{"id":518,"date":"2009-02-04T10:56:18","date_gmt":"2009-02-04T08:56:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=518"},"modified":"2009-12-20T12:42:42","modified_gmt":"2009-12-20T10:42:42","slug":"stockholm-konigliche-oper-gotterdammerung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=518","title":{"rendered":"Stockholm, K\u00f6nigliche Oper &#8211; G\u00d6TTERD\u00c4MMERUNG"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Wagner (1813 \u2013 1883), Dritter Tag des B\u00fchnenfestspiels Der Ring des Nibelungen, Libretto vom Komponisten<br \/>\nUA: 1869 Bayreuth<br \/>\nRegie: Staffan Valdemar Holm, B\u00fchnenbild\/Kost\u00fcm: Bente Lykke M\u00f8ller, Licht: Torben Lendorph, Choreographie: Kristin K\u00e5ge, Dramaturg: Stefan Johansson<br \/>\nDirigent: Leif Segerstam, K\u00f6nigliche Hofkapelle, Chor der K\u00f6niglichen Oper, Einstudierung: Folke Alin und Christina H\u00f6rnell<br \/>\nSolisten: Lars Cleveman (Siegfried), Johan Edholm (Gunther), James Moellenhoff (Hagen), Marcus Jupither (Alberich), Rachel Tovey (Br\u00fcnnhilde), Sara Olsson (Gutrune), Anne Sofie von Otter (Waltraute), Kristina Martling (erste Norn), Marianne Ekl\u00f6f (zweite Norn), Emma Vetter (dritte Norn), Karin Ingeb\u00e4ck (Woglinde), Susann V\u00e9gh (Wellgunde), Katarina Leoson (Flo\u00dfhilde)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 31. Januar 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/stockholm-goetterd.jpg\" TITLE=\"stockholm-goetterd.jpg\"><img SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/stockholm-goetterd.jpg\" ALT=\"stockholm-goetterd.jpg\" ALIGN=\"right\" \/><\/a>Die drei Nornen versuchen einen Blick in die Zukunft zu werfen und sehen das Ende der bisherigen Weltordnung voraus, die durch den Ring des Nibelungen aus dem Gleichgewicht geraten ist. Siegfried, der Br\u00fcnnhilde verl\u00e4\u00dft, um in die Welt zu ziehen und Heldentaten zu vollbringen, wird am Hof der Gibichungen von Hagen, dem Sohn Alberichs, zum Instrument einer Intrige gemacht, die zu Siegfrieds Tod f\u00fchren wird. Den Ring Alberichs, den er von Fafner erbeutet hat, gibt Br\u00fcnnhilde den Rheint\u00f6chtern zur\u00fcck. Damit ist auch das Ende all derer gekommen, die ihm verfallen sind, das Ende Hagens und Wotans mitsamt allen G\u00f6ttern.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nWir befinden uns dem B\u00fchnenbild und den Kost\u00fcmen nach im fr\u00fchen 20. Jahrhundert. Die bewegten Hintergrundprojektionen, die auch schon in den drei ersten Ring-Teilen zu sehen waren, erhalten nun eine dramaturgische Bedeutung. In ihnen kommt gleichnishaft die nahezu st\u00e4ndig vom Vergangenen durchwirkte und bestimmte Musik und Handlung der G\u00f6tterd\u00e4mmerung zum Ausdruck. Die Filme zeigen kurze Filmsequenzen, Vor- und R\u00fcckblenden, die die Handlung erkl\u00e4ren \u2013 \u00e4hnlich wie die sogenannte Wagnersche Leitmotivtechnik \u2013 und Ereignisse, die einen unmittelbaren Bezug zum Geschehen haben. Zum gr\u00f6\u00dften Teil sind sie schwarzwei\u00df und geben dem Gezeigten dadurch einen altert\u00fcmlichen Charakter. So sieht man z.B. w\u00e4hrend Waltrautes Monolog Wotans Gesicht in Gro\u00dfaufnahme im Hintergrund, Aufnahmen des Loreley-Felsens zu Beginn des dritten Aufzuges und die drei Rheint\u00f6chter mit dem Rheingold am Schlu\u00df. Da\u00df der Br\u00fcnnhildefelsen in diesem Kontext als ein Kinosaal dargestellt wird, vermag nicht ganz zu \u00fcberzeugen. Die Personenregie ist konzentriert und spannungsreich; sie erm\u00f6glicht den S\u00e4ngern durchweg eine angemessene Darstellung ihrer Charaktere. <strong>James Moellenhoff<\/strong> singt und spielt Hagen so, wie man ihn sich w\u00fcnscht. Im Gegensatz zu ihm sind seine beiden Halbgeschwister nicht ganz gesund:<strong> Johan Edholm<\/strong> (Gunther) bewegt sich an Kr\u00fccken, w\u00e4hrend <strong>Sara Olsson<\/strong> (Gutrune) im Rollstuhl sitzt. <strong>Lars Clevemans<\/strong> leichtsinniger Siegfried ist sympathisch und nat\u00fcrlich und das neckische Spiel der Rheint\u00f6chter erscheint hier plausibler als im Rheingold. Insgesamt geht das szenische Konzept der Stockholmer <em>Ring<\/em>-Produktion in der <em>G\u00f6tterd\u00e4mmerung<\/em> am besten auf. Auch die Choristen und stummen Figuren, die das B\u00fchnenbild beleben, werden so gef\u00fchrt, da\u00df der Gehalt von Text und Musik deutlich zum Vorschein kommt.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nWiederum gab es wie schon in den anderen Teilen des Ring eine musikalisch ungemein gelungene Auff\u00fchrung zu erleben. So wie der szenische Gesamteindruck geschlossen und \u00fcberzeugend war, so auch das nuancierte Zusammenspiel zwischen Orchester und S\u00e4ngern. Die prominenteste S\u00e4ngerin des Abends, <strong>Anne Sofie von Otter<\/strong> (Waltraute), besitzt sicherlich keine Wagnerstimme, dennoch gelang es Leif Segerstam durch \u00e4u\u00dferste Zur\u00fccknahme der Lautst\u00e4rke ihren im \u00fcbrigen hervorragend deutlich ausgesprochenen Gesangsvortrag zur Geltung zu bringen. Unter seiner Leitung brachte das Orchester den Text der Partitur derart suggestiv zum Klingen, da\u00df sich trotz der selbst f\u00fcr Wagnersche Verh\u00e4ltnisse langen Auff\u00fchrungsdauer des Werks nicht einen Moment lang Leerlauf oder gar Langeweile einstellte. Stehende Ovationen gab es f\u00fcr ihn und das Orchester, aber auch f\u00fcr die stimmlich \u00fcber all die f\u00fcr eine Br\u00fcnnhilde notwendigen Register verf\u00fcgende <strong>Rachel Tovey<\/strong>, die sichtlich ergriffen und \u00fcberaus differenziert ihren gro\u00dfen Schlu\u00dfgesang vortrug. Die Sicherheit, mit der sie die rhythmischen und gesangstechnischen Anforderungen dieser Partie meisterte, ist beeindruckend. Das Zusammenspiel zwischen den Nornen und Rheint\u00f6chtern war wie die s\u00e4ngerischen Leistungen an diesem Abend insgesamt \u00fcber jeden Zweifel erhaben.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nEs handelt sich bei diesem Teil des Stockholmer Rings um den szenisch und musikalisch \u00fcberzeugendsten. Schwerlich d\u00fcrfte man diese Musik besser vortragen k\u00f6nnen. Wie Segerstam die langen Spannungsb\u00f6gen gestaltet, ohne ins Schleppen zu geraten oder klanglich zu dick aufzutragen, ist schlicht musterg\u00fcltig. Dazu kommt eine Regie, die bis auf ganz wenige Einf\u00e4lle eine in sich schl\u00fcssige, oft packende Umsetzung des Textes bietet. Uneingeschr\u00e4nkt zu empfehlen!<\/p>\n<p>Dr. Martin Knust<\/p>\n<p>Bild: Alexander Kenney<br \/>\nDas Bild zeigt: Rachel Tovey als Brunhilde und Lars Cleveman als Siegfried<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Wagner (1813 \u2013 1883), Dritter Tag des B\u00fchnenfestspiels Der Ring des Nibelungen, Libretto vom Komponisten UA: 1869 Bayreuth Regie: Staffan Valdemar Holm, B\u00fchnenbild\/Kost\u00fcm: Bente Lykke M\u00f8ller, Licht: Torben Lendorph, Choreographie: Kristin K\u00e5ge, Dramaturg: Stefan Johansson Dirigent: Leif Segerstam,<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=518\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,96],"tags":[],"class_list":["post-518","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-stockholm-konigliche-oper"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/518","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=518"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/518\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=518"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=518"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=518"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}