{"id":528,"date":"2009-02-03T16:55:49","date_gmt":"2009-02-03T14:55:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=528"},"modified":"2009-02-07T17:05:00","modified_gmt":"2009-02-07T15:05:00","slug":"kiel-opernhaus-der-rosenkavalier","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=528","title":{"rendered":"Kiel, Opernhaus &#8211; DER ROSENKAVALIER"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Strauss (1864\u20131949), Kom\u00f6die f\u00fcr Musik in drei Akten, Libretto: Hugo von Hofmannsthal; UA: 26. Januar 1911, Semperoper, Dresden<br \/>\nRegie: Georg K\u00f6hl, B\u00fchnenbild: Norbert Ziermann, Kost\u00fcme: Claudia Spielmann, Beleuchtung: Wolfgang H\u00f6ntsch<br \/>\nDirigent: Georg Fritzsch, Philharmonisches Orchester, Opernchor und Kinder- und Jugendchor Kiel<br \/>\nSolisten: Karen Fergurson (Feldmarschallin F\u00fcrstin Werdenberg), Stephanie Atanasov (Octavian\/Kammerzofe), Jens Larsen (Baron Ochs auf Lerchenau), J\u00f6rg Sabrowski (Herr von Faninal), Lesia Mackowycz (Sophie), Susan Gouthro (Jungfer Marianne Leitmetzerin), Steffen Doberauer (Valzacchi), Marina Fideli (Annina), Yoonki Baek (ein S\u00e4nger) u. a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 31. Januar 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"kiel-rosenkavalier.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/kiel-rosenkavalier.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"kiel-rosenkavalier.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/kiel-rosenkavalier.jpg\" \/><\/a>Die Feldmarschallin hat eine Aff\u00e4re mit dem jungen Octavian. Die beiden werden vom Baron Ochs, dem Vetter der F\u00fcrstin Werdenberg \u00fcberrascht. Octavian gelingt es jedoch durch Frauenkleider unerkannt zu bleiben, so da\u00df Baron Ochs ihn f\u00fcr eine attraktive Kammerzofe h\u00e4lt. Baron Ochs will sich mit Sophie von Faninal verloben. Als Rosenkavalier zur Brautwerbung schl\u00e4gt die Feldmarschallin Octavian vor. Daraufhin \u00fcberbringt Octavian Sophie eine Rose. Die beiden verlieben sich auf den ersten Blick. Ochs von Lerchenaus Verhalten ist gegen\u00fcber Sophie so r\u00fcpelhaft, da\u00df sie ihn absto\u00dfend findet. Trotz des Dr\u00e4ngens ihres Vaters lehnt sie den Antrag von Baron Ochs ab. Octavian und Ochs geraten aneinander. Beim Kampf verletzt Octavian Ochs mit einem Schwertstich. Ochs beruhigt sich erst, nachdem er einen durch Annina \u00fcberbrachten Brief der Kammerzofe erh\u00e4lt. Sie l\u00e4dt den Schweren\u00f6ter zum Stelldichein. Octavian verkleidet sich als Kammerzofe und inszeniert zusammen mit der Feldmarschallin eine Kom\u00f6die, in der Ochs uneheliche Kinder angedichtet werden. Octavian hat seine Verkleidung als Frau abgelegt und tritt nun als junger Kavalier auf. Ochs versteht die Welt nicht mehr und ruft die Polizei. Doch die Feldmarschallin und Octavian erkl\u00e4ren Ochs den Schabernack. Die Feldmarschallin \u00fcberl\u00e4\u00dft schweren Herzens Octavian seiner Sophie.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDen Ausgangspunkt der Inszenierung bilden f\u00fcnf junge Herren, die jeweils ein Metronom vor sich stehen haben. Das Ticken schallt durch den ganzen Raum. So wird gleich am Anfang auf Hofmannsthals Thematik der Verg\u00e4nglichkeit der Zeit aufmerksam gemacht. Auf der B\u00fchne stehen ein Himmelbett, ein paar M\u00f6bel und ein Fl\u00fcgel. Ein riesiges Fenster \u00f6ffnet den Blick in den Park. Das Anwesen der Faninals ist ein wei\u00dfer, leerer Saal. Im S\u00e9par\u00e9e, in das Ochs gelockt wird, h\u00e4ngen die W\u00e4nde schief. Bemerkenswert ist die farbliche Kontrastierung von Ochs und seiner Gefolgsleute gegen\u00fcber den anderen Personen: Ochs ist dunkel, alle anderen sind hell gekleidet.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\n<strong>Stephanie Atanasov<\/strong> gelingt es mit viel Witz zwischen ihren Rollen zu wechseln: einerseits der jugendliche, \u00fcberm\u00fctige, verliebte Octavian, andererseits die Kammerzofe aus niederem Stand mit bayerischem Dialekt. <strong>Lesia Mackowycz<\/strong> hat eine reine Sopranstimme mit gro\u00dfem Umfang, was sie sp\u00e4testens im \u00fcberragenden Schlu\u00dfterzett mit <strong>Karen Fergurson<\/strong> (Feldmarschallin) und <strong>Stephanie Atanasov<\/strong> (Octavian) unter Beweis stellt: <em>Wird mir hei\u00df und kalt. Und sp\u00fcr&#8216; nur dich und wei\u00df nur eins: Dich hab&#8216; ich lieb<\/em>. <strong>Jens Larsen<\/strong> zeigt durch seinen ausdauernden und gut gef\u00fchrten Ba\u00df und seine komisch-skurrile Rolle eine andauernde B\u00fchnenpr\u00e4senz. Er ist auch der einzige, der dem Orchester immer dynamisch gewachsen ist. Bemerkenswert ist noch der Auftritt von <strong>Yoonki Baek<\/strong>, der der Feldmarschallin als S\u00e4nger einen Rosenstrau\u00df \u00fcberbringt: Mit seiner \u201eitalienischen\u201c Arie ist sein Auftritt so \u00fcberragend, da\u00df auch das Publikum ihn nicht vergi\u00dft und zum Schlu\u00df mit tosendem Applaus belohnt.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nMir bleiben viereinhalb Stunden Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal pr\u00e4gnant in Erinnerung. Die Zeit verlief ohne Spannungsverlust. Es gelingt ausdrucksstarke Musik mit komisch-verliebten Rollen zu verbinden. Doch es dr\u00e4ngt sich mir (und vielleicht auch den Zuschauern) eine Frage auf: Was hat es mit der zeitweilig auftauchenden stummen Doppelg\u00e4ngerin der Feldmarschallin auf sich?<br \/>\nFrederike Arns<\/p>\n<p>Bild: Olaf Struck<br \/>\nDas Bild zeigt Stephanie Atanasov als Octavian und Jens Larsen als Baron Ochs auf Lerchenau.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Strauss (1864\u20131949), Kom\u00f6die f\u00fcr Musik in drei Akten, Libretto: Hugo von Hofmannsthal; UA: 26. 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