{"id":5248,"date":"2013-10-28T11:41:02","date_gmt":"2013-10-28T10:41:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5248"},"modified":"2013-12-03T21:06:09","modified_gmt":"2013-12-03T20:06:09","slug":"maskenball-coburg-landestheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5248","title":{"rendered":"MASKENBALL &#8211; Coburg, Landestheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Melodramma in drei Akten, Libretto: Antonio Somma, in italienischer Sprache mit deutschen \u00dcbertiteln, UA: 1859, Rom<\/p>\n<p>Regie: Volker Vogel, B\u00fchne und Kost\u00fcme: Norbert Bellen<\/p>\n<p>Dirigent: Roland Kluttig, Philharmonisches Orchester Landestheater Coburg, Chor des Landestheater Coburgs, Chorleitung: Lorenzo Da Rio.<\/p>\n<p>Solisten: Milen Bozhkov (Gustavo III.), Michael Bachtadze (Renato Anckarstr\u00f6m), Celeste Siciliano (Amelia), Leila Pfister (Ulrica), Anna G\u00fctter (Oscar), Martin Trepl (Silvano), Rainer Scheerer (Samuel), Michael Lion (Tom), Tae-Kwon Chu (Oberster Richter), Marino Polanco (Diener)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 26. Oktober 2013 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Coburg-Maskenball__16.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5249\" alt=\"Giuseppe Verdi: Ein Maskenball\/ R Volker Vogel \/ A Norbert Bellen\/ ML Roland Kluttig \/ Premiere: 26.10.2013 \/ Landestheater Coburg\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Coburg-Maskenball__16.jpg\" width=\"426\" height=\"283\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Coburg-Maskenball__16.jpg 426w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Coburg-Maskenball__16-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 426px) 100vw, 426px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/b><\/p>\n<p>Der durch eine Verschw\u00f6rung bedrohte K\u00f6nig Gustavo III. liebt heimlich Amelia, die Frau seines Freundes Renato. Als er sie beim Besuch der Wahrsagerin Ulrica belauscht, erf\u00e4hrt er, da\u00df sie ihn ebenfalls liebt. Ulrica prophezeit ihm, er werde vom demjenigen ermordet, der ihm die Hand gibt. Nichtsahnend begr\u00fc\u00dft er Renato per Handschlag. In derselben Nacht treffen Gustavo und Amelia auf dem Richtplatz aufeinander. Obwohl sie ihren Gef\u00fchlen zu Gustavo abschw\u00f6ren will, ringt dieser ihr ein Liebesgest\u00e4ndis ab. Da erscheint Renato, der Gustavo vor den herannahenden Verschw\u00f6rern retten will. Gustavo flieht, aber in Gegenwart der Verschw\u00f6rer erkennt Renato seine Frau und schw\u00f6rt Rache. Renato ersticht auf einem Maskenball Gustavo. Dieser verzeiht allen im Sterben.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>Wer bei einer Maskenball-Auff\u00fchrung auf ein Kost\u00fcmfest hofft, der ist hier fehl am Platze. Das im mystischen halbdunkel gehaltene B\u00fchnenbild kommt mit wenigen Requisiten aus, wie Sofa oder Schreibpult. Der Hintergrund bleibt im Dunkel, nur im Festsaal ist der Abschlu\u00df ein Portalbogen. Zwei wei\u00dfe bespannte Trennw\u00e4nde lassen sich verschieben und sind je nach Beleuchtung transparent, was auf dem Richtplatz zusammen mit dem Auftritt der Ulrica als Schicksalsg\u00f6ttin im wei\u00dfen Kleid wie ein heidnisches Ritual wirkt. Die Kost\u00fcme im klassischen Schnitt mit weitem Mantel, Anzug oder Abendkleid k\u00f6nnten barock oder von der Entstehungszeit inspiriert sein und unterstreichen die zeitlose Bedeutung dieses Meisterwerks Verdis als Melodram und f\u00fcr politische Moral.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p>Ebenso wie die B\u00fchnendarstellung auf hohles Pathos oder Prunk verzichtet, gibt die Interpretation von <b>Roland Klutig<\/b> den Beteiligten alle M\u00f6glichkeiten, die Beziehungen zwischen den einzelnen Personen und deren Gef\u00fchle und Motive darzustellen. Dazu nimmt er \u00fcber weite Strecken den bestens vorbereiteten Orchester-Klangk\u00f6rper und den Chor zur\u00fcck. Das eigentliche Drama beginnt mit dem 2.Akt, mit dem Treffen Amelias auf Gustavo. Nun darf auch das Orchester dramatische Wirkungen produzieren, das Verh\u00e4ngnis einer verbotenen Liebesbeziehung nimmt h\u00f6rbar seinen Lauf. F\u00fcr diese Liebesbeziehung stehen <b>Milen Bozhkov<\/b> (Gustavo) und <b>Celeste Siciliano<\/b> (Amelia). Bozhkov ist der Tenor, wie ihn sich Verdi w\u00fcnschen w\u00fcrde: Mit weichem italienischem Timbre, dabei durchaus durchschlagsf\u00e4hig und schwerelos sicher in den H\u00f6hen, \u00fcberzeugt er mit seinen Liebesqualen. <b>Celeste Siciliano<\/b> ist mit ihrem dramatischen Sopran schon ein wenig aus den kleinen H\u00e4usern hinausgewachsen. Sie legt etwas zu viel Kraft in ihr Flehen in <i>Schenke mir die Kraft<\/i>! <b>Michale Bachtadze<\/b> mu\u00df sich zun\u00e4chst freisingen, ist aber ein klangvoller lyrischer Bariton mit gro\u00dfer dramatischer Verve. Er hat seine gro\u00dfen Auftritt mit den Verschw\u00f6rern, der musikalisch in den Fokus dieser Auff\u00fchrung r\u00fcckt: <i>Wir haben einen Sinn, die Rache<\/i>! <b>Michael Lion<\/b> (Tom) ist als Ba\u00df des Hauses eine solide schwarz-t\u00f6nende Bank, <b>Rainer Scheerer<\/b> (Samuel) gelingt es mit seinem facettenreichen, vollt\u00f6nenden und in der Tiefe fundierten Ba\u00df-Bariton teuflische Momente in die Verschw\u00f6rungsszene zu zaubern. <b>Anna G\u00fctter<\/b> ist hier die ausdrucksstarke Soubrette, die die kafkaesken und mephistophelischen Momente der Hosenrolle des Oscars (in der Verkleidung eines Harlekins!) auch s\u00e4ngerisch darstellen kann. <b>Leila Pfisters<\/b> einzige St\u00e4rke sind die hexenartigen keifenden Momente der Ulrica.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Dieser Abend zeichnet sich durch eine harmonierende Zusammenarbeit zwischen Regie und Musik aus. Sowohl Roland Klutig als auch Volker Vogel begeben sich auf die interessante Suche nach dem Beginn des inneren Dramas im Maskenball: Eine zun\u00e4chst harmlose Liebesgeschichte ger\u00e4t durch eine Verschw\u00f6rung ins dramatische Fahrwasser. Eine perfekte Personenf\u00fchrung und S\u00e4ngerdarsteller die ihre inneren K\u00e4mpfe musikalisch glaubhaft machen k\u00f6nnen, sind die Garanten eines gro\u00dfen Verdi-Abends \u2013 ein Geschenk zu seinem 200. Geburtstag. Der Gratulation schlo\u00df sich das Publikum lautstark an.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Andrea Kremper<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Celeste Siciliano (Amelia) und Milen Bozhkov (Gustavo) auf dem Maskenball<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 26. 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