{"id":532,"date":"2009-02-10T20:53:09","date_gmt":"2009-02-10T18:53:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=532"},"modified":"2009-02-11T21:00:45","modified_gmt":"2009-02-11T19:00:45","slug":"gera-buhnen-der-stadt-moskau-moskau","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=532","title":{"rendered":"Gera, B\u00fchnen der Stadt &#8211; MOSKAU, MOSKAU"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Dmitri Schostakowitsch , musikalische Kom\u00f6die in drei Akten, Libretto von Wladimir Mass und Michail Tscherwinski, UA:24. Januar 1959, Operettentheater Moskau<br \/>\nRegie: Steffen Piontek; B\u00fchnenbild\/Kost\u00fcme :Mike Hahne; Choreographie: Peter Werner-Ranke<br \/>\nDirigent: Jens Troester, Philharmonisches Orchester Altenburg-Gera, Opernchor und Ballett von Theater &amp; Philharmonie Th\u00fcringen<br \/>\nSolisten: Franziska Rauch (Lidotschka), Serge Novik (Boris), Hugo Wieg (Semjon Semjonowitsch Baburow), Kai Wefer (Alexander Petrowitsch Bubenzow), Franziska Faust (Mascha), Nadja Mchantaf (Ljusja), Carsten Lau (Sergej Gluschkow), G\u00fcnther Markwarth (Drebednjow), Katrin Strocka (Wawa), Bernhard H\u00e4nsch (Hausverwalter)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 6. Februar 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"gera-moskau.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/gera-moskau.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"gera-moskau.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/gera-moskau.jpg\" \/><\/a>Im Museum f\u00fcr Geschichte und Wiederaufbau Moskaus treffen zuf\u00e4llig Museumsf\u00fchrer Sascha, dessen Frau Mascha, die Historikerin Lidotschka, ihr Vater Baburow, der Chauffeur Sergej und dessen Freund Boris aufeinander, als die Nachricht eintrifft, da\u00df das Dach eines Altbaus in der \u201eWarmen Nebengasse\u201c eingest\u00fcrzt sei. Sascha, Lidotschka und ihr Vater wohnen in diesem Haus und werden nun von der Regierung kurzerhand in das Neubaugebiet \u201eTscherjomuschki\u201c (Kirschbl\u00fctensiedlung) umquartiert. Dort angekommen, verweigert der korrupte Hausverwalter Barabaschkin die Herausgabe der Wohnungsschl\u00fcssel. Er steckt mit dem wichtigtuerischen Funktion\u00e4r Drebednjow unter einer Decke. Angestachelt von dessen jungen Ehefrau Wawa m\u00f6chte er seinen Wohnraum vergr\u00f6\u00dfern. Um Lidotschka, durch die Intrige obdachlos geworden, aufzumuntern kreieren ihre Freunde einen Zaubergarten im Innenhof der Siedlung. Eine verzauberte Parkbank, auf welcher man immer die Wahrheit spricht, sorgt f\u00fcr die n\u00f6tigen Liebeserkl\u00e4rungen von Sergej und Ljusja, sowie Boris und Lidotschka. Ihr Vater kann durch eine Beschwerde an h\u00f6chster Stelle den Wohnungsraub beenden und sorgt somit f\u00fcr ein gl\u00fcckliches Ende und den beruflichen Abstieg von Drebednjow und Barabaschkin.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nEine kahle Museumshalle mit gro\u00dfen Betons\u00e4ulen links und rechts beherrscht die Szene im ersten Akt. Drei einzelne Schauk\u00e4sten mit Ausstellungsst\u00fccken aus der russischen Geschichte ziehen die Aufmerksamkeit einer buntgemischten Reisegruppe in bunten russischen Bauerntrachten auf sich: die Frauen zum Teil in orientalisch wirkenden Gew\u00e4ndern mit Schleiern und die M\u00e4nner in Gummistiefeln, geschn\u00fcrten Leinenhemden und schweren Wollwesten. In riesigen Filzpantoffeln \u00fcber den Schuhen schl\u00fcrfen die G\u00e4ste durch den Raum. Einziger St\u00f6rfaktor in der Museumshalle ist ein St\u00fcck aufgebrochener Betonboden. Er dient immer wieder als Stolperfalle oder Podest w\u00e4hrend der einzelnen Musiknummern. In einem grasgr\u00fcnen Auto \u00e4lteren Modells wird die Fahrt durch Moskau imitiert. Die T\u00e4nzer in olivgr\u00fcnen Uniformen zeigt dabei die verschiedenen Sehensw\u00fcrdigkeiten der Stadt in Form von Pappmodellen. Tscherjomuschki wird als triste, graue Plattenbausiedlung mit f\u00fcnfst\u00f6ckigen Betonbauten, ohne irgendeine Gr\u00fcnfl\u00e4che pr\u00e4sentiert. Im Hintergrund ist ein Arbeiter-Bauern-Denkmal zu erkennen. Der Zaubergarten besteht aus vier Kirschbl\u00fctenb\u00e4umen in dem das in rosafarbenen Kost\u00fcmen gekleidete Ballet mit Bl\u00fcten geschm\u00fcckt erschein.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nDas S\u00e4ngerensemble zeigte sich allgemein spiel- und sangesfreudig  und lie\u00df die Operette durch komisch-pantomimische Mimik und Gestik leben, ohne dabei aufgesetzt zu wirken. So zeigten sich <strong>Kai Wefer<\/strong> und <strong>Franziska Faust<\/strong> als frisch verheiratetes Ehepaar von einer besonders komischen Seite, s\u00e4ngerisch fehlte beiden allerdings an Stimmvolumen. Selbst bei st\u00e4rkstem Piano des Orchesters hatte man Schwierigkeiten, Text und Melodie nachvollziehen zu k\u00f6nnen. <strong>Franziska Rauch<\/strong> spielte die unerfahrene und romantische Lidotschka mit viel Leidenschaft und B\u00fchnenpr\u00e4senz. Sie beherrschte sowohl das m\u00e4dchenhafte Schmollen als auch die emp\u00f6rte Spr\u00f6de oder romantisch Verliebte. Den gesanglichen Wechsel von aufbrausender zu melancholischer Stimmung vollzog sie souver\u00e4n. Lediglich bei schnellen wiederholten Gesangsstellen wirkte ihr  Singen monoton und flach. <strong>Serge Novique<\/strong> war ihr sowohl stimmlich als auch darstellerisch mit seinem weichen, dennoch klaren Bariton ein w\u00fcrdiger Partner. Der sonore, samtige Ba\u00df von <strong>Hugo Wieg<\/strong> als Barburow schmeichelte dem Ohr besonders und sorgte zwischen den ansonsten t\u00e4nzerisch, schwungvollen Nummern f\u00fcr melancholische Ruhepunkte. Die Rolle der stolzen, dickk\u00f6pfigen Ljusja, dargestellt durch <strong>Nadja Mchantaf<\/strong>, war der stimmliche H\u00f6hepunkt des Abends: Unter den vielen verschiedenen eher spielerischen Stimmen des Ensembles stach ihr glasklarer, hohe Sopran durch besonders flie\u00dfende, unforcierte Tonf\u00fchrung hervor. Des weiteren bemerkenswert war <strong>Katrin Strocka<\/strong> als arrogante und wichtigtuerische Wawa. Ihr Registerwechsel und Atemtechnik war tadellos. Sie mimte mit viel Witz die Zickige. Der <strong>Opernchor<\/strong> bewies einen runden Gesamtklang und zeigte durch die in der Partitur vorgesehene Individualisierung der einzelnen Chors\u00e4nger zu Paaren bzw. Einzelpersonen besondere Spielfreude sowie t\u00e4nzerisches Talent.<br \/>\nDirigent <strong>Jens Troester<\/strong> brachte das <strong>Philharmonische Orchester Altenburg-Gera <\/strong>an diesem Abend zum Leuchten. Er pa\u00dfte seine dynamisch-musikalische F\u00fchrung den verschiedenen S\u00e4ngern an und gestaltete den Gesamtklang transparent.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nDie Sowjet-Satire im Dreivierteltakt durchmischt mit Balkankl\u00e4ngen und versteckten Jazzmomenten lebt vor allem durch Situationskomik, Slapsticks und die Balletteinlagen. F\u00fcr Schostakowitsch-Liebhaber stellt sie wahrscheinlich ein musikalisch eher ungew\u00f6hnliches Erlebnis dar.<\/p>\n<p>Josephin Wietschel<\/p>\n<p>Bilder: Stephan Walzl<br \/>\nDas\u00a0Bild zeigt  den Chor ganz zu Beginn des St\u00fcckes.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Dmitri Schostakowitsch , musikalische Kom\u00f6die in drei Akten, Libretto von Wladimir Mass und Michail Tscherwinski, UA:24. 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