{"id":522,"date":"2009-02-03T19:46:43","date_gmt":"2009-02-03T17:46:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=522"},"modified":"2009-02-04T19:53:27","modified_gmt":"2009-02-04T17:53:27","slug":"weimar-deutsches-nationaltheater-don-pasquale","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=522","title":{"rendered":"Weimar, Deutsches Nationaltheater &#8211; DON PASQUALE"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gaetano Donizetti, Dramma buffa in 3 Akten, Libretto: Giovanni Ruffini und Gaetano Donizetti, UA: 3. Januar 1843, Paris<br \/>\nRegie: Roy Rallo, B\u00fchnenbild: Marsha Ginsberg, Kost\u00fcme: Doey L\u00fcthi<br \/>\nDirigent: Martin Hoff, Staatskapelle Weimar, Opernchor, Einstudierung: Markus Oppeneiger<br \/>\nSolisten: Damon Nestor Ploumis (Don Pasquale), Ji-Su Park (Doktor Malatesta), Uwe Stickert (Ernesto), Heike Porstein (Norina), Friedrich Aurich (Notar)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung:31. Januar 2009 (Premiere. Es wird in deutscher Sprache gesungen)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/weimar-don-pasq.jpg\" TITLE=\"weimar-don-pasq.jpg\"><img SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/weimar-don-pasq.jpg\" ALT=\"weimar-don-pasq.jpg\" ALIGN=\"right\" \/><\/a>Der alte und geizige Don Pasquale verweigert seinem finanziell von ihm abh\u00e4ngigen Neffen Ernesto die Heirat mit der sch\u00f6nen, armen Witwe Norina, m\u00f6chte aber selbst auf seine alten Tage wieder heiraten. Doktor Malatesta, Hausarzt Don Pasquales und bester Freund Ernestos, entwirft einen Plan um Ernesto zu helfen und den Alten zu prellen. Er erkl\u00e4rt seinem Patienten, dass er eine geeignete Frau f\u00fcr ihn gefunden habe und gibt Norina als seine tugendhafte Schwester Sofronia aus. Begeistert von dem Plan eilt Norina zusammen mit dem Doktor zu Don Pasquale und beginnt die Intrige. Don Pasquale, verzaubert von Norinas Anblick, m\u00f6chte sie auf der Stelle heiraten. Ein falscher Notar vollzieht die Heirat, doch der ahnungslose Ernesto erscheint pl\u00f6tzlich und l\u00e4sst beinahe alles platzen. Doch als Norina, nun doch verheiratet Don Pasquale gegen\u00fcber zur Furie wird, versteht auch er das falsche Spiel. V\u00f6llig ersch\u00f6pft von den Kapricen seiner jungen Gattin stimmt er letztendlich der Heirat Ernestos mit Norina zu, um somit seine neu Frau loszuwerden. Die Intrige wird aufgel\u00f6st, doch Don Pasquale hat keine Kraft mehr f\u00fcr eine Rache.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDon Pasquale lebt in einem Altersheim, wo er mit anderen Patienten im pastellblauen, lichtdurchfluteten Aufenthaltsraum sitzt und h\u00e4ngt seinen Erinnerungen nachh\u00e4ngt, welche er in einer kleinen Blechkiste in Form von Fotos und Souvenirs immer bei sich tr\u00e4gt. Norina, zu Beginn des Geschehens noch Altenpflegerin, wiederf\u00e4hrt die gr\u00f6\u00dfte Verwandlung. Der Doktor pr\u00e4sentiert sie als Femme fatale \u00e0 la Marilyn Monroe in hochgeschlitztem Abendkleid. Kurz nach der Hochzeit w\u00fcnscht sie mittels Sch\u00f6nheitschirurgie eine Verj\u00fcngung des Hauses samt Personal, alter M\u00f6bel (die Patienten) und sich selbst. Sie selbst bekommt riesige Br\u00fcsten und platinblonde Haare. Die Patienten erscheinen in rosa, hellblauer und t\u00fcrkisfarbener Abendgarderobe, manche auch mit Verb\u00e4nden. Ernesto, als Jungendlicher in T-Shirt, tiefsitzender Hose und Cappi gekleidet, tritt mehrmals heraus aus dem Geschehen und singt seine Arien au\u00dferhalb, einmal im Unterboden des Aufenthaltsraumes und ein zweites Mal ganz vorn.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nDie Textverst\u00e4ndlichkeit aller S\u00e4nger (in deutscher Sprache) ist besonders zu loben. <strong>Heike Porstein<\/strong> als Norina gestaltete die anspruchsvollen Koloraturen der Partie mit Pr\u00e4zision und brillierte in den H\u00f6hen, selbst bei langen und leisen T\u00f6nen, ohne anscheinend k\u00f6rperliche Anstrengung. Einzig w\u00e4hrend langandauernden, schnellen Parlandi schien ihre Stimme zu erm\u00fcden. <strong>Uwe Stickert<\/strong> sang die Arien des Ernesto mit viel Gef\u00fchl und ohne gepresste H\u00f6he. Doch leider fehlte ihm f\u00fcr die Rolle der besondere Schmelz in der Stimme. Diese W\u00e4rme und Weichheit zeigte jedoch auf eindrucksvolle Weise der kurzfristig eingesprungene junge Bariton <strong>Ji-Su Park<\/strong> als Doktor Malatesta. Auch er sang mit Leichtigkeit und Pr\u00e4zision seine Koloraturen. <strong>Damon Nestor Ploumis<\/strong> spielte und sang \u00fcberzeugend den greisen und bereits etwas senilen Don Pasquale. Von seiner Stimme h\u00e4tte man sich noch etwas sonorere, f\u00fclligere Tiefe gew\u00fcnscht.<br \/>\nDie<strong>\u00a0Staatskapelle Weimar<\/strong> unter der Leitung von <strong>Martin Hoff<\/strong> spielte enthusiastisch ohne dabei die zarten oder dramatischen Momente der Oper zu \u00fcbergehen. Allerdings \u00fcbert\u00f6nte die Lautst\u00e4rke \u00f6fter die S\u00e4nger. Die Solotrompete im Vorspiel zu Ernestos Arie Chercher\u00f2 lontana terra \u2013 in die Ferne werd ich ziehen<br \/>\nproduzierte einen weichen, wehklagenden Ton, welchen den H\u00f6rer bereits in die Stimmung der folgenden Arie versetzte.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nDie sozialkritischen Momente der Inszenierung machten aus der komischen Oper beinahe eine Tragikkom\u00f6die. Der monotone Alltag des Lebens im Altenheim und der Zwang unserer Gesellschaft, sich k\u00fcnstlichen Sch\u00f6nheitsidealen anpassen zu m\u00fcssen, stimmten trotz der vielen am\u00fcsanten Momente und musikalischen Gen\u00fcsse nachdenklich.<\/p>\n<p>Josephin Wietschel<\/p>\n<p>Bilder: Anke Neugebauer<br \/>\nDas Bild zeigt: Heike Porstein (Norina) macht Damon Nestor Ploumis (Don Pasquale) das Leben zur H\u00f6lle.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gaetano Donizetti, Dramma buffa in 3 Akten, Libretto: Giovanni Ruffini und Gaetano Donizetti, UA: 3. 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