{"id":5329,"date":"2013-12-08T13:45:50","date_gmt":"2013-12-08T12:45:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5329"},"modified":"2013-12-14T13:51:26","modified_gmt":"2013-12-14T12:51:26","slug":"die-csardas-fuerstin-duesseldorf-deutsche-oper-am-rhein","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5329","title":{"rendered":"DIE CS\u00c1RD\u00c1S-F\u00dcRSTIN &#8211; D\u00fcsseldorf, Deutsche Oper am Rhein"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Emmerich K\u00e1lm\u00e1n (1882-1953), Operette in drei Akten, Libretto: Leo Stein und B\u00e9la Jensbach, UA 17.11.1915 Wien, Johann-Strau\u00df-Theater<\/p>\n<p>Regie: Joan Anton Rechi, B\u00fchne: Alfons Flores, Kost\u00fcme: Sebastian Ellrich, Licht: Volker Weinhart, Dramaturgie: Bernhard F. Loges, Choreographie: Amelie Mertel<\/p>\n<p>Dirigent: Lukas Beikircher, Orchester D\u00fcsseldorfer Symphoniker und Opernchor, Choreinstudierung: Christoph Kurig<\/p>\n<p>Solisten: Peter Nikolaus Kante (F\u00fcrst von und zu Lippert-Weylersheim), Barbara Olschner (Anhilte, seine Frau), Bernhava (Sylva Varescu), Bruno Balmelli (F\u00e9ri, genannt B\u00e1csi)<\/p>\n<p>Christian Bartels (General Rohnsdorff)<\/p>\n<p>T\u00e4nzerinnen und T\u00e4nzer<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 7. Dezember 2013 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/D_Dorf_Die_Csardasfuerstinl.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5330\" alt=\"D_Dorf_Die_Csardasfuerstinl\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/D_Dorf_Die_Csardasfuerstinl.jpg\" width=\"383\" height=\"255\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/D_Dorf_Die_Csardasfuerstinl.jpg 383w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/D_Dorf_Die_Csardasfuerstinl-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 383px) 100vw, 383px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/b><\/p>\n<p>Die Chansonette Sylva Varescu des Budapester <i>Orpheum<\/i> ist in den Grafensohn Edwin verliebt. Beide wollen heiraten, was aber durch den Standesunterschied unm\u00f6glich ist. Es gab mancherlei Wirren. Einmal wollte Sylvia nach Amerika, dann wieder nicht, dann wieder doch. Schlie\u00dflich kam heraus, da\u00df der F\u00fcrst von und zu Lippert-Weylersheim seine Anhilte zwar als verwitwete Gr\u00e4fin geheiratet hatte, diese jedoch vorher eine ber\u00fchmte Chansonette und die Geliebte von Feri gewesen war. So mu\u00dfte er z\u00e4hneknirschend seine Einwilligung zur Ehe seines Sohnes mit Sylva geben.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>Ein abgedunkelter, flacher Raum mit einer Putzfrau, die den Boden mit einem Schrubber aufwischt. Sp\u00e4ter senken sich schmale Elemente ins Blickfeld der Zuschauer herunter. Es sind Treppen, worauf die Akteure hoch- und heruntersteigen, und \u2013 im zweiten Akt, der im Palast des F\u00fcrsten Lippert-Weylersheim in Wien spielt \u2013 ist die Festgesellschaft auf den Stufen nach aufw\u00e4rts aufgereiht. Davor wird zum Orchestergraben ein schmaler B\u00fchnenstreifen freigelassen, auf dem sich ebenfalls die Handlung vollzieht. Das Auf- und Abklappen der B\u00fchnenelemente schafft Aktion und gelegentlich Abwechslung. Die Beleuchtung geschieht durch Spots aus heutiger Zeit. Die T\u00e4nzerinnen tragen schwarze, busenbetonte, luftige Kleider, manchmal mit netzartigen, langen \u00c4rmeln. Die T\u00e4nzer treten in verschiedenen T-Shirts mit schwarzen Hosen auf. Damen wie Herren haben im Palast festliche, lange Kleider bzw. Gehr\u00f6cke an. Aus welcher Zeit sie stammen, ist unbestimmt. Jedenfalls ist Edwin, die Hauptperson, im schwarzen Gehrock mit vornehmen Nadelstreifen gekleidet. Sylva tritt zun\u00e4chst im Variet\u00e9-Kost\u00fcm auf, sp\u00e4ter in schwarzem Mantel und wei\u00dfem, beinfreiem, kurzem, festlichen Kleid.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p>Die Stimmen der beiden Protagonisten <b>Nataliya Kovalova<\/b> (Sylva Varescu) und <b>Bernhard Berchtold<\/b> (Edwin) sind biegsam und mit warmem Timbre ausgestattet. Ihr Duett <i>Ich will nur dich<\/i> und <i>Frag\u2018 ich dich warum grad ich<\/i>, das dann in dem walzerseligen Refrain m\u00fcndet: <i>Ja M\u00e4dchen gibt es wunderfeine doch wer liebt, der sieht nur Eine<\/i> wird in leichter und t\u00e4nzerischer Weise ausgebreitet. In der mittleren Lage war Nataliya Kovalovas Stimmer sehr rund und tongerecht, wohingegen sie in den H\u00f6hen ihre Stimme zu sehr forcierte, was sie gar nicht n\u00f6tig hatte. Doch es gibt heute eine allgemeine Tendenz, die hohen T\u00f6nen, die ohnehin ja schon laut sind, noch weiter zu betonen.<\/p>\n<p>Bei diesem Duett und auch sp\u00e4terhin \u00fcbert\u00f6nte die Orchesterbegleitung erheblich die S\u00e4ngerinnen und S\u00e4nger. Dies war w\u00e4hrend des ganzen Abends leider mehr oder weniger der Fall. Au\u00dferdem nahm Dirigent <b>Lukas Beikircher<\/b><i> <\/i>die schon vom Komponisten K\u00e1lm\u00e1n angegebenen breiten Tempi, z.B. <i>Andante<\/i> mit dem Zusatz \u201esehr langsam\u201c und, an anderer Stelle, \u201esehr breit und ausdrucksvoll\u201c sowie \u201esehr breit leidenschaftlich\u201c wie in diesem Duett, noch viel breiter und langsamer, so da\u00df die Musik \u00f6fter gleichsam stillstand. Auf diese Weise konnte kaum eine rechte operettenselige Stimmung aufkommen, zumal auch die schnelleren Stellen so manches Mal \u00fcberhastet wurden. <b>A\u00efsha T\u00fcmmler<\/b> (Stasi) hatte die feinste Stimme. Ihr lyrischer Sopran war eine wahre Wonne. <b>Peter Nikolaus Kante<\/b> (F\u00fcrst von und zu Lippert-Weylersheim), <b>Cornel Frey<\/b> (Graf Boni K\u00e1ncsi\u00e1nu) und <b>Bruno Balmelli<\/b> (Feri) entsprachen in Aktion und Stimme ihren Rollen, wobei Bruno Balmelli mit seiner klaren Tenorstimme deutlich den Ton angab. Die im ersten Akt auftretenden T\u00e4nzerinnen und T\u00e4nzer gaben dem Geschehen ihre elegante W\u00fcrze, zumal sie mit vielen wei\u00dfen Boas andeuteten, wo wir uns befanden, n\u00e4mlich im <i>Orpheum<\/i> in Budapest, vergleichbar etwa den noch existierenden <i>Folies Berg\u00e8re<\/i> in Paris, die ja ab 1869 eine Variet\u00e9form, was man <i>Grand spectacle<\/i> nannte, kreierte. Hier traten so ber\u00fchmte Chansons\u00e4nger auf wie Maurice Chevalier, Jean Gabin, Jos\u00e9phine Baker, der Clown Grock oder Charlie Chaplin.<\/p>\n<p><b>Fazit <\/b><\/p>\n<p>Das Orchester, das \u2013 wie oben bemerkt \u2013 keine echte Operettenstimmung aufkommen lie\u00df, wurde erg\u00e4nzt durch eine Regie, die an Steifheit nicht zu \u00fcberbieten war. Der war es wohl auch zu verdanken, da\u00df man schon zu Beginn der Operette ein wenig konsterniert dem ungelenken und oft erlahmenden Treiben der S\u00e4ngerinnen und S\u00e4nger beim Abschiedsfest von Sylva, die zu einer Tournee nach Amerika aufbrechen wollte, verst\u00f6rt zuschaute. Manchmal tanzten sogar Stasi und F\u00e9ri B\u00e1csi ohne Musik (!) einen langsamen Walzer (2. Akt). Das Publikum bemerkte das wohl und applaudierte mezzoforte.<\/p>\n<p>Dr. Olaf Zenner<\/p>\n<p>Bild: Hans J\u00f6rg Michel<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Nataliya Kovalova (Sylva Varescu), Bruno Balmelli (F\u00e9ri B\u00e1csi), Bernhard Berchtold (Edwin), Chor, T\u00e4nzerinnen und T\u00e4nzer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 7. Dezember 2013 (Premiere), Die Stimmen der beiden Protagonisten Nataliya Kovalova (Sylva Varescu) und Bernhard Berchtold (Edwin) sind biegsam und mit warmem Timbre ausgestattet. 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