{"id":5459,"date":"2014-02-02T18:32:36","date_gmt":"2014-02-02T17:32:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5459"},"modified":"2014-02-08T18:41:47","modified_gmt":"2014-02-08T17:41:47","slug":"arabella-nuernberg-staatstheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5459","title":{"rendered":"ARABELLA &#8211; N\u00fcrnberg, Staatstheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Strauss (1864-1949), lyrische Kom\u00f6die in drei Aufz\u00fcgen, Libretto: Hugo von Hofmannsthal, UA: 15. Juli 1933 Dresden<\/p>\n<p>Regie: Andreas Baesler, B\u00fchne: Harald B. Thor, Kost\u00fcme: Gabriele Heimann<\/p>\n<p>Dirigent: Marcus Bosch, Staatsphilharmonie und Chor des Staatstheaters N\u00fcrnberg, Choreinstudierung: Tarmo Vaask<\/p>\n<p>Solisten: Randall Jakobsh (Graf Waldner), Roswitha Christina M\u00fcller (Adelaide), Ekaterina Godovanets (Arabella), Michaela Maria Mayer (Zdenka), Jochen Kupfer (Mandryka), Martin Nyvall (Matteo), Martin Platz (Graf Elemer), Javid Samadov (Graf Dominik), Daniel Dropulja (Graf Lamoral), Cornelia G\u00f6tz (Die Fiakermilli), Gunta Cese (Die Kartenaufschl\u00e4gerin), Michael Dudek (Welko), Christian Maierh\u00f6fer (Djura), Tobias Link (Ein Zimmerkellner), Klaus Brummer, Jerzy Sawkiewicz, Kurt Schober (Drei Spieler)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 1. Februar 2014 (Premiere)<a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/N\u00fcrnberg-Arabella.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-5460 aligncenter\" alt=\"Staatstheater N\u00fcrnberg Spielzeit 2013\/2014\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/N\u00fcrnberg-Arabella.jpg\" width=\"791\" height=\"496\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/N\u00fcrnberg-Arabella.jpg 791w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/N\u00fcrnberg-Arabella-300x188.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 791px) 100vw, 791px\" \/><\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><b>Kurzinhalt<\/b><\/p>\n<p>Graf Waldner ist ein bankrotter Spieler. Nur eine reiche Hochzeit seiner Tochter Arabella kann ihn retten. Aber die junge Dame ist w\u00e4hlerisch und abweisend. Ihre Schwester Zdenka (sie mu\u00df sich als Mann ausgeben) liebt Matteo, der aber Arabella hoffnungslos verehrt. Arabella verliebt sich in Mandryka, einen reichen Gutsbesitzer, den Sohn eines Regimentskameraden ihres Vaters. Sie will den Abend ein letztes Mal im Kreise ihrer Freunde verbringen. Inzwischen \u00fcberbringt Zdenka Matteo einen Schl\u00fcssel eines Schl\u00fcssels, in dem Arabella warten w\u00fcrde, was Mandryka zuf\u00e4llig mith\u00f6rt. Es ist aber Zdenka, die in dem Zimmer wartet. Als Arabella sp\u00e4t vom Ball zur\u00fcckkommt, weist sie Mandrykas Vorw\u00fcrfe heftig zur\u00fcck. Das Mi\u00dfverst\u00e4ndnis kl\u00e4rt sich, als Zdenka zerknirscht erscheint. Arabella vergibt Mandryka und die Oper schlie\u00dft mit ihrem Liebesduett.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>Wir befinden uns in einem Wiener Hotel im Stil des Art Deco \u2013 wenn auch etwas heruntergekommen. Im ersten Bild blickt man durch das Hotelfenster der Familie Waldner auf eine Hausfassade der Ringstra\u00dfe, im zweiten Bild durch den Ballsaal auf das Riesenrad im Prater. Die Hotellobby bietet einen Blick in einen Treppenaufgang und einen gro\u00dfen Spiegel. Zum gro\u00dfen Liebesduett fahren die W\u00e4nde auseinander f\u00fcr einen gro\u00dfen Sternenhimmel. Kleidung und Uniformen sind phantasievoll, aber zeitgem\u00e4\u00df \u2013 vor allem die Zottelfelljacken des \u201eHinterw\u00e4ldlers\u201c Mandryka und seines Gefolges. W\u00e4hrend des Fiakerballs, dem Ball des Dienstpersonals und der Verehrer Arabellas, tauschen Frauen und M\u00e4nner die Ball-Kleidung. Das Mobiliar ist zeitlos, wobei eine Leuchtstoffr\u00f6hrenlampe und eine Ledergarnitur sich nur schwer mit dem Bauhaus-Stil vereinbaren lassen.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p>Sicherlich ist es nur dem Premierenfieber geschuldet, da\u00df das Orchester \u2013 es spielt in der Originalbesetzung \u2013 immer wieder die S\u00e4nger \u00fcbert\u00f6nt. So wirken die Hauptdarsteller <b>Ekaterina Godovanets<\/b> (Arabella) und <b>Jochen <\/b>Kupfer (Mandryka) am Ende des zweiten Akts \u00fcberanstrengt und farblos. Sicherlich wird Dirigent <b>Marcus Bosch <\/b>im Laufe der weiteren Vorstellungen Wege finden, das bestens auf Strauss eingestellte Orchester zur Zur\u00fcckhaltung anzuhalten. Allerdings verf\u00fchren auch Strauss Klangbilder dazu, sie in epischer Breite darzustellen. Aber in der messerscharfen Herausarbeitung der musikalischen Motive ist Marcus Bosch sehr erfolgreich. Es ist somit der Abend der Charakterdarsteller, die ihre Rolle s\u00e4ngerisch zum Leben erwecken und in der epischen Breite des Orchesters gleichberechtigt mitschwimmen. An erster Stelle ist <b>Jochen Kupfer<\/b> zu nennen. Er gl\u00e4nzt mit durchschlagskr\u00e4ftiger baritonaler Mittellage sowohl in der Tiefe als auch in der H\u00f6henlage mit makellos vollt\u00f6nender Stimme. <b>Ekaterina Godovanets<\/b> versucht der Arabella eine jugendliche Ausstrahlung zu geben, verf\u00fcgt \u00fcber klare H\u00f6he und ebensolche Tiefe. Ihr weicher, facettenreicher Sopran kann jedoch den Koloraturen in der H\u00f6he keine Brillanz geben. Auch <b>Randall Jakobsh<\/b> als Graf Waldner bleibt bla\u00df, verf\u00fcgt er doch \u00fcber einen etwas rauen, manchmal hohl klingenden Ba\u00dfbariton. Die fehlende Eleganz bzw. Wohlklang in der Stimme pa\u00dft jedoch gut zum Charakter des Graf Waldner. <b>Roswitha Christina M\u00fcller<\/b> gestaltet mit ihrem weichen Mezzo die Adelaide als charmante Mutter Arabellas. <b>Michaela Maria Mayer<\/b> ist auch stimmlich die weibliche Zdenka in M\u00e4nnerkleidern, mit einem schlanken, sauber gef\u00fchrtem, manchmal etwas eindimensionalen Sopran. <b>Martin Nyvall<\/b> hat einen sehr beweglichen Tenor ohne gro\u00dfe Durchschlagskraft, kann aber die Leiden des Liebhabers Matteo glaubhaft gestalten, weniger glaubhaft sind seine Gef\u00fchlsausbr\u00fcche. <b>Martin Platz<\/b> wertet seine Rolle als Graf Elemer mit seinem ausgepr\u00e4gten Charaktertenor auf. Probleme hat <b>Cornelia G\u00f6tz <\/b>als Fiakermilli. Ihr Koloratursopran st\u00f6\u00dft im oberen Bereich an seine Grenzen, dort fehlt ihr jegliche Beweglichkeit f\u00fcr Koloraturen oder Triller.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Tobender Applaus eines hochzufriedenen Publikums f\u00fcr eine Premiere, an der man szenisch und musikalisch wenig aussetzen kann. Besonders bemerkenswert, da\u00df wieder einmal der Nachweis gelingt, da\u00df man einen gelungenen Opernabend produzieren kann, indem man sich mit solider Personenf\u00fchrung an die Original-Handlung (und ungef\u00e4hr an die Regieanweisungen) des Komponisten h\u00e4lt.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Jutta Mi\u00dfbach<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: In der Hotel-Lobby: von links Randall Jakobsh (Graf Waldner) u. Ekaterina Godovanets (Arabella), Martin Nyvall (Matteo), Roswitha Christina M\u00fcller (Adelaide), Jochen Kupfer (Mandryka)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 1. 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