{"id":5401,"date":"2014-01-10T11:45:10","date_gmt":"2014-01-10T10:45:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5401"},"modified":"2014-01-14T11:50:08","modified_gmt":"2014-01-14T10:50:08","slug":"die-lustige-witwe-coburg-landestheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5401","title":{"rendered":"DIE LUSTIGE WITWE &#8211; Coburg, Landestheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Franz Leh\u00e1r (1870-1948), Operette in drei Akten, Libretto: Victor L\u00e9on und Leo Stein nach Henri Meilhac <i>L\u2018attach\u00e9 d\u2018ambassade <\/i>UA: 28. Dezember 1905 Wien, Theater an der Wien<\/p>\n<p>Regie: Francois de Carpentries, B\u00fchne: Andreas Becker, Kost\u00fcme: Karine van Hercke<\/p>\n<p>Dirigent: Roland Fister, Philharmonisches Orchester Landestheater Coburg, Chor des Landestheaters Coburg<\/p>\n<p>Solisten: Gabriela K\u00fcnzler (Hanna Glawari), Falko H\u00f6nisch (Graf Danilo), Michael Lion (Baron Zeta), Julia Klein (Valencienne), Joel Annmo (Camille de Rosillon), Stephan Ignaz (Njegus), u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 8. Januar 2014 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Coburg-Lustige-Witwe.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5402\" alt=\"Coburg Lustige Witwe\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Coburg-Lustige-Witwe.jpg\" width=\"416\" height=\"346\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Coburg-Lustige-Witwe.jpg 416w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Coburg-Lustige-Witwe-300x249.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 416px) 100vw, 416px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/b><\/p>\n<p>Die verwitwete Hanna Glawari steht als millionenschwere Erbin im Mittelpunkt des Interesses der Pariser Gesellschaft. Der pontevidrinische Gesandte Baron Zeta ist bestrebt, Hannas Verm\u00f6gen mittels einer erneuten Heirat \u2013 mit Graf Danilo \u2013 f\u00fcr sein Vaterland zu sichern. Dabei \u00fcbersieht Zeta, da\u00df der charmante Pariser Camille de Rossillon seine Gattin Valencienne umwirbt. Zwischen Danilo und Hanna \u2013 sie kennen sich schon seit Kindertagen \u2013 entbrennt erneut die Liebe. Doch Danilo m\u00f6chte nicht als \u201eErbj\u00e4ger\u201c erscheinen. Nachdem Hanna vorgibt, im Falle einer erneuten Heirat ihr Verm\u00f6gen zu verlieren, kann er ihr seine Liebe gestehen. Daraufhin erg\u00e4nzt Hanna ihre Aussage: Das Verm\u00f6gen falle an den neuen Ehemann.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>Ein einfaches, aber ausdrucksstarkes B\u00fchnenbild erwartet den Besucher: Vier Stufen f\u00fchren mittig zu einer s\u00e4ulenumstandenen Empore. Der Raum zwischen den S\u00e4ulen kann mit Fenstern, T\u00fcren oder W\u00e4nden, mit und ohne Beleuchtungseffekte ausgef\u00fcllt werden. Im ersten Akt stehen hier Sofas, Sessel, Skulpturen, und an der Wand h\u00e4ngt der g\u00fctig l\u00e4chelnde Landesvater, solange bis die Gerichtsvollzieher alles beschlagnahmen, denn das Land ist pleite. Auch Njegus kann das nicht verhindern.<\/p>\n<p>Im zweiten Akt steht hier ein drehbares, begr\u00fcntes Separee, in dem das Vilja-Lied von der Glawari in ungarischer Tracht heimatnah dargebracht wird. Den Reitersmann singt sie vom historischen Karussell-Pferd zur linken. In der \u00dcberleitung zum dritten Akt darf das t\u00fcrkische Faktotum Njegus satirisch \u00fcber die Verbindung von skrupellos gewinns\u00fcchtigen Banken, Staatspleiten und der Beteiligung des kleinen Mannes daran sinnieren. Nach dem \u00d6ffnen des Vorhanges wandelt sich die Empore zu einem Show-Kabinett f\u00fcr die Grisetten. Die Garderobe entstammt der Endphase des Kaiserreiches mit Ausblick auf die Tanzgarderobe der Zwanziger Jahre \u2013 irgendwo zwischen Berlin, Wien und Paris.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p>In der Tat macht es durchaus Sinn, die heitere Operette <i>Lustige Witwe<\/i> von einem Opern-Ensemble produzieren zu lassen. Schon die hohen Anspr\u00fcche des <i>Vilja-Liedes<\/i> der Hanna Glawari verlangen einen durchschlagsstarken, aber dennoch beweglichen Sopran mit Tendenz zum dramatischen. Hier ist <b>Gabriela K\u00fcnzler<\/b> als Mezzo mit Tendenz zum Alt in ihrem Element, ihr Piano klingt vollst\u00e4ndig transparent und tragend. Beim <i>Reitersmann<\/i>, genauso wie im ersten Akt, beginnen jedoch ihre Probleme, wenn eher die heitere Eloquenz einer Soubrette gefragt ist. Zu schwer wirkt hier die Stimme und das f\u00fchrt zu gef\u00e4hrlichen Sch\u00e4rfen. Ihr Gegenspieler, <b>Falko H\u00f6nisch<\/b> als Graf Danilo, ist ein Operettentenor par excellanze, er beherrscht die entsprechenden Effekte, singt auch die hohen T\u00f6ne voll aus, das <i>Vaterland<\/i> besingt er mit beschwipsten l\u00e4ssigen Charme. <b>Michael Lion<\/b> ist der schwere Ba\u00df-Bariton im Ensemble. Seine Stimme wird immer runder, sonorer und in der Tiefe immer fundierter. Damit kann er auch die Rolle des Baron Zeta mit der entsprechenden Eloquenz gestalten. <b>Julia Klein<\/b> setzt ihm als seine Ehefrau Valencienne die H\u00f6rner auf. Sie hat eine weiche, m\u00e4dchenhafte Stimme, hat aber h\u00f6rbar mehr Potential als eine normale Soubrette. Sie betr\u00fcgt ihn mit Camille de Rosillon, gespielt von <b>Joel Annmo<\/b>, einem soliden Nachwuchstenor, mit einer aufbl\u00fchenden Stimme, <i>wie eine Rosenknospe<\/i>.<\/p>\n<p><b>Roland Fister<\/b> geht in seinem Dirigat zun\u00e4chst mit hohem Tempo voran, findet jedoch f\u00fcr die S\u00e4nger das passende Tempo und nimmt die Lautst\u00e4rke als Begleit-Orchester f\u00fcr die S\u00e4nger entsprechend zur\u00fcck. Daf\u00fcr, da\u00df relativ wenig Zeit bestand, Chor, Solisten und Orchester aufeinander abzustimmen, gelingt es Fister alle Beteiligten rasch zusammen zu schwei\u00dfen.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Eine Sylvesterpremiere am 8. Januar? Wegen eines Wasserschadens war die B\u00fchne in Coburg nicht bespielbar und so wird die Premiere zur Er\u00f6ffnung der Faschings-Saison nachgereicht. Mag sein, da\u00df das Ensemble noch nicht ganz eingespielt ist, aber daf\u00fcr hat man ja bis Sylvester 12 Monate Zeit zu \u00fcben \u2013 die teilweise dreifach besetzten Hauptrollen sprechen daf\u00fcr. Das Publikum bedankte sich f\u00fcr einen erheiterten Operetten-Abend auf musikalischem Opern-Niveau mit donnerndem Applaus.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Henning Rosenbusch<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Gabriela K\u00fcnzler (Hanna Glawari), Falko H\u00f6nisch (Graf Danilo)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 8. Januar 2014 (Premiere), In der Tat macht es durchaus Sinn, die heitere Operette Lustige Witwe von einem Opern-Ensemble produzieren zu lassen. 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