{"id":5288,"date":"2013-11-30T18:12:48","date_gmt":"2013-11-30T17:12:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5288"},"modified":"2013-12-03T20:33:08","modified_gmt":"2013-12-03T19:33:08","slug":"grosse-stimmen-juan-diego-florez-essen-philharmonie","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5288","title":{"rendered":"Gro\u00dfe Stimmen: Juan Diego Fl\u00f3rez &#8211; Essen, Philharmonie"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Juan Diego Fl\u00f3rez, Tenor, Vincenzo Scalera, Klavier<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 28. November 2013<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/juan-diego-florez.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5289\" alt=\"juan-diego-florez\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/juan-diego-florez.jpg\" width=\"355\" height=\"534\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/juan-diego-florez.jpg 355w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/juan-diego-florez-199x300.jpg 199w\" sizes=\"auto, (max-width: 355px) 100vw, 355px\" \/><\/a>Es ist ein eigent\u00fcmliches Vergn\u00fcgen, einem S\u00e4ngerstar der Oper als Lieders\u00e4nger wieder zu begegnen. Ich erinnere mich noch des gro\u00dfen Eindrucks, den er bei seinem Auftreten als Prinz in der Oper <i>Das Aschenbr\u00f6del<\/i> (<i>La Cenerentola<\/i>) beim Rossini-Festival in Pesaro(19. August 1998) auf mich gemacht hat. Schon damals konnte man seine au\u00dferordentlichen Qualit\u00e4ten als Tenor spinto, den wohl nur in Italien anzutreffenden \u201etypischen italienischen\u201c Tenor mit seiner gewandten und geschmeidigen weichen Stimme und strahlender H\u00f6he bewundern. Wie bei vielen solcher Ten\u00f6re war Fl\u00f3rez Stimmvolumen nicht allzu gro\u00df, was vor allem bei deutschen Melomanen ein bedenkliches Stirnrunzeln hervorrief, sind diese doch das deutsche Gegenst\u00fcck, den Heldentenor (Wagnerten\u00f6re), mit der alles durchdringenden Tenorstimme gewohnt. Sp\u00e4ter h\u00f6rte ich ihn immer wieder in verschiedenen Opern, wobei seine Gesangsleistung als Giacomo zusammen mit Joyce DiDonato in Rossinis <i>La donna del lago<\/i> (<i>Die Dame vom See<\/i>) im Palais Garnier (26. Juni 2010, s. OPERAPOINT7Heft 4\/S. 30) f\u00fcr mich eine der seltenen Sternstunden eines vollendet dargebotenen Belcanto (Ziergesang) war. Das sonst eher zur\u00fcckhaltende Pariser Publikum wollte mit dem donnernden Applaus gar nicht aufh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Damals schon konnte man eine Zunahme des Stimmvolumens bei Fl\u00f3rez bemerken, ohne da\u00df die anderen Qualit\u00e4ten seine K\u00f6nnens irgendwelche Einbu\u00dfen erlitten hatte. Im Programmheft wird er als \u201eein M\u00e4rchenprinz &#8211; und gleichzeitig der K\u00f6nig des sch\u00f6nen Gesangs unserer Tage\u201c tituliert.<\/p>\n<p>Nun trat der elegante Peruaner, ebenso schlank und alert\u00a0 wie ehedem auf die B\u00fchne der Essener Philharmonie. Sein Begleiter auf dem Klavier war der italo-amerikanische Pianist Vincenzo Scalera, ein bekannter Liedbegleiter, den man schon mit vielen weltbekannten S\u00e4ngern aufgetreten sah.<\/p>\n<p>Im Programm hatte Juan Diego Fl\u00f3rez Arien aus Opern von H\u00e4ndel, Donizetti, Meyerbeer, dem fr\u00fchen Verdi und Lieder von hier unbekannten italienischen Liedkomponisten wie Francesco Paolo Tosti, Stefano Donaudy sowie spanischer Komponisten von Zarzuelas und Tangos gesetzt.<\/p>\n<p>Wer sich auf die hohe Kunst des Belcanto, vielleicht sogar auf eine Arie von Rossini gefreut hatte, wurde ein wenig entt\u00e4uscht, denn hier sang er nur eine Arie aus H\u00e4ndels <i>Semele<\/i> und eine Arie aus Verdis franz\u00f6sischer Oper <i>J\u00e9rusalem<\/i> (1847) und zum Ende des Konzerts eine Arie des Roberto aus dessen Oper <i>Roberto Devereux<\/i> (1829) <i>Ed ancor la tremenda porta \u2013 will dieses schreckliche Tor sich noch immer nicht \u00f6ffnen <\/i><\/p>\n<p>Sehr gekonnte und rhythmisch pr\u00e4zise interpretierte er einige Lieder aus Zarzuelas, die wegen der anklingenden spanischen Folklore gro\u00dfen Anklang fanden. Besonders die Jota, ein leidenschaftlicher spanischer Tanz, ri\u00df das Publikum von den St\u00fchlen.<\/p>\n<p>Das langanhaltende Klatschen belohnte der liebensw\u00fcrdige S\u00e4nger mit drei Zugaben, wobei die letzte Aria <i>La donna \u00e8 mobile \u2013 die Frauen sind unbest\u00e4ndig <\/i>nat\u00fcrlich alle Zuh\u00f6rer restlos begeisterten. Dann all seine Leichtigkeit, seine ungemein deutliche Artikulation, seine Koloratursicherheit und die ungemein treffsichere Intonation waren darin zu erkennen. Und vorher hatte er schon mit einigen h\u00f6chsten T\u00f6nen der D\u2018s und C\u2019s die Herzen h\u00f6her schlagen lassen.<\/p>\n<p>Dr. Olaf Zenner<\/p>\n<p>Bild: Ingrid Yrivarren<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Juan Diego Fl\u00f3rez, Tenor, Vincenzo Scalera, Klavier,<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 28. 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