{"id":5319,"date":"2013-12-01T15:59:36","date_gmt":"2013-12-01T14:59:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5319"},"modified":"2013-12-10T16:08:43","modified_gmt":"2013-12-10T15:08:43","slug":"manon-malmoe-opera-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5319","title":{"rendered":"MANON &#8211; Malm\u00f6, Opera"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Jules Massenet (1842-1912, Komische Oper, Libretto: Henri Meilhac und Philippe Gille nach dem Roman <i>Manon Lescaut<\/i> (1731) von Abb\u00e9 Pr\u00e9vost, UA: 19. Januar 1884, Paris.<\/p>\n<p>Regie: Renaud Doucet, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Andr\u00e9 Barbe, Licht: Guy Simard.<\/p>\n<p>Solisten:\u00a0 Georgia Jarman (Manon), Joachim B\u00e4ckstr\u00f6m (Chevalier des Grieux), Alec Avedissian (Lescaut), Kosma Rauner (De Bretigny), Jonas Duran (Morfontaine) u.a.<\/p>\n<p>Dirigent: Leif Segerstam, Orchester und Chor der Oper Malm\u00f6<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 30. November 2013 (Premiere, in franz\u00f6sischer Sprache)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Malm\u00f6-Manon1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5320\" alt=\"Manon, Malm\u00f6 Opera, 131122\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Malm\u00f6-Manon1.jpg\" width=\"372\" height=\"248\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Malm\u00f6-Manon1.jpg 372w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Malm\u00f6-Manon1-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 372px) 100vw, 372px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/b><\/p>\n<p>Manon, ein M\u00e4dchen vom Lande, soll von ihrem Cousin Lescaut in ein Kloster gebracht werden, da sie sich angeblich zu gerne am\u00fcsiert. W\u00e4hrend sich Lescaut mit seinen Freunden dem Kartenspiel widmet, lehnt Manon das zweifelhafte Angebot des Lebemannes Morfontaine ab. Dagegen verliebt sie sich Hals \u00fcber Kopf in den jungen Chevalier des Grieux, dem sie nach Paris folgt. Durch einen Komplott werden die Liebenden getrennt und Manon wird nun die Begleiterin des Steuereinziehers de Bretigny, der sie mit seinem Geld verw\u00f6hnt und zum Mittelpunkt der Demimonde von Paris macht.<\/p>\n<p>Chevalier des Grieux hat inzwischen der Welt den R\u00fccken gekehrt und ist Priester geworden. Als Manon davon erf\u00e4hrt, sucht sie ihn in seiner Kirche auf und \u00fcberredet ihn zu ihr zur\u00fcckzukehren. Aber die einfachen Verh\u00e4ltnisse ihres neuen gemeinsamen Lebens stellen ihre Beziehung auf die Probe. Beim Gl\u00fccksspiel mit Morfontaine werden die beiden des Falschspielens bezichtigt und Manon wird verhaftet. Um Manon zu befreien, besticht Des Grieux die W\u00e4chter des Gefangenentransports. Aber es ist zu sp\u00e4t: Vom Tode gezeichnet, stirbt sie in seinen Armen.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>Die Inszenierung der Oper \u2013 urspr\u00fcnglich f\u00fcr die Schottische Oper in Glasgow produziert \u2013 ist in die Zeit Pr\u00e9vosts verlegt. Sie verwendet aufwendige Rokokokost\u00fcme \u00e0 la Pompadour, deren Glanz sich in einem \u00fcberdimensionierten rissigen Spiegel, einem Symbol f\u00fcr Eitelkeit und Verg\u00e4nglichkeit, vervielf\u00e4ltigt. Die S\u00e4nger agieren nat\u00fcrlich und ungehindert. In der letzten Szene sind die Scherben des Spiegels zu kalten, zackigen Felsen geworden.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p>Die Solisten der Malm\u00f6er Auff\u00fchrung sind junge Kr\u00e4fte, die kurz vor ihrem internationalen Durchbruch stehen d\u00fcrften oder ihn gerade erlebt haben. <b>Georgia Jarman,<\/b> Sopran, gestaltet Manon in allen ihren Lebensphasen mit gro\u00dfem Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen und mit geschickt angepa\u00dfter Stimme. Sie durchmi\u00dft die unterschiedlichen Seiten der Partie, gibt sie leicht und spielerisch wie ein junges M\u00e4dchen oder liebevoll oder zeitweise kalt und schlie\u00dflich leidend. <b>Joachim B\u00e4ckstr\u00f6m<\/b>, Tenor, macht aus Des Grieux eine Glanzrolle, mit der er auch international f\u00fcr Aufsehen sorgen d\u00fcrfte. Seine Stimme ist klangvoll, mit warmen und auch passionierten F\u00e4rbungen. <b>Alec Avedissian<\/b>, Bariton, macht eine gute Figur als Lescaut und <b>Kosma Rauner<\/b>, Bariton, verleiht der Figur des de Br\u00e9tigny genau die Kaltbl\u00fctigkeit die man erwarten kann. Leider hat <b>Johan Duran<\/b>, Tenor, nicht genug Raum, um den morbiden Charakter des Morfontaine plastisch zu gestalten. Das Orchester wird von <b>Leif Segerstam<\/b> mit meisterlicher Hand geleitet. Er interpretiert Massenets romantische Musik sensibel und doch komplett unsentimental. Unter anderem gelingt es ihm, aus der Partitur Massenets die grelle Unterhaltungsmusik und das barocke Pasticcio hervortreten zu lassen, was dem Gesamteindruck der Vorstellung f\u00f6rderlich ist.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Obwohl das Libretto schwerlich den Bechdel-Test bestehen w\u00fcrde \u2013 es geht bei diesem Test um die Gleichberechtigung von Mann und Frau in der Kunst \u2013 gelingt es der Inszenierung, das schwedische Publikum mit einem vers\u00f6hnlichen Gef\u00fchl aus der Premiere zu entlassen. Massenets Manon in Malm\u00f6 ist auch deshalb eine absolut sehenswerte Inszenierung, eine Freude f\u00fcr Augen und Ohren!<\/p>\n<p>Dr. Marion Lamberth<\/p>\n<p>Bild: Malin Arnesson<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Georgina Jarman (Manon) als Mittelpunkt der Demimonde<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 30. 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