{"id":534,"date":"2009-02-11T21:08:14","date_gmt":"2009-02-11T19:08:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=534"},"modified":"2009-02-11T21:08:15","modified_gmt":"2009-02-11T19:08:15","slug":"lubeck-theater-salome","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=534","title":{"rendered":"L\u00fcbeck, Theater &#8211; SALOME"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Strauss (1864\u20131949), Musikdrama in einem Aufzug, Libretto: Richard Strauss, nach dem gleichnamigen Drama von Oscar Wilde in der \u00dcbersetzung von Hedwig Lachmann; UA: 9. Dezember 1905, Semperoper, Dresden<br \/>\nRegie:Roman Brogli-Sacher, B\u00fchnenbild\/Kost\u00fcme: Ulrike Radichevich, Choreographie: Martina W\u00fcst<br \/>\nDirigent: Roman Brogli-Sacher, Philharmonisches Orchester der Hansestadt L\u00fcbeck<br \/>\nSolisten: Matthias Gr\u00e4tzel (Herodes), Roswitha C. M\u00fcller (Herodias), Manuela Uhl (Salome), Antonio Yang (Jochanaan), Daniel Szeili (Narraboth) u. a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 6. Februar 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"lubeck-salome.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/lubeck-salome.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"lubeck-salome.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/lubeck-salome.jpg\" \/><\/a>Die sch\u00f6ne Prinzessin Salome entflieht dem Bankett ihres Stiefvaters Herodes, der ihr aufdringliche Blicke zuwirft. Drau\u00dfen trifft sie auf Narraboth, der f\u00fcr die Prinzessin schw\u00e4rmt. Doch Salomes einziges Interesse gilt dem in einer Zisterne gefangenen Propheten Jochanaan. Sie nutzt Narraboths Verliebtheit, so da\u00df dieser die Zisterne gegen das Verbot des Herrschers \u00f6ffnet. Salome verliebt sich auf den ersten Blick in Jochanaan, weswegen sich Narraboth vor Eifersucht selbst t\u00f6tet. Doch Jochanaan st\u00f6\u00dft sie zur\u00fcck und verflucht sie. T\u00f6dlich beleidigt entlockt sie ihrem ihr verfallenen Stiefvater einen freien Wunsch, indem sie f\u00fcr ihn tanzt: Sie fordert das Haupt des Jochanaan. Widerwillig erf\u00fcllt der Stiefvater ihren Wunsch und mu\u00df ansehen, wie Salome in Ekstase den abgeschlagenen Kopf k\u00fc\u00dft. Entsetzt l\u00e4\u00dft Herodes Salome t\u00f6ten.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nBei der Auff\u00fchrung wird Richard Strauss&#8216; Musik mit der bildenden Kunst in Form von Paul Klees Gem\u00e4lde Ad Parnassum in Verbindung gesetzt. Das Gem\u00e4lde zeigt ein Haus, dessen Mauerwerk durch braune, blaue, gr\u00fcne und lila Rechtecke umgesetzt ist. \u00dcber dem Dach leuchtet ein heller, wei\u00dfer Mond. Das Haus repr\u00e4sentiert den Palast des Herodes im B\u00fchnenhintergrund. An den H\u00e4userseiten brennt jeweils eine Fackel, und es f\u00fchrt ein rot untermalter Weg von der T\u00fcr des Hauses hinunter zur Zisterne. Die Zisterne ist durch Mauerwerk umrandet und durch ein Gitter abgedeckt. Im Vordergrund der B\u00fchne ist eine Sitzm\u00f6glichkeit arrangiert, auf der eine Schale mit Obst und ein Weinbeh\u00e4lter stehen. D\u00fcstere oder aufregende Stimmungen werden gegebenenfalls durch dunkle oder helle Lichteffekte verst\u00e4rkt. Ein seltsamer aufkommender Wind wird durch sich bewegende Projektionen auf das Haus umgesetzt. Besondere Dramatik wird durch einen roten Mond symbolisiert. Alle Kleider der S\u00e4nger sind in den Farben des Hauses gehalten. Nur Salome sticht mit ihrem hellblauen langen Rock und ihrem mit Pailletten besetzten Oberteil heraus.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\n<strong>Daniel Szeili<\/strong> (Narraboth) kann mit seiner klaren und deutlichen Stimme die Liebe und gleichzeitig die Sorge gegen\u00fcber Salome umsetzen. <strong>Manuela Uhl<\/strong> (Salome) bannt den H\u00f6rer von Anfang bis Ende mit ihrer je nach Gef\u00fchlslage eindringlichen, verzweifelten oder erregten Stimme. Ihre Begierde nach Jochanaan wirkt grenzenlos: Nichts in der Welt ist so rot wie dein Mund! Lass mich ihn k\u00fcssen, deinen Mund! In ihrem hellblauen Kleid mit glitzernden Elementen wirkt sie anmutig sch\u00f6n, jedoch h\u00e4tte ihr Tanz noch lasziver ausfallen k\u00f6nnen. Bei der Schlu\u00dfszene, in der sie den abgeschlagenen Kopf liebkost, w\u00e4chst sie mit ihren Spitzent\u00f6nen \u00fcber sich hinaus. <strong>Antonio Yangs<\/strong> (Jochanaan) Stimme ist alleine schon aus der Tiefe der Zisterne so eindringlich, da\u00df dem Zuh\u00f6rer Schauer \u00fcber den R\u00fccken laufen. <strong>Roswitha C. M\u00fcller<\/strong> (Herodia) und <strong>Matthias Gr\u00e4tzel<\/strong> (Herodes) strahlen nicht nur durch ihre dunkle, aber dennoch gl\u00e4nzende und majest\u00e4tisch wirkende Kleidung. Roswitha C. M\u00fcller kann die verbotenen Blicke ihres Mannes und die Sorge um ihre Tochter stimmlich untermalen: Ich habe dir gesagt, du sollst sie nicht ansehn! oder Tanze nicht, meine Tochter! Besonders <strong>Matthias Gr\u00e4tzel<\/strong> schafft es, die Obsz\u00f6nit\u00e4t perfekt umzusetzen. Seine verr\u00fcckten Augen leuchten oftmals ins Publikum und seine Stimme schafft ausdrucksstarke Momente, das Singen schwenkt stellenweise sogar ins Schreien um: Man t\u00f6te dieses Weib! Dem <strong>Orchester<\/strong> unter der Leitung von <strong>Roman Brogli-Sacher<\/strong> gelingt es, das Geschehen musikalisch zu untermauern und sich durch die angemessene Lautst\u00e4rke nicht in den Vordergrund zu dr\u00e4ngen.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nNach dem turbulenten, ja schrecklichen Geschehens dieser in einem Akt ablaufenden Oper, das den H\u00f6rer atemlos zur\u00fcckl\u00e4\u00dft, entl\u00e4dt sich die Spannung des Publikums mit langanhaltendem Applaus<br \/>\nFrederike Arns<\/p>\n<p>Bild: Holger Braack<br \/>\nDas Bild zeigt: Sandra Maxheimer (Ein Page), Daniel Szeili (Narraboth), Youn-Soo Ryu (1. Soldat), Manuela Uhl (Salome), Szymon Chojnacki (2. Soldat) v.l.n.r.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Strauss (1864\u20131949), Musikdrama in einem Aufzug, Libretto: Richard Strauss, nach dem gleichnamigen Drama von Oscar Wilde in der \u00dcbersetzung von Hedwig Lachmann; UA: 9. 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