{"id":5473,"date":"2014-01-28T15:39:29","date_gmt":"2014-01-28T14:39:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5473"},"modified":"2014-02-12T15:47:32","modified_gmt":"2014-02-12T14:47:32","slug":"der-fliegende-hollaender-kopenhagen-det-kongelige-teater-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5473","title":{"rendered":"DER FLIEGENDE HOLL\u00c4NDER  &#8211; KOPENHAGEN, DET KONGELIGE TEATER"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Wagner, Romantische Oper in drei Aufz\u00fcgen, Libretto: Richard Wagner, nach Heinrich Heines Die Memoiren des Herren von Schnabelewopski; UA: 2. Januar 1843 Dresden, K\u00f6nigliches S\u00e4chsisches Hoftheater Regie: Jonathan Kent, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Paul Brown, Licht: Mark Henderson, Choreographie: Denni Sayers, Videodesign: Nina Dunn<\/p>\n<p>Dirigent: Michael Boder, Chor und Orchester der K\u00f6niglich d\u00e4nischen Oper<\/p>\n<p>Solisten: Ann Petersen (Senta), Johan Reuter (Holl\u00e4nder), Clive Bayley (Daland), Niels J\u00f8rgen Riis (Erik), Gert Henning-Jensen (Steuermann).<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 26. Januar 2014 (Premiere, gesungen in der Originalsprache)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Kopenhagen-Holl\u00e4nder1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5474\" alt=\"Kopenhagen Holl\u00e4nder\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Kopenhagen-Holl\u00e4nder1.jpg\" width=\"612\" height=\"408\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Kopenhagen-Holl\u00e4nder1.jpg 612w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Kopenhagen-Holl\u00e4nder1-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 612px) 100vw, 612px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Senta schw\u00e4rmt f\u00fcr den namenlosen Holl\u00e4nder, einen Verfluchten der Meere, von dem sie eine Ballade zu singen wei\u00df. Als er wie alle sieben Jahre das Land betritt, um eine Frau zu finden, die ihm die Treue h\u00e4lt, wird er von der Schiffsbesatzung Dalands, Sentas Vater, entdeckt. Er stellt Senta den unbekannten Seemann vor, der einen wertvollen Schatz an Bord mit sich f\u00fchrt. Senta und der Holl\u00e4nder f\u00fchlen sich auf unerkl\u00e4rlich Weise zueinander hingezogen, bis Erik, der Verlobte Sentas, erscheint und der Holl\u00e4nder entt\u00e4uscht auf sein Schiff zur\u00fcckkehrt. Bevor er davonsegelt erreicht ihn Senta, st\u00fcrzt sich ins Meer und beweist ihm damit ihre Treue bis in den Tod.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Wagners <em>Holl\u00e4nder<\/em> wird in einer dramatisch stark bearbeiteten Inszenierung an der K\u00f6niglichen Oper Kopenhagen gegeben. Sie war urspr\u00fcnglich ein Konzept der <strong>English National Opera<\/strong> aus dem Jahre 2012 und verlegt die Handlung der Oper in eine \u00f6rtlich unbestimmte Gegenwart (oder nahen Vergangenheit) und macht Senta zur Hauptfigur des Geschehens. Senta ist von Anfang an auf der B\u00fchne gegenw\u00e4rtig, als Kind im Schlafanzug in einem rosagebl\u00fcmten Bett, das in der Mitte der B\u00fchne steht.<\/p>\n<p>Den ersten Aufzug erleben wir als ein Phantasiegebilde von Senta, in der sie die Geschichte vom <em>Fliegenden Holl\u00e4nder<\/em> erschaut, mit ihrem Vater, der Seemann ist, in der Figur des Daland. Der zweite Aufzug zeigt Senta als eine junge Erwachsene. Anstatt den Spinnrocken zu bedienen, arbeitet sie in einer Manufaktur f\u00fcr Buddelschiffe (Flaschenschiffe). In ihren Pausen nimmt sie lieber das Buch vom <em>Fliegenden Holl\u00e4nder<\/em> hervor als mit den anderen M\u00e4dchen zu schwatzen, weswegen sie geh\u00e4nselt wird. W\u00e4hrend alle zum Hafen eilen, um die wiederkehrenden Seeleute in Empfang zu nehmen, bleibt sie zur\u00fcck und verliert sich in der Phantasiewelt der Sage. Im dritten Aufzug wird Sentas Vermischung von Traum und Wirklichkeit grotesk. Anl\u00e4\u00dflich der Heimkehr der Seeleute wird eine ausgelassene Faschingsorgie gefeiert, in der Senta, die sich als die Braut des Holl\u00e4nders sieht, dem Gesp\u00f6tt der Anwesenden ausgesetzt. Die Situation spitzt sich zu, als Sentas Jugendfreund Erik sich als ihr rechtm\u00e4\u00dfiger Verlobter pr\u00e4sentiert, wodurch ihr Treueverspechen gegen\u00fcber dem Holl\u00e4nder fragw\u00fcrdig wird. Sie entscheidet sich aber f\u00fcr den Holl\u00e4nder, indem sie ihrem Leben ein Ende bereitet.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ann Petersen<\/strong>, Sopran, gestaltet Senta als eine etwas einf\u00e4ltige junge Frau, die ihre Leidenschaften nur schwer zu unterdr\u00fccken in der Lage ist. Sentas Ballade wird zu einem H\u00f6hepunkt der Vorstellung, mit der sie die \u00fcbrigen S\u00e4nger nicht nur szenisch, sondern auch stimmlich in den Schatten stellt. <strong>Johan Reuter<\/strong>, Bariton, verleiht dem Holl\u00e4nder eher eine noble, als eine tragische Note, w\u00e4hrend der etwas ungeschliffene Tenor von <strong>Niels J\u00f8rgen Riis<\/strong> ausgezeichnet zur Figur des Erik als Verlierer pa\u00dft. <strong>Clive Bayley<\/strong>, Ba\u00df, macht aus Daland eine stimmlich wohlklingende, jedoch nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig sympathische Vaterfigur, und <strong>Gert Henning-Jensen<\/strong>, Tenor, singt die Rolle des Steuermanns mit klarer, jugendlicher Stimme, in der Potential f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Rollen steckt. Die Duette werden korrekt ausgef\u00fchrt, doch stellt der Aktionsreichtum dieser Inszenierung die musikalischen Leistungen des Abends mitunter in de Schatten. Der <strong>Chor<\/strong> mit nahezu hundert S\u00e4ngern imponiert sowohl stimmlich als auch choreographisch, und das Orchester unter der Leitung von <strong>Michael Boder<\/strong> produziert einen m\u00e4chtigen Klang, wobei es sich doch den S\u00e4ngern stets unterordnet.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Jonathan Kents psychologisch gedeutete und aktualisierte Inszenierung von Wagners <em>Holl\u00e4nder<\/em> ist eine \u00e4u\u00dferst gelungene und sehenswerte Auff\u00fchrung, die auch musikalisch erfolgreich ist. Zwar ist die Idee, Senta als Hauptfigur zu verstehen, nicht neu, doch f\u00e4llt die d\u00e4nische Modernisierung radikaler als etwa die mittlerweile schon klassischen Inszenierungen etwa Harry Kupfers aus. Zudem spielt sie sich in einem architektonischen Schmuckst\u00fcck ab, einem modernen Opernhaus aus dem Jahr 2004 in Beton, Glas und r\u00f6tlichem Kirschbaumholz. Sie liegt im ehemaligen Packhafen der Stadt Kopenhagen, direkt gegen\u00fcber dem k\u00f6niglichen Schlo\u00df.<\/p>\n<p>Dr. Marion Lamberth<\/p>\n<p>Bild: Per Morten Abrahamsen<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Ann Petersen (Senta) im dritten Aufzug<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 26. 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