{"id":5263,"date":"2013-11-24T18:18:45","date_gmt":"2013-11-24T17:18:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5263"},"modified":"2013-11-29T21:17:16","modified_gmt":"2013-11-29T20:17:16","slug":"die-sizilianische-vesper-freiburg-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5263","title":{"rendered":"DIE SIZILIANISCHE VESPER &#8211; Freiburg, Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Oper in f\u00fcnf\u00a0 Akten, Libretto: Eug\u00e8ne Scribe und Charles Duveyrier, UA: 13. Juni 1853 Paris, Op\u00e9ra, Salle de la rue Le Peletier<\/p>\n<p>Regie: Michael Sturm, B\u00fchne: Stefan Rieckhoff, Kost\u00fcme: Stefan Rieckhoff, Licht: Markus B\u00f6nzli, Dramaturgie: Dominica Volkert<\/p>\n<p>Dirigent: Fabrice Bollon, Philharmonisches Orchester Freiburg, Opernchor, Choreinstudierung: Bernhard Moncado<\/p>\n<p>Solisten: Juan Orozco (Guy de Montfort), Liene Kinca (Elena), James Lee (Arrigo), Jin Seok Lee (Giovanni da Procida), Taiyu Uchiyama (Bethune), Evert Sooster (Vaudemont), Shinsuke Nishioka (Danieli), Alejandro L\u00e1rraga Schleske (Robert), Qiu Ying Du (Ninetta), Volker Stief (Thibaut), Se-Hun Jin (Manfredo), Christoff Mortagne (Federigo, Elenas Bruder), Anja Hildenbrand (Santa Rosalia)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 23. November 2013 (Premiere, italienische Fassung)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Freiburg-Sizil-Vesper.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5264\" alt=\"Freiburg Sizil Vesper\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Freiburg-Sizil-Vesper.jpg\" width=\"361\" height=\"542\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Freiburg-Sizil-Vesper.jpg 361w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Freiburg-Sizil-Vesper-199x300.jpg 199w\" sizes=\"auto, (max-width: 361px) 100vw, 361px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/b><\/p>\n<p>Im Jahr 1282 ist Sizilien von Frankreich besetzt. Der Widerstandsk\u00e4mpfer Arrigo ist in die Herzogin Elena verliebt, deren Bruder vom franz\u00f6sischen Gouverneur Guy de Montfort get\u00f6tet wurde. Elena m\u00f6chte auf Arrigos Liebe eingehen, wenn er daf\u00fcr ihren Bruder r\u00e4cht. Gemeinsam mit dem Demagogen Procida wollen sie den Umsturz in Sizilien herbeif\u00fchren. Dann jedoch er\u00f6ffnet Montfort Arrigo, da\u00df dieser in Wahrheit sein Vater ist. W\u00e4hrend eines Maskenballs verhindert der hin und her gerissene Arrigo einen Anschlag auf Montfort, und die Revolution\u00e4re werden gefangen. Montfort jedoch m\u00f6chte keine weitere Gewalt. Im Zeichen des Friedens setzt er die Hochzeit zwischen Arrigo und Elena an. Als die Glocken l\u00e4uten, dient dies jedoch als geheimes Startsignal f\u00fcr das zwischenzeitlich von Procida in die Wege geleitete Gemetzel an den Franzosen, der sogenannten \u201eSizilianischen Vesper.\u201c<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>Die Freiburger Auff\u00fchrung bleibt alles in allem recht nah an der Textvorlage, insbesondere hinsichtlich der Personenf\u00fchrung. Der B\u00fchnenraum ist monochrom und abstrakt, w\u00e4hrend die Kost\u00fcme und Requisiten sich am 19. Jahrhundert orientieren. So tragen die franz\u00f6sischen Soldaten eine Sch\u00e4rpe mit ihren Nationalfarben, Procida steigt bei seinem ersten Auftritt aus einem Boot etc. Zwei zus\u00e4tzliche stumme Figuren erg\u00e4nzen das Personal: Helenas toter Bruder Federigo erscheint mehrmals. Hinzu kommt als Statue die Schutzheilige Palermos, Santa Rosalia, die zu Beginn des Vierten Aktes einmal kurz zum Leben erwacht.<\/p>\n<p>Der gewichtigste Einfall wird f\u00fcr den Schlu\u00df aufbewahrt: Wo das Libretto das Schicksal der Figuren noch offen l\u00e4\u00dft, f\u00e4hrt hier eine blutbefleckte Wand herab, hinter der alle tot niedersinken. Alleine Procida bleibt stehen und schwenkt d\u00e4monisch lachend die italienische Flagge, wodurch die Regie eine klare Haltung gegen den im St\u00fcck permanent verk\u00fcndeten Patriotismus bezieht.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p>Vokal am st\u00e4rksten imponieren an diesem Abend <b>Juan Orozco<\/b> als Montfort sowie <b>Jin Seok Lee<\/b><i> <\/i>als Procida. Beide wirken in ihren Arien und Ensembleszenen stimmlich extrem pr\u00e4sent und singen ohne Sch\u00e4rfe. Dazu kommt, da\u00df Orozco als aufrichtiger Tyrann authentisch wirkt und Lee<i> <\/i>den<i> <\/i>Procida so subtil gibt, da\u00df seine Bosheit erst ganz am Schlu\u00df zutage tritt. <b>Liena Kinca<\/b> (Elena) und <b>James<\/b><i> <\/i><b>Lee<\/b> (Arrigo) waren f\u00fcr die Premiere eigentlich nur die Zweitbesetzung, erwiesen sich jedoch als \u00fcberaus taugliche Einspringer. Kinca<i> <\/i>war ihre Indisponiertheit kaum anzumerken, nur im <i>Merci, dilette Amici<\/i> hielt sie sich ein wenig zur\u00fcck. Wie der Rest des Ensembles forcierte <b>James Lee<\/b><i> <\/i>den emotionalen Textschwulst durch seinen pathetischen Vortrag noch, gewann aber dabei. Als Arrigo zeigte Lee, da\u00df er die Eigenschaften f\u00fcr einen italienischen Heldentenor allesamt mitbringt, besonders eine tragf\u00e4hige und gl\u00e4nzende H\u00f6he. Das <b>Philharmonische Orchester Freiburg<\/b> unter <b>Fabrice Bollon<\/b> ging mit viel Ernst und Italianit\u00e0 zu Werke, auch wenn das Orchester Vokalsoli gelegentlich zudeckte. Der verst\u00e4rkte <b>Opernchor<\/b> des Theater Freiburg agierte gewohnt klangm\u00e4chtig. Die vielen Chorszenen im Stile der <i>Grand Op\u00e9ra<\/i> gl\u00fcckten auch dank guter Abstimmung der einzelnen Gruppen untereinander. Die vielen kleinen Nebenrollen wurden souver\u00e4n bew\u00e4ltigt, so da\u00df auch der Ensembleklang stets \u00fcberzeugen konnte.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Die Inszenierung trug insgesamt wenig dazu bei, die bekannten Schw\u00e4chen des Librettos, die ein Grund daf\u00fcr sind, warum das St\u00fcck in der Gegenwart selten gespielt wird, auf irgendeine Art und Weise auszugleichen. Auch die Symbolik der kurzen Videoprojektion zu Beginn blieb zu vage. So verschob sich die Aufmerksamkeit automatisch in Richtung der Musik, was dank der hohen Qualit\u00e4t der Auff\u00fchrung sicher nicht das Schlimmste war. Viel Applaus gab es am Premierenabend f\u00fcr S\u00e4nger und Orchester, weder Buhs, noch Bravi f\u00fcr die Regie.<\/p>\n<p>Aron Sayed<\/p>\n<p>Bild: Maurice Korbel<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Jin Seok Lee (Giovanni da Procida)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 23. November 2013 (Premiere, italienische Fassung)<br \/>\nVokal am st\u00e4rksten imponieren an diesem Abend Juan Orozco als Montfort sowie Jin Seok Lee als Procida. Beide wirken in ihren Arien und Ensembleszenen stimmlich extrem&#8230;<\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5263\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":5264,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[82,1],"tags":[],"class_list":["post-5263","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-freiburg-theater","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5263","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5263"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5263\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5284,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5263\/revisions\/5284"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/5264"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5263"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5263"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5263"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}