{"id":541,"date":"2009-02-14T19:43:23","date_gmt":"2009-02-14T17:43:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=541"},"modified":"2009-02-16T21:03:53","modified_gmt":"2009-02-16T19:03:53","slug":"munster-stadtische-buhnen-le-nozze-di-figaro-die-hochzeit-des-figaro","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=541","title":{"rendered":"M\u00fcnster, St\u00e4dtische B\u00fchnen &#8211; LE NOZZE DI FIGARO &#8211; DIE HOCHZEIT DES FIGARO"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Wolfgang Amadeus Mozart (1756 \u2013 1791), Commedia per Musica in vier Akten, Libretto: Lorenzo da Ponte nach Pierre Caron de Beaumarchais\u2018 Kom\u00f6die Der tolle Tag oder die Hochzeit des Figaro; UA: 1. Mai 1786,  Wiener Burgtheater<br \/>\nRegie: Wolfgang Quetes, B\u00fchnenbild: Manfred Kaderk, Dramaturgie: Ralph Blase, Dirigent: Fabrizio Ventura, Orchester: Symphonieorchester und Chor, M\u00fcnster, Choreinstudierung: Donka Miteva<br \/>\nSolisten: Matteo Suk (Graf Almaviva), Annette Johansson (Gr\u00e4fin Rosina), Henrike Jacob (Susanna), Ivan Dimitrov (Figaro), Judith Gennrich (Cherubino), Suzanne McLeod (Marcellina), Plamen Hidjov (Bartolo) u.a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 7. Februar 2009 (Premiere, Kooperation mit dem Theater Regensburg)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"munster-figaro.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/munster-figaro.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"munster-figaro.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/munster-figaro.jpg\" \/><\/a>Die bevorstehende Hochzeit der Kammerdiener Figaro und Susanna trifft nicht bei jedem im Palast auf Zustimmung. Graf Almaviva selbst versucht beharrlich, Susanna zu einem Rendezvous zu bewegen.<br \/>\nKurz nach der Hochzeitszeremonie gibt Susanna scheinbar seinem Werben nach und vereinbart ein Treffen. Mit dem Wissen, dass Gr\u00e4fin Rosina ihren untreuen Mann f\u00fcr sich zur\u00fcckgewinnen will, tauscht Susanna mit dieser jedoch die Kleider, sodass statt ihrer die verkleidete Gr\u00e4fin zum Rendezvous erscheint.  Figaro erf\u00e4hrt w\u00e4hrenddessen von dem geplanten Stelldichein zwischen Susanna und dem Grafen. Eifers\u00fcchtig und entt\u00e4uscht will er das Treffen st\u00f6ren,  durchschaut jedoch bald die Verkleidung und den Plan der beiden Frauen. Der Graf selbst ereifert sich w\u00e4hrenddessen in Komplimenten f\u00fcr die vermeintliche Susanna. Als der Komplott aufgedeckt wird, bittet er Rosina um Vergebung und ihm wird wiederum verziehen.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nAbgesehen von dem vierten Akt findet die gesamte Handlung in dem Palast des Grafen Almaviva statt. Durch imposante W\u00e4nde, hohe Fenster und gro\u00dfz\u00fcgige R\u00e4ume werden die monumentalen Ausma\u00dfe des Palastes realistisch widergegeben. Gewaltige romantische Zeichnungen an den Kulissenw\u00e4nden scheinen zuweilen mit den edlen M\u00f6beln und der edlen Kost\u00fcmierung der Personen zu einem stimmigen Gesamtkunstwerk zu verschmelzen.<br \/>\nNach der Proze\u00dfszene gleitet die Schreibstube der Gr\u00e4fin schubladenhaft von rechts auf die B\u00fchne und dient somit zur Kulisse von Rosinas Arie \u201edove sono\u201c. Die B\u00fchnengestaltung steht hier zu dem sonst so starren B\u00fchnenbild in auff\u00e4lligem Kontrast. W\u00e4hrend der Ouvert\u00fcre werden die Protagonisten als statuenhafte Schatten vor einem glei\u00dfend hellen Hintergrund dargestellt. Auf diese Weise wird die, dem eigentlichen Libretto vorangegangene Vorgeschichte abgebildet. Die farbliche Abstimmung der Kost\u00fcmierung weist deutlich auf die Zugeh\u00f6rigkeit der Paare hin.  Besonders deutlich wird die Diskrepanz zwischen Herrschern und Dienerschaft: W\u00e4hrend Figaro und Susanna die typische Bediensteten-Kleidung in grau und wei\u00df tragen, fallen die imposanten, goldenen Roben des Grafenpaares insbesondere bei den Hochzeitsfeierlichkeiten auf.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\n<strong>Henrike Jacob<\/strong> (Susanna) und<strong> Ivan Dimitrov<\/strong> (Figaro) f\u00fcgten sich nach anf\u00e4nglich z\u00f6gerlichen Eins\u00e4tzen mit leicht-heiterer Stimmf\u00e4rbung in ihre Rollen als verlobtes Dienerpaar ein. <strong>Matteo Suk<\/strong> (Graf Almaviva) \u00fcberzeugte mit autorit\u00e4rer und kraftvoller Stimme von erster Minute an in der Rolle des ehrgeizigen Verf\u00fchrers, der sich w\u00fctend beklagt Mein Knecht soll gl\u00fccklich sein, w\u00e4hrend ich leide?<br \/>\nMit schmerzerf\u00fcllten und zugleich erhabenen Kl\u00e4ngen leitete <strong>Annette Johansson<\/strong> (Gr\u00e4fin Rosina) als verletzte Gattin den zweiten Akt ein. Die Rolle der hoffnungsvollen und zugleich gro\u00dfherzigen Diva scheint direkt auf sie zugeschnitten zu sein. Dem Orchester unter der Leitung von Fabrizio Ventura gelang besonders in der Ouvert\u00fcre die Schaffung dynamischer Kontraste. Die Streicher schufen mit einer einerseits durchgehenden Leichtigkeit, andererseits durch pl\u00f6tzliches Sforzando (Anschwellen) eine f\u00fcr die Musik Mozarts ad\u00e4quate Atmosph\u00e4re. Im Wechsel mit den zarten Querfl\u00f6ten f\u00fchrten sie immer wieder behende zur\u00fcck zur typischen Motivik der Oper. Die Variabilit\u00e4t des Orchesterspiels spiegelte sich ebenfalls im Vergleich der Arie Cherubinos Voi che sapete \u2013ihr, die ihr wi\u00dft und im Finale am Opernende, bei dem Figaro seine Susanna bittet: Pace, Pace, mio dolce tesoro \u2013 Frieden, Frieden, mein s\u00fc\u00dfer Schatz wider.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\n<strong>Wolfgang Quetes<\/strong>\u2018 Interpretation ber\u00fccksichtigt die Zeit des sp\u00e4ten 18. Jahrhunderts. Besonders deutlich wird dies anhand der herrschaftlichen Kost\u00fcme, sowie der Benutzung ausschlie\u00dflich \u201ehistorischer\u201c Requisiten. Die kom\u00f6diantischen Aspekte dieser Commedia per Musica werden durch die darstellerischen F\u00e4higkeiten von <strong>Henrike Jacob<\/strong> (Susanna) oder <strong>Andra Shin<\/strong> (Basilio) deutlich hervorgehoben. B\u00fchnenbild, Inszenierung und Musik bilden eine wohltuende Einheit. Das Publikum belohnt Darstellung sowie S\u00e4ngerinnen und S\u00e4nger mit minutenlangem heftigem Applaus.<br \/>\nLaura Hamdorf<\/p>\n<p>Bild: Michael H\u00f6rnschemeyer<br \/>\nDas Bild zeigt: Figaro (Ivan Dimitrov), Susanna (Henrike Jacob), Graf Almaviva (Matteo Suk).<br \/>\nIm Hintergrund steht die Gr\u00e4fin (Annette Johansson).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Wolfgang Amadeus Mozart (1756 \u2013 1791), Commedia per Musica in vier Akten, Libretto: Lorenzo da Ponte nach Pierre Caron de Beaumarchais\u2018 Kom\u00f6die Der tolle Tag oder die Hochzeit des Figaro; UA: 1. 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