{"id":520,"date":"2009-02-02T19:41:46","date_gmt":"2009-02-02T17:41:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=520"},"modified":"2009-02-04T22:27:42","modified_gmt":"2009-02-04T20:27:42","slug":"oldenburg-staatstheater-madama-butterfly","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=520","title":{"rendered":"Oldenburg, Staatstheater &#8211; MADAMA BUTTERFLY"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Von Giacomo Puccini, Eine japanische Trag\u00f6die in drei Akten, Libretto: Luigi Illica, Giuseppe Giacosa, nach einer Erz\u00e4hlung von John Luther Long und David Belasco, UA: 17. Februar 1904, Mailand, Teatro alla Scala.<br \/>\nRegie: Anna Bergmann, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Susanne Schwieter, Matthias Werner<br \/>\nirigent: Olaf Storbeck, Oldenburgisches Staatsorchester, Opernchor, Einstudierung: Thomas B\u00f6nisch<br \/>\nSolisten: Irina Wischnizkaja (Cio-Cio-San), Barbara Schmidt-Gaden (Suzuki), Annekatrin Kupke (Kate Pinkerton), Alexej Kosarev (Benjamin Franklin Pinkerton), Paul Brady (Sharpless), Thomas Burger (Goro), Andrey Valiguras (Bonzo), Jong-Seong Kim (Yamadori), Andreas L\u00fctje (Standesbeamter), Cio-Cio-Sans Mutter (Ute Binia\u00df) u.a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 25. Januar 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"oldenburg-madama.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/oldenburg-madama.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"oldenburg-madama.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/oldenburg-madama.jpg\" \/><\/a>Der amerikanische Marineoffizier Benjamin Franklin Pinkerton heiratet in Japan (Nagasaki) die 15j\u00e4hrige Cio-Cio-San. Diese liebt ihn sehr. Nach der Hochzeit reist Pinkerton ab. Zusammen mit seiner amerikanischen Frau Kate will er seinen Sohn, den er mit Cio-Cio-San bekam, aus Japan holen. Als Suzuki Cio-Cio-San die Nachricht \u00fcberbringt, da\u00df sie ihr Kind weggeben soll, bricht diese zusammen. Aber sie will Pinkerton das Kind pers\u00f6nlich \u00fcbergeben. All ihre Hoffnungen sind entt\u00e4uscht, sie sieht nur den Ausweg im Tod. Nach \u00dcbergabe des Kinds ver\u00fcbt sie Selbstmord.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDen gr\u00f6\u00dften Teil des B\u00fchnenbilds bildet Pinkertons Wohnung. Sie ist rosa gef\u00e4rbt. Ein Flachbildschirm und ein verschn\u00f6rkelter Tisch samt Stuhl komplettieren das Bild. Die R\u00fcckwand der Wohnung besteht aus gro\u00dfen Plexiglasscheiben, durch die man in den baumbewachsenen Garten sehen kann. Auffallend sind die Luftballons in Rosa und Wei\u00df, die an den Ecken des Hauses h\u00e4ngen. Im zweiten Akt wird das B\u00fchnenbild gedreht, so da\u00df der Garten vorne liegt und der Blick die graue Au\u00dfenwand des Hauses sichtbar wird. Jetzt erblickt man durch die Plexiglasscheiben das Wohnungsinnere. Die Frauen sind bis auf Cio-Cio-San durchweg alle blond. Sie tragen figurbetonte Kleider in knalligen Farben. Suzuki, in Lederhosen mit nahezu durchsichtigem Oberteil, tr\u00e4gt wei\u00dfe Stiefel. Von den M\u00e4nnern der Hochzeitsgesellschaft sind einige in Jogginganz\u00fcgen, einige in Anz\u00fcgen und andere in Fellm\u00fctze und -stiefel gekleidet. Pinkerton tr\u00e4gt zun\u00e4chst einen Joggingdress, dann einen wei\u00dfen Anzug. Cio-Cio-Sans Onkel Goro erscheint mit einer Jogginghose und einem Pelzmantel sowie Cowboystiefeln. Er tr\u00e4gt einen Schnauzbart und in seine Stirn baumelt ihm eine einzelne Dreadlocke (Filzlocke).<br \/>\nOffensichtlich werden die Kost\u00fcme zur Darstellung \u00e4u\u00dferlicher Gemeinsamkeiten benutzt, denn als Cio-Cio-San durch Kate Pinkerton als Ehefrau abgel\u00f6st wurde, tragen beide das gleiche, amerikanisch rote Kleid mit wei\u00dfen P\u00fcnktchen. Cio-Cio-Sans Kind wird von einer Puppe inklusive Puppenspielerin gespielt. Dieses tr\u00e4gt ein T-Shirt mit einem Aufdruck des US-Pr\u00e4sidenten Barack Obama mit der Aufschrift: Hope.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nObwohl man anhand der schauspielerischen Leistung der Darsteller gewahr wurde, da\u00df die Regisseurin \u00fcblicherweise in der Sparte Schauspiel zu Hause ist, so r\u00fcckte die Musik dennoch nicht in den Hintergrund. Alle Darsteller \u00fcberzeugten mit einer gekonnten Stimmf\u00fchrung. Vor allem <strong>Alexej Kosarev<\/strong> (Pinkerton) wu\u00dfte die schauspielerischen Elemente in seinen runden Tenorgesang einflie\u00dfen zu lassen, so erhielt man ein rundum stimmiges Bild von einem selbstverliebten jungen Amerikaner. Mit einem rauhen, aber stimmsicheren Gesang und auffallender schauspielerischer Intensit\u00e4t f\u00fcllt der Bariton <strong>Paul Brady<\/strong> (Sharpless) seine Rolle. <strong>Barbara Schmidt-Gaden<\/strong> (Suzuki) stellte ihren facettenreichen und ber\u00fchrenden Mezzosopran der Abgekl\u00e4rtheit, die ihr die Rolle in dieser Inszenierung offenbar vorschrieb, entgegen. <strong>Thomas Burger<\/strong> (Goro) war stimmlich ebenfalls pr\u00e4sent, fiel jedoch nicht au\u00dfergew\u00f6hnlich auf. Auf den Zwischenapplaus f\u00fcr <strong>Irina Wischnizkaja<\/strong> (Cio-Cio-San\/Butterfly) folgte ein langanhaltender Applaus samt Bravo-Rufen am Ende der Oper. Zu Recht, denn sie sang sicher in der H\u00f6he und \u00fcberzeugte in den Tiefen mit einem warmen Timbre.<br \/>\nLeider \u00fcbert\u00f6nte das<strong> Orchester<\/strong> allzuoft die S\u00e4nger, was jedoch an der Tiefe der B\u00fchne gelegen haben k\u00f6nnte. Im \u00fcbrigen bildete das Orchester eine satte und trotzdem differenzierte Grundlage, die die S\u00e4nger ab und an zu tragen schien.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nAnna Bergmann liefert mit ihrer Inszenierung ein rundum gelungenes Regiedeb\u00fct. Die Charaktere sind detailliert gezeichnet, das B\u00fchnenbild ist aufwendig gestaltet und wirkt zeitgem\u00e4\u00df. Auch die \u00dcbertitelung wird der heutigen Zeit angepa\u00dft, so wird z.B. aus einem Habenichts im Libretto ein Penner. Die Besonderheit, das Kind durch eine Puppe darzustellen, stie\u00df bei einem Gro\u00dfteil des Publikums auf Begeisterung, da man erlebt, wie gro\u00dfe Gef\u00fchle durch f\u00e4hige Darsteller pr\u00e4zise \u00fcbermittelt werden.<br \/>\nNicole Rank<\/p>\n<p>Bild: Andreas J. Etter<br \/>\nDas Bild zeigt: Cio-Cio-San (Irina Wischnizkaja) und Pinkerton (Alexej Kosarev) in der Hochzeitsnacht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Giacomo Puccini, Eine japanische Trag\u00f6die in drei Akten, Libretto: Luigi Illica, Giuseppe Giacosa, nach einer Erz\u00e4hlung von John Luther Long und David Belasco, UA: 17. Februar 1904, Mailand, Teatro alla Scala. 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