{"id":5197,"date":"2013-10-25T11:16:49","date_gmt":"2013-10-25T10:16:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5197"},"modified":"2013-12-03T20:36:54","modified_gmt":"2013-12-03T19:36:54","slug":"parma-verdi-festival-teatri-regio-di-parma","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5197","title":{"rendered":"Parma, Verdi-Festival Teatri Regio di Parma"},"content":{"rendered":"<h2><b><i>I Masnadieri \u2013 Die R\u00e4uber<\/i><\/b><\/h2>\n<blockquote><p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Melodramma tragico in 4 Akten, Libretto: Andrea Maffei nach dem Schauspiel<i> Die R\u00e4uber<\/i> (1780) von Friedrich von Schiller, UA: 22. Juli 1847 London, Her Majesty\u2019s Theatre<\/p>\n<p>Regie: Leo Muscato, B\u00fchne: Federica Parolini, Kost\u00fcme: Silvia Aymonino, Licht: Alessandro Verazzi<\/p>\n<p>Dirigent: Francesco Ivan Ciampa, Filarmonica Arturo Toscanini, Chor des Teatro Regio di Parma, Choreinstudierung: Martino Faggiani<\/p>\n<p>Solisten: Mika Kares (Graf Massimiliano Moor), Roberto Aronica (Carlo), Damiano Salerno (Francesco), Aurelia Florian (Amalia), Antonio Corian\u00f2 (Arminio), Giovanni Battista Parodi (Pastor Moser), Enrico Cossuta (Rolla)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 23. Oktober 2013 (Premiere 18. Oktober 2013)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Parma-Masnadieri.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5199\" alt=\"Parma Masnadieri\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Parma-Masnadieri.jpg\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Parma-Masnadieri.jpg 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Parma-Masnadieri-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/b><\/p>\n<p>Durch F\u00e4lschen mehrere Briefe kann Francesco, der j\u00fcngere Sohn des Grafen, seinen \u00e4lteren Bruder Carlo von Schlo\u00df und Erbe vertreiben. Graf Massimiliano wird bei dem falschen Bericht \u00fcber Carlos Tod ohnm\u00e4chtig und f\u00fcr tot gehalten. Danach fl\u00fcchtet Amalia, Carlos Geliebte, vor dem sie bedr\u00e4ngenden Francesco und findet im Wald ihren Carlo. Einige Zeit sp\u00e4ter entdeckt Carlo seinen fast verhungerten Vater Massimiliano und rettet ihn. Ohne sich als Sohn zu erkennen zu geben, kommen sich Vater und Sohn n\u00e4her. Die R\u00e4uberbande \u00fcberfallen das Schlo\u00df, doch Francesco kann unerkannt entkommen. Jetzt mu\u00df Carlo Amalia die Wahrheit \u00fcber sein R\u00e4uberleben mitteilen. Durch die Ersch\u00fctterung der Wiederbegegnung mit seinem Vater und der Unm\u00f6glichkeit, Amalia an seinem Leben als R\u00e4uber teilnehmen zu lassen, sieht er den einzigen Ausweg darin, sie zu t\u00f6ten.<\/p>\n<p><b>Vorbemerkung<\/b><\/p>\n<p>Jedes Jahr feiert Parma Giuseppe Verdi, der in dem 36 Km entfernten Ort Le Roncole am 10. Oktober 1813 geboren wurde. Dieses Jahr ist die zweihundertste Wiederkehr seines Geburtstags, was den etwas gr\u00f6\u00dferen Aufwand an Auff\u00fchrungen verursachte. Neben den Opern <i>Simon<\/i> <i>Boccanegra<\/i>, <i>Falstaff<\/i> und <i>I Masnadieri<\/i> (<i>Die R\u00e4uber<\/i>) gab es noch ein gr\u00f6\u00dferes Orchesterkonzert mit Ausschnitten aus den Opern <i>Macbeth<\/i>, <i>Otello<\/i>, <i>Macht des Schicksals<\/i>, <i>Aida<\/i> und dem <i>Requiem<\/i>. Die Auff\u00fchrungsorte waren das Theater der kleinen Stadt Busseto, 5 Km von Le Roncole entfernt, wo Verdi das Gymnasium besuchte und woher seine erste Frau, Margherita Barezzi, stammte, sowie das pr\u00e4chtige Theater in Parma (Teatro Regio) selbst, wo OPERAPOINT eine Auff\u00fchrung von <i>I Masnadieri <\/i>besuchte.<\/p>\n<p>Man erlebt in keinem der Verdi-St\u00e4tten, auch nicht in seinem Landhaus Sant\u2019Agata, gl\u00fccklicherweise viel Andrang. Die Stadt Parma mit ihrem \u00fcberreich ausgemalten Dom sowie dem daneben aufragenden Baptisterium ist ausgesprochen besucherfreundlich und l\u00e4dt in viele h\u00fcbsche Restaurants den Tourist zu Prosciutto di Parma oder Culatello (Spezialschinken) ein.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>Auf dem Bretterfu\u00dfboden in B\u00fchnenmitte trafen sich zu Anfang die R\u00e4uber mit Carlo in der Mitte. Carlos Kleider bestanden aus brauner Hose, die in Stiefel steckten und einem Hemd ohne Kragen. Die R\u00e4uber waren \u00e4hnlich gekleidet und trugen auf dem R\u00fccken meist einen Tornister. Aus Kisten erhielten sie Revolver, Gewehre, Streit\u00e4xte, Sensen oder schwere Schlagst\u00f6cke.<\/p>\n<p>Im ersten Bild, ein Zimmer im Schlo\u00df, sah man als einzigen Gegenstand einen breitauslandenden Stuhl, \u00e4hnlich einem Thron. Graf Massimiliano wurde im Bett hereingefahren. Sp\u00e4ter erblickte man hochst\u00e4mmige B\u00e4ume. In deren Mitte fand sich eine Lichtung, auf der sich die R\u00e4uber trafen und von ihrem Raubzug nach Prag berichteten, wobei im Hintergrund ein r\u00f6tlicher Lichtschein das Feuer der Brandschatzung Prags andeutete. Im dritten Akt entdeckte Carlo seinen Vater, Graf Massimiliano. Dieser entstieg einer Fallgrube in B\u00fchnenmitte.<\/p>\n<p>Amalia, anf\u00e4nglich in hellwei\u00dfem Kleid, sp\u00e4ter, bei ihrer Flucht in den Wald, trug sie \u00fcber ihrem roten Kleid einen langen Mantel. Francesco war in eine pr\u00e4chtige Uniform gekleidet. Die Diener und auch Arminio hatten rote Rokoko-Kost\u00fcme an und beleuchteten die Szene des \u00f6fteren mit ausladenden Kerzenkandelabern.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p>Die von Trauer und Sehnsucht erf\u00fcllte Violoncello-Kantilene, mit der Verdi in seinem Pr\u00e4ludium die Oper er\u00f6ffnete, gab die rechte Stimmung f\u00fcr diese Schillersche Trag\u00f6die. Librettist Andrea Maffei hatte den Schillertext auf die leidvolle Geschichte des versto\u00dfenen Sohns reduziert und alle soziale Elemente herausgelassen. Dieses Violoncello-Solo schrieb Verdi f\u00fcr seinen Freund Alfredo Piatti, der kurze Zeit vorher Solocellist des Majesty Theatre-Orchesters geworden war. Die Solistin <b>Diana Cahanescu<\/b> war ihrem Vortrag \u00fcber die Ma\u00dfen \u00fcberaus gut gewachsen, was auch der Sonderapplaus bezeugte.<\/p>\n<p>Schon im ersten Auftritt fiel Tenor <b>Roberto Aronica<\/b> (Carlo) mit seiner eindrucksvollen B\u00fchnenpr\u00e4senz und ebenso mit seiner energiegeladenen Stimme auf. Ihm traute man durchaus die Figur des R\u00e4uberhauptmanns zu. Ein wenig mehr dynamische Ausgewogenheit h\u00e4tte ihm dennoch gut getan. Er sang durchweg forte, doch seine wenigen Pianostellen ber\u00fchrten angenehm. Ihm zur Seite stand <b>Aurelia Florian<\/b> (Amalia), die vor allem in den Duetten mit Carlo gefiel. Zu Anfang hatte sie Schwierigkeiten mit den tieferen T\u00f6nen, z.B. D\u00b4 in <i>Lo sguardo avea degli angeli \u2013 sein Gesicht glich dem der Engel,<\/i> und mit den Koloraturen ging sie sorglos um. Jedoch gelang ihr in der folgenden Kabaletta der lange Triller auf D\u00b4\u00b4 einwandfrei. Auch in der Folge war es \u00e4hnlich, mal sang sie rhythmisch einwandfrei, mal scherte sie sich wenig darum. Insgesamt war ihr B\u00fchnenausdruck ihrer Rolle gem\u00e4\u00df und besonders in ihrer Arie <i>Carlo vive \u2013 Carlo lebt<\/i> war ihre Freude \u00fcbersch\u00e4umend.<\/p>\n<p>Der \u201eB\u00f6sewicht\u201c der Oper ist zweifellos Francesco. In Deutschland hat sich da der Ausdruck <i>Franz hei\u00dft die Kanaille<\/i> seit der Urauff\u00fchrung der R\u00e4uber eingeb\u00fcrgert. Dem nun wurde <b>Damiano Salerno<\/b> (Francesco) in keiner Weise gerecht. Er war zu lieb und wenig auff\u00e4llig, aber seine Baritonstimme drang angenehm in die Ohren.<\/p>\n<p>Kommen wir zum besten S\u00e4nger des Abends. Hier ist <b>Mika Kares<\/b> (Graf Massimiliano) zu nennen. Sein Ba\u00df ist geschmeidig und wohlt\u00f6nend. Es gelingt ihm die hohen wie die tiefen Tonlinien angenehm zu timbrieren. Es ist eine wahre Wohltat, ihm zuzuh\u00f6ren. Ausgezeichnet singt auch der Chor, der besonders die Eins\u00e4tze mit Bravour meistert. Zum Ende ist lobend auch Dirigent <b>Francesco Ivan Ciampa<\/b> anzuf\u00fchren, der mit elastischer Hand und gro\u00dfem Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen das Orchester rhythmisch und, vor allem in der Dynamik, mit gro\u00dfem Geschick leitet. Ihm war es zu verdanken, da\u00df der Abend musikalisch gelang.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Eine musikalisch und szenisch gelungene Auff\u00fchrung. Die S\u00e4nger hatten wohl zu wenig Probezeit, um ihr Potential auszusch\u00f6pfen?<\/p>\n<p>Bleibt zum Schlu\u00df noch zu erw\u00e4hnen, da\u00df das Programmheft zum Nutzen des Publikums den gesamten Text des Librettos aufweist.<\/p>\n<p>Dr. Olaf Zenner<\/p>\n<p>(Das Verdi-Festival war Ziel der diesj\u00e4hrigen Musikstudienreise des Vereins zur Pflege klassischer Musik.)<\/p>\n<p>Bild: Roberto Ricci Teatro Regio di Parma<\/p>\n<p>Das Bild zeigt:( v.l.n.r.) Mika Kares (Massimiliano), Roberto Aronica (Carlo), Aurelia Florian (Amalia)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 23. Oktober 2013<br \/>\nJedes Jahr feiert Parma Giuseppe Verdi, der in dem 36 Km entfernten Ort Le Roncole am 10. Oktober 1813 geboren wurde. 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