{"id":5438,"date":"2014-01-27T14:00:41","date_gmt":"2014-01-27T13:00:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5438"},"modified":"2014-02-04T14:11:18","modified_gmt":"2014-02-04T13:11:18","slug":"la-boheme-bremen-theater-am-goethetheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5438","title":{"rendered":"LA BOHEME &#8211; Bremen, Theater am Goethetheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giacomo Puccini (1864-1924), Oper in vier Bilder nach Henri Murgers <em>Sc\u00e8nes de la vie de boh\u00e8me<\/em>, Libretto: Guiseppe Giacosa und Luigi Illica, UA: 1. Februar 1896 Turin, Teatro Regio<\/p>\n<p>Regie<b>:<\/b> Benedikt von Peter, B\u00fchne: Katrin Wittig, Kost\u00fcme: Geraldine Arnold<\/p>\n<p>Dirigent: Markus Poschner, Bremer Philharmoniker, Choreinstudierung: Daniel Mayr, Jinie Ka<\/p>\n<p>Solisten: Luis Olivares Sandoval (Rodolfo), Marcello (Raymond Ayers), Patrick Zielke (Schaunard), Christoph Heinrich (Colline), Nadine Lehner (Mimi), Marysol Schalit (Musetta)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 26. Januar 2014 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Bremen-Boheme.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5439\" alt=\"Bremen  Boheme\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Bremen-Boheme.jpg\" width=\"553\" height=\"369\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Bremen-Boheme.jpg 553w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Bremen-Boheme-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 553px) 100vw, 553px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><strong><\/strong><\/p>\n<p>Vier Bohemien Rodolfo, Marcello, Schaunard und Colline gestalten ihr armes Leben mit Kunst und Freude. Rodolfo lernt seine kranke Nachbarin Mim\u00ec kennen und lieben. Als der Freundeskreis im Caf\u00e9 Momus beisammen sitzt, entdeckt Marcello seine einstige Freundin, die kokette Musetta, die in seine Arme zur\u00fcckkehrt. Mim\u00ec belauscht ein Gespr\u00e4ch Rodolfo und Marcello, worin Rodolfo erkl\u00e4rt, da\u00df er sich f\u00fcr Mim\u00ecs Krankheit verantwortlich f\u00fchlt. Als er Mim\u00ec entdeckt, schw\u00f6ren dennoch beide, zusammen zu bleiben. Die Freunde feiern fr\u00f6hlich und fragen sich, was wohl aus Mim\u00ec und Musetta geworden ist, die sie seit langem verlassen haben. Atemlos tritt Musetta ein und erkl\u00e4rt, da\u00df Mim\u00ec zu Tode erkrankt sei. Z\u00e4rtlich bettet Rodolfo sie auf ein Lager, aber sie stirbt in seinen Armen.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>Bevor die Oper beginnt, steht Mimi alleine auf der hinteren B\u00fchne. Dann verschwindet sie und singt hinter einem Gazevorhang. Zum Schlu\u00df, als sie schon tot ist, schaut sie ihren Liebhaber Rodolfo zum ersten Mal an. Musetta bleibt wie auch der Chor unsichtbar. Die vier urspr\u00fcnglichen K\u00fcnstler treten als M\u00e4nnerclub auf, bringen Gegenst\u00e4nde zur Einrichtung und zum Malen mit. Die leere B\u00fchne f\u00fcllt sich \u00fcber die Hauptbesch\u00e4ftigung, bunte Farbe aus Plastiktuben zu verspritzen, gew\u00fcrzt mit einigen Sch\u00fcssen aus der Luftschlangenpistole. Boden, Kleidung, Mund und Gesicht, Haare und K\u00f6rper \u2013 alles wird einbezogen, nat\u00fcrlichen fehlen auch sexuelle Anspielungen nicht. Nach dem zweiten Akt sieht es auf der B\u00fchne wie nach der Love Parade aus. Ein wichtiges Requisit ist ein pinkfarbenes Kleid, das auf eine Holzplatte getuckert wird, mit einer T\u00fcte oder einem St\u00fcck Fell als angedeutetem Kopf. Rodolfo und Marcello ziehen sich dieses Kleid auch an, als es um ihre Liebe zu Mim\u00ec und Musetta geht. So singt Rodolfo sein Liebeslied Marcello vor, als er mit ihm kuschelnd unter dem Tisch liegt. Der Besuch des Vermieters Benoit wird als Spiel im Spiel inszeniert, Colline verk\u00f6rpert ihn mit \u00fcber den Kopf gezogenem Pullover.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p>Die Bremer Philharmoniker bew\u00e4ltigen die von Stimmungswechseln bestimmte Komposition mit ihren Gegens\u00e4tzen von Leichtem und Tragischem gut. \u00dcberlagert das Orchester zuerst noch die Stimmen der S\u00e4nger, gelingt es allen, sich selbst bei ganz leisen T\u00f6nen immer besser aufeinander einzustellen. Beeindruckend ist der krasse Gegensatz, den sie damit zu den derben B\u00fchnenaktionen schaffen. Daf\u00fcr sind vor allem ihre fast sph\u00e4risch anmutenden Kl\u00e4nge in den beiden traurigen Akten verantwortlich. <b>Luis Olivara Sandoval<\/b> f\u00fcllt die Rolle des Rodolfo mit leicht ironischem Unterton, und es gelingt ihm, seine Tenorstimme trotz Steigerungen nicht zu laut einzusetzen. <b>Raymond Ayers<\/b> (Marcello) h\u00e4lt sich zwischen den Draufg\u00e4ngern zur\u00fcck, ist weniger der wutentbrannte Liebhaber Musettas als ein in Duetten und Quartetten anpassungsbereiter S\u00e4nger. Patrick Zielke (Schaunard) liegt stimmlich auf gleichem Niveau wie seine Kollegen. Der vollklingende Bariton des <b>Christoph Heinrich<\/b> (Colline) ist aufgrund mangelnder M\u00f6glichkeiten zu selten h\u00f6rbar, doch in der Hymne an seinen alten Mantel anr\u00fchrend.<\/p>\n<p>Allen vorweg singt <b>Nadine Lehner<\/b> (Mim\u00ec) als Projektion des Rodolfo mit klarem und in den traurig-melancholischen Passagen leichtem Sopran, mit dem sie in den beiden mittleren fr\u00f6hlichen Akten auch dramatisch dominieren kann. Mit in ein fast unh\u00f6rbares Piano zur\u00fcckweichender Stimme singt sie die Arie <i>Sono andati<\/i> , bevor sie stirbt. <b>Marysol Schalit<\/b> gibt der vorgestellten Musetta aus dem Off mit ihrem Mezzosopran selbstbewu\u00dften Ausdruck.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><b><\/b><\/p>\n<p>Puccinis originelle Darstellung des schrecklich-sch\u00f6nen Lebens der Bohemiens machte diese Oper so \u00fcberaus beliebt. Romantik mit Realit\u00e4t, Trag\u00f6die und Kom\u00f6die verbindend ersetzte er mit einer faszinierenden Atmosph\u00e4re den fehlenden Handlungsfaden.<\/p>\n<p>Von all dem l\u00e4\u00dft sich in der Inszenierung von Benedikt von Peter nicht mehr viel finden. Daf\u00fcr gibt es eine um Unbeschwertheit bem\u00fchte M\u00e4nnergruppe, die mit viel Aufwand versucht, drohender Leere zu entgehen, die im Fall der sterbenden Mim\u00ec Kleiderstoffe knetend auf dem Boden herumkriecht. Faszinierend ist das alles nicht, spontan und verst\u00f6rend schon eher. Das Bremer Publikum bejubelte die musikalische Leistung und meinte <i>solch sch\u00f6ne Musik kann keiner kaputtmachen<\/i>.<\/p>\n<p>Carola Jakubowski<\/p>\n<p>Bild: J\u00f6rg Landsberg<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Luis Olivares Sandoval (Rofolfo), Raymond Ayers (Marcello), Patrick Zielke (Schaunard), Christoph Heinrich (Colline), v.l.n.r.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 26. 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