{"id":5220,"date":"2013-08-16T17:06:05","date_gmt":"2013-08-16T16:06:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5220"},"modified":"2013-12-03T21:02:54","modified_gmt":"2013-12-03T20:02:54","slug":"salzburger-festspiele-2013","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5220","title":{"rendered":"Salzburger Festspiele 2013"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><b><i><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Salzburg-Rienzi.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5225\" alt=\"Salzburg Rienzi\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Salzburg-Rienzi.jpg\" width=\"486\" height=\"324\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Salzburg-Rienzi.jpg 486w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Salzburg-Rienzi-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 486px) 100vw, 486px\" \/><\/a>Rienzi<\/i><\/b><\/p>\n<p>Dirigent: Philippe Jordan, <i>Gustav Mahler Jugendorchester<\/i>, Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor.<br \/>\nSolisten: Franz-Christopher Ventris (Rienzi), Emily Magee (Irene), Georg Zeppenfeld (Steffano Colonna), Sophie Koch (Adriano), Martin Gantner (Paolo Orsini), Kiandra Howarth (Friedensbote) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 14.\/15. August 2013<\/p><\/blockquote>\n<p><b>Vorbemerkung<\/b><\/p>\n<p>Erstmals steht Wagners f\u00fcnfaktige gro\u00dfe tragische Oper <b><i>Rienzi<\/i><\/b> auch in der Salzburger Felsenreitschule auf dem Programm \u2013 zwar nicht szenisch, aber musikalisch durchaus gelungen. Wagners Jugendoper wird in Salzburg von Jugendlichen realisiert, dem bestens disponierten <i>Gustav Mahler Jugendorchester<\/i>, dem faszinierenden Chorklang der Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor sowie von einer wagnererfahrenen Solistenmannschaft. Der von Philippe Jordan entfachte Funke springt dabei vielfach \u00fcber. Sogar eine eigene Strichfassung wurde erstellt, die jedoch wie alle Strichfassungen holprig ist.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>Die mit einer Pause auf eine Spieldauer von dreieinhalb Stunden gek\u00fcrzte Oper orientiert sich an Wagners nur wenige Male aufgef\u00fchrter Fassung f\u00fcr zwei Abende, <i>Rienzis Gr\u00f6\u00dfe<\/i> und <i>Rienzis Fall<\/i>. F\u00fcr diesen zweiten Teil hatte der Komponist eine eigene Ouvert\u00fcre nachkomponiert, die in Salzburg nach der Pause, vor Beginn des zweiten Teils, erklingt. Sie verdeutlicht durch Aufgreifen von Themen aus dem ersten Teil die Wurzeln von Rienzis Scheitern und schafft so bildlich den Ausgangspunkt zu seinem Sturz.<\/p>\n<p>Auch am Ende des dritten Aktes ist eine von Wagner erst f\u00fcr die sp\u00e4teren Dresdener Auff\u00fchrungen nachkomponierte Variante des Finales zu h\u00f6ren. Sie zeigt den Tribunen an der Schwelle zum Gr\u00f6\u00dfenwahn, nimmt allerdings textlich Bezug auf die Pantomime des Raubs der Sabinerinnen (2. Akt). Die Musik zu dieser Pantomime ist in Salzburg nicht zu erleben, an ihrer Stelle steht eine verk\u00fcrzte Version der Tanznummern von Wagners nachgestellter Ballettmusik.<\/p>\n<p>Allerdings gibt es keinen Auftritt der Gesandten und Rienzis Affront an die Adresse des deutschen Kaisers unterbleibt, wodurch Orsinsis Kommentar <i>Der \u00dcberm\u00fct\u2019ge! Ist er toll? <\/i>Ebenso ins Leere l\u00e4uft, wie sp\u00e4ter Adrianos <i>nach Waffen schreit das Volk<\/i>, wenn der diese Arien vorangehende Ruf <i>Zu den Waffen! <\/i>gestrichen ist.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p>Offenbar hat <b>Christopher Ventris<\/b> (Rienzi) die Texte zu wenig studiert, die er jedoch in stimmlicher Hinsicht durchaus gl\u00e4nzend meistert, doch ein wirklicher Rienzi ist er nicht. Auf eine differenzierte musikalische Einstudierungsarbeit l\u00e4\u00dft schlie\u00dfen, wenn <b>Georg Zeppenfeld<\/b> (Steffano Colonna) im zweiten Finale den Ha\u00df angesichts seiner Begnadigung als Attent\u00e4ter zwischen den Z\u00e4hnen hervorpre\u00dft oder wenn <b>Benjamin Bernheim<\/b> (Baroncelli) im vierten Akt seine Schreckensbotschaften wirklich fl\u00fcsternd vorbringt, so da\u00df die Aufforderung des Chores <i>Sprich lauter<\/i>! Hier endlich einmal einen Sinn erh\u00e4lt.<\/p>\n<p>Auch der verhaltene, heimliche Dialog zwischen Irene und Adriano am Ende des vierten Aktes ist von starker Wirkung. Stimmsch\u00f6n und intensiv gestaltend, bietet <b>Sophie Koch<\/b> in der Hosenrolle des Adriano ein gut ausgelotetes Contre zu Rienzi, als der eines weiteren, an der Umsetzung des Friedens scheiternden Utopisten. Parallelen zur Senta im <i>Fliegenden Holl\u00e4nder<\/i> werden durch Emily Magee als hochemotionale Irene deutlich, insbesondere im Duett des f\u00fcnften Aktes, mit den sich hochschraubenden Koloraturketten und der Bitte an ihren Bruder, sie zu t\u00f6ten. Die gerade einmal dreiundzwanzigj\u00e4hrige australische Sopranistin <b>Kiandra Howarth<\/b> singt den Friedensboten lupenrein, <b>Martin Gantner<\/b> ist ein kerniger (wenn auch nicht ganz textsicherer) Paolo Orsini, und <b>Oliver Zwarg<\/b> gestaltet die Partie des Gefolgsmannes Cecco del Veccio facettenreich.<\/p>\n<p><b>Fazit <\/b><\/p>\n<p>Am Ende der Opernauff\u00fchrung wird vom Publikum in der nicht restlos ausverkauften Felsenreitschule haupts\u00e4chlich getrampelt \u2013 ein interessantes Klangerlebnis \u2013 sp\u00e4ter unterst\u00fctzt mit rhythmischem Klatschen und heftigen Bravorufen f\u00fcr die j\u00fcngeren und erfahreneren K\u00fcnstler (diese Mischung war explosiv!), allen voran aber f\u00fcr den Dirigenten. Treffliche Orchesterbilder, die in Umfang und Entwicklung an den Wagner der sp\u00e4teren Opern gemahnen, zeugen im besten Sinne von einer fruchtbaren Arbeit Jordans mit den jungen Instrumentalisten.<\/p>\n<blockquote><p><b><i>Ein Sommernachtstraum<\/i><\/b><\/p>\n<p>Kom\u00f6die von William Shakespeare, Schauspielmusik von Felix Mendelssohn Bartholdy<\/p>\n<p>Regie und Neu\u00fcbersetzung: Henry Mason<\/p>\n<p>Dirigent: Ivor Bolton, Mozarteum-Orchester Salzburg, Vocalensemble der Salzburger Festspiele<\/p>\n<p>Ensemble: Michael Rotschopf (Theseus), Karoline Eichhorn (Hippolyta), Christian Higer (Egeus), Markus Meyer (Puck), Paul Herwig (Zettel), Raphael Cramer (Peter Squenz), u.a.<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Salzburg-Sommernachtstraum.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5226\" alt=\"Salzburg Sommernachtstraum\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Salzburg-Sommernachtstraum.jpg\" width=\"470\" height=\"282\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Salzburg-Sommernachtstraum.jpg 470w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Salzburg-Sommernachtstraum-300x180.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 470px) 100vw, 470px\" \/><\/a>Vorbemerkung<\/b><\/p>\n<p>In Auff\u00fchrungen unserer Tage wird Mendelssohns 1843 uraufgef\u00fchrte B\u00fchnenmusik zu Shakespeares Kom\u00f6die aufgrund einer f\u00fcr das Genre Schauspiel deutlich ver\u00e4nderten \u00c4sthetik und neuer \u00dcbersetzungen fast nicht mehr gespielt. Insbesondere aber fehlen an Schauspielh\u00e4usern die f\u00fcr ein solches Projekt erforderlichen Orchester und S\u00e4nger. Den Salzburger Festspielen ist es daher hoch anzurechnen, da\u00df sie sich dieser Besonderheit gewidmet haben. Obgleich Mendelssohns Komposition die deutsche \u00dcbersetzung von Schlegel-Tieck zugrunde liegt, wurde eine dem Shakespeare Original viel n\u00e4her kommende Textfassung gew\u00e4hlt: Die unverbl\u00fcmt frische \u00dcbersetzung des britischen Regisseurs Henry Mason entspricht mehr dem heutigen Sprachempfinden und ber\u00fccksichtigt dennoch s\u00e4mtliche Musiknummern, sogar die kurzen, kommentierenden Orchestereinw\u00fcrfe. Striche werden so unm\u00f6glich.<\/p>\n<p>Im Salzburger Residenzhof schafft Henry Masons Neuinszenierung die Vereinigung von historischer Werktreue mit dem Regietheaters unserer Tage als eine Art witzig-freche Para-Oper, in die die neu\u00fcbersetzten Texte wie auch die melodramatische Schlu\u00df-Ansprache des Puck <i>ein Alb, der albert in der Nacht<\/i> gut passen.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>Schon zur bereits 1826 komponierten <b>Ouvert\u00fcre<\/b> Mendelssohns entfesselt <b>Henry Mason<\/b> ein Slapstick-orientiertes Spiel der im Heute angesiedelten Vorbereitungen zum Hochzeitsfest von Theseus und seiner hochschwangeren Braut Hippolyta. Dasselbe Paar verk\u00f6rpert dann auch den erbarmungslosen Ehekrieg des Feenk\u00f6nigs Oberon mit seiner Gattin Titania um einen geraubten Wechselbalg. Hofberater Egeus spielt auch die alte Elfe, die von Puck erst einmal in zahlreichen Stellungen befriedigt wird. Peter Squenz ist ein ambitionierter Nachwuchsregisseur des St\u00fccks im St\u00fcck. An Tempo gewinnt die pausenlose, gut zweieinhalbst\u00fcndige Auff\u00fchrung durch Verdoppelung der handelnden Personen.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p>Dirigent <b>Ivan<\/b> <b>Bolton<\/b>, mit dem trefflich disponieren <b>Mozarteums<\/b>&#8211;<b>Orchester<\/b> hoch \u00fcber dem B\u00fchnengeschehen positioniert, versucht sich an einer Art barockem Originalklang, rangelt mit Oberon um den Dirigentenstab. Solisten \u2013 im Gegensatz zu den Schauspielern ohne Mikroports \u2013 bilden f\u00fcr die Ch\u00f6re ein 24k\u00f6pfiges, harmonisch aufeinander abgestimmtes Vokalensemble, sind aber auch figurativ in den 33-k\u00f6pfigen Zug der Titania eingebunden. In der Choreographie von <b>Francesc Ab\u00f3s<\/b> machen alle Mitwirkenden auch t\u00e4nzerisch eine gute Figur. Ein H\u00f6hepunkt des Abends ist der von Bolton ekstatisch dirigierte, in voller Breite turbulent ausgespielte <i>Hochzeitsmarsch,<\/i> klanglich rasant und mit geradezu aggressivem Blech. Nachdem Puck im stimmungsreichen Finale betont hat, <i>Kritik ist leicht, Kunst ist schwer<\/i>, gibt es ausschlie\u00dflich Beifall und heftige Bravorufe.<\/p>\n<p><b>Fazit <\/b><\/p>\n<p>Der <i>Sommernachtstraum<\/i>, zusammen mit der B\u00fchnenmusik von Felix Mendelssohn-Bartholdy, ist ein sehr seltenes Erlebnis, denn diese Symbiose zwischen Schauspieltruppe, Orchester, Chor und evtl. Ballett verursacht einen hohen Aufwand, den man in Salzburg ohne gro\u00dfe M\u00fchen bew\u00e4ltigt.<\/p>\n<p><b>\u00a0<\/b><\/p>\n<blockquote><p><b><i>Die Meistersinger von N\u00fcrnberg<\/i><\/b><\/p>\n<p>Regie: Stefan Herheim<\/p>\n<p>Dirigent: Daniele Gatti, Wiener Philharmoniker, Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor<br \/>\nSolisten: Anna Gabler (Eva), Roberto Sacc\u00e0 (Stolzing), Michael Volle (Sachs), Markus Werba (Beckmesser), Georg Zeppenfeld (Veit Pogner), Oliver Zwarg (Kothner), Peter Sonn (David), Tobias Kehrer (Nachtw\u00e4chter), u.a.<\/p><\/blockquote>\n<p><b>Vorbemerkung<\/b><\/p>\n<p><i>Ein Kobold half wohl da! <\/i>hei\u00dft es im dritten Aufzug, und passenderweise schl\u00e4gt <b>Stefan Herheim<\/b> sinnf\u00e4llig den Bogen von Wagners mittelalterlicher Handlung zu Shakespeares Sommernachtstraum. Allerdings entsteigen in dieser Salzburger Neuinszenierung nicht die Figuren aus dem Sommernachtstraum, sondern aus einem M\u00e4rchenbuch Grimms, um einen fulminant-chaotischen Reigen zu bilden.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>Per Video wird auf Teilaspekte von Sachsens weit gestreckter Arbeitswohnung gezoomt, die gegen Ende des Vorspiels von einer wei\u00dfen Gardine als Projektionsfl\u00e4che verschlossen wird, welche nach dem \u00d6ffnen diese Teilaspekte als stark vergr\u00f6\u00dferte, praktikable Dekorationen freigibt: im ersten Aufzug der mit einer Orgel gekr\u00f6nte Schreibtisch als Kirchen und Singschul-Raum, im zweiten Aufzug ein rustikaler Schrank und eine Anrichte in Rotbuche als Au\u00dfenansicht des einfachen Sachs- und des reichen Pogner-Hauses, dazwischen eine gekr\u00f6nte Schopenhauerb\u00fcste auf Sockel und im Hintergrund Lagerregale als Fachwerketagen. In dieser Liliput-Welt werden B\u00fccher zu Stufen, zinnene Pokale zu Sitzen der Meistersinger und getrocknete Blumen in Brentanos <i>Wunderhorn<\/i>-Buch zu gro\u00dfen Spielrequisiten. Der n\u00e4chtliche, zweite Aufzug mischt dann Utensilien, wie Hammer und Schuhe, in normaler und in \u00dcbergr\u00f6\u00dfe, und die Festwiese steigert noch einmal das Durch- und Miteinander kleiner und gro\u00dfer Teilaspekte.<\/p>\n<p>Aus der Zeit seiner kinderreichen Ehe ist in Sachsens Wohnung noch eine verwaiste Kinderstube vorhanden, mit Wiege, Kasperletheater und Bausteinen, diese Nische beherbergt auch ein Schaukelpferd. Hinter dem Puppentheater verstecken sich Walther und Eva im zweiten Aufzug. Im Fenster der verglasten Anrichte verwandelt sich die dunkelhaarige Magdalena durch eine blonde Per\u00fccke optisch in Eva. In der Mitternachtsstunde entsteigen Grimms M\u00e4rchenbuch Schneewittchen und die sieben Zwerge, Rotk\u00e4ppchen, Frau Holle, der gestiefelte Kater, das tapfere Schneiderlein, der M\u00e4use- und der Froschk\u00f6nig \u2013 und der Goldesel \u00fcbernimmt das Spiel auf Beckmessers Laute. Ein Falter senkt sich auf die n\u00e4chtliche Pr\u00fcgelszene, bevor ein Salzburger Schn\u00fcrlregen den Spuk der Mittsommer \u2013 besser Johannisnacht \u2013 beendet.<\/p>\n<p>Das Fr\u00fchst\u00fcck, zieht Sachs f\u00fcr Stolzing aus jenem Korb, den David der heimlich mit ins Haus gebrachten Magdalena verdankt. Ganz bewu\u00dft baut Sachs die Falle f\u00fcr Beckmesser, die Niederschrift von Walters Preislied zu finden. Er beobachtet den Vorgang, wenn Beckmesser das Blatt im Genitalbereich seiner Hose verschwinden l\u00e4\u00dft, wo Sachs es dann selbst hervorzieht, um es sp\u00e4ter gen\u00fc\u00dflich wieder zu versenken. Witz, Spielfreude, Spa\u00df und Tiefsinn sind in den ersten beiden Akten zum \u00dcberborden gepaart \u2013 aber im Schlu\u00dfakt scheint ihm die Luft auszugehen. Da wird etwa eine vordem zwischen Goethe und Beethoven versteckte B\u00fcste Wagners enth\u00fcllt.<\/p>\n<p>Gleichwohl gibt es auch auf der \u2013 ebenfalls in r\u00e4umlicher Hinsicht \u2013 nicht mehr optimal gel\u00f6sten Festwiese mehrere treffliche Momente zu bestaunen. Der Adler-Lokomotive entsteigen schwellk\u00f6pfige F\u00fcrther Lustm\u00e4dchen-Puppen, zur B\u00fchnenmusik klatscht das Volk rhythmisch pointiert und der Foliant einer Shakespeare-Ausgabe dient als Singpodest.<\/p>\n<p><b>Gesine V\u00f6llm<\/b> hat Solisten und Chor (die von Ernst Raffelsberger einstudierte Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor) einfalls- und farbenreich kost\u00fcmiert, mit biedermeierlichen Anleihen bei Carl Spitzweg und Wilhelm Busch, Stolzing als Burschenschaftler mit Florett.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p>In den Applaus nach der dritten Auff\u00fchrung mischen sich auch einige Buhrufe f\u00fcr die nur den lyrischen Passagen der Oper entsprechende Eva von <b>Anna Gabler,<\/b> f\u00fcr <b>Roberto Sacc\u00e0<\/b>, der die Partie des Walther von Stolzing zwar m\u00fchelos leicht, jedoch als zu schwacher Tenor, bew\u00e4ltigt, sowie f\u00fcr <b>Daniele Gatti,<\/b> unter dessen Dirigat Orchester und B\u00fchne oft nicht zusammen sind, der aber den Wiener Philharmonikern im offenen Graben Klangwolken entlockt, transparent und durchaus reibungsst\u00e4rker als im Bayreuths mystischem Abgrund. <b>Michael Volle<\/b> bringt einen vielschichtigen, stimmlich vielf\u00e4ltig differenzierenden Sachs auf die B\u00fchne: so imponierend war diese Partie seit Jahren nicht mehr zu erleben. <b>Markus Werba<\/b> als sein Gegenspieler ist ein gleicherma\u00dfen die Komik bedienender, wie mit Belcanto die Absonderlichkeiten und Modernit\u00e4t der Partie betonender Beckmesser. Gro\u00dfartig <b>Georg Zeppenfeld<\/b> als Veit Pogner, stark charakterisierend <b>Oliver Zwarg<\/b> (Kothner), frisch und jugendlich der lyrische Tenor von <b>Peter Sonn<\/b> (David) und mit herrlichem tief fundiertem Ba\u00df der Nachtw\u00e4chter von <b>Tobias Kehrer<\/b>.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Eine merkw\u00fcrdige Erkenntnis: Warum das Publikum Wagner nur verhalten nachfr\u00e4gt und Wagner nur selten auf den Spielplan kommt, ist bei dieser Qualit\u00e4t unerkl\u00e4rlich. Solisten, Orchester, Chor und Dirigent sind allesamt hochmotiviert und vom Publikum umjubelt. Bei der Nachfrage jedoch sind Werke wie <i>Don Carlos<\/i> oder <i>Cos\u00ec fan tutte<\/i> beliebter. Die <i>Meistersinger<\/i> werden nach nur wenigen Auff\u00fchrungen wieder vom Spielplan verschwinden. Immerhin gelang es, die Produktion nach Paris zu verkaufen. Ob in Paris die Produktion mit Festwiese und deutschen M\u00e4rchenfiguren zu sehen sein wird, bleibt fraglich.<\/p>\n<p>O. Hohlbach<\/p>\n<p>Die Bilder zeigen:<\/p>\n<p>Rienzi: Christopher Ventris (Cola Rienzi), Emily Magee (Irene), Sophie Koch (Adriano), Philippe Jordan (Musikalische Leitung), Gustav Mahler Jugendorchester, Mitglieder der Angelika-Prokopp-Sommerakademie der Wiener Philharmoniker<\/p>\n<p>Bild: Silvia Lelli<\/p>\n<p>Sommernachtstraum: Chiara Skerath (1. Elfe),\u00a0 Vocalensemble<\/p>\n<p>Bild: Ruth Walz<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Salzburger Festspiele 2013,<br \/>\nVorbemerkung<\/p>\n<p>Erstmals steht Wagners f\u00fcnfaktige gro\u00dfe tragische Oper Rienzi auch in der Salzburger Felsenreitschule auf dem Programm \u2013 zwar nicht szenisch, aber musikalisch durchaus gelungen. Wagners Jugendoper wird in Salzburg von Jugendlichen realisiert, dem bestens disponierten Gustav Mahler Jugendorchester, dem faszinierenden Chorklang der Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor sowie von&#8230;<\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5220\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":5225,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[134,116,87],"tags":[],"class_list":["post-5220","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-featured","category-musikfestivals","category-salzburger-festspiele"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5220","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5220"}],"version-history":[{"count":5,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5220\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5227,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5220\/revisions\/5227"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/5225"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5220"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5220"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5220"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}