{"id":5479,"date":"2014-02-11T18:41:26","date_gmt":"2014-02-11T17:41:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5479"},"modified":"2014-03-11T14:55:43","modified_gmt":"2014-03-11T13:55:43","slug":"don-pasquale-leipzig-oper-3","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5479","title":{"rendered":"DON PASQUALE &#8211; Leipzig, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Geatano Donizetti (1797-1848), Opera buffa in drei Akten, Libretto: Giovanni Rufini und Geatano Donizetti, UA: 3. Januar 1843 Paris, Th\u00e9\u00e2tre Italien<\/p>\n<p>Regie: Lindy Hume, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Dan Potra, Dramaturgie: Johanna Mangold, Choreinstudierung: Alessandro Zuppardo, Dirigent: Anthony Bramall, Gewandhausorchester und Chor der Oper Leipzig<\/p>\n<p>Solisten: Jos\u00e9 Fardilha (Don Pasquale), Mathias Hausmann (Doktor Malatesta), Anna Virovlansky (Norina), Arthur Espiritu (Ernesto), Sejong Chang (Notar)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 8. Februar 2014 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Leipzig-Don-Pasquale1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5470\" alt=\"Oper Leipzig am 01.02.2014 - HP1 &quot;Don Pasquale&quot;Foto Tom Schulzetel.    0049-172-7997706mail  post@tom-schulze.comweb  www.tom-schulze.com\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Leipzig-Don-Pasquale1.jpg\" width=\"624\" height=\"416\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Leipzig-Don-Pasquale1.jpg 624w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Leipzig-Don-Pasquale1-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 624px) 100vw, 624px\" \/><\/a>Kurzinhalt <\/b><\/p>\n<p>Der reiche alte Junggeselle Don Pasquale beabsichtigt, seinen Erben und Neffen Ernesto mit einer wohlhabenden Adligen zu verheiraten. Doch Ernesto liebt die mittellose Witwe Norina. Ver\u00e4rgert beschlie\u00dft Pasquale, dem Undankbaren das Erbe vorzuenthalten und schmiedet eigene Hochzeitspl\u00e4ne. Sein Vertrauter und Hausarzt Malatesta ist insgeheim Anwalt des jungen Liebespaares Norina und Ernesto. Er schl\u00e4gt Norina vor, sich als im Kloster lebende Schwester Malatestas auszugeben und Pasquale zu verf\u00fchren. Nach der schnell arrangierten Scheinheirat entpuppt sich die junge Braut als verschwenderische Furie und bereitet dem l\u00fcsternen Alten die H\u00f6lle auf Erden. Pasquale hat seine Lektion gelernt und beschlie\u00dft, Ehe und Familiengr\u00fcndung dem Neffen zu \u00fcberlassen.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>Die zweiteilige Drehb\u00fchne zeigt viele Kulissen und szenische Einf\u00e4lle: zun\u00e4chst ein sp\u00e4rlich m\u00f6bliertes Kaminzimmer mit Elchgeweih und Wandtresor hinter einer Karikatur niederl\u00e4ndischer Portraitmalerei. In Norinas \u00fcppigem Gemach stapeln sich die Koffer der Zeitreisenden. Ernesto fl\u00fcchtet sich gedanklich und tropenbehelmt in eine \u00e4gyptische Pyramidenlandschaft. Die Finalszene im r\u00f6mischen Sommernachtsgarten ger\u00e4t zum <i>summer of love<\/i> mit VW-K\u00e4fer und Don Pasquale als gefeiertem Hippie-Guru. Die Kost\u00fcme gehen mit der Zeit und reichen von Culottes bis zur Schlaghose; konstant bleibt die Farbcharakteristik: Don Pasquale in Senft\u00f6nen, Malatesta in elegantem Rot, Norina schwarz-wei\u00df mit feuerroten Haaren und der kindische Neffe himmelblau.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p>Ein junges S\u00e4ngerensemble und ein \u00fcberzeugender Pasquale-Darsteller sorgen f\u00fcr viele musikalische \u00dcberraschungen. Mit gutem Gesp\u00fcr f\u00fcr Komik anstelle von Klamauk stellt der portugiesische Bariton <b>Jos\u00e9 Fardilha<\/b> (Don Pasquale) den reichen alten Mann der <i>Commedia dell<\/i><i>\u02be<\/i><i>arte <\/i>dar. Ganz im Sinne von Donizettis <i>opera buffe<\/i> versteht Fardilha sich von der Schablone zu l\u00f6sen und den Charakter um sentimentale Momente zu bereichern. Dem Spott und Hohn seiner jungen Braut ausgesetzt, bricht f\u00fcr den betrogenen Alten eine Welt zusammen: <i>\u00e8 finita Don Pasquale &#8211; es ist vorbei, Don Pasquale<\/i> wird von Fardilha mit viel emotionaler Tiefe und durchaus tragisch vorgetragen. Sein in allen H\u00f6hen verl\u00e4\u00dflicher und tragf\u00e4higer Bariton bietet gesangliche Glanzleistungen. <b>Anna Virovlansky<\/b> (Norina) singt mit kraftvollem und klangsch\u00f6nem Sopran. Lediglich das Finalduett mit Arthur Espiritu ger\u00e4t etwas schwankend und nicht ganz sauber. Pasquales Neffe <b>Arthur Espiritu<\/b> (Ernesto) bedient den Stereotyp des himmelblauen Knaben mit Teddyb\u00e4r, ohne gro\u00dfe darstellerische Eigendynamik. Stimmlich erweist sich Espiritu als versierter Belcanto-Tenor, der souver\u00e4n die popul\u00e4ren Passagen seiner Partitur, die Trompetenarie <i>cercher\u00f2 lontana terra &#8211; ein fernes Land werde ich suchen<\/i> und die von Gitarren und Tamburin begleitete Sommernachtsserenade <i>com&#8217;\u00e8 gentil la notte a mezz<\/i><i>\u02be<\/i><i>april &#8211; wie s\u00fc\u00df die laue Aprilnacht<\/i> meistert.<i> <\/i><b>Mathias Hausmann<\/b> (Malatesta) verk\u00f6rpert seine Rolle gesanglich wie darstellerisch gl\u00e4nzend. Als smarter und wendiger Hausarzt\u00a0 \u00fcberzeugt der Bariton mit sonorer, kraftvoller Stimme wie in <i>bella siccome un angelo &#8211; sch\u00f6n wie ein Engel<\/i> und im Duett mit Pasquale <i>cheti, cheti immantinente &#8211; ganz im Stillen<\/i>.<\/p>\n<p>Das Gewandhausorchester unter <b>Anthony Bramall<\/b> spielt gekonnt und schwungvoll. F\u00fcr die italienische Oper h\u00e4tte es durchaus noch etwas leichter und t\u00e4nzericher sein k\u00f6nnen. Einzig der im dritten Akt auftretende <b>Leipziger Opernchor<\/b>, ein Gewusel aus Dienstboten, Dekorateuren, Schneidern und Hutmachern, verliert sich im Geschehen und bleibt ungewohnt bla\u00df.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Das australische Regieteam Lindy Hume\/Dan Potra inszeniert eine Zeitreise vom Rokoko bis in die 1960er Jahre. So sehr das Regieteam Donizettis zeitloser <i>buffo opera<\/i> mit originellen B\u00fchnenbildern und szenischen Einf\u00e4llen begegnet, in der Schlu\u00dfszene wird gewagt uminterpretiert. In dieser Interpretation findet Don Pasquale sein Gl\u00fcck in freier Liebe. Und die Moral von der Geschichte &#8211; <i>wei\u00dfe Haare sollen nicht freien<\/i>? Norina bleibt damit, achselzuckend, allein. Das Premierenpublikum hat diese Inszenierung bejubelt wie selten. Auch in musikalischer Hinsicht lie\u00df dieser Abend wenig zu w\u00fcnschen \u00fcbrig.<\/p>\n<p>Norma Strunden<\/p>\n<p>Bild: Tom Schulze<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Arthur Espiritu (Ernesto), Anna Virovlansky (Norina), Mathias Hausmann (Dr. Malatesta), Jos\u00e9 Fardilha (Don Pasquale)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 8. Februar 2014 (Premiere), Ein junges S\u00e4ngerensemble und ein \u00fcberzeugender Pasquale-Darsteller sorgen f\u00fcr viele musikalische \u00dcberraschungen an diesem Premierenabend&#8230;<\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5479\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":5470,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5,1],"tags":[],"class_list":["post-5479","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-leipzig-oper","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5479","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5479"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5479\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5552,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5479\/revisions\/5552"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/5470"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5479"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5479"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5479"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}