{"id":5243,"date":"2013-11-03T10:05:03","date_gmt":"2013-11-03T09:05:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5243"},"modified":"2013-12-03T19:43:26","modified_gmt":"2013-12-03T18:43:26","slug":"die-fledermaus-kassel-staatstheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5243","title":{"rendered":"DIE FLEDERMAUS &#8211; Kassel, Staatstheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Johann Strau\u00df d.J. (1825-1899), Operette in drei Akten, Libretto: Carl Haffner und Richard Gen\u00e9e, UA: 1874 Wien<\/p>\n<p>Regie: Volker Schmal\u00f6er, B\u00fchne: Lars Peter, Kost\u00fcme: Andreas Janczyk<\/p>\n<p>Dirigent: Patrik Ringborg, Staatsorchester Kassel, Opernchor und Extrachor, Choreinstudierung: Marco Zeiser Celesti<\/p>\n<p>Solisten: Marian Pop (Gabriel von Eisenstein), Hulkar Sabirova (Rosalinde), Tomasz Wija (Frank), Maren Engelhardt (Prinz Orlofsky), Bassem Alkhouri(Alfred), Hansung Yoo (Dr. Falke), J\u00fcrgen Appel (Dr. Blind), LinLin Fan (Adele), Sabine Roppel (Ida), Bernhard Modes (Frosch, Sprechrolle).<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 2. November 2013 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Kassel-Fledermaus.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5244\" alt=\"Kassel Fledermaus\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Kassel-Fledermaus.jpg\" width=\"396\" height=\"264\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Kassel-Fledermaus.jpg 396w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Kassel-Fledermaus-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 396px) 100vw, 396px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/b><\/p>\n<p>Eisenstein hat nach einem Maskenball den als Fledermaus verkleideten Dr. Falke blamiert. Dieser r\u00e4cht sich, indem er auf einem Fest des Prinzen Orlofsky seinen Scherz mit Eisenstein treibt. Eigentlich sollte der im Gef\u00e4ngnis eine Strafe absitzen, doch l\u00e4\u00dft er sich gerne \u00fcberreden, mit auf das Fest zu kommen. Auf dem Fest begegnen ihm sein Stubenm\u00e4dchen Adele, die sich unter dem Namen \u201eOlga\u201c vorstellt, und eine maskierte ungarische Gr\u00e4fin, bei der es sich jedoch um seine Gattin Rosalinde handelt. Mit dem Gef\u00e4ngnisdirektor Frank schlie\u00dft er im Rausch Freundschaft. Als Eisenstein am n\u00e4chsten Morgen im Gef\u00e4ngnis eintrifft, um seine Strafe anzutreten, mu\u00df er entdecken, da\u00df mittlerweile jemand anderes, n\u00e4mlich Alfred, der ehemalige Liebhaber seiner Frau, unter dem Namen \u201eEisenstein\u201c einsitzt. Nach weiteren turbulenten Verwicklungen l\u00f6st sich das Spiel schlie\u00dflich auf.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>Die bunte Bilderflut beginnt mit der Ouvert\u00fcre, die in einer scherenschnittartigen Tanzeinlage die\u00a0 Vorgeschichte zeigt, als Eisenstein einst den betrunkenen Falke absetzte und dieser zum Spott der Bev\u00f6lkerung (B\u00e4cker, Schornsteinfeger und drei Damen mit Pudel) als Fledermaus verkleidet nach Hause laufen mu\u00dfte. Auch im weiteren Verlauf wirken die Figuren als \u00fcberzeichnete Karikaturen mit \u00fcbergro\u00dfer Per\u00fccke. Genauso \u00fcberzeichnet die Kost\u00fcme \u2013 vom schwarzen Cutaway und Abendkleid der Festgesellschaft, den\u00a0 schwarz-wei\u00dfen Dienstboten bis hin zur pinken Entourage des Prinzen Orlofsky. Das B\u00fchnenbild des ersten Aktes hat ein pudelf\u00f6rmiges Loch im Zwischenvorhang, den Saal des Prinzen Orlofsky dominieren ein \u00fcbergro\u00dfer Pudel und ein gro\u00dfer Mond. Auf dem Dach des vergitterten Gef\u00e4ngnisses turnen indische Tempelt\u00e4nzerinnen im rosa Weihnachtsbaumornat unter dem Mond und um den Pudel herum.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p>Der von Frosch als \u201ealter Schwede\u201c titulierte <b>Patrik Ringborg<\/b> gestaltet diese Operette als \u201eErnste Komische Oper\u201c. Die Tanzeinlage Polka und kein Walzerklang. Keine Tempoversch\u00e4rfungen und keine Knalleffekte. Man lotet die Nuancen der Partitur aus und sucht die Melodielinie einer Oper. Die S\u00e4nger verf\u00fcgen kaum \u00fcber die Affekte eines Operettens\u00e4ngers und folgen der Gesangslinie eines Operns\u00e4ngers.<\/p>\n<p>Ein Paradebeispiel daf\u00fcr ist <b>LinLin <\/b>Fan (Adele) dank ihres wunderbar beweglichen hohen jugendlichen Soprans mit bravour\u00f6sen Koloraturen. Da sie jedoch an der Gesangslinie klebt, deshalb wenig wortverst\u00e4ndlich ist und wenig Komik transportieren kann, kann man sie auch nicht als Soubrette bezeichnen, die die Rolle der Adele eigentlich auszeichnet: Die <i>Unschuld vom Lande<\/i> ist sie nicht. Die fehlende Wortverst\u00e4ndlichkeit in der Gesangslinie mu\u00df man auch den anderen S\u00e4ngern ankreiden: <b>Hulkar Sabirova<\/b> verf\u00fcgt \u00fcber einen dramatischen Sopran, den Cs\u00e1rd\u00e1s kann sie mit sicheren H\u00f6hen erfolgreich gestalten. Jedoch ist die Stimme etwas zu schwer f\u00fcr die Rosalinde. Ebenso schwierig ist es, einen geeigneten Mezzo f\u00fcr die Rolle des Prinzen Orlofsky zu finden. <b>Maren Engelhardt <\/b>bem\u00fcht sich hier redlich mit einer sehr beweglichen leicht abgedunkelten Mezzo-Stimme, der ein bi\u00dfchen der Glanz in den hohen Lagen fehlt. Formal sind alle Noten brillant gesungen, jedoch der Operetten-Effekt der \u201em\u00e4nnlichen Rolle\u201c Orlofsky will sich nicht einstellen. <b>Marian Pop<\/b> ist ein durchschlagsstarker Bariton, der auch den Tenoranforderungen der Rolle des Eisensteins gerecht wird. Das ist hohe Oper, aber die l\u00fcsternen Momente, Verzweiflungs- und Wutausbr\u00fcche kann er nicht gestalten. <b>J\u00fcrgen Appel<\/b> ist ein sicherer Stotter-Advokat Blind, <b>Hansung Yoo<\/b> (Dr. Falke) ein technisch versierter Spielbariton und <b>Tomasz Wija<\/b> ein solider Ba\u00df, der einen schwankenden Gef\u00e4ngnisdirektor Frank singt. <b>Bassem Alkhouri<\/b> ist noch ein Nachwuchstenor und hat so manche Probleme mit der Rolle des Alfred.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Das bestimmende Bild des Abends ist der Pudel. Des Pudels Kern ist jedoch, da\u00df auf dem Programm die heitere Operette <i>Fledermaus<\/i> steht. Da die Hauptrollen mit Operns\u00e4ngern besetzt sind, die Sprechtexte gek\u00fcrzt werden (vor allem im dritten Akt und auch der Auftritt des Froschs wird gek\u00fcrzt und durch ein Gstanzl erg\u00e4nzt), endet diese Fledermaus als wenig sylvester-selige Oper. Das Kasseler Publikum f\u00fchlt sich in der bunten nichtssagenden Ausstattung pudelwohl und spendet reichlich Applaus.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: N. Klinger<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Im Zentrum, von links: Hansung Yoo (Dr. Falke), Maren Engelhardt (Prinz Orlofsky) und Marian Pop (Gabriel von Eisenstein) sowie Mitglieder des Opernchors<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 2. November 2013 (Premiere)<br \/>\nHulkar Sabirova verf\u00fcgt \u00fcber einen dramatischen Sopran, den Cs\u00e1rd\u00e1s kann sie mit sicheren H\u00f6hen erfolgreich gestalten. Jedoch ist die Stimme etwas zu schwer f\u00fcr die Rosalinde. 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