{"id":5240,"date":"2013-11-04T22:30:19","date_gmt":"2013-11-04T21:30:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5240"},"modified":"2013-12-03T19:46:50","modified_gmt":"2013-12-03T18:46:50","slug":"tosca-bonn-opernhaus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5240","title":{"rendered":"TOSCA &#8211; Bonn, Opernhaus"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Musikdrama in drei Akten, Libretto: Giuseppe Giacosa und Luigi Illica nach dem Drama von Victorien Sardou, UA: 14. Januar 1900 Rom, Teatro Costanzi<\/p>\n<p>Regie: Philipp Kochheim, B\u00fchne: Thomas Gruber, Kost\u00fcme: Gabriele Jaeneckem<\/p>\n<p>Dirigent: Hendrik Vestmann, Beethoven Orchester Bonn, Kinderchor und Chor des Theaters Bonn, Choreinstudierung Ekaterina Klewitz und Volkmar Olbrich.<\/p>\n<p>Solisten: Yannick-Muriel\u00a0 Noah (Floria Tosca), Christian Juslin (Mario Cavaradossi), Evez Abdulla (Baron Scarpia), Rolf Broman (Cesare Angelotti), Priit Volmer (Mesner), Johannes Mertes (Spoletta), Alexey Smirnov (Sciarrone) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 3. November 2013 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/BonnTosca-1150.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5241\" alt=\"T H E A T E R  B O N N: \tTOSCA\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/BonnTosca-1150.jpg\" width=\"366\" height=\"244\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/BonnTosca-1150.jpg 366w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/BonnTosca-1150-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 366px) 100vw, 366px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/b><\/p>\n<p>Rom im Jahr 1800. Bis auf ihre gelegentlichen Eifersuchtsanf\u00e4lle f\u00fchrt die ber\u00fchmte S\u00e4ngerin Floria Tosca eine gl\u00fcckliche Beziehung mit dem Maler Mario Cavaradossi. An dem Tag, als Mario dem politischen Gefangenen Angelotti zur Flucht verhilft, \u00e4ndert sich jedoch das Leben des Liebespaars von Grund auf. Tosca ger\u00e4t ins Visier des m\u00e4chtigen Polizeichefs Scarpia. Dieser l\u00e4\u00dft Cavaradossi gefangennehmen, und Tosca wird unversehens zum Spielball. F\u00fcr eine Liebesnacht mit ihm, Scarpia, verspricht er ihr, den Geliebten nach einer Scheinhinrichtung laufen zu lassen. Es gelingt ihr, von Scarpia einen Freibrief f\u00fcr Marios Flucht zu bekommen, \u00a0und kann sich seinem Dr\u00e4ngen nur erwehren, indem sie ihn ersticht, Trotz der versprochenen Scheinhinrichtung \u00a0wir Mario erschossen. Tosca aber st\u00fcrzt sich von der Engelsburg.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>Auf der B\u00fchne ist der Vorplatz der Kirche Sant\u2019 Andrea della Valle aufgebaut, ein Filmplakat (<i>Accattone<\/i>, Pier Paolo Pasolini) datiert das Geschehen etwa in die 60er Jahre. Tosca und Cavaradossi haben ihre Zusammenkunft in der Bar auf dem Kirchplatz, wo der Maler einen Skizzenblock mit dem Portr\u00e4t der Gr\u00e4fin Attavanti bearbeitet, das ihre Eifersucht erregt. Nachdem der K\u00fcnstler Angelotti zur Flucht verhelfen konnte, wird eine in Nebel getauchte Unfallszene mit Autowrack gezeigt, um Scarpia einmal mehr als brutalen Polizeichef, dem jedes Mittel recht ist, darzustellen.<\/p>\n<p>In seinem Palast residiert er in einem protzigen B\u00fcrozimmer mit antiken Fresken und modernen M\u00f6beln, wie man es bei einem Diktator unserer Tage von Zeitungsbildern her kennt. Er trinkt, raucht und i\u00dft \u2013 ein Genu\u00dfmensch, der sich alles nimmt, was er will. Tosca erdrosselt ihn im dramatischen Kampf mit dem Telefonkabel. Die Schlu\u00dfszene spielt im verm\u00fcllten Hinterhof des Polizeipalastes, wo sich Tosca, nachdem sie dem Gendarmen den Revolver entrei\u00dfen konnte, erschie\u00dft.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p>Die fantastischen Stimmen der drei Protagonisten machten diese Auff\u00fchrung zu einem Erlebnis, allen voran <b>Yannick-Muriel Noah<\/b>, die als Floria Tosca sehr intensiv spielte und ihren dunkel timbrierten wendigen Sopran sehr kontrolliert dramatisch einsetzen kann. Ihre etwas kehlige Tiefe, wirkt nicht st\u00f6rend. Der finnische Tenor <b>Christian<\/b> <b>Juslin<\/b> strahlte \u2013 im wahrsten Sinne \u2013 mit hellem Tenor heldenhaft in der Partie des Malers Cavaradossi, sein Spiel ist intensiv. Die Duette zwischen Yannick-Muriel Noah und Christian Juslin waren ein musikalischer Genu\u00df. Lang anhaltenden Zwischenapplaus gab es zu Recht f\u00fcr die Tosca-Darstellerin nach ihrer gef\u00fchlvollen Solo-Arie Arie <i>Vissi d&#8217;arte \u2013 Ich lebte f\u00fcr die Kunst<\/i>.<\/p>\n<p><b>Evez Abdulla<\/b> (Scarpia) wirkte nicht nur enorm finster und verschlagen, sondern nahm auch besonders ein mit seinem dunkel gef\u00e4rbten Bariton, der jedoch mitunter vom Orchester etwas zugedeckt wurde ein. Die kleineren Rollen, <b>Rolf Bromann<\/b> (Angelotti), <b>Priit Volmer<\/b> (Mesner) sowie <b>Johannes Mertes<\/b> und <b>Alexey Smirnov<\/b> als die Schergen des Scarpia, waren gl\u00fccklich besetzt. Nicht zuletzt der <b>Chor<\/b> wirkte, wie etwa im feierlichen <i>Te Deum<\/i> (2. Akt), stark. Die Partitur lag in den H\u00e4nden <b>Hendrik Vestmanns<\/b>, der ihr von Beginn an musikalische Dramatik entlockte. Kleiner besetzte, solistische Passagen, wie \u00a0etwa im dritten Akt (Solostreicher und Soloklarinette) h\u00e4tte man sich etwas liebevoller und transparenter gew\u00fcnscht.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Die Regie von <b>Philipp Kochheim<\/b> hat sich auf die Skrupellosigkeit und die dramatische Stimmung der Geschichte in starken Bildern fokussiert. Die drei S\u00e4ngerprotagonisten waren eine wahrer Gl\u00fccksgriff in der Besetzung.<\/p>\n<p>Felicitas Zink<\/p>\n<p>Bild: Thilo Beu<\/p>\n<p>Das Bild zeigt:\u00a0 Christian Juslin(Mario Cavaradossi), Alexey Smirnov(Sciarrone), Yannick-Muriel Noah(Floria Tosca),\u00a0Evez Abdulla(Baron Scarpia), v.l.n.r. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 3. 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