{"id":5323,"date":"2013-12-09T20:28:24","date_gmt":"2013-12-09T19:28:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5323"},"modified":"2013-12-10T20:40:02","modified_gmt":"2013-12-10T19:40:02","slug":"die-walkuere-leipzig-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5323","title":{"rendered":"DIE WALK\u00dcRE &#8211; Leipzig, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Wagner (1813-1883), Erster Tag zum B\u00fchnenfestspiel Der Ring des Nibelungen, Libretto: R. Wagner. UA: 26. Juni 1870 M\u00fcnchen, K\u00f6nigliches Hof- und Nationaltheater<\/p>\n<p>Regie: Rosamund Gilmore, B\u00fchne: Carl Friedrich Oberle, Kost\u00fcme: Nicola Reichert, Dramaturgie: Christian Geltinger.<\/p>\n<p>Dirigent: Ulf Schirmer, Gewandhausorchester, Tanzensemble.<\/p>\n<p>Solisten: Guy Mannheim (Siegmund), Christiane Libor (Sieglinde), James Moellenhoff (Hunding), Markus Marquardt (Wotan), Eva Johansson (Br\u00fcnnhilde), Kathrin G\u00f6ring (Fricka), Katja Beer (Gerhilde), Eun Yee You (Ortlinde), Monica Mascus (Waltraute), Sandra Janke (Schwertleite), Josefine Weber (Helmwige), Jean Broekhuizen (Siegrune), Karin Lovelius (Grimgerde), Bonnie Cameron (Rosswei\u00dfe), Ziv Frenkel (Grane).<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 7. Dezember 2013 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Leipzig-Walk\u00fcre.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5324\" alt=\"Oper Leipzig am 29.11.2013 HP2 &quot;Die Walk\u00fcren&quot; Foto Tom Schulze tel.    0049-172-7997706 mail  post@tom-schulze.com web  www.tom-schulze.com\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Leipzig-Walk\u00fcre.jpg\" width=\"237\" height=\"355\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Leipzig-Walk\u00fcre.jpg 237w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Leipzig-Walk\u00fcre-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 237px) 100vw, 237px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die Zwillinge Siegmund und Sieglinde, leibliche Kinder Wotans, treffen nach Jahren der Trennung im Hause Hundings zusammen. Sieglinde, die gegen ihren Willen mit Hunding verheiratet ist, erkennt den Bruder, die beiden werden ein Liebespaar. Ehebruch und Inzest rufen Fricka, Wotans Frau und H\u00fcterin der Ehe, herbei. Sie fordert Siegmunds Tod. Wotan beugt sich ihrem Willen und schickt seine Tochter und die Walk\u00fcre Br\u00fcnnhilde aus, den Sohn nach Walhal zu holen. Siegmund widersetzt sich dem G\u00f6tterspruch und gewinnt Br\u00fcnnhilde als Verb\u00fcndete im Kampf gegen Hunding, bis Wotan eingreift und Siegmunds Zauberschwert zerst\u00f6rt. Unbewaffnet f\u00e4llt Siegmund. Br\u00fcnnhilde rettet Sieglinde, die ein Kind von Siegmund erwartet. Wotan straft den Ungehorsam der Lieblingstochter, indem er sie in einen sch\u00fctzenden Feuerg\u00fcrtel einschlie\u00dft, wo sie solange ausharren mu\u00df, bis ein Held sie zu erl\u00f6sen vermag.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die Kulisse der Walk\u00fcre ist kriegerisch. Jeder Akt hat ein eigenes B\u00fchnenbild: zun\u00e4chst ein Wohnraum in Hundings H\u00fctte, eine Jagdhauskulisse mit der Weltesche in der Mitte, in der Au\u00dfenansicht ein drahtverhauener Bunker. Im zweiten Akt eine abgewrackte Villa, das Inventar ein b\u00fcrgerlicher Stilmix, am Boden Soldatenm\u00e4ntel toter Helden, die sp\u00e4ter umherwandeln. Schlie\u00dflich \u00f6ffnet sich der Innenraum in eine Felslandschaft, durch die das Geschwisterpaar, kurz vor dem Zweikampf mit Hunding, schreitet. Das Kampfgeschehen wird vernebelt, ein Tanzensemble ist hier wie in jeder Kulisse szenisches Beiwerk. Im dritten Akt ragt ein Mausoleum aus dem grauen Felsboden, auf dem die wei\u00dfen Schuhe gefallener Soldaten wie Gr\u00e4ber auf einem Soldatenfriedhof stehen. Die Kost\u00fcme reichen von schneidigen Jagdgew\u00e4ndern bis zu b\u00fcrgerlicher Repr\u00e4sentationskleidung aus der Zeit Wagners und Milit\u00e4rkleidung von 1914.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Das Gewandhausorchester spielt gewohnt gekonnt und beschert dieser Leipziger Premiere mitrei\u00dfende Momente. Der musikalische Leiter des Rings, <strong>GMD Ulf Schirmer<\/strong>, dirigiert die Wagner-Partitur in sehr verhaltenem Tempo, wodurch die Musik in Teilen an Dynamik und rhythmischer Spannung einb\u00fc\u00dft. Dies mag vielleicht auch der Grund f\u00fcr zu viele holprige Eins\u00e4tze gewesen sein. Schirmer l\u00e4\u00dft das Orchester dramatisch aufbrausen, \u00fcbert\u00f6nt dadurch aber allzu oft durchsetzungskr\u00e4ftige S\u00e4nger wie <strong>Markus Marquardt<\/strong> (Wotan) und <strong>Eva Johansson<\/strong> (Br\u00fcnnhilde). Die Wirkung der besonders emotionalen Walk\u00fcren-Partitur geht dennoch nicht verloren. Die originelle Verwendung historischer H\u00f6rner beim Herannahen von Hunding mu\u00df man wohl mit einem Augenzwinkern sehen, denn sauber kann dieses Instrument nicht gespielt werden.<\/p>\n<p>Unter den S\u00e4ngern zeigen sich <strong>Guy Mannhei<\/strong>m (Siegmund) und <strong>Kathrin G\u00f6ring<\/strong> (Fricka) ihrer Rolle voll gewachsen. Meisterlich, mit ungeheurer stimmlicher Pr\u00e4senz und Strahlkraft singt <strong>Guy Mannheim<\/strong> scheinbar m\u00fchelos die Heldenpartie. Einen so wohlklingenden, souver\u00e4nen Wagner-Tenor h\u00f6rt man selten. Mit klangvollem weichem Sopran, ungezwungen in den hohen T\u00f6nen, \u00fcberzeugt <strong>Christiane Libor<\/strong> als Sieglinde. <strong>Kathrin G\u00f6ring<\/strong> sorgt als frustrierte, moralisierende und sehr k\u00e4mpferische Fricka mit ihrem kurzen Auftritt f\u00fcr einen der H\u00f6hepunkte des Abends. Ihr klarer und sehr fokussierter Mezzosopran beherrscht alle Lagen perfekt. Auch <strong>Markus Marquardt<\/strong> erweist sich als w\u00fcrdiger Gottvater, mit sicher durch alle Tiefen gef\u00fchrtem Ba\u00df. Er beschert dem Publikum die wohl eindr\u00fccklichsten Momente dieser Premiere, als Gebrochener im Machtkampf mit der Gattin <em>Als junger Liebe Lust mir verblich<\/em> sowie der Verbannung der Lieblingstochter <em>Leb wohl, du k\u00fchnes, herrliches Kind<\/em>. Sich gegen\u00fcber dem Orchester zu behaupten, gelingt ihm nicht immer, und so gehen einige sch\u00f6ne Partien unter. Gleiches, in punkto Durchsetzungskraft, gilt f\u00fcr <strong>Eva Johansson<\/strong> (Br\u00fcnnhilde), die in dieser Rolle stimmlich an ihre Grenzen gelangt. Die H\u00f6hen mu\u00df sie sich erstemmen, der fehlende Klang wird allzu oft durch forcierte Kraft ersetzt. Zu schrill und wenig h\u00f6hentauglich ist auch<strong> Chor<\/strong> der \u00fcbrigen Walk\u00fcren, wenn auch ihre Auftritte gewaltig in Szene gesetzt sind. Durchgehend st\u00f6rend sind die Darbietungen des <strong>Tanzensembles<\/strong>. Ein unn\u00f6tiger Aktionismus, der den Szenen die Intimit\u00e4t raubt.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>In der Bewertung der Inszenierung wie auch der orchestralen Leistung war sich das Publikum nicht einig. Hier gab es Buh- und Bravorufe gleicherma\u00dfen. Die Sicht des Regieteams um Rosamund Gilmore auf den <em>Ring<\/em> und die <em>Walk\u00fcr<\/em>e, die stringent an die Inszenierung des <em>Rheingold<\/em> ankn\u00fcpft, ist weder originell, noch \u00e4rgerlich. An Intensit\u00e4t gewann dieser Premierenabend immer dann, wenn sich die Regie allein auf die Wirkung der S\u00e4nger verlassen hat. Und in dieser Hinsicht hatte die Leipziger <em>Walk\u00fcre<\/em> einiges zu bieten.<\/p>\n<p>Norma Strunden<\/p>\n<p>Bild: Tom Schulze<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Fricka (Kathrin G\u00f6ring), Wotan (Markus Marquardt) und T\u00e4nzer Oper Leipzig<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 7. Dezember 2013 (Premiere),<br \/>\nUnter den S\u00e4ngern zeigen sich Guy Mannheim (Siegmund) und Kathrin G\u00f6ring (Fricka) ihrer Rolle voll gewachsen. 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