/p>\n<p>Dr. Andreas Gerth<\/p>\n<p>Bild: Pawel Sosnowski<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Laura Scherwitzl (Ernestine) und Benjamin von Reiche (Casimir) als italienische S\u00e4nger<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 12. Februar 2014 (Premiere, deutsche Textfassung: Horst Bonnet), Offenbachs Einakter lebt und atmet seine musikalische Durchschlagskraft vor allem aus der \u00fcberzeichneten Darstellung der einzelnen Figuren. 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