{"id":530,"date":"2009-02-06T17:06:40","date_gmt":"2009-02-06T15:06:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=530"},"modified":"2009-02-07T17:29:39","modified_gmt":"2009-02-07T15:29:39","slug":"bielefeld-stadttheater-capriccio","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=530","title":{"rendered":"Bielefeld, Stadttheater &#8211; CAPRICCIO"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Strauss (1864-1949), ein Konversationsst\u00fcck f\u00fcr Musik in einem Aufzug, Libretto: Clemens Krauss und Richard Strauss;  UA: Capriccio, M\u00fcnchen, 28.10.1942.<br \/>\nRegie: Helen Malkowsky, B\u00fchnenbild\/Kost\u00fcme: Harald B. Thor, Tanja Hofmann<br \/>\nDirigent: Peter Kuhn, Opernchor und Bielefelder Philharmoniker.<br \/>\nSolisten: Melanie Kreuter (Gr\u00e4fin Madeleine),  Meik Schwalm (Graf, ihr Bruder),<br \/>\nLuca Martin (Flamand), Alexander Marco-Buhrmester (Olivier), Brian Bannatyne-Scott (La Roche), Susanne Reinhard (Clairon), Victoria Granlund (S\u00e4ngerin),  Seil Kim (Tenor), u.a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 31. Januar 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"bielefeld-capriccio.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/bielefeld-capriccio.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"bielefeld-capriccio.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/bielefeld-capriccio.jpg\" \/><\/a>Zum Geburtstag der Gr\u00e4fin Madeleine sind der Dichter Olivier, der Komponist Flamand und der Theaterdirektor La Roche gekommen. Olivier und Flamand diskutieren dar\u00fcber, ob Dichtung oder Musik der Vorzug geb\u00fchrt, La Roche vertritt den Standpunkt, welche Kunst auch immer dominiert \u2013 Hauptsache, die Auff\u00fchrung ist effektvoll. Die Rivalit\u00e4t der Metiers ist auch eine um die Liebe der Gr\u00e4fin. Olivier rezitiert der Gr\u00e4fin ein Sonett, um ihr seine Liebe zu gestehen. Flamand will ihm nicht nachstehen: er vertont das Sonett, doch Madeleine kann sich nicht entscheiden, welcher Kunst (und welchem Mann) sie den Vorzug geben soll. Sie fordert die K\u00fcnstler auf, gemeinsam eine Oper zu schaffen. Der Bruder der Gr\u00e4fin schl\u00e4gt als Sujet \u201edie Ereignisse des heutigen Tages\u201c vor. Die Gr\u00e4fin, die sich weder f\u00fcr den Dichter noch f\u00fcr den Komponisten, weder f\u00fcr Wort noch f\u00fcr Ton zu entscheiden vermag, gibt keinem der beiden Galane den Vorzug. In edler Musik das Wort vereint, es gibt keinen sch\u00f6neren Bund.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nMit Kammermusik \u00f6ffnet sich der Vorhang und ein schlicht gehaltenes B\u00fchnenbild ist zu sehen, Graufarben dominieren. Eine Stahlkonstruktion bildet eine Hausfassade mit jeweils vier gro\u00dfen Fenstern auf zwei Ebenen. Hinter einem Fenster in der unteren Etage ist ein Geiger zu sehen, der an einer Komposition arbeitet. Am diagonal dar\u00fcber liegenden Fenster arbeitet ein  Dichter an der Wortfindung. Die \u00fcbrigen Fenster sind mit einer Alu-Jalousie geschlossen. Vor der Hausfassade ist ein Platz, auf dem Leute gehen und verweilen. Die Kost\u00fcme sind dem jeweiligen Handlungscharakter der Personen angepa\u00dft: Gr\u00f6\u00dftenteils gutb\u00fcrgerliche Kleidung in Erd- und Graut\u00f6nen. Das italienische S\u00e4ngerpaar sticht in typisch italienischer Opernkleidung hervor. Die Schauspielerin Clairon tr\u00e4gt eine sehr auff\u00e4llige, bunt moderne Kleidung.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nDas <strong>Orchester<\/strong> unter der Leitung von <strong>Peter Kuhn<\/strong> zeigt in eine gute dynamischer und rhythmischer Abstufung. Die Begleitung der Gesangssolisten brachte diese manchmal durch gewisse Lautst\u00e4rken in Bedr\u00e4ngnis. Einem Sonett aus alter Zeit folgen die Ballett-Einlage einer jungen T\u00e4nzerin, ein terzenseliges Duett zweier italienischer S\u00e4nger sowie zwei Oktette, darauf ein Monolog. Die Orchesterlautst\u00e4rke ist an vereinzelten Stellen etwas \u00fcberlaut, so da\u00df sie die Vokalstimmen \u00fcberdecken. Der Sopranistin <strong>Melanie Kreuter<\/strong> (Gr\u00e4fin) geb\u00fchrt unter den S\u00e4ngern das gr\u00f6\u00dfte Lob. Ob in den mehrstimmigen Passagen oder in der emotionsstarken Schlu\u00dfarie \u2013 Sie singt mit einer gekonnten Leichtigkeit und vermag die Wechsel der vorgegebenen Ausdrucksweisen voller Brillanz umzusetzen. Die \u00fcbrigen Vokalisten, wie der Bariton <strong>Meik Schwalm<\/strong> (Bruder der Gr\u00e4fin), der Bariton <strong>Alexander Marco-Buhrmester<\/strong> (Olivier) und der Bassist <strong>Brian Bannatyne-Scott<\/strong>  (La Roche) singen sehr solide. Der Tenor <strong>Luca Martin<\/strong> (Flamand) wurde leider zeitweise auch vom Orchester \u00fcbert\u00f6nt. Seine Stimme ist von klarer Klangfarbe,  aber tritt in kraftvolleren Orchesterpassagen nicht mit dem erforderlichen Klangvolumen hervor. <strong>Seil Kim<\/strong> und <strong>Viktoria Granlund<\/strong> pr\u00e4sentieren die \u201eitalienische Opernarien-Marnier\u201c sehr \u00fcberzeugend. Gerade durch den Kontrast zu den vorherigen deutschen Gesangsrezitativen wirkt diese Arie wie eine andere Oper innerhalb der Oper. Weniger \u00fcberzeugend ist <strong>Susanne Reinhard<\/strong> (Clairon). Ihre Stimme l\u00e4\u00dft es an Brillanz und Ausdruckskraft fehlen, und sie hat es in orchesterstarken Stellen oder in den mehrstimmigen Passagen schwer, geh\u00f6rt zu werden. Theatralisch wirkt ihre Darbietung \u00fcberzogen durch zu ausschweifende Bewegungen und h\u00e4ufig \u00fcberbetonte Sprache. Die Herren des Bielefelder Opernchors verdienen Erw\u00e4hnung mit ihrer kleinen, aber feinen musikalischen Gesangseinlage, die sie meisterlich darbieten.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nCapriccio ist ein hervorragendes, aber durchaus schwieriges Werk. Eine gute Vorbereitung auf diese Oper ist vorteilhaft, denn diese Oper quillt \u00fcber an Zitaten, Anspielungen, Stilkopien und Persiflagen aus der Musiktheatergeschichte. Eingebunden in eine zwischenmenschliche Handlung spielt die uralte Frage, ob denn nun der Ton oder das Wort innerhalb der Musik wichtiger ist und welche Rolle die Regie spielt den Kern des Werkes. Lag es an den Aktionen der S\u00e4ngerschar, die letztlich der Regisseur zu verantworten hat oder \u00fcberhaupt am Stoff, da\u00df einem die Zeit lang wurde. Ich beobachtete, wie eine Anzahl Zuschauer auf die Uhr schauten, so, als w\u00fcrde ihnen die Zeit zu lang.<\/p>\n<p>Britta Wandschneider<\/p>\n<p>Bild: Matthias Stutte<br \/>\nDie Bild zeigt: Seil Kim (ein italienischer Tenor), Victoria Granlund (eine italienische S\u00e4ngerin)<br \/>\nund Schwalm (der Graf, ihr Bruder) u.a. (v.l.n.r.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Strauss (1864-1949), ein Konversationsst\u00fcck f\u00fcr Musik in einem Aufzug, Libretto: Clemens Krauss und Richard Strauss; UA: Capriccio, M\u00fcnchen, 28.10.1942. Regie: Helen Malkowsky, B\u00fchnenbild\/Kost\u00fcme: Harald B. 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