{"id":5251,"date":"2013-11-13T18:55:46","date_gmt":"2013-11-13T17:55:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5251"},"modified":"2013-11-27T15:19:02","modified_gmt":"2013-11-27T14:19:02","slug":"cosi-fan-tutte-paris-palais-garnier","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5251","title":{"rendered":"COS\u00cc FAN TUTTE &#8211; Paris Palais Garnier"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), Opera buffa in zwei Akten, Libretto: Lorenzo da Ponte, UA: Wien, Burgtheater, 26. Januar 1790<\/p>\n<p>Regie\/B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Ezio Toffolutti, Licht: Andr\u00e9 Diot<\/p>\n<p>Dirigent: Michael Schonwand, Chor und Orchester der Opera National de Paris, Choreinstudierung: Alessandro Di Stefano<\/p>\n<p>Solisten: Myrt\u00f2 Papatanasiu (Fiordiligi), Andrea Hill (vertrat St\u00e9phanie d\u2019Oustrac in den Arien), St\u00e9phanie d\u2019Oustrac (Rezitative) (Dorabella), Dmitry Korchak (Ferrando), David Bizic (Guglielmo), Lorenzo Regazzo (Don Alfonso), Bernarda Bobro (Despina)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 11. November 2013 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Paris-Cos\u00ec.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5252\" alt=\"Paris Cos\u00ec\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Paris-Cos\u00ec.jpg\" width=\"375\" height=\"250\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Paris-Cos\u00ec.jpg 375w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Paris-Cos\u00ec-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 375px) 100vw, 375px\" \/><\/a>Kurzinhalt <\/b><\/p>\n<p>Ferrando und Guglielmo wetten mit dem alten Don Alfonso um die Treue ihrer Verlobten Fiordiligi und Dorabella. Alfonso bestimmt darauf folgende Kom\u00f6die: Die beiden jungen M\u00e4nner werden nach einem tr\u00e4nenreichen Abschied zu einem fernen Regiment abgeordnet. Kurz danach erscheinen sie wieder als reiche Gesch\u00e4ftsfreunde Alfonsos aus Albanien verkleidet, die sofort den beiden verlassenen Damen den Hof machen, jeder der Verlobten des anderen. Aber sie haben damit keinen Erfolg, worauf Alfonso bei der Kammerzofe Despina Hilfe sucht, die einen Selbstmordversuch fingiert. Um sie zu \u201eretten\u201c verordnet der Arzt (Despina) eine Ku\u00dftherapie. Doch auch hier bleiben die M\u00e4dchen standhaft.<\/p>\n<p>Nach erneuter feuriger Werbung beginnt der Widerstand Dorabellas, und schlie\u00dflich auch der Fiordiligis zu schwinden. Und schlie\u00dflich erkl\u00e4ren sie sich zu einer sofortigen Verm\u00e4hlung bereit. Doch gerade als der Notar (wieder Despina) die Heiratsakten bringt, kehren die beiden Verlobten aus dem Krieg zur\u00fcck. Entdeckung, gro\u00dfe Emp\u00f6rung, edelm\u00fctiges Verzeihen, Gl\u00fcck und seliges Vergessen. Die jungen M\u00e4nner zahlen die verlorene Wette an den lebensklugen Don Alfonso.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>Die B\u00fchnenbilder sind Variationen \u00fcber einen vorgegebenen gro\u00dfen Durchgang in einem alten Barockpalast, der hinten offen jeweils den Durchblick auf eine kleine Insel im Meer, auf einen s\u00fcdlichen Garten mit Schirmpinien, auf eine Kanalszene mit an- und abfahrenden Booten oder andere Abwandlungen zul\u00e4\u00dft. Hinten geschlossen, ergibt er Innenr\u00e4ume in besagtem Palast. Die Kost\u00fcme sind lange, helle Seidenkleider f\u00fcr Dorabella und Fiordiligi. Wei\u00dfe Uniformen mit Dreispitz f\u00fcr die Milit\u00e4rs, orientalisierende Prunkkost\u00fcme f\u00fcr die \u201eAlbanesen\u201c und einfache Kleider des 18. Jahrhunderts f\u00fcr das Volk. Auf der B\u00fchne scheint immer die Sonne, was die beiden jungen Damen mit Sonnenschirmen in der Gartenszene besonders reizvoll erscheinen l\u00e4\u00dft. Das Spiel der Darsteller ist anmutig und lebhaft, hin und wieder ein klein wenig manieriert.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p><b>Myrt\u00f2 Papatanasiu<\/b> sang und spielte die bewegende Fiordiligi mit Grazie und klarem hellen Sopran, besonders sch\u00f6n in den lyrischen\u00a0Momenten. Schade, da\u00df sie in den dramatischen H\u00f6hen eine gewisse Sch\u00e4rfe nur selten unter Kontrolle halten konnte. Dennoch ihre gro\u00dfe Arie mit H\u00f6rnerbegleitung im Orchester <i>Come scolio immoto resta \u2013 wie der Felsen unersch\u00fctterlich <\/i>(1. Akt, 9. Szene) war ein Genu\u00df. Wegen Indisposition sah man von der als Dorabella angek\u00fcndigten <b>Stephanie d\u2019Oustrac<\/b> nur das lebensfrohe Spiel auf der B\u00fchne und h\u00f6rte die von ihr gesungenen Rezitative. In den Arien und Ensembleszenen, dagegen, wurde sie\u00a0 von <b>Andrea Hill<\/b> ersetzt, was vielleicht die zweitbeste L\u00f6sung war, aber dennoch nicht ganz zufriedenstellend, denn ihre Stimme, seitlich von Proszenium aus klangsch\u00f6n gesungen, entbehrte der n\u00f6tigen Dramatik und konnte sich in den Ensembleszenen nicht immer durchsetzen. <b>David Bicic<\/b> sang und spielte den Guglielmo mit Lebensfreude und voller warmer\u00a0 Baritonstimme, besonders bezaubernd\u00a0 im Liebesduett mit Dorabella <i>Il core vi dono<\/i> \u2013 <i>ich schenke Euch das Herz<\/i> (2. Akt, 5. Szene). <b>Dmitrys Korchaks<\/b> heller, metallischer Tenor entfaltete ab dem zweiten Akt seine volle Klangfarbe, wie im Duett mit Fiordiligi <i>Fra gli amplessi<\/i> \u2013 <i>bald sinke ich meinem treuen Verlobten in die Arme<\/i> (2. Akt, 12. Szene). Mit guten stimmlichen Qualit\u00e4ten sangen <b>Lorenzo Ragazzo<\/b> (Don Alfonso) und <b>Bernarda Bobro<\/b> (Despina) diese frivole Kom\u00f6die wie sie sie spielten: mit Charme und Humor.<\/p>\n<p><b>Michael Schonwandt<\/b> dirigierte straff Solisten, Chor und Orchester, lie\u00df aber dennoch die vollendete Klangsch\u00f6nheit dieser letzten der drei Da Ponte Opern zum Ausdruck kommen.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p><i>Cos\u00ec fan tutte<\/i> ist ein St\u00fcck Zeitgeschichte. Offenbar auf eine wahre Begebenheit zur\u00fcckgehend, ist die Oper \u2013 in Text und Musik \u2013 ein kleiner Ausschnitt aus dem Leben jener anmutigen, etwas leichfertigen, kunstsinnigen, aristokratischen Gesellschaft kurz vor der franz\u00f6sichen Revolution. So l\u00e4\u00dft sie sich auch nur schwer von seinem Zeitgeist trennen. Ezio Toffolutti, der seine B\u00fchnenkarriere 1971 an der Volksb\u00fchne in Berlin begann, hat diese Inszenierung ganz im Stil des ausgehenden 18. Jahrhunderts gehalten. In der Wahrung der Proportion erinnert sie an Giorgio Strehlers legend\u00e4re Pariser<i> Figaro<\/i> Inszenierung von 1973.<\/p>\n<p>Da <i>Cos\u00ec fan tutte <\/i>vor allem eine Ensembleoper ist und die S\u00e4nger und S\u00e4ngerinnen gut auf einander abgestimmt waren, kam eine musikalisch und szenisch erfreuliche Auff\u00fchrung zustande.<\/p>\n<p>Alexander Jordis-Lohausen<\/p>\n<p>Bild: Ch. Pel\u00e9\/Op\u00e9ra national de Paris<\/p>\n<p>Das Biild zeigt: David Bizic (Guglielmo), St\u00e9phanie d&#8217;Oustrac (Dorabella), Bernarda Bobro (Despina), Lorenzo Regazzo (Don Alfonso), Myrto Papatanasiu (Fiordiligi) und Dmitry Korchak (Ferrando)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 11. November 2013 (Premiere)<br \/>\nMyrt\u00f2 Papatanasiu sang und spielte die bewegende Fiordiligi mit Grazie und klarem hellen Sopran, besonders sch\u00f6n in den lyrischen Momenten. Cos\u00ec fan tutte ist ein St\u00fcck Zeitgeschichte. 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