{"id":5484,"date":"2014-02-15T15:30:33","date_gmt":"2014-02-15T14:30:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5484"},"modified":"2014-02-28T10:51:55","modified_gmt":"2014-02-28T09:51:55","slug":"dieliebe-zu-drei-orangen-mannheim-nationaltheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5484","title":{"rendered":"DIE LIEBE ZU DREI ORANGEN &#8211; Mannheim, Nationaltheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Sergej Prokofjew (1891-1953), Oper in vier Akten und einem Prolog, Libretto: Sergej Prokofjew nach einem Divertissement von Wsewolod E. Meyerhold und Wladimir N. Solowjow, nach einem M\u00e4rchenspiel von Carlo Gozzi, deutsche Textfassung: Werner Hintze<\/p>\n<p>Regie: Cordula D\u00e4uper, B\u00fchne: Ralph Zeger, Kost\u00fcme: Sophie du Vinage, Licht: Ralph Schanz, Dramaturgie: Anselm Dalferth, Puppenbau: Michael Pietsch<\/p>\n<p>Dirigent: Dan Ettinger, Chor und Orchester des Nationaltheater Mannheim, Choreinstudierung: Tilman Michael<\/p>\n<p>Solisten: Sung Ha (Kreuz-K\u00f6nig), Szabolcs Brickner (Der Prinz), Evelyn Krahe (Prinzessin Clarice), Karsten Mewes (Leander), Uwe Eik\u00f6tter (Truffaldino), Lars M\u00f8ller (Pantalone), Bartosz Urbanowicz (Celio), Heike Wessels (Fata Morgana), Eunju Kwon (Ninetta), Michael Pietsch* (Puppenspieler,* Rolle von der Regie hinzugef\u00fcgt)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 14. Februar 2014 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p align=\"left\"><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Mannheim_drei_orangen_08.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5485\" alt=\"Mannheim_drei_orangen_08\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Mannheim_drei_orangen_08.jpg\" width=\"649\" height=\"446\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Mannheim_drei_orangen_08.jpg 649w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Mannheim_drei_orangen_08-300x206.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 649px) 100vw, 649px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/b><\/p>\n<p align=\"left\">Im Prolog wird \u00fcber die richtige Abendunterhaltung gestritten: Die Gruppe der \u201eL\u00e4cherlichen\u201c setzt sich durch und k\u00fcndigt das St\u00fcck <i>Liebe zu drei Orangen<\/i> an. Hier sorgt sich der K\u00f6nig um seinen kranken Sohn. Da nur Lachen den Prinzen heilen kann, wird der Spa\u00dfmacher Truffaldino gerufen, um ein Fest zu organisieren. Minister Leander und Clarice verschw\u00f6ren sich mit der Zauberin Fata Morgana gegen den Prinzen, um selbst auf den Thron zu gelangen. W\u00e4hrend des Festes versucht Truffaldino vergeblich, den Prinzen zu erheitern. Erst ein Malheur der Zauberin kann den Prinzen zum Lachen bringen. Erbost verflucht ihn Fata Morgana: Der Prinz soll sich in drei Orangen verlieben. Um diese zu finden, machen sich Prinz und Truffaldino nach Kreonta auf, wo sie die drei Orangen entwenden k\u00f6nnen. Aus einer der Orangen entsteigt Prinzessin Ninetta. Sie wird zun\u00e4chst von Fata Morgana verzaubert, kann aber aus ihrem Bann befreit werden. Ninetta und der Prinz feiern Hochzeit.<\/p>\n<p align=\"left\"><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p align=\"left\">Die B\u00fchne ist ein Zuschauerraum: Das Publikum blickt auf eine Art Amphitheater, in dessen Mitte die B\u00fchne eines Marionettentheaters plaziert ist. Auf den R\u00e4ngen sitzt der Chor und kommentiert das Geschehen. Im Verlauf der Oper werden zahlreiche Protagonisten von Puppen gedoppelt oder auch \u2013 wenn es sich um stumme Rollen handelt \u2013 ersetzt. Die Puppe der Fata Morgana erscheint mehrmals riesig und mit rot gl\u00fchenden Augen hinter dem Amphitheater, die kleineren Puppen werden von dem Puppenspieler oder den S\u00e4ngern gef\u00fchrt. Beide, S\u00e4nger und Puppen, tragen bunte und schrille Kost\u00fcme, die an Gew\u00e4nder der <i>Commedia dell\u2019arte<\/i> erinnern oder aber am biederen B\u00fcro-Outfit von heute angelehnt sind.<\/p>\n<p align=\"left\"><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p align=\"left\">Dan Ettinger und das Orchester des Nationaltheater Mannheim zauberten hervorragende Musik. Was da aus dem Orchestergraben ert\u00f6nte, war rhythmisch fein differenziert, sehr gut ausbalanciert und wunderbar vielf\u00e4ltig in seinen klanglichen Farbschattierungen. Ettinger scheute sich nicht vor Kontrasten und so wechselten Kantilenen zu stampfender Perkussion und spitze Bl\u00e4serakkorde platzten in satte Streicherkl\u00e4nge. \u201eVitalit\u00e4t, Energie, Bewegung\u201c hatte Prokofjew sich gew\u00fcnscht, die Mannheimer Musiker setzten dies um. In den Vokalstimmen herrscht der Deklamationsstil vor, hier sind Textverst\u00e4ndlichkeit, eine flexible Stimme und schauspielerisches Talent gefragt. <b>Sung Ha <\/b>besa\u00df den n\u00f6tigen kraftvollen Ba\u00df, um sich als K\u00f6nig Autorit\u00e4t zu verschaffen. <b>Szabolcs Brickner<\/b> zeigte sein darstellerisches wie stimmliches Verm\u00f6gen in der ersten \u201eArie\u201c, die nur aus Schmerzensschreien besteht. Sicher meisterte er auch im Verlauf die rhythmisch und melodisch schwierige Partie. Das Terzett der Verschw\u00f6rer erklang perfekt intoniert von <b>Evelyn Krahe<\/b> (Clarice), <b>Heike Wessels<\/b> als Fata Morgana und <b>Karsten Mewes<\/b> als Leander. Nur Krahes Altstimme hatte einen so warmen und runden Ton, da\u00df man ihr die B\u00f6sartigkeit nicht recht abnehmen wollte. Glockenhell und klar zauberte <b>Eunju Kwon <\/b>gleich mit ihren ersten T\u00f6nen einen kurzen Moment des Innehaltens in das sonst so grotesk-vitale Klangspiel. Ebendieses verk\u00f6rperte <b>Uwe Eik\u00f6tter<\/b> als Truffaldino, der seinem Tenor die f\u00fcr den Spa\u00dfmacher n\u00f6tigen aggressiven Spitzen verpa\u00dfte. Aber auch die verzweifelten T\u00f6ne lagen ihm, wie sein Monolog vor dem Aufschneiden der Orangen bewies. Etwas blass war der Bariton von <b>Bartosz Urbanowicz<\/b>, der daf\u00fcr seinen Zauberer Celio umso \u00fcberzeugender schauspielerisch darstellte. Ein besonderes Lob mu\u00df den Choristen des Nationaltheaters Mannheim und dem f\u00fcr die Einstudierung verantwortlichen <b>Tilman Michael<\/b> ausgesprochen werden. Sie waren w\u00e4hrend der gesamten Oper auf der B\u00fchne pr\u00e4sent und brachten dennoch die n\u00f6tige Konzentration f\u00fcr ihre exakt plazierten Eins\u00e4tze auf.<\/p>\n<p align=\"left\"><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p align=\"left\">Cordula D\u00e4upers Inszenierung lebte von der Idee des Puppenspiels, die das Maskenhafte und Typisierte der Oper in der Art der <i>Commedia dell\u2019arte<\/i> akzentuierte. So entstanden wundersch\u00f6ne Bilder, als etwa eine winzige Prinzessinnenpuppe der \u00fcberdimensionalen Orange entstieg. Michael Pietsch, der Schau- und Puppenspieler, hatte viel zu tun und wurde mit besonders lautem Applaus belohnt. Aber auch von den musikalischen und inszenatorischen Leistungen zeigte sich das Mannheimer Publikum begeistert.<\/p>\n<p align=\"left\">Jelena Rothermel<\/p>\n<p align=\"left\">Bild: Christian Kleiner<\/p>\n<p align=\"left\">Das Bild zeigt: Szabolcs Brickner (Der Prinz) re. , Uwe Eik\u00f6tter (Truffaldino) li.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 14. Februar 2014 (Premiere), Szabolcs Brickner zeigte sein darstellerisches wie stimmliches Verm\u00f6gen in der ersten \u201eArie\u201c, die nur aus Schmerzensschreien besteht. 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