{"id":524,"date":"2009-02-04T20:01:38","date_gmt":"2009-02-04T18:01:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=524"},"modified":"2009-02-27T13:51:22","modified_gmt":"2009-02-27T11:51:22","slug":"dresden-sachsische-staatsoper-%e2%80%9esemperoper%e2%80%9c-tosca","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=524","title":{"rendered":"Dresden, S\u00e4chsische Staatsoper \u201eSemperoper\u201c &#8211; TOSCA"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Giacomo Puccini, Musikdrama in 3 Akten, Libretto: Giuseppe Giacosa und Luigi Illica nach dem Drama von Victorien Sardou, UA: 14.Januar 1900, Teatro Costanzi, Rom<br \/>\nRegie: Johannes Schaaf, B\u00fchnenbild: Christof Cremer, Kost\u00fcme: Petra Reinhardt<br \/>\nDirigent: Ivan Angu\u00e9lov, S\u00e4chsische Staatskapelle Dresden, Chor und Kinderchor<br \/>\nSolisten: Floria Tosca (Chiara Taigi), Mario Cavaradossi (Aleksandr Antonenko), Baron Scarpia (Lucio Gallo), Cesare Angelotti (Sangmin Lee) Spoletta (Timothy Oliver) u.a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 31.Januar 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/dresden-tosca.jpg\" TITLE=\"dresden-tosca.jpg\"><img SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/dresden-tosca.jpg\" ALT=\"dresden-tosca.jpg\" ALIGN=\"right\" \/><\/a>Der Maler Cavaradossi, Geliebter der ber\u00fchmten S\u00e4ngerin Tosca, verhilft Angelotti zur Flucht. Scarpia, der Polizeichef, ist Angelotti dicht auf der Spur, erwischt ihn zun\u00e4chst aber nicht, sondern inhaftiert lediglich Cavaradossi. \u00dcber diesen hofft er zum einen Angelotti zu erwischen, zum anderen, Tosca, die er begehrt, zu besitzen. Cavaradossi wird gefoltert. Tosca kann dies nicht mit ansehen und verr\u00e4t das Versteck Angelottis. Scarpia l\u00e4\u00dft Cavaradossi zur Hinrichtung abf\u00fchren, aber f\u00fcr eine Nacht mit Tosca w\u00e4re er bereit, den Maler zu begnadigen. Vorher beauftragt er seinen Polizeiagenten Spoletta, Cavaradossi zu exekutieren, wogegen er Tosca erkl\u00e4rt, da\u00df es eine Scheinerschie\u00dfung sei. Aber w\u00e4hrend Scarpia den Passierschein f\u00fcr Tosca und Cavaradossi ausstellt, ersticht sie ihn. Cavaradossi bereitet sich auf seine Erschie\u00dfung vor, da erscheint Tosca und erz\u00e4hlt ihm da\u00df es eine Scheinerschie\u00dfung sei. Die Sch\u00fcsse knallen und ihr Geliebter ist tot. Tosca st\u00fcrzt sich von der Engelsburg in den Tod.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDie Kirche Sant\u2019Andrea della Valle in Rom ist Kirche im Aussehen von Kirchen der 50\/60er Jahre, erkennbar an dem gro\u00dfen Kreuz an der hinteren Betonwand. An der linken Betonwand ein monumentales Gem\u00e4lde, davor ein Malerger\u00fcst. Rechts die Statue der Madonna, daneben eine sehr niedrige T\u00fcr. Die Kapelle der Attavanti ist im Boden versenkt. Das B\u00fcro von Scarpia im Palazzo Farnese ist ein Allerweltsb\u00fcro. Dann ein \u00fcblich gestaltetes Gef\u00e4ngnis \u2013 alles mit Betonmauern. Links ein Stehpult und in der Mitte ein E\u00dftisch mit St\u00fchlen, alles aus rotbraunem Holz. Die Engelsburg ist eine beliebige Hinrichtungsst\u00e4tte, vorne links liegt ein gro\u00dfer Haufen Schuhe, zu dem sich bald auch (mit einigen M\u00fchen beim Ausziehen&#8230;schafft er\u2019s noch ohne Umzufallen bis zur Erschie\u00dfung?) Cavaradossis Stiefel gesellen sollen. Toscas Sprung in den Tod erlebt der Zuschauer in glei\u00dfendem Licht optisch er- und \u00fcberh\u00f6ht.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nHervorragend die Leistung der <strong>S\u00e4chsischen Staatskapelle<\/strong> unter <strong>Ivan Angu\u00e9lov<\/strong>, lyrisch in den emotionalen Phasen, knallig und bunt aufspielend in den farben\u00acpr\u00e4chtigen Szenen, diabolisch das Motiv des Scarpia interpretierend, melancholisch das der Tosca in sensibler Begleitung der S\u00e4nger.<br \/>\nEmily Magee, als Tosca vorgesehen, erkrankte pl\u00f6tzlich und kurzfristig rettete die erst zur Generalprobe eingesprungene <strong>Chiara<\/strong><strong> Taigi<\/strong> aus Rom die Premiere. Und wie! Gesang und Spiel sind bei ihr eine vollkommene Einheit. Glaubw\u00fcrdig bis in die kleinste Emotion, wei\u00df sie ihr gepflegtes Stimmmaterial wirkungsvoll einzusetzen. Nat\u00fcrlich kleines K\u00fcnstler-Premieren-Pech beim Betreten der Kirche: Die T\u00fcr ist zu niedrig und ihr Kopf macht Bekanntschaft mit dem T\u00fcrstock. Aber Vollprofi, der sie ist, l\u00e4\u00dft sie sich nichts anmerken, tritt absolut sicher auf, und das unter den gegebenen Umst\u00e4nden. Und wie war in der Arie <em>Vissi d\u2019arte \u2013 nur der Kunst<\/em>? Fabelhaft \u2013 wem da nicht die Tr\u00e4nen in den Augen standen, der hat kein Herz. Dunkel timbriert der Tenor, aber einer, der sich auch kraftvoll zu strahlenden H\u00f6hen emporschwingen kann. Man zittert ja jedesmal mit, wenn die Oper gleich zu Anfang, ohne die Chance des Warmsingens, von Cavaradossi eine Arie wie <em>Recondit\u2019 armonia<\/em> \u2013 <em>geheimnisvolle Harmonie<\/em> verlangt. Kleinste Unsicherheiten beim Ansingen, mal eine Phrase nicht ganz ausgehalten \u2013 Premierenstre\u00df bei <strong>Aleksandr Antonenko<\/strong>. Und wie war \u201e<em>E lucevan le stelle \u2013 und es leuchten die Sterne<\/em>? Grandios! Auch hier waren Tr\u00e4nen in den Augen angesagt. Das gro\u00dfartige S\u00e4ngerensemble wurde eindrucksvoll abgerundet durch einen geradezu triumphal aufsingenden <strong>Lucio Gallo<\/strong> als Scarpia. Da sa\u00df alles \u2013 und den Scarpia nimmt man ihm sofort ab. So w\u00fcnsche ich mir Scarpia immer. Neben den tadellos besetzten kleineren Rollen beeindruckte besonders <strong>Sangmin Lee<\/strong> als Angelotti im Zusammenspiel tadellosen Gesangs und packender Darstellung.<br \/>\nFilmregisseur <strong>Johannes Schaaf<\/strong> inszeniert &#8211; da wei\u00df man von vornherein, da\u00df die Augen nicht gequ\u00e4lt werden. Und Kerzen, all\u00fcberall Kerzen, Schaaf liebt Kerzen bis hin zum unvermeidlichen Kerzenleuchter neben Scarpias totem Haupt.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nStanding Ovations des begeisterten Premierenpublikums. Eine Oper aus einem Gu\u00df. Zwingend und optisch ansprechend die Inszenierung, S\u00e4nger und Orchester gaben, jeder f\u00fcr sich, und alle gemeinsam, ein Beispiel. Diese Tosca ist eine Reise nach Dresden wert!<\/p>\n<p>Dr. R\u00fcdiger Ehlert<\/p>\n<p>Bild: Matthias Creutziger<br \/>\nDas Bild zeigt: Chiara Taigi (Floria Tosca), Aleksandr Antonenko (Mario Cavaradossi)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Giacomo Puccini, Musikdrama in 3 Akten, Libretto: Giuseppe Giacosa und Luigi Illica nach dem Drama von Victorien Sardou, UA: 14.Januar 1900, Teatro Costanzi, Rom Regie: Johannes Schaaf, B\u00fchnenbild: Christof Cremer, Kost\u00fcme: Petra Reinhardt Dirigent: Ivan Angu\u00e9lov, S\u00e4chsische Staatskapelle Dresden, Chor<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=524\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[21,1],"tags":[],"class_list":["post-524","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-dresden-semperoper","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/524","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=524"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/524\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=524"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=524"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=524"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}