{"id":5443,"date":"2014-02-07T10:21:04","date_gmt":"2014-02-07T09:21:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5443"},"modified":"2014-02-07T10:23:11","modified_gmt":"2014-02-07T09:23:11","slug":"ermonela-jaho-debuetiert-am-13-april-in-der-hamburgischen-staatsoper-als-madame-butterfly","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5443","title":{"rendered":"Ermonela Jaho deb\u00fctiert am 13. April in der Hamburgischen Staatsoper als Madame Butterfly"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Im OPERAPOINT 1\/2014 haben wir berichtet.<\/p>\n<h2><span style=\"color: #ff0000;\">Interview mit der Sopranistin Ermonela Jaho<\/span><\/h2>\n<p>Anl\u00e4\u00dflich der Auff\u00fchrung von Gaspare Spontinis Oper <i>La Vestale <\/i>im Th\u00e9\u00e2tre des Champs-\u00c9lys\u00e9es in Paris sprach<\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\">Alexander Jordis-Lohausen<\/span> am 25. Oktober 2013 mit der albanischen S\u00e4ngerin Ermonela Jaho, die die Titelrolle sang.<\/p><\/blockquote>\n<p><b>A.J.: <\/b>Als Sie klein waren, was war Ihr Weg zur Musik und sp\u00e4ter zur Oper?<\/p>\n<p><b>E.J.: <\/b>Ich wuchs noch w\u00e4hrend des kommunistischen Regimes in Tirana auf. Alle hatten Angst und schirmten<\/p>\n<p>sich ab. Ich hatte mit Politik nichts zu tun, aber ich sp\u00fcrte die Atmosph\u00e4re um mich herum. Vielleicht war<\/p>\n<p>das der Grund, warum ich als Kind fast pathologisch verschlossen war. Ich brauchte Einsamkeit. Ich schlo\u00df<\/p>\n<p>mich dann in mein Zimmer ein und sang vor dem Spiegel albanische Volkslieder \u2013 die einzige Musik, die<\/p>\n<p>ich damals kannte. Das waren die einzigen Momente, in denen ich gl\u00fccklich war und zu mir selbst, zu meinem<\/p>\n<p>Innersten fand. Meine Mutter war \u00fcberaus warmherzig, mein Vater ein gro\u00dfer Idealist, er brauchte Ideale im Leben.<\/p>\n<p>Zwei Elemente, die f\u00fcr mich als Kind und sp\u00e4ter f\u00fcr mich als K\u00fcnstlerin sehr wesentlich waren, und ich bin ihnen daf\u00fcr<\/p>\n<p>sehr dankbar. Sie machten sich Sorgen um mich und brachten mich mit sechs Jahren in eine Musikschule f\u00fcr Kinder. Dort<\/p>\n<p>\u00f6ffnete ich mich. Um weiter Musik und Gesang studieren zu k\u00f6nnen, bewarb ich mich beim Musikgymnasium in<\/p>\n<p>Tirana, sang ein albanisches Volkslied und Oscars Arie aus Verdis <i>Maskenball <\/i>vor und gewann ein Stipendium.<\/p>\n<p><b>A.J.: <\/b>Wie alt waren Sie damals?<\/p>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Jaho-Ermonela.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5444\" alt=\"Jaho-Ermonela\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Jaho-Ermonela.jpg\" width=\"768\" height=\"525\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Jaho-Ermonela.jpg 768w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Jaho-Ermonela-300x205.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a>E.J.: <\/b>14 Jahre. Zur gleichen Zeit durfte ich zum ersten Mal in Tirana in die Oper gehen und h\u00f6rte <i>La Traviata<\/i>.<\/p>\n<p>Das waren f\u00fcr mich so starke, fast magische Momente, es war wie eine Offenbarung, so da\u00df ich nachher, v\u00f6llig in Tr\u00e4nen aufgel\u00f6st, zu meinem Bruder mit echt balkanischer Leidenschaft sagte: <i>Jetzt wei\u00df ich es: Ich mu\u00df Operns\u00e4ngerin werden, und ich werde nicht sterben bis ich nicht zumindest einmal die Traviata gesungen habe<\/i>.<\/p>\n<p>Als mein Vater sah, wie der Gesang mich lebendig machte, schaffte er, wo immer er sie fand, Opernliteratur herbei, und ich studierte wie eine Besessene.<\/p>\n<p>Ein ganzer Teil meines Lebens ver\u00e4nderte sich, es war wie eine Therapie, es ist noch heute meine Katharsis, wann immer ich auf der B\u00fchne stehe. Es gibt mir Freiheit.<\/p>\n<p>Es klingt heute verr\u00fcckt, aber ich hatte mit 17 Jahren dann die M\u00f6glichkeit, meinen Traum Wirklichkeit<\/p>\n<p>werden zu lassen, d.h. die ganze <i>Traviata<\/i>, die ich Schritt f\u00fcr Schritt einstudiert hatte, in einer Sch\u00fclerauff\u00fchrung<\/p>\n<p>zu singen. Leider gibt es davon keine Aufnahme!<\/p>\n<p><b>A.J.: <\/b><i>Und dann?<\/i><\/p>\n<p><b>E.J.: <\/b>Ja, und dann kam 1993 der erste gro\u00dfe Schritt ins Ausland: ich arbeitete sehr darauf hin und betete, da\u00df es<\/p>\n<p>gelingen m\u00f6ge, und dann geschah es: ich gewann den internationalen <i>Katia Ricciarelli<\/i>-Wettbewerb und durfte<\/p>\n<p>in Mantua studieren.<\/p>\n<p>Danach setzte ich meine Studien noch f\u00fcnf Jahre lang an der Accademia nationale di Santa Cecilia in Rom fort.<\/p>\n<p>Es war eine harte und entbehrungsreiche Zeit, denn ich hatte kein Geld, meine Eltern konnten mich nicht unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Ich mu\u00dfte arbeiten, um am Leben zu bleiben, was als Albanerin in Rom nicht einfach war. Ich litt. Aber ich hatte eben diesen Traum,<\/p>\n<p>S\u00e4ngerin zu werden und wollte ihn unbedingt Wirklichkeit werden lassen. Ich sagte mir, vielleicht pr\u00fcfen mich die<\/p>\n<p>G\u00f6tter nur um zu sehen, ob meine Motivierung auch echt ist. Und ich sagte mir auch, erst wenn ich selbst mit Leib<\/p>\n<p>und Seele gewisse Schwierigkeiten durchleide, wird es mir m\u00f6glich sein, das Leiden der Personen, die ich auf<\/p>\n<p>der B\u00fchne darstelle, zum Ausdruck zu bringen \u2013 durch die Musik, die dann die Br\u00fccke von meinem Herz zum<\/p>\n<p>Herz der Zuh\u00f6rer wird.<\/p>\n<p><b>A.J.: <\/b>Eigenartig, <i>La Traviata <\/i>war die erste Oper, die Sie gesungen haben, <i>La Traviata <\/i>war auch die Oper, die Sie<\/p>\n<p>dazu bestimmt hat S\u00e4ngerin zu werden, und schlie\u00dflich war es wieder die <i>Traviata<\/i>, die Ihnen den Durchbruch<\/p>\n<p>in die gro\u00dfe internationale Karriere erm\u00f6glichte. Wie geschah das?<\/p>\n<p><b>E.J.: <\/b>Ja, das war der zweite gro\u00dfe Schritt. Man mu\u00df daf\u00fcr bereit sein. Ich hatte auf verschiedenen B\u00fchnen<\/p>\n<p>in Europa gesungen, auch viele Male die Traviata, und ich hatte jedes Mal immer wieder etwas dazu gelernt.<\/p>\n<p>Ich studierte gerade in New York die Manon ein, da kam der Anruf aus London: Anna Netrebko, die mit<\/p>\n<p>Jonas Kaufmann dort die Traviata sang, sei pl\u00f6tzlich erkrankt, ob ich sofort einspringen k\u00f6nne? Was f\u00fcr eine<\/p>\n<p>Entscheidung! Es k\u00f6nnte meine Karriere machen, aber auch zerst\u00f6ren, wenn es ein Fiasko w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Sieben Monate hatte ich die Traviata nicht mehr gesungen. Aber man mu\u00df im Leben manchmal Risiken<\/p>\n<p>eingehen, um einmalige Gelegenheiten wahrzunehmen.<\/p>\n<p>Erst wenn richtige Gefahr im Verzug ist, sehen wir, wie stark wir sind. Ich sagte zu. Nach einem Nachtflug kam<\/p>\n<p>ich am Morgen in London an, hatte Angst und hoffte, Netrebko w\u00fcrde wieder gesund werden. Aber das war<\/p>\n<p>nicht der Fall. So stand ich am selben Tag abends, ohne Probe und mit vielen Schmetterlingen und Jetlag im<\/p>\n<p>Bauch, auf der B\u00fchne von Covent Garden und sagte mir: <i>Ok, hier bin ich nun, und ich werde mein Bestes<\/i><\/p>\n<p><i>geben! <\/i>Das geschah im Januar 2008.<\/p>\n<p><b>A.J.: <\/b>Seit der ersten Traviata in der Schule in Tirana bis dahin mu\u00df sich Ihre Interpretation der Violetta<\/p>\n<p>unglaublich ver\u00e4ndert haben?<\/p>\n<p><b>E.J.: <\/b>Wissen Sie, als Teenager mit 17 Jahren war ich wie eine Rakete und gab alles, was ich hatte, von der ersten<\/p>\n<p>bis zur letzten Note. Am Ende war ich vollkommen ersch\u00f6pft. Es brannte ein leidenschaftliches Feuer in<\/p>\n<p>mir und auch auf der B\u00fchne. Jetzt ist das schon anders, das Feuer ist immer noch da, aber es ist nach langj\u00e4hriger<\/p>\n<p>Erfahrung besser kontrolliert, es ist nicht mehr das Feuer eines Teenagers&#8230;.. (lachend) manchmal<\/p>\n<p>w\u00fcnschte ich, es w\u00e4re so!<\/p>\n<p><b>A.J.: <\/b>Sie haben nicht nur in den dramatischen Szenen eine wunderbare klangliche Intensit\u00e4t, sondern auch<\/p>\n<p>eine unglaublich weiche, klare Stimmf\u00fchrung in den lyrischen, sehen sie sich eher als ein dramatischer oder<\/p>\n<p>als ein lyrischer Sopran?<\/p>\n<p><b>E.J.: <\/b>Eher als ein lyrischer Sopran! <i>La Vestale <\/i>war eine Herausforderung, darin sind dramatische und lyrische<\/p>\n<p>Szenen, und au\u00dferdem gibt es gewisse Passagen, die vom Komponisten eigentlich f\u00fcr Mezzosopran geschrieben<\/p>\n<p>sind. Da hilft dann nur hart erarbeitete Stimmtechnik, um die von Komponisten gewollte Musik voll zum<\/p>\n<p>Ausdruck kommen zu lassen.<\/p>\n<p><b>A.J.: <\/b>Ist das die Technik, die Sie in der Accademia di Santa Cecilia gelernt haben?<\/p>\n<p><b>E.J.: <\/b>Sicherlich! Aber ich mu\u00df dazu sagen, ich habe h\u00e4ufig den Lehrer gewechselt, denn man findet nicht<\/p>\n<p>immer auf Anhieb den richtigen. Ich habe mich auch selbst eingehend mit meinen Stimmb\u00e4ndern besch\u00e4ftigt,<\/p>\n<p>wie sie Laute hervorbringen, was ich von Ihnen verlangen kann und das hat mir geholfen, meine M\u00f6glichkeiten,<\/p>\n<p>aber auch meine Grenzen zu erkennen und zu akzeptieren. Man lernt ja nie aus!<\/p>\n<p><b>A.J.: <\/b>Sie halten sich f\u00fcr einen lyrischen Sopran und dennoch haben Sie, mit wenigen Ausnahmen, Opern<\/p>\n<p>des 19. Jahrhunderts und damit meist dramatische Rollen gesungen. Wie erkl\u00e4ren Sie das?<\/p>\n<p><b>E.J.: <\/b>Sie d\u00fcrfen nicht vergessen, ich komme vom Mittelmeer und noch dazu vom Balkan. Es ist jenes innere<\/p>\n<p>leidenschaftliche Feuer, von dem ich sprach und das mich gepr\u00e4gt hat. Ich brauche dramatische Rollen. Ich<\/p>\n<p>glaube auch, in solchen Rollen komme ich am besten zum Ausdruck. Aber ich vernachl\u00e4ssige nicht die lyrische<\/p>\n<p>Seite und die Koloratur, um so vielseitig wie m\u00f6glich zu bleiben.<\/p>\n<p><b>A.J.: <\/b>Hei\u00dft das, da\u00df Sie sich vielleicht auch mal wieder Mozart oder sogar der Barockoper zuwenden werden?<\/p>\n<p><b>E.J.: <\/b>Ich w\u00fcrde liebend gerne Barockmusik singen, sie ist so viel kontrollierter und subtiler und in vieler Hinsicht<\/p>\n<p>auch viel schwieriger als Opernarien des 19. Jahrhunderts.<\/p>\n<p>Leider habe ich momentan keine derartigen Angebote von den Opernh\u00e4usern \u2013 (lachend) vielleicht, weil sie<\/p>\n<p>mich schon ganz als dramatische S\u00e4ngerin abgestempelt haben.<\/p>\n<p><b>A.J.: <\/b>Haupts\u00e4chlich, um ihre Stimmen nicht zu schnell zu \u00fcberfordern, fangen heute viele junge S\u00e4ngerinnen<\/p>\n<p>mit Barockmusik an, und tasten ihren Weg vorsichtig hinauf in die Klassik, zum Belcanto und zuletzt vielleicht<\/p>\n<p>in die gro\u00dfen Rollen des 19. Jahrhunderts. Sie scheinen den umgekehrten Weg zu gehen!?<\/p>\n<p><b>E.J.: <\/b>(lachend) Wissen Sie \u2013 und das klingt vielleicht verr\u00fcckt \u2013 f\u00fcr mich ist Singen momentan nicht nur Beruf.<\/p>\n<p>Ich fand darin meine Freiheit, und es ist f\u00fcr mich schon ein so gro\u00dfes Gl\u00fcck, das erreicht zu haben. Wie ich Ihnen<\/p>\n<p>schon sagte, es ist meine Therapie, meine Katharsis.<\/p>\n<p><b>A.J.: <\/b>Und f\u00fcr Sie ist die Butterfly oder Traviata eine bessere Therapie als die Susanna oder Alcina?<\/p>\n<p><b>E.J.: <\/b>Ja, aber ich brauche doch auch die Pianissimi. Dann finde ich Frieden.<\/p>\n<p><b>A.J.: <\/b>Wie in <i>La Vestale<\/i>?<\/p>\n<p><b>E.J.: <\/b>Genau! Aber jedes Mal habe ich ein Lampenfieber, als w\u00e4re es die erste oder letzte Auff\u00fchrung meines<\/p>\n<p>Lebens. Ich lebe meinen Traum jeden Tag, deswegen singe ich auch nicht f\u00fcr morgen.<\/p>\n<p><b>A.J.: <\/b>Mit welchen Dirigenten arbeiten Sie besonders gerne zusammen?<\/p>\n<p><b>E.J.: <\/b>Ich habe mit vielen Dirigenten gut zusammen gearbeitet. Aber ich liebe Antonio Pappano! Ich sang <i>La<\/i><\/p>\n<p><i>Traviata <\/i>und <i>Suor Angelica <\/i>unter seiner Leitung. Wissen Sie, manchmal ist man sich auf der B\u00fchne seiner Sache<\/p>\n<p>nicht ganz sicher und sucht Hilfe. Da war er der erste Dirigent, der zu mir sagte: <i>Schauen Sie nicht zu mir her\u00fcber.<\/i><\/p>\n<p><i>Wenn Sie das tun, verlieren sie allen Kontakt mit dem B\u00fchnengeschehen<\/i>. Einmal war ich nicht sehr gut drauf,<\/p>\n<p>und er kam und, ohne viel sagen zu m\u00fcssen, hat er mich beruhigt. Bei ihm f\u00fchlte ich mich ganz geborgen.<\/p>\n<p><b>A.J.: <\/b>Und was erwarten Sie vom Regisseur?<\/p>\n<p><b>E.J.<\/b>(lachend)<b>: <\/b>Das ist eine sehr gute Frage! F\u00fcr mich ist das momentan ein etwas frustrierendes Thema. Ich bin<\/p>\n<p>nicht gegen moderne Inszenierungen, solange sie in der Aussage der Oper bleiben. Aber wenn eine Auff\u00fchrung<\/p>\n<p>vom Publikum v\u00f6llig ausgepfiffen wird, so kann vielleicht der Regisseur sagen: <i>Ich habe bewu\u00dft provoziert.<\/i><\/p>\n<p><i>Diese Reaktion habe ich erwartet und gewollt!!<\/i><\/p>\n<p>Aber wir, die S\u00e4nger, haben das nicht gewollt! Wir haben all unsere Kunst gegeben, um das Publikum zu<\/p>\n<p>erfreuen. Man darf das Publikum nicht einfach ignorieren, sonst verliert es das Interesse und den Kontakt zur<\/p>\n<p>Oper. Man darf auch die Musik nicht ignorieren. Es ist vorgekommen, da\u00df ein Regisseur offensichtlich mit der<\/p>\n<p>Musik nicht viel im Sinn hatte, und es gelang mir nicht, ihm das verst\u00e4ndlich zu machen \u2013 da f\u00fchlte ich mich<\/p>\n<p>dann nur noch als beauftragte S\u00e4ngerin, nicht mehr als K\u00fcnstlerin. Und das ist dann wirklich frustrierend.<\/p>\n<p><b>A.J.: <\/b>Hin und wieder h\u00f6rt man sagen: Oper ist doch nur Unterhaltung f\u00fcr eine Elite, nicht f\u00fcr alle. Was ist<\/p>\n<p>Ihre Meinung dazu?<\/p>\n<p><b>E.J.: <\/b>Ja, ich glaube, das stimmt. Und es ist unsere Schuld und mit \u201euns\u201c meine ich die ganze \u201eOpern-Maschine\u201c,<\/p>\n<p>die sich so schrecklich kommerzialisiert hat. Nat\u00fcrlich sind die Kosten f\u00fcr eine Opernproduktion sehr hoch,<\/p>\n<p>aber die Eintrittskarten werden immer unerschwinglicher. Auch die Stargagen sind enorm, und das ist nicht<\/p>\n<p>richtig. Sicherlich ist das nicht in allen Opernh\u00e4usern so, aber leider in vielen.<\/p>\n<p>Und dabei, wenn man an Mozart und andere Musiker denkt, die waren arm. Der richtige K\u00fcnstler sollte nicht<\/p>\n<p>reich sein. Man darf als Musiker das Materielle nicht \u00fcber die Kunst stellen. Wir m\u00fc\u00dften zur\u00fcckfinden zu<\/p>\n<p>den lyrischen Theatern in Venedig des 18. Jahrhunderts, wo jeder Eintritt fand. Wir m\u00fcssen den Zugang<\/p>\n<p>zum breiten Publikum wieder finden. Es w\u00e4re unser aller Fehltritt, wenn das nicht gel\u00e4nge. Ich glaube, jeder<\/p>\n<p>von uns mu\u00df daf\u00fcr Opfer bringen, und ich glaube, das Publikum w\u00fcrde es uns reichlich auf seine Weise<\/p>\n<p>zur\u00fcckzahlen.<\/p>\n<p><b>A.J.: <\/b>Vielleicht ist die \u00dcbertragung von Opernauff\u00fchrungen in den Kinos, die \u00fcberall \u00fcberhand nimmt, ein<\/p>\n<p>Weg dahin?<\/p>\n<p><b>E.J.: <\/b>Ja vielleicht, das scheint mir eine positive Entwicklung!<\/p>\n<p><b>A.J.: <\/b>Eine letzte Frage: Was sind Ihre Pl\u00e4ne f\u00fcr \u00d6sterreich und Deutschland?<\/p>\n<p><b>E.J.: <\/b>Ich habe <i>La Traviata <\/i>in der Wiener Staatsoper auf dem Programm, dann im April <i>Madame Butterfly<\/i><\/p>\n<p>in Hamburg, und weitere Projekte f\u00fcr Berlin und M\u00fcnchen. Ich liebe das deutsche Publikum, wegen<\/p>\n<p>seiner Aufmerksamkeit und seinem Respekt K\u00fcnstlern gegen\u00fcber. Dort, im Gegensatz zu dem, was wir vorher<\/p>\n<p>sagten, gibt es, vor allem in kleineren St\u00e4dten, Opernh\u00e4user, die fast immer ausverkauft sind, weil die Karten<\/p>\n<p>nicht so teuer sind.<\/p>\n<p><b>A.J.: <\/b>Ich danke Ihnen sehr herzlich f\u00fcr Ihre Kommentare und f\u00fcr die Zeit, die Sie mir gewidmet haben.<\/p>\n<p><b>E.J.: <\/b>\u00dcbrigens komme ich im n\u00e4chsten September wieder nach Paris. Diesmal in die Oper an der Bastille&#8230;&#8230;..<\/p>\n<p>mit <i>La Traviata<\/i>!<\/p>\n<p>Mit Frau Jaho sprach Alexander Jordis-Lohausen, der das Interview aus dem Englischen \u00fcbersetzte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anl\u00e4\u00dflich der Auff\u00fchrung von Gaspare Spontinis Oper La Vestale im Th\u00e9\u00e2tre des Champs-\u00c9lys\u00e9es in Paris sprach<\/p>\n<p>Alexander Jordis-Lohausen am 25. Oktober 2013 mit der albanischen S\u00e4ngerin Ermonela Jaho, die die Titelrolle sang&#8230;<\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5443\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":5444,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[134],"tags":[],"class_list":["post-5443","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-featured"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5443","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5443"}],"version-history":[{"count":6,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5443\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5450,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5443\/revisions\/5450"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/5444"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5443"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5443"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5443"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}