{"id":5379,"date":"2014-01-11T22:31:22","date_gmt":"2014-01-11T21:31:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5379"},"modified":"2014-01-13T13:28:22","modified_gmt":"2014-01-13T12:28:22","slug":"lakme-paris-opera-comique","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5379","title":{"rendered":"Lakm\u00e9 &#8211; Paris, Op\u00e9ra Comique"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von L\u00e9o Delibes (1838-1891), Oper in drei Akten, Libretto: Edmond Gondinet et Phillippe Gille, U.A: 14. April 1883, Paris, Op\u00e9ra Comique<\/p>\n<p>Regie: Lilo Baur, B\u00fchne: Caroline Ginet, Kost\u00fcme: Hanna Sj\u00f6din, Licht: Gilles Gentner Choreographie: Olia Lydaki<\/p>\n<p>Dirigent: Fran\u00e7ois-Xavier Roth<i>, Orchestre<\/i> <i>Les Si\u00e8cles<\/i>, Chor: accentus, Chorleitung: Christophe Grapperon<\/p>\n<p>Solisten: Sabine Devieilhe (Lakm\u00e9), Fr\u00e9d\u00e9ric Antoun (G\u00e9rald), \u00c9lodie M\u00e9chain (Mallika), Paul Gray (Nilakantha), Jean-S\u00e9bastien Bou (Fr\u00e9d\u00e9ric), Marion Tassou (Ellen), Roxane Chalard (Rose), Hanna Schaer (Mistress Bentson), Antoine Normand (Hadji) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 10. Januar 2014 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Paris-OC-Lakme.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5380\" alt=\"Paris OC Lakme\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Paris-OC-Lakme.png\" width=\"384\" height=\"256\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Paris-OC-Lakme.png 384w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Paris-OC-Lakme-300x200.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 384px) 100vw, 384px\" \/><\/a>Vorbemerkung<\/strong><\/p>\n<p>L\u00e9o Delibes ist als Operettenkomponist (u.a. f\u00fcr den Kursaal von Bad Ems), und danach als Balletkomponist (a. u. <i>Copp\u00e9lia<\/i> und <i>Silvia<\/i>) erst sp\u00e4t zur Oper gekommen. <i>Lakm\u00e9<\/i> ist seine letzte vollendete Oper. Zum Teil von einem Roman Pierre Lotis inspiriert, geh\u00f6rt sie in die Reihe jener \u201eexotischer\u201c B\u00fchnenwerke (exotisch meist mehr im Dekor als in der Musik), die in der zweiten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts Mode waren, wie zuvor Bizets <i>Die<\/i> <i>Perlenfischer<\/i> oder Meyerbeers <i>Die Afrikanerin<\/i> oder danach Puccinis <i>Madame Butterfly. <\/i>In<i> <\/i>der britisch-franz\u00f6sischen Kolonialkonkurrenz der damaligen Zeit hatte die Oper auch politischen Gehalt. Ganz bewu\u00dft hat der Komponist in einem Werk, zwei verschiedene Stile verwendet: die Rollen der Engl\u00e4nder sind im \u00fcblichen \u201eop\u00e9ra-comique-styl\u201c, etwas operettenhaft, manchmal etwas grotesk, die Rollen der Inder hingegen sind ernster und lyrischer komponiert. Nur die Rolle des G\u00e9rald durfte bald auch ins Lyrische \u00fcbergleiten. Seit ihrer Urauff\u00fchrung war <i>Lakm\u00e9<\/i> ein enormer Erfolg und ist es, auch international, bis heute geblieben.<\/p>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>In dem von Gro\u00dfbritannien beherrschten Indien verlieben sich der britische Offizier G\u00e9rald und Lakm\u00e9, die gottgeweihte Tochter Nilakanthas, eines Bramanen, der gegen die britische Herrschaft k\u00e4mpft, bei einem zuf\u00e4lligen Zusammentreffen ineinander. Doch sie werden von Nilakantha \u00fcberrascht, der Rache schw\u00f6rt, weil ein Ausl\u00e4nder sein Heiligtum entweiht hat. Um G\u00e9rald anzulocken, l\u00e4\u00dft Nilakantha bei einem Volksfest seine Tochter alte indische Legenden vorsingen, bis sie ersch\u00f6pft zusammenbricht. G\u00e9rald, der in der Menge zugeh\u00f6rt hatte, st\u00fcrzt ihr zu Hilfe. Der Bramane versucht ihn zu t\u00f6ten, aber verwundet ihn nur. Mit Hilfe ihrer Dienerin schafft Lakm\u00e9 ihren Geliebten in eine abgelegene H\u00fctte im Dschungel. Dort findet ihn sein Kamerad Fr\u00e9d\u00e9ric, der ihn auffordert, in die Kaserne zur\u00fcckzukehren, das Regiment breche auf. Als Lacm\u00e9 das erf\u00e4hrt, kaut sie eine giftige Blume, bevor sie mit G\u00e9rald gemeinsam den Becher heiligen Wassers leert, der ihre Union besiegelt. Als ihr Vater erscheint, um G\u00e9rald zu t\u00f6ten, erkl\u00e4rt sie, da\u00df ihr Geliebter durch den Trunk heiligen Wassers nun auch geheiligt sei, und da\u00df ihr Tod die Entweihung des Tempels s\u00fchne.<strong> <\/strong><b><\/b><\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die Inszenierung von<strong> Lilo Baur und Team<\/strong> begleitet wirkungsvoll die Handlung auf der B\u00fchne. Die Dekors, ein einfacher \u201eH\u00fcgel\u201c auf sonst leerer B\u00fchne als Tempelberg im ersten Akt; stilisierte, glitzernde Pagoden als Durgha Tempel im zweiten Akt und lose Faservorh\u00e4nge als Bambush\u00fctte im Dschungel im Schlu\u00dfakt. Die Kost\u00fcme in der Art des Orients f\u00fcr die Inder, die Engl\u00e4nderinnen sind eher zeitlos modern gekleidet, die beiden Offiziere in einfachen Phantasieuniformen. Besonders bunt und belebt ist die orientalische Marktszene mit Verkaufst\u00e4nden, ambulanten H\u00e4ndlern und dem anschlie\u00dfenden Bayaderentanz vor dem Tempel in zweiten Akt.<b><\/b><\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Der unbestrittene Star des Abends war die erst 28-j\u00e4hrige <strong>Sabine Devieilhe<\/strong> als Lakm\u00e9. Mit ihrer kristallklaren Sopranstimme spielt sie, wie ein gro\u00dfer Virtuose mit seinem Instrument, die feinsten Nuancen aus. Nicht nur interpretiert sie makellos die ber\u00fchmte Koloratur-\u201eGlockenarie\u201c <i>O\u00f9 va la jeune hindou, fille des parias<\/i> (2. Akt, 5. Szene), sondern spielt und singt meisterhaft die ganze komplexe Rolle der Lacm\u00e9 und versucht sie, nach eigener Aussage, zu vermenschlichen. Es war ihr Debut in der Op\u00e9ra Comique, wie es zwei Monate sp\u00e4ter das Debut als <i>K\u00f6nigin der Nacht<\/i> in der Op\u00e9ra Bastille sein wird: \u201eA star is born\u201c.<strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Fr\u00e9deric Antoun <\/strong>singt mit warmer, lyrischer\u00a0 Tenorstimme den G\u00e9rald, besonders bewegend im Liebesduett mit Lakm\u00e9 (3. Akt, 1. Szene). <strong>Paul Grays<\/strong> gewaltige, wohlklingende Ba\u00dfbaritonstimme und seine eindruckvolle, hohe, schlanke Figur machen ihn zum vollkommenen Glaubensstreiter, aber auch zum besorgten Vater, wie in<i> Lakm\u00e9, ton doux regard se voile <\/i>(2. Akt, 5. Szene). <strong>Elodie Mechains<\/strong> volle dunkle Altstimme verleiht dem <i>Blumenduett<\/i> Lakm\u00e9-Mallika <i>D\u00f4me \u00e9pais le jasmin \u00e0 la rose s\u2019assemble<\/i> (1. Akt, 4. Szene) besondere Stimmung. <strong>Jean-S\u00e9bastian Bou<\/strong> ist der ironische, aber pflichtbewu\u00dfte Offizier Fr\u00e9d\u00e9ric und <strong>Antoine Normand <\/strong>der treue Diener Hadji. Das bewu\u00dft etwas l\u00e4cherliche Trio, <i>two silly young girls and their mistress, <\/i>wurde witzig und glaubhaft interpretiert von <strong>Marion Tassou, Roxane Charlard <\/strong>und<strong> Hanna Schaer.<\/strong><\/p>\n<p>Das Orchester liefert unter der Leitung von <strong>Fran\u00e7ois-Xavier Roth<\/strong><b> <\/b>eine<b> <\/b>dynamische und ausnehmend klangfarbenreiche Interpretation der Orchesterpartitur. Das ist vielleicht zum Teil auch darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, da\u00df, wie bei der Urauff\u00fchrung, das Orchester \u201eumgedreht\u201c, d.h. mit Blick auf die B\u00fchne spielt, wobei die Bl\u00e4ser dem Publikum am n\u00e4chsten zu sitzen kommen, aber auch dadurch, da\u00df das Orchester auf den besonders scharf t\u00f6nenden Instrumenten aus der Zeit der Urauff\u00fchrung spielt. Der Chor, sehr gut einstudiert von <b>Christophe Grapperon<\/b>, spielt eine bedeutende Rolle in der Oper.<\/p>\n<p><strong>Fazit <\/strong><\/p>\n<p>Die Opera Comique hat nun, 130 Jahre nach der Urauff\u00fchrung im selben Haus, die Oper zum 1604. Mal in einer hervorragenden Besetzung und in einer erfreulichen Inszenierung neu auf die B\u00fchne gebracht. Die Auff\u00fchrung wurde mit donnerndem Applaus quittiert.<\/p>\n<p>Alexander Jordis-Lohausen<\/p>\n<p>Bild: DR Pierre Grosbois<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Paul Gray (Nilakantha) und Sabine Devieilhe (Lakm\u00e9)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 10. Januar 2014 (Premiere), Der unbestrittene Star des Abends war die erst 28-j\u00e4hrige Sabine Devieilhe als Lakm\u00e9. 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