{"id":5415,"date":"2014-01-24T17:08:01","date_gmt":"2014-01-24T16:08:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5415"},"modified":"2014-02-03T10:45:23","modified_gmt":"2014-02-03T09:45:23","slug":"london-royal-opera-house-covent-garden","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5415","title":{"rendered":"Manon &#8211; London, Royal Opera House Covent Garden"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Jules Massenet (1842-1912), Op\u00e9ra-comique in f\u00fcnf Akten, Libretto: Henri Meilhac und Philippe Gille nach dem Roman von Abb\u00e9 Pr\u00e9vost <i>Histoire de Chevalier des Grieux et de Manon Lescaut<\/i>, UA: 19. Januar.1884 Paris, Op\u00e9ra-Comique, Salle Favart<\/p>\n<p>Regie: Laurent Pelly, B\u00fchn: Chantal Thomas, Licht: Jo\u00ebl Adam<br \/>\nDirigent: Emmanuel Villaume, Orchester und Chor des Royal Opera House, Choreinstudierung: Renato Balsadonna<br \/>\nSolisten: Ermonela Jaho (Manon), Matthew Polenzani (Chevalier Des Grieux), Audun Iversen (Lescaut), Alastair Miles (Comte Des Grieux), Christophe Mortagne (Guillot de Morfontaine), William Shimell (Br\u00e9tigny), Simona Mihai (Poussette), Rachel Kelly (Javotte), Nadezhda Karyazina (Rosette) u.a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 21. Januar 2014 (Premiere 22. Juni 2010)<\/p><\/blockquote>\n<p><b>Kurzinhalt<br \/>\n<\/b>Die fr\u00f6hliche, vergn\u00fcgungss\u00fcchtige und lebenshungrige Manon soll von ihrem Cousin Lescaut ins Kloster gebracht werden. W\u00e4hrend Lescaut sich dem Gl\u00fccksspiel widmet, begegnet das M\u00e4dchen dem jungen Chevalier Des Grieux. Die beiden verlieben sich ineinander und Manon beschlie\u00dft, der Klostererziehung und ihren heimlichen Verehrern de Br\u00e9tigny und Guillot den R\u00fccken zu kehren. Gemeinsam fliehen sie nach Paris und leben in einer \u00e4rmlichen Pariser Wohnung. De Grieux\u2019 Vater holt seinen Sohn gewaltsam zu sich zur\u00fcck. Manon lebt von nun an mit dem reichen Lebemann de Br\u00e9tigny zusammen und wird von ihm mit materiellen Dingen verw\u00f6hnt.<\/p>\n<p>Auf einem Fest auf den Champs-\u00c9lys\u00e9es trifft sie zuf\u00e4llig auf Des Grieux\u2019 Vater und erf\u00e4hrt von ihm, da\u00df sein Sohn Priester werden will. Manon sucht ihn heimlich im Priesterseminar der Kirche Saint-Sulpice auf und \u00fcberredet ihn, ihr zu vergeben und wieder zu ihr zur\u00fcckzukehren. Das gelingt ihr und beide leben erneut zusammen. Manon verleitet ihn zum Gl\u00fccksspiel. Als Des Grieux wiederholt gegen Guillot gewinnt, wird er von diesem des Spielbetrugs bezichtigt. Manon und Des Grieux werden verhaftet. Des Grieux\u2019 Vater sorgt f\u00fcr die Befreiung seines Sohnes, Manon jedoch soll als Diebin nach \u00dcbersee deportiert werden. Des Grieux besticht die W\u00e4rter, um Manon noch einmal zu sehen. Aber Manon stirbt entkr\u00e4ftet in seinen Armen.<a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/MANON_RO_527-JAHO-AS-MANON-LESCAUT-C-COOPER-klein.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5416\" alt=\"MANON; ROH,Manon Lescaut; ERMONELA JAHO,Lescaut; AUDUN IVERSEN,Chevalier des Grieux; MATTHEW POLENZANI,Le Comte des Grieux; ALASTAIR MILES,Guillot de Morfontaine; CHRISTOPHE MORTAGNE,De Bretigny; WILLIAM SHIMELL,Pousette; SIMON MIHAI,Javotte; RACH\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/MANON_RO_527-JAHO-AS-MANON-LESCAUT-C-COOPER-klein.jpg\" width=\"600\" height=\"901\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/MANON_RO_527-JAHO-AS-MANON-LESCAUT-C-COOPER-klein.jpg 600w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/MANON_RO_527-JAHO-AS-MANON-LESCAUT-C-COOPER-klein-199x300.jpg 199w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<br \/>\n<\/b>Die B\u00fchnenbilder sind \u00fcber alle Akte hinweg sehr schlicht gehalten. Viele glatte, schn\u00f6rkellose W\u00e4nde und Fl\u00e4chen bestimmen den Raum und immer wieder sind schiefe Ebenen und Treppen zu sehen. Dies ist vor allem in der Kirche Saint-Sulpice besonders auff\u00e4llig: schiefe S\u00e4ulen st\u00fctzen die Kirche und die Stuhlreihen scheinen in sich zusammenzufallen. Das Lichtdesign und die Kost\u00fcme verleihen den ansonsten schlichten B\u00fchnenbildern eine immer wieder andere Atmosph\u00e4re: Kaltes grelles Licht aus Neonr\u00f6hren in der Gl\u00fccksspielst\u00e4tte, Kerzenschein in der Kirche, \u00fcppige und zumeist farbenfrohe, schillernde Kost\u00fcme und H\u00fcte bei den Damen, Frack und Zylinder bei den Herren.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<br \/>\nErmonela Jaho<\/b> (Manon) kann als absoluter Star des Abends bezeichnet werden. Mit glasklarer und glockenheller Stimme singt sie in <i>Je suis encore tout \u00e9tourdie \u2013 Ich bin noch ganz benommen<\/i>. Besonders hevorzuheben ist die Arie <i>Adieu,<\/i> <i>Notre petit table \u2013 Adieu, mein kleiner Tisch<\/i>, in dem sie mit melancholischer Stimme und angenehmem Vibrato Abschied von ihrem Leben mit De Grieux nimmt. Sie erreicht in den vielen zarten und leisen Pianissimipassagen, mit Leichtigkeit alle Spitzent\u00f6ne und singt mit viel Gef\u00fchl und Emotion alle Verzierungen aus. Sehr glaubhaft verk\u00f6rpert sie den Charakter der Manon: im letzten Akt singt Manon fast schluchzend und bittet Des Grieux, ihr zu vergeben. In der Arie <i>Tu pleures? Oui, de honte sur moi<\/i> \u2013 <i>Weinst du? <\/i><i>Ja, Schande \u00fcber mich<\/i> legt sie all ihre Emotionen hinein: sie beginnt tats\u00e4chlich zu weinen.<\/p>\n<p>Aber auch die anderen S\u00e4nger singen durchweg auf hohem Niveau. Der Tenor <b>Matthew Polenzani<\/b> (Des Grieux) singt mit kraftvoller und zugleich wohllautender Stimme. Vor allem mit der Arie <i>Ah fuyez, douce image<\/i> \u2013 <i>Ah, Flieh, du s\u00fc\u00dfes Bild <\/i>(3.Akt) begeistert er das Publikum; lautstarker Applaus und Bravo-Rufe sind zu vernehmen. Auch das anschlie\u00dfende Auftreten des Vaters in der Kirche St.Sulpice <i>\u00c9pouse quelque brave fille \u2013 Heirate irgendein gutes M\u00e4dchen<\/i> steht Polenzanis gesanglicher Klasse in nichts nach. Die am\u00fcsanten und komischen Z\u00fcge der Oper werden besonders gelungen von Christoph Mortagne (Guillot) dargestellt, auch wenn er gesanglich nicht sonderlich auff\u00e4llt. Gesanglich sind die drei Damen <b>Simona Mihai<\/b> (Poussette), <b>Rachel Kelly<\/b> (Javotte) und <b>Nadezhda Karyazina<\/b> (Rosette) besonders hervorzuheben. Diese Damen er\u00f6ffnen den Opernabend \u00e4u\u00dferst elegant, zuweilen kokett, und sind gesanglich wie schauspielerisch ein homogenes Ensemble.<\/p>\n<p>Das <b>Orchester<\/b> des Royal Opera House spielte unter der Leitung von <b>Emmanuel Villaume,<\/b> der die Oper zum ersten Mal in London dirigierte. Schon bevor der Vorhang sich \u00f6ffnet, wird die Ouvert\u00fcre in z\u00fcgigem Tempo gespielt. \u00dcber die ganze Oper hinweg ist das Orchester sehr leidenschaftlich bei der Sache und pa\u00dft sich sehr gut den S\u00e4ngern an.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Diese Inszenierung ist etwas f\u00fcr Ohr und Auge. Das Publikum ist gleicherma\u00dfen begeistert von Musik und Inszenierung. Besonders lauten und anhaltenden Applaus gab es f\u00fcr die beiden Hauptrollen Ermonela Jaho und Matthew Polenzani.<\/p>\n<p>Katharina Rupprich<\/p>\n<p>Bild: ROH\/BILL COOPER<\/p>\n<p>Das Bild zeigt Ermonela Jaho (Manon) wird von der Garde vom Spielsaal weg verhaftet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Jules Massenet (1842-1912), Op\u00e9ra-comique in f\u00fcnf Akten, Libretto: Henri Meilhac und Philippe Gille nach dem Roman von Abb\u00e9 Pr\u00e9vost Histoire de Chevalier des Grieux et de Manon Lescaut, UA: 19. 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