{"id":5411,"date":"2014-01-22T12:05:04","date_gmt":"2014-01-22T11:05:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5411"},"modified":"2014-02-03T10:44:51","modified_gmt":"2014-02-03T09:44:51","slug":"elektra-dresden-semperoper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5411","title":{"rendered":"Elektra &#8211; Dresden, Semperoper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Strauss (1864-1949, Trag\u00f6die in einem Aufzug, Libretto: Hugo von Hofmannsthal, UA 25. Januar 1909, Dresden.<br \/>\nRegie: Barbara Frey, B\u00fchne: Muriel Gerstner, Kost\u00fcme: <a title=\"Detailinformationen \u00fcber Bettina Walter\" href=\"http:\/\/www.semperoper.de\/de\/oper\/premieren\/ensemble\/details\/30.html\">Bettina Walter<\/a>, Licht: <a title=\"Detailinformationen \u00fcber G\u00e9rard Cleven\" href=\"http:\/\/www.semperoper.de\/de\/oper\/premieren\/ensemble\/details\/4490.html\">G\u00e9rard Cleven<\/a>, Choreinstudierung: <a title=\"Detailinformationen \u00fcber Pablo Assante\" href=\"http:\/\/www.semperoper.de\/de\/oper\/premieren\/ensemble\/details\/202.html\">Pablo Assante<\/a>, Dramaturgie: Micaela v. Marcard<\/p>\n<p>Dirigent: Christian Thielemann, S\u00e4chsische Staatskapelle und Staatsopernchor Dresden<\/p>\n<p>Solisten: Evelyn Herlitzius (Elektra), Anne Schwanewilms (Chrysothemis ), Waltraud Meier (Klyt\u00e4mnestra), Frank van Aken (Aegisth), Rene Pape (Orest), Peter Lobert (Pfleger des Orest), Romy Petrick (Vertraute), Ute Selbig (Schlepptr\u00e4gerin), Simeon Esper (junger Diener), Matthias Henneberg (alter Diener), Nadine Secunde (Aufseherin), Constance Heller, Gala El Hadidi, Christa Mayer, Rachel Willis-Sorensen, Nadja Mchantaf (M\u00e4gde).<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 19. Januar 2014 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><b>Kurzinhalt<\/b><\/p>\n<p>Klyt\u00e4mnestra hat mit ihrem Buhlen Aegisth ihren Mann, Agamemnon, im Bad erschlagen, der Sohn Orest wurde in Sicherheit gebracht, Tochter Elektra mu\u00df sich schlimmste Dem\u00fctigungen gefallen lassen und lebt nur noch f\u00fcr den Tag, an dem Orest Vergeltung \u00fcben wird. Da wird die vermeintliche Todesnachricht von Orest \u00fcberbracht. Die Schwester Chrysothemis flieht, als Elektra das Beil, mit dem der Vater erschlagen wurde, in wilder Entschlossenheit ausgr\u00e4bt. Als der Trauerbote sich als ihr Bruder Orest zu erkennen gibt, mahnt Elektra die r\u00e4chende S\u00fchne an. Als Aegisth naht, f\u00fchrt ihn Elektra scheinbar freundlich ins Haus, wo auch er gerichtet wird. In \u00fcberm\u00e4\u00dfiger Freude beginnt sie einen wilden, ekstatischen Tanz, bevor sie tot zusammenbricht.<a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/4315_Elektra_klein.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5412\" alt=\"Elektra_klein\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/4315_Elektra_klein.jpg\" width=\"600\" height=\"399\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/4315_Elektra_klein.jpg 600w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/4315_Elektra_klein-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>Wir befinden uns einem mit Sperrholz get\u00e4felten Raum, dessen Zweck \u00fcber den Wahlspruch <i>Justitia Fundamentum Regnorum \u2013 Gerechtigkeit ist die Grundlage der K\u00f6nigreiche<\/i> definiert werden soll. Es war der Wahlspruch des Kaisers Franz I. und findet sich am \u00e4u\u00dferen Burgtor in Wien. In der T\u00e4felung sind mehrere Durchg\u00e4nge eingelassen, f\u00fcr Klyt\u00e4mnestra gibt es ein Portal, das sich f\u00fcr sie \u00f6ffnet. Links befindet sich eine Nische, in der Elektra in einem verwahrlosten gelben Abendkleid lebt. Im ersten Stock sieht man einen Balkon und ein Badezimmer. Die Holzflie\u00dfen des Bodens befinden sich in Aufl\u00f6sung, einige Paneele der Wand sind herausgel\u00f6st. Die Garderobe (vom Ledermantel des Orest bis zum blauen Herren-Anzug des Aegisth) ist vage der zweiten H\u00e4lfte des letzten Jahrhunderts zuzuordnen.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p>Die Staatskapelle Dresden und Christian Thielemann sind in ihrem Element. Dabei gelingt es Thielemann, die ekstatische Raserei im Orchester zu b\u00e4ndigen. Er verz\u00f6gert das Tempo, schafft gef\u00fchlte Generalpausen, wo eigentlich keine sind, und treibt die Spannung zu immer neuen H\u00f6hepunkten.<\/p>\n<p>Es ist ein Gl\u00fccksfall, wie viele altgediente Wagner-Strauss-Heroen diesen musikalischen H\u00f6llenritt m\u00f6glich zu machen. Allen voran ist da <b>Evelyn Herlitzius<\/b> in der Titelrolle zu nennen. Ihr hochdramatischer Sopran weist viele Sch\u00e4rfen auf, mit Kraft gelingen ihr die psychopathischen Ha\u00dfausbr\u00fcche der Elektra mehr als glaubhaft. Gerade im Dialog mit Aegist oder Orest gelingen ihr aber auch Pianos, die im Orchesterklang zu schweben scheinen. \u00c4hnliches kann man auch \u00fcber <b>Waltraud Meier<\/b> als Klyt\u00e4mnestra sagen. Manchmal trifft sie einen keifigen, h\u00e4mischen Ton, kann aber die Stimme zum Fortissimo ausfahren ohne die Gesangslinie zu verlieren. Ebenfalls eine Weltklasse-Leistung zeigt <b>Rene Pape<\/b> als Orest. Dieser \u201eBasso cantante\u201c mit der weichen, warmen, aber dennoch vollt\u00f6nenden und durchschlagsstarken Stimme singt er voll aus und gibt einem labilen Menschen eine nachdenkliche Stimme. <b>Anne Schwanewilms<\/b> hat Probleme mit der Gesangslinie der Chrysothemis. Hier erwartet man einen jugendlichen, schwebend leichten, lyrischen Klang. Dieses Idealbild erreicht sie nicht, es wirkt schrill und klingt eng, die H\u00f6hen sind problematisch. Auch <b>Frank van Aken<\/b> kann der Rolle des Aegisth wenig abgewinnen. Die kleinen Rollen konnten durchwegs gut besetzt werden, bemerkenswert das Zusammenspiel zwischen den f\u00fcnf M\u00e4gden und der Aufseherin.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Musikalisch ist der Abend ohne jeden Zweifel eine der Sternstunden f\u00fcr die Semperoper, schlie\u00dflich gilt es am Urauff\u00fchrungsort eine Tradition zu wahren. Ein zwiesp\u00e4ltiger Jubel f\u00fcllt die ehrw\u00fcrdigen Halle der Semperoper: W\u00e4hrend die musikalische Leistung als Meilenstein in der Dresdener Auff\u00fchrungsgeschichte lautstark gefeiert wird (mit Schwerpunkt Staatskapelle, Thielemann, Herlitzius und Meier) wird die Inszenierung doch mit dem einen oder anderen Buh-Ruf bedacht. Sei es, weil die Dresdener der langj\u00e4hrigen Ruth-Berghaus-Inszenierung nachtrauern, sei es, weil man doch etwas mehr am Urauff\u00fchrungsort erwartet hat \u2013 etwa ein packendes B\u00fchnenbild f\u00fcr eine griechische Trag\u00f6die und weniger Pre\u00dfspanplatten eines beliebigen Verwaltungsraumes, und auch keine Personenregie, die zwar allen Darstellern Freir\u00e4ume erm\u00f6glicht, jedoch dabei einer konzertanten Auff\u00fchrung sehr nahe kommt: So ist der wilde Tanz der Elektra im Finale nur ein m\u00fcdes W\u00e4lzen am Boden. Allerdings kann man prognostizieren, da\u00df man diese nichtssagende Inszenierung ohne Probleme jahrzehntelang auff\u00fchren kann.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Photograf: Matthias Creutziger<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Evelyn Herlitzius (Elektra)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Strauss (1864-1949, Trag\u00f6die in einem Aufzug, Libretto: Hugo von Hofmannsthal, UA 25. Januar 1909, Dresden. Regie: Barbara Frey, B\u00fchne: Muriel Gerstner, Kost\u00fcme: Bettina Walter, Licht: G\u00e9rard Cleven, Choreinstudierung: Pablo Assante, Dramaturgie: Micaela v. 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