{"id":536,"date":"2009-01-27T19:16:44","date_gmt":"2009-01-27T17:16:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=536"},"modified":"2009-02-16T19:43:13","modified_gmt":"2009-02-16T17:43:13","slug":"hof-theater-die-geschichte-vom-soldaten-und-death-knocks-der-tod-klopft-an","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=536","title":{"rendered":"Hof, Theater &#8211; DIE GESCHICHTE VOM SOLDATEN UND DEATH KNOCKS (DER TOD KLOPFT AN)"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Igor Strawinsky (1882-1971), Musikalisches B\u00fchnenwerk in zwei Teilen von Charles Ferdinand Ramuz; UA: 1918, Lausanne<br \/>\nDeath knocks von Christian Jost (*1963), Ein Akt Oper mit dem gleichen Namen gespielt von Woody Allen, UA: 2001, Hannover<br \/>\nRegie: Karsten Jesgarz, B\u00fchnenbild: Thomas Mogendorf, Choreographie: Izabela Kuc<br \/>\nDirigent: Lorenz C. Aichner, Instrumentalisten der Hochschule f\u00fcr Musik in Weimar<br \/>\nSolisten: J\u00fcrgen Schulz (Vorleser), Florian B\u00e4nsch (Soldat), Jens Hollwedel (Teufel), Izabela Kuc (Prinzessin) \/ Thomas Rettensteiner (Nat Ackermann), Stefanie Rhaue (Der Tod)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 22. Januar 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"220109-hof-soldaten1.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/220109-hof-soldaten1.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"220109-hof-soldaten1.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/220109-hof-soldaten1.jpg\" \/><\/a>Die\u00a0Geschichte vom Soldaten handelt von einem Soldaten, der mit dem Teufel seine Geige gegen ein Buch tauscht, das gro\u00dfe Reicht\u00fcmer verspricht. Da der Teufel nicht spielen kann, soll es ihm der Soldat binnen drei Tagen beibringen. Doch in Wahrheit sind drei Jahre vergangen, der Soldat gilt als fahnenfl\u00fcchtig, seine Braut ist verheiratet, doch mit Hilfe des Buches wird er ein reicher Kaufmann. Aber Geld macht nicht gl\u00fccklich: Um eine Prinzessin zu heilen, ben\u00f6tigt der Soldat die Geige, um diese zur\u00fcckzugewinnen spielt er mit dem Teufel Karten. Indem er verliert, gewinnt er die Geige zur\u00fcck, darf aber sein Heimatland nicht mehr betreten. Als er es doch tut, erwartet ihn bereits der Teufel.<br \/>\nIn <em>Death knocks<\/em> will ein attraktiver weiblicher Tod den Textilfabrikanten Nat Ackermann abholen: Nat Ackermann kommt nach Hause, will den Feierabend genie\u00dfen. Let it snow summend liegt er auf der Couch, als pl\u00f6tzlich der Tod in Form einer sehr attraktiven Dame durchs Fenster f\u00e4llt. Es ist ihr erster Auftrag und Ackermanns f\u00e4llt es leicht, sie zu einem Spiel Gin Rummy zu \u00fcberreden. Bei Schnaps und Schokon\u00fcssen verliert sie ein Spiel nach dem andern und erkennt nicht, da\u00df Ackermann sie \u00fcber den Tisch zieht. Angeheitert durch die Erkenntnis, da\u00df er auch das n\u00e4chste Spiel gewinnen wird, wirft er den Tod hinaus.<br \/>\n<em>Der Tod klopft an<\/em> ist eine amerikanische Variante des Brandner Kaspers, gew\u00fcrzt mit dem intellektuellen Humor Woody Allens. <strong>Carsten Jesgarz<\/strong> zeichnet ein am\u00fcsantes, schnelles Kammerspiel, fast so als h\u00e4tte Woody Allen selbst Regie gef\u00fchrt.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nIn der sparsamen Ausstattung von Thomas Mogendorf  zeichnet Carsten Jesgarz eine zeitlose, einfach zu verfolgende <em>Geschichte vom Soldaten<\/em>, dem Teufel und der Prinzessin. Izabela Kuc tanzt die Rolle der Prinzessin und choreographiert modern: Der Pas de deux f\u00fcr Teufel und Soldat erinnert eher an eine Mischung aus rhythmischen Urwald-T\u00e4nzen und heutigen Gesellschaftst\u00e4nzen als an das klassische Ballett. Zuerst ist Izabela Kuc die kr\u00e4nkelnde Prinzessin, dann die verf\u00fchrerische Geliebte und am Schlu\u00df die Komplizin des Teufels. Der junge Soldat, vom Krieg gezeichnet und sich nur nach Harmonie und dem kleinen Gl\u00fcck sehnend, ger\u00e4t in die F\u00e4nge des B\u00f6sen. Der B\u00f6se selbst  ist ein kalter herrischer Teufel, und dabei so aalglatt wie ein B\u00f6rsenspekulant.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nUnter der musikalischen Leitung von <strong>Lorenz C. Aichner<\/strong> spielten Instrumentalisten der <strong>Hochschule f\u00fcr Musik Franz Liszt<\/strong>, <strong>Weimar<\/strong> die rhythmisch gepr\u00e4gten Melodieb\u00f6gen Strawinskys in tadelloser Pr\u00e4zision, die N\u00e4he zum Jazz wurde deutlich.<br \/>\nIn der Geschichte vom Soldaten, das nur aus Musik, Sprache und Ballett besteht, gibt es lediglich Sprech- und Tanzrollen. Die vier Darsteller werden dieser Anforderung gerecht, der Ba\u00dfbuffo <strong>J\u00fcrgen Schultz<\/strong> agiert als M\u00e4rchenerz\u00e4hler mit wohlklingender Stimme. Der meist als Musicals\u00e4nger eingesetzte <strong>Florian B\u00e4nsch<\/strong> gibt ein \u00fcberzeugendes Weichei und der Schauspieler <strong>Jens Hollwedel<\/strong> l\u00e4\u00dft den kalten herrischen Teufel sp\u00fcren.<br \/>\n<strong>Christian Jost<\/strong> hat <em>Death knock<\/em>s an die Instrumentation von Strawinskys <em>Soldaten<\/em> angelehnt. <strong>Lorenz C. Aichner<\/strong> zeichnet ein Bild vom New Yorker Jazzleben, es ist hektisch, stets am\u00fcsant, pr\u00e4zise am Text und immer etwas \u00fcbertrieben. Die S\u00e4nger liefern erfolgreich und erheiternd eine musikalische Milieustudie ab. Der Bariton <strong>Thomas Rettensteiner<\/strong> (Ackermann) und der Mezzo-Sopran <strong>Stefanie Rhaue<\/strong> (Der Tod) sind textverst\u00e4ndlich und in ihrer Ausdrucksweise sehr variabel, da sie auch in der leichten Muse gut bewandert sind.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nDiese Doppelpremiere war wieder einmal der Beweis f\u00fcr die Leistungsf\u00e4higkeit des Hofer Theaters. Auch wenn es nur in den kleineren R\u00e4umen der Studiob\u00fchne stattfand, war doch der \u00fcberw\u00e4ltigende Applaus f\u00fcr alle Beteiligten der Dank.<br \/>\nOliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Harald Dietz, SFF-Fotodesign<br \/>\nDas Bild zeigt: Nat Rettensteier spielt um einen Tag Fristverl\u00e4ngerung mit dem Tod<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Igor Strawinsky (1882-1971), Musikalisches B\u00fchnenwerk in zwei Teilen von Charles Ferdinand Ramuz; UA: 1918, Lausanne Death knocks von Christian Jost (*1963), Ein Akt Oper mit dem gleichen Namen gespielt von Woody Allen, UA: 2001, Hannover Regie: Karsten Jesgarz, B\u00fchnenbild:<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=536\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13,1],"tags":[],"class_list":["post-536","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-theater-hof","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/536","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=536"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/536\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=536"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=536"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=536"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}