{"id":5280,"date":"2013-11-26T19:12:57","date_gmt":"2013-11-26T18:12:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5280"},"modified":"2013-12-03T19:44:30","modified_gmt":"2013-12-03T18:44:30","slug":"la-traviata-bremen-theater-am-goetheplatz","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5280","title":{"rendered":"LA TRAVIATA &#8211; Bremen, Theater am Goetheplatz"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Oper in drei Akten, Libretto: Francesco Maria Piave nach dem Drama <i>La Dame aux cam\u00e9lias<\/i> von Alexandre Dumas, UA: 1853 Venedig, Teatro La Fenice<\/p>\n<p>Regie: Benedict von Peter, B\u00fchne: Katrin Wittig, Kost\u00fcme: Geraldine Arnold<\/p>\n<p>Dirigent: Clemens Heil, Bremer Philharmoniker, Choreinstudierung: Daniel Mayr<\/p>\n<p>Solisten: Patricia Andress (Violetta), Hyojong Kim (Alfredo Germont),\u00a0 Loren Lang (Giorgio Germont), Christian-Andreas Engelhardt (Gastone),\u00a0 Maria Theresia Ullrich (Flora Bervoix),\u00a0 Neele Kramer (Annina), Daniel Ratchev(Marchese d\u2019Obigny), Christoph Heinrich\u00a0 (Baron Douphol),\u00a0 Patrick Zielke (Doktor Grenvil)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 24. November 2013 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Bremen-La-Traviata.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5281\" alt=\"Bremen La Traviata\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Bremen-La-Traviata.jpg\" width=\"357\" height=\"238\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Bremen-La-Traviata.jpg 357w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Bremen-La-Traviata-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 357px) 100vw, 357px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/b><\/p>\n<p>Die schwinds\u00fcchtige Kurtisane Violetta Val\u00e9ry und Alfredo Germont verlieben sich auf einem Fest. Doch Alfredos Vater Giorgio dr\u00e4ngt Violetta dazu, die Beziehung zu beenden, ohne zu wissen, da\u00df sie krank ist. Sie schreibt Alfredo einen Brief in dem sie vorgibt, da\u00df Baron Douphol ihr neuer Liebhaber sei. Auf einem Ball beleidigt Alfredo, rasend vor Eifersucht, seine ehemalige Geliebte. Einige Zeit sp\u00e4ter gesteht Giorgio seinem Sohn schlie\u00dflich die Erpressung. Alfredo eilt zur todkranken Violetta. Doch bleiben den Liebenden nur noch wenige Augenblicke, bevor sie in seinen Armen stirbt.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Ouvert\u00fcre kommt Violetta in Corsage (Dessous) und Jogginghose auf die B\u00fchne, zieht sich einen wei\u00dfen T\u00fcllrock dar\u00fcber, hebt ein Tablett vom Boden auf und starrt auf die daraufstehenden Sektgl\u00e4ser, dann stammelt sie die Worte <i>this ist for you<\/i>. Mit den gleichen Worten beendet sie ebenfalls die Oper. Sie bleibt w\u00e4hrend der ohne Pause gespielten drei Akte alleine auf der B\u00fchne. Alfredo und Germont sowie alle anderen Mitwirkenden singen vom zweiten Rang aus, f\u00fcr das Publikum unsichtbar. Das Orchester sitzt auf der B\u00fchne durch einen durchsichtigen Vorhang vom Geschehen getrennt. Es gibt kein B\u00fchnenbild, daf\u00fcr einige Requisiten, mit denen Ortswechsel sowie Teile der Handlung verdeutlicht werden. Zum Beispiel rollt Violetta eine T\u00fcr und einen Fensterrahmen zu Beginn des zweiten Aktes auf die B\u00fchne, die das Landhaus symbolisieren. Im dritten Akt sitzt Violetta unter ihrem Kleid, das sie auf einen Mikrophonst\u00e4nder geh\u00e4ngt und mit Haarklammern an den Tischbeinen eines umgedrehten Tisches befestigt hat. Sp\u00e4ter klettert sie auf die Bestuhlung des Publikums, teilweise \u00fcber deren K\u00f6pfe hinweg und singt auf einem Sitz stehend, greift in die Richtung des f\u00fcr sie unerreichbar bleibenden Rangs. Ein Stuhl symbolisiert Alfredos Anwesenheit in Duetten, Violetta beugt sich \u00fcber den Tisch und scheint seine Hand zu ergreifen. Dann fragt Violetta auf Englisch, ob ein m\u00f6gliches Gegen\u00fcber alle ihre K\u00f6rperteile mag und schlie\u00dft daraus, da\u00df sie geliebt wird. Sie trennt sich von ihrem Dasein als Objekt, indem sie ihr Kleid auf einem Drahtgestellt nach oben ziehen und mit gequ\u00e4lten Bewegungen Geldscheine aus ihrem Unterleib hervorquellen l\u00e4\u00dft. Sie schreibt ihre Liebesschw\u00fcre auf Papierb\u00f6gen, die sie an sich selbst befestigt und vor sich aufstellt.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p>Die Sopranistin <b>Patricia Andress<\/b> (Violetta) tr\u00e4gt mit ihrer herausragenden k\u00f6rperlichen und s\u00e4ngerischen Leistung die gesamte Auff\u00fchrung. Sie singt mit deutlicher K\u00f6rpersprache in verzweifelt-w\u00fctender Grund-stimmung und kann ihrer Stimme alle Schattierungen einer sich in Sehnsucht nach ihrem Geliebten verzehrenden Frau legen. Gleichzeitig dr\u00fcckt sie die Verzweiflung \u00fcber ihr nahendes Lebensende pianissimo, am Boden liegend, mit sauber gesungenen Koloraturen aus. Selbst in leidenschaftlichen Ausbr\u00fcchen \u00fcber die Aussichtslosigkeit ihrer Liebe und ihre Verlassenheit, die sie mit reichlicher Lautst\u00e4rke singt, verl\u00e4\u00dft sie nicht ihrer makellosen Tontreffsicherheit. So gelingt es ihr, die nicht sichtbare Handlung gestisch sowie musikalisch auf eine Ebene zu bringen. Nach und nach kommen auch die Zuschauer dahinter. <b>Hyong Kim<\/b> singt die Partie des Alfredo souver\u00e4n mit klarem Tenor, <b>Loren Lang<\/b> seine Rolle als Germont mit einigen Schw\u00e4chen, alle anderen S\u00e4nger liegen auf \u00e4hnlichem Niveau. Der <b>Chor<\/b> interpretiert die t\u00e4nzerischen\u00a0 Melodien des mond\u00e4nen Pariser Lebens in <i>si, la vita s\u2019addoppia al gioia<\/i> <i>\u2013 Ja, das Leben verdoppelt sich in der Freude<\/i> (1.Akt) mit Eleganz. Die <b>Bremer Philharmoniker<\/b> bew\u00e4ltigen ihre Aufgabe dynamisch differenziert. Selbst die musikalische Abstimmung der beiden Auff\u00fchrungsorte gelingt gut. Daf\u00fcr wird \u00fcber Bildschirme das einf\u00fchlsame Dirigat von <b>Clemens Heil<\/b> sichtbar gemacht.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><b><\/b><\/p>\n<p>Verdis <i>La Traviata<\/i> brachte schon 1853 sorgte mit seiner moralisch-gesellschaftliche Kritik f\u00fcr Aufsehen. Die Inszenierung stellt die \u201evom rechten Weg Abgekommene\u201c in unsere Zeit und will den drohenden Zerfall menschlicher Beziehungsf\u00e4higkeit auf vielf\u00e4ltiger Ebene zeigen, eine Darstellung, die zum Mitdenken auffordert und innerlich bewegt. Das Publikum gab stehende Ovationen.<\/p>\n<p>Carola Jakubowski<\/p>\n<p>Bild: J\u00f6rg Landsberg<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Patricia Andress (Violetta) <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 24. November 2013 (Premiere), Die Sopranistin Patricia Andress (Violetta) tr\u00e4gt mit ihrer herausragenden k\u00f6rperlichen und s\u00e4ngerischen Leistung die gesamte Auff\u00fchrung. 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