{"id":5338,"date":"2013-12-15T21:40:27","date_gmt":"2013-12-15T20:40:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5338"},"modified":"2014-01-01T21:46:18","modified_gmt":"2014-01-01T20:46:18","slug":"saul-kassel-staatstheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5338","title":{"rendered":"SAUL &#8211; Kassel, Staatstheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Georg Friedrich H\u00e4ndel (1685-1759), Oratorium in drei Akten von Charles Jennens, in englischer Sprache mit deutschen \u00dcbertiteln, UA: 1739, London<\/p>\n<p>Regei: Katharina Thoma, B\u00fchne: Sibylle Pfeiffer, Kost\u00fcme: Irina Bartels<\/p>\n<p>Dirigent: J\u00f6rg Halubek, Staatsorchester Kassel, Opernchor des Staatstheaters Kassel, Choreinstudierung: Marco Zeiser Celesti<\/p>\n<p>Solisten: Marc-Olivier Oetterli (Saul), Musa Nkuna (Jonathan), Yuriy Mynenko (David), Ani Yorentz (Michal), Jaclyn Bermudez (Merab), Johannes An (Abner, Hohepriester, Hexe von Endor), Hee Saup Yoon (Samules Geist, Doeg, Ba\u00df-Arie)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 14. Dezember 2013 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Kassel-Saul.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5339\" alt=\"Kassel Saul\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Kassel-Saul.jpg\" width=\"383\" height=\"256\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Kassel-Saul.jpg 383w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Kassel-Saul-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 383px) 100vw, 383px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/b><\/p>\n<p>Saul ist K\u00f6nig der Hebr\u00e4er geworden und zieht erfolglos in den Krieg gegen die Philister, die Erzfeinde Israels. Erst David bringt die entscheidende Wende, als er mit einem gezielten Steinwurf den Riesen Goliath niederstreckt. Das Volk Israel jubelt dem jungen Helden zu, und auch Saul ist zun\u00e4chst beeindruckt: Zum Dank f\u00fcr den errungenen Sieg bietet er ihm seine \u00e4ltere Tochter Merab als Frau an \u2013 was diese aber emp\u00f6rt zur\u00fcckweist, da David von niederem Stande ist. Und auch Sauls Zuneigung verwandelt sich in Ha\u00df. Die Folge: Er versucht David zu t\u00f6ten. Doch das schl\u00e4gt fehl. Nun gibt Saul vor einzulenken: David darf Michal, Sauls j\u00fcngere Tochter, die ihn liebt, heiraten. Danach schickt ihn Saul an vorderster Stelle in den Krieg. Wie Samuel prophezeit hat, f\u00e4llt Saul im Krieg, und David wird zum neuen K\u00f6nig ausgerufen.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>Die Ursache f\u00fcr die vielschichtige Bebilderung ist in dem Ansatz zu suchen, da\u00df\u00a0 wir \u201eheute\u201c eine Oper der Barock-Zeit spielen, der ein biblisches Thema zugrunde legt. Wir sehen eine Brecht-B\u00fchne, das hei\u00dft auf einer leeren B\u00fchne wird mit wenig Inventar, aber einer durchdachten Personenf\u00fchrung die inneren Gef\u00fchle und Beziehungen der handelnden Personen unter- und zueinander dargestellt. Solche Ereignisse finden zwischen den Arien statt, werden sonst in einer Sinfonia, Chor oder Balletteinlage oder eben in der Arie nacherz\u00e4hlt. Die Schlacht gegen Doeg wird als Konzertabend f\u00fcr eine heutige Hochzeitsgesellschaft interpretiert, inklusive Loriots St\u00fchler\u00fccken f\u00fcr einen zu sp\u00e4t gekommenen Gast. Der Sieg Davids wird durch den abgeschlagenen Kopf einer barocken Statue symbolisiert, Samuels Geist erscheint als Projektion der heruntergeklappten Decke. Die Kost\u00fcme sind entweder Fest- oder Alltagskleidung heutiger Pr\u00e4gung, z.B. ein Trainingsanzug f\u00fcr David. Doch er darf mit einer Laute spielen. Weiter gibt es barocke Hofkleidung mit karikierten Per\u00fccken oder wie man sich im Barock biblische Kleidung vorgestellt haben mag.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p>Das Orchester steht auf einem Hubpodium. W\u00e4hrend der Einleitung ist das Podium hochgefahren, um danach effektvoll im Graben zu versinken. Dem ausgewiesenen Barock-Experten <b>J\u00f6rg Halubek<\/b> gelingt es erneut, dem Staatsorchester Kassel einen silbrigen, erz\u00e4hlfreudigen Klang zu entlocken, der den Klangwelten H\u00e4ndels entspricht. So kommen z.B. Barockb\u00f6gen zum Einsatz. F\u00fcr spezielle barocke Instrumente wie Violoncello, Laute oder Theorbe wird das Staatsorchester mit entsprechenden G\u00e4sten aufgef\u00fcllt. Die Solisten werden harmonisch eingebettet, k\u00f6nnen sich entfalten, werden nie von dem relativ gro\u00dfen Orchester \u00fcbert\u00f6nt. Ihrer Verzierungslust k\u00f6nnen die Solisten in fast 60 Nummern nachgehen, Dacapo-Arien gibt es allerdings nicht.<\/p>\n<p>Einziger Gast im Ensemble ist der Countertenor <b>Yuriy Mynenko <\/b>als David. Mit weichem warmen aber immer vollt\u00f6nenden baritonal gest\u00fctztem Timbre als Ausgang klettert er technisch sicher durch die Koloraturen, begeistert mit wundersch\u00f6nen Klangbildern, singt auch alle Noten voll aus. <b>Musa Nkuna<\/b> wird sicherlich noch als Mozart-Tenor von sich reden machen: Scheinbar problemlos und unangestrengt kommt er durch die H\u00f6hen und Tiefen \u2013 auch wenn ihn am Ende ein wenig die Leuchtkraft ausgeht, gewinnt Sauls Sohn Jonathan bei ihm Profil. Die Micha kann <b>Ani Yorentz<\/b> als liebreizende Tochter darstellen, und als jugendlich dynamische Sopranistin erh\u00e4lt sie sogar Szenenapplaus. <b>Jaclyn Bermudez<\/b> ist ein dramatischer Sopran mit etwas wenig Farbe und ist somit die richtige Besetzung f\u00fcr die zickige Merab. Wenig Durchschlagskraft kann <b>Marc-Olivier Oetterli<\/b> dem Saul verleihen, ihm fehlt das Volumen, um Emotionen glaubhaft zu machen. <b>Johannes An<\/b> kann als Tenor f\u00fcr die Nebenrollen (die Hexe von Endor ist eigentlich eine Alt-Rolle) diese spannend gestalten. Er verf\u00fcgt \u00fcber eine strahlende baritonale Mittellage, seine H\u00f6hen mu\u00df er sich jedoch erstemmen.<b> Hee Saup Yoon<\/b> gestaltet mit seinem sicher durch alle Tiefen gef\u00fchrten Ba\u00df entsprechend den mystischen Auftritt des Geistes Samuels und des b\u00f6sen Feindes Doeg.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Das Kasseler Publikum kann sich mit der nunmehr dritten Auseinandersetzung von J\u00f6rg Halubek nach <i>Griselda<\/i> von Scaralatti und <i>L\u2019Olimpiade<\/i> von Vivaldi f\u00fcr barocke Opern begeistern. Zu Recht, denn das Staatsorchester kann sich auf barocke Klangbilder einstellen. Die Inszenierung kann durch Zur\u00fcckhaltung und einfache Bebilderung der Szenen einen entsprechenden Beitrag zum Erfolg leisten.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Nils Klinger<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Marc-Olivier Oetterli (Saul), Jaclyn Bermudez (Merab), Musa Nkuna (Jonathan), Damen und Herren des Opernchores<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 14. Dezember 2013 (Premiere), Einziger Gast im Ensemble ist der Countertenor Yuriy Mynenko als David. Mit weichem warmen aber immer vollt\u00f6nenden baritonal&#8230;<\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5338\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":5339,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[109,1],"tags":[],"class_list":["post-5338","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kassel-staatstheater","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5338","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5338"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5338\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5340,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5338\/revisions\/5340"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/5339"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5338"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5338"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5338"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}