{"id":5193,"date":"2013-10-25T20:35:51","date_gmt":"2013-10-25T19:35:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5193"},"modified":"2013-12-15T22:09:30","modified_gmt":"2013-12-15T21:09:30","slug":"semele-muenchen-theater-am-gaertnerplatz","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5193","title":{"rendered":"SEMELE &#8211; M\u00fcnchen, Theater am G\u00e4rtnerplatz"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von: Georg Friedrich H\u00e4ndel (1685-1759), Oper in drei Akten, Libretto: William Congreve UA: 10. Februar 1744, London Theatre Royal Covent Garden<\/p>\n<p>Regie: Karoline Gruber, B\u00fchne: Roy Spahn, Kost\u00fcme: Magali Gerberon<\/p>\n<p>Dirigent: Marco Comin und Orchester des Staatstheaters am G\u00e4rtnerplatz<\/p>\n<p>Solisten: Ferdinan von Bothmer (Jupiter), Holger Ohlmann (Cadmus), Franco Fagioli (Athamas), Istv\u00e1n Kov\u00e1cs (Somnus), Juan Carlos Falc\u00f3n (Apollo), Adrineh Simonian (Juno), Elaine Ortiz Arandes (Iris), Jennifer O\u2019Loughlin (Semele), Ann-Katrin Naidu (Ino)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 24. Oktober 2013 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/M\u00fcnchen-Semele.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5194\" alt=\"M\u00fcnchen Semele\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/M\u00fcnchen-Semele.jpg\" width=\"233\" height=\"350\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/M\u00fcnchen-Semele.jpg 233w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/M\u00fcnchen-Semele-199x300.jpg 199w\" sizes=\"auto, (max-width: 233px) 100vw, 233px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/b><\/p>\n<p>Die sterbliche Semele ist in Jupiter verliebt. Kurz vor ihrer Trauung mit Athamas entf\u00fchrt sie Jupiter in sein Reich, wo sich die beiden ihrer Liebe erfreuen. Juno, die Gattin von Jupiter, ist eifers\u00fcchtig auf die Nebenbuhlerin. Sie bringt Semele in Gestalt ihrer Schwester Ino dazu, Jupiter zu bitten, sich in seiner wahren Gestalt zu zeigen. Jupiter, der ihr zuvor verspricht jeden Wunsch zu erf\u00fcllen, zeigt sich in seiner g\u00f6ttlichen Gestalt. An seinen Blitzen vergl\u00fcht Semele, die sich die Unsterblichkeit erhofft hatte. Apollo verk\u00fcndet auf der Erde, da\u00df aus Semeles Verbindung mit Jupiter der Gott Bacchus entstanden ist.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>Die B\u00fchne zeigt im ersten Akt eine Steinwand mit Sarg\u00f6ffnungen. Es erscheinen Br\u00e4ute in wei\u00dfen Jugendstilkleidern des sp\u00e4ten 19. Jahrhunderts, die Herren tragen schwarze Anz\u00fcge mit Zylindern. Eine Massenhochzeit wird simuliert, bei der die Paare in einer Schlange vor den Altar treten. Der G\u00f6tterhimmel wird durch wattierte Wolkenattrappen verdeutlicht. Semele befreit sich im Reich Jupiters von ihrem Brautkleid und tr\u00e4gt von nun an ein luftiges, gelbes Kleid mit aufgesticktem Schmetterling.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p><strong>Marco Comin<\/strong> er\u00f6ffnet die Oper mit der Ouvert\u00fcre in m\u00e4\u00dfigem Tempo. Er leitet das Orchester ohne zu treiben oder zu hetzen und verleiht dadurch der Musik majest\u00e4tischen Charakter. Die Wechsel zwischen piano und forte gehen nahtlos ineinander \u00fcber. Der Auftritt des Chors ist einer der ersten H\u00f6hepunkte des Abends, indem die Stimmen der Choristen zu einem satten, aber dennoch zarten Gesamtklang verschmelzen und nie derb oder wuchtig sind. \u00a0Der absolute Star des Abends ist aber <b>Jeniffer O\u2019Loughlin<\/b> (Semele). Ihr schn\u00f6rkelloser Sopran hat ein bestechend gl\u00e4sernes Timbre, das in den H\u00f6hen wundersch\u00f6n schimmert. Im ersten Akt singt sie <i>Endless pleasure, endless love \u2013 Unendliche Freude, unendliche Liebe <\/i>mit anschwellenden Liebesseufzern und betont dabei leicht die Triller und Koloraturen. Im dritten Akt l\u00e4uft sie zu Hochformen auf und kommt in <i>No, no I\u2019ll take no less \u2013<\/i> <i>Nein, nichts gen\u00fcgt hinf\u00fcr <\/i>ohne zu forcieren bis zum hohen E.<\/p>\n<p>Ihr Gesangspartner <b>Ferdinand von Bothmer<\/b> (Jupiter) kommt an diese grandiose Leistung kaum heran. Sein st\u00e4hlerner Tenor hat ein strahlendes Timbre in der H\u00f6he. In der Arie <i>Lay your doubts and fears aside &#8211; La\u00df deine Zweifel und \u00c4ngste hinter<\/i> <i>dir <\/i>kann er dies verf\u00fchrerisch einsetzen, indem er seine Liebesschw\u00fcre <i>im sotto voce<\/i> haucht. Eine hervorragende Leistung bringt auch <b>Adrinah Simonian<\/b> (Juno) in ihrer diabolischen Darbietung der Juno. Mit elektrisierender Mezzosopranstimme singt sie die Arie <i>Awake Saturnia \u2013 Erwache Saturn <\/i>und und gibt in den Tiefen ihrer Bruststimme eine erotische Note.<\/p>\n<p>Dagegen kann <b>Ann-Katrin Naidu <\/b>(Ino) nicht so ganz mithalten. Ihr Sopran hat zwar eine sch\u00f6ne, seidige Klangfarbe, aber in den H\u00f6hen fehlt es ihr an Substanz. Im zweiten Akt hat sie zum Gl\u00fcck mehr Festigkeit in der Stimme. <b>Franco Fagioli<\/b> (Athamas) hat in den ersten Takten Probleme: er klingt atemlos und mu\u00df \u00f6fters aspirieren. Sein Countertenor hat ein schillerndes Timbre und erreicht eine erstaunliche H\u00f6he, wof\u00fcr er im ersten Akt Applaus erntet. F\u00fcr die tiefen T\u00f6ne sorgt <b>Istv\u00e1n Kov\u00e1cs<\/b> (Somnus) Darbietung als Diener der Unterwelt: sein Ba\u00df klingt in den Tiefen sonor und schnurrend und pa\u00dft zu dem morbiden Charakter seiner Rolle.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>In der M\u00fcnchner Inszenierung stimmt wirklich alles: angefangen von einem phantasievollen B\u00fchnenbild, \u00fcber die authentische Vermittlung des Stoffs bis hin zur gro\u00dfartigen musikalischen Gesamtleistung l\u00e4\u00dft der Abend keine W\u00fcnsche offen.Die Inszenierung bindet das Symbol des Schmetterlings f\u00fcr Sehnsucht und Transformation in die Handlung ein und spannt so den Bogen von Semeles Abh\u00e4ngigkeit als Sterbliche zu ihrer Verwandlung als Geliebte Jupiters<br \/>\nAllein Jeniffer O\u2019Loughlins gesanglichem K\u00f6nnen zu lauschen, ist pure Freude. Eine so sch\u00f6ne Stimme h\u00f6rt man selten! Auch beim Publikum ist sie der Liebling und bekommt tobenden Applaus f\u00fcr ihre hervorragende Leistung. Ein grandioser Opernabend!<\/p>\n<p>Melanie Joannidis<\/p>\n<p>Bild: Thomas Dashuber<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Jeniffer O\u2019Loughlin (Semele) und Ferdinand von Bothmer (Jupiter)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 24. Oktober 2013 (Premiere)<br \/>\nMarco Comin leitet das Orchester im Moderato durch die Ouvert\u00fcre. 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