{"id":5326,"date":"2013-12-03T09:09:53","date_gmt":"2013-12-03T08:09:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5326"},"modified":"2013-12-12T09:15:31","modified_gmt":"2013-12-12T08:15:31","slug":"das-rheingold-nuernberg-staatstheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5326","title":{"rendered":"DAS RHEINGOLD &#8211; N\u00fcrnberg, Staatstheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Wagner (1813-1883), Libretto vom Komponisten, Vorabend zum B\u00fchnenfestspiel Der Ring des Nibelungen, UA 1869 M\u00fcnchen, Hoftheater<\/p>\n<p>Regie: Georg Schmiedleitner, B\u00fchne: Stefan Brandtmayr, Kost\u00fcme: Alfred Mayerhofer<\/p>\n<p>Dirigent: Marcus Bosch, Staatsphilharmonie N\u00fcrnberg<\/p>\n<p>Solisten: Egils Silins (Wotan), Roswitha Christina M\u00fcller (Fricka), Michaela Maria Mayer (Freia), Martin Berner (Donner), David Yim (Froh), Vincent Wolfsteiner (Loge), Antonio Yang (Alberich), Hans Kittelmann (Mime), Taehyun Jun (Fasolt), Nicolai Karnolsky (Fafner), Leila Pfister (Erda), Hrachuhi Bassenz (Woglinde), Leah Gordon (Wellgunde), Judita Nagyova (Flo\u00dfhilde)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 30. November 2013 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/N\u00fcrnberg-Rheingold-01.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5327\" alt=\"N\u00fcrnberg Rheingold 01\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/N\u00fcrnberg-Rheingold-01.jpg\" width=\"383\" height=\"255\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/N\u00fcrnberg-Rheingold-01.jpg 383w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/N\u00fcrnberg-Rheingold-01-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 383px) 100vw, 383px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/b><\/p>\n<p>Alberich wirbt um die drei Rheint\u00f6chter, die ihn aber nur verspotten. Daraufhin entsagt er der Liebe und stiehlt ihnen das Rheingold. Aus diesem Gold l\u00e4\u00dft er einen machtvollen Ring schmieden, mit dessen Kraft er sich die Nibelungen untert\u00e4nig macht. Die Riesen Fafner und Fasolt haben f\u00fcr den Gott Wotan die Burg Walhall erbaut, und fordern nun von ihm als ihren Lohn die G\u00f6ttin Freia. Doch Wotan will Freia nicht herausgeben, und der intrigante Gott Loge \u00fcberzeugt ihn davon, als Ersatz Alberich den Ring und das Rheingold wieder zu entrei\u00dfen. Alberich verflucht den Ring, den Wotan den Riesen reicht, um Freia zu erl\u00f6sen. Fafner erschl\u00e4gt seinen Bruder, die G\u00f6tter aber ziehen in die Burg Walhall ein.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>Was ist das Rheingold? In der Bebilderung von <b>Georg Schmiedleitner<\/b> gibt es keinen Rhein, sondern nur gro\u00dfe quadratische zu einer Regalwand aufgestapelte Wasserbeh\u00e4lter, in denen die Rheint\u00f6chter im kurzen Kleidchen baden und mit Alberich herumalbern.\u00a0 In einem st\u00e4hlernen Beh\u00e4lter befindet sich eine goldene Fl\u00fcssigkeit, die Alberich raubt indem er es auf seinen entbl\u00f6\u00dften Oberk\u00f6rper schmiert. Die golden gef\u00e4rbten Nibelungen (mit Gasmaske) streichen damit die Stahltr\u00e4ger von Nibelheim. \u00a0Erda kommt barbusig als Dschungelk\u00f6nigin, Freia tr\u00e4gt ein wei\u00dfes Kleid mit R\u00fcschenrock, der den Blick auf die blauen Flecken freigibt, die Folge der Mi\u00dfhandlung durch die Riesen. Trotzdem ist sie die einzige, die um Fasolt trauert. Wenn Wotan im hellbraunen Mantel, den er gegen den Morgenrock getauscht hat, Alberich den Ring vom Finger schneidet, spritzt viel Blut. Das Rheingold befindet sich in kleinen Plastikkanistern, die Freia nicht verdecken k\u00f6nnen. Daf\u00fcr korrespondieren sie mit den 12.000 zusammengepre\u00dften Plastikflaschen, aus denen das \u00fcbrige B\u00fchnenbild besteht.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p>Eine der Vorz\u00fcge dieser Vorstellung ist ohne Zweifel das Duell zwischen Alberich und Wotan auf hohem s\u00e4ngerischem Niveau. <b>Egils Silins<\/b> rettet als Einspringer zuerst die Premiere, dann beweist er, da\u00df er den Wotan an gro\u00dfen H\u00e4usern wie Paris zu Recht singt. Gegen <b>Antonio Yang<\/b> als Alberich kann er sich jedoch nicht behaupten, denn dieser gibt mit seinem tief fundierten Ba\u00dfbariton alles Klangvolumen, das m\u00f6glich ist, verliert dabei niemals die Gesangslinie und ist dar\u00fcber hinaus beispielhaft wortverst\u00e4ndlich. <b>Vincent Wolfsteiner<\/b> hat das Klangvolumen eines Heldentenors, aber als Nachwuchskraft erarbeitet er sich einen lyrischen Loge, der seine Gef\u00fchlsausbr\u00fcche \u00fcberzeugend gestalten kann \u2013 bis hin zu <i>Immer Undank<\/i>! <b>David Yim<\/b> als etwas schwacher Froh und <b>Hans Kittelmann<\/b> als eloquent verst\u00e4ndlicher Mime sind in den \u00fcbrigen Tenorrollen gut aufgehoben. <b>Taehyun Jun<\/b> tremoliert als Fasolt viel zu heftig, w\u00e4hrend <b>Nicolai Karnolsky<\/b> \u00fcber die richtige, in der Tiefe sicher aufgestellte markige Ba\u00df-Stimme verf\u00fcgt, um Fafner einen abgr\u00fcndigen Charakter zu verleihen. <b>Roswitha Christina M\u00fcller<\/b> gestaltet mit ihrem weichen Mezzo die Fricka als charmante G\u00f6ttermutter, anstelle einer b\u00f6sartigen Gattin, wie sie f\u00fcr die Walk\u00fcre erwartet wird. <b>Michaela Maria Mayer<\/b> ist auch stimmlich die liebliche Freia, <b>Leila Pfister<\/b> die schrille Erda-Urwald-Hexe, <b>Martin Berners<\/b> Bariton ist zu hell timbriert f\u00fcr den Donner, auch wenn er seine <i>Heda, Hedo<\/i> voll aussingen kann.<\/p>\n<p>Der musikalische Vater des Erfolges ist <b>Marcus Bosch<\/b>. Seine Einstudierung verfolgt zum einen die klare Ausziselierung der Leitmotive, dagegen spielt er die monumentale Wucht Wagners herunter. Gerade die Zwischenmusiken oder den <i>Einzug nach Walhall<\/i> \u00a0hat man als quasi kammermusikalische Dichtungen selten so gekonnte dargeboten. Beispielhaft die Zusammenarbeit mit den S\u00e4ngern, die nie zugedeckt werden, auch wenn es doch ab und an Probleme im allgemeinen Zusammenspiel gibt.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Wieder einmal zeigt das Regietheater sein Gesicht: Mit einem Reigen poppiger Einf\u00e4lle gelingt ein Abend, der mehr unterhalten will, als er die Abgr\u00fcnde menschlicher Psyche mit Brutalit\u00e4t zudecken kann. Nach zwei fesselnd-spannenden Stunden feiert das Publikum den Einstieg in die zweite <i>Ring<\/i>-Produktion nach 2003. Auch wenn sich manche kritische Stimmen fragen, mit welchen Mitteln der <i>Ring<\/i> fortgesetzt werden soll, denn ab der <i>Walk\u00fcre<\/i> geht es darum, Menschen und ihre N\u00f6te zu dramatisieren. Musikalisch wird Marcus Busch f\u00fcr seine verhaltene und wenig leidenschaftliche Interpretation gefeiert, denn selten erlebt man eine solche Klangtransparenz.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Ludwig Olah<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Der Rhein mit Rheint\u00f6chtern<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 30. November 2013 (Premiere), Eine der Vorz\u00fcge dieser Vorstellung ist ohne Zweifel das Duell zwischen Alberich und Wotan auf hohem s\u00e4ngerischem Niveau. 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