{"id":5176,"date":"2013-10-17T19:48:51","date_gmt":"2013-10-17T18:48:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5176"},"modified":"2013-11-02T15:31:42","modified_gmt":"2013-11-02T14:31:42","slug":"la-vestale-paris-theatre-des-champs-elysees","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5176","title":{"rendered":"LA VESTALE &#8211; Paris, Th\u00e9\u00e2tre des Champs-\u00c9lys\u00e9es"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gaspare Spontini (1774-1851), Trag\u00e9die lyrique in drei Akten, Libretto: Victor-Joseph-Etienne de Jouy, UA: 15. Dezember 1807 Op\u00e9ra de Paris, Salle Montansier<\/p>\n<p>Regie: Eric Lacascade, B\u00fchne: Emmanuel Clolus, Kost\u00fcme: Marguerite Bordat, Dramaturgie: Daria Lippi, Licht: Philippe Berthom\u00e9<\/p>\n<p>Dirigent: J\u00e9r\u00e9mie Rhorer, <i>Le Cercle de l\u2019Harmonie<\/i>, Ch\u0153ur Aedes<\/p>\n<p>Solisten: Ermonela Jaho (Julia), Andrew Richards (Licinius), B\u00e9atrice Uria-Monzon (La Grande Vestale), Jean-Fran\u00e7ois Borras (Cinna), Konstantin Gorny \u00a0(Hohepriester)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 15. Oktober 2013 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Paris-LaVestale_8.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5177\" alt=\"LA VESTALE -\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Paris-LaVestale_8.jpg\" width=\"350\" height=\"234\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Paris-LaVestale_8.jpg 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Paris-LaVestale_8-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt <\/b><\/p>\n<p>Der siegreiche Feldherr Licinius liebt Julia, die junge Vestalin, und Julia liebt Licinius. Doch Vestalinnen haben der irdischen Liebe entsagt. Trotz der Warnung seines Freundes Cinna beschlie\u00dft Licinius Julia zu entf\u00fchren. Die Liebenden treffen sich im Tempel der Vesta, Julia kann und will ihrem Geliebten nicht wiederstehen und l\u00e4\u00dft dabei das heilige Feuer ausgehen. Die Entweihung wird entdeckt. Julia dr\u00e4ngt Licinius zu Flucht und f\u00e4llt in Ohnmacht. Der Hohepriester und das Volk verurteilen Julia. Sie weigert sich den Namen ihres Geliebten preiszugeben. Als Julia zur Strafe lebend begraben werden soll, gibt sich Licinius als Schuldiger zu erkennen. Doch der Hohepriester ist unnachgiebig. Die Strafe mu\u00df vollzogen werden. Nur Julias Schleier wird auf den Altar gelegt und, falls die G\u00f6ttin der Schuldigen vergeben wolle, sollte er sich durch ein Wunder entz\u00fcnden. Es erhebt sich ein Sturm, ein Blitz schl\u00e4gt in den Altar ein und verbrennt den Schleier. Der Hohepriester erkennt darin das Zeichen, da\u00df die G\u00f6ttin vergeben hat.\u00a0 Er entbindet Julia ihrer Gel\u00fcbde und vereint im Namen von Venus die beiden Liebenden. Es herrscht allgemeiner Jubel.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>Die Inszenierung des Teams <b>Lascascade-Lippi-Clolus-Bordat-Berthom\u00e9<\/b> ist relativ neutral, und stellt sie damit in den Dienst der Musik. Das ist bei den narzi\u00dftischen Selbstverwirklichungtendenzen vieler heutiger Regisseure ein gro\u00dfer Vorteil. Die B\u00fchne bleibt mit nur wenigen Requisiten fast leer, und mit Ausnahme einiger Lichteffekte eher dunkel, manchmal, sehr stimmungsvoll, haupts\u00e4chlich durch das heilige Feuer und Kerzen erleuchtet. Wenig inspiriert sind die Kost\u00fcme: f\u00fcr die Priester schwarze Kutten, lange farblose Stra\u00dfenkleidung f\u00fcr das Volk, dunkle Lederwams mit schwarzen Hosen f\u00fcr die Soldaten. Nur die Vestalinnen tragen wei\u00dfe, knielange oder noch k\u00fcrzere Nachthemden mit nackten F\u00fc\u00dfen und Waden, nicht sehr nonnenhaft.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p>Entschieden der Star des Abends ist die junge Albanerin <b>Ermonela Jaho<\/b> als Julia.\u00a0 Ihre au\u00dfergew\u00f6hnlich reiche Sopranstimme ist in den dramatischen Szenen gewaltig, doch immer kontrolliert und sch\u00f6n timbriert, ohne jemals ins Schrille \u00fcberzukippen. In den lyrischen Szenen,\u00a0 in den manchmal fast gehauchten Koloraturen bleibt ihre Stimmf\u00fchrung klar und rein, in ganz zarten weichen Klangfarben. Das Gebet <i>Toi que j\u2019implore avec effroi<\/i> \u2013 <i>dich, die ich nur mit Schaudern anbete<\/i> den ich mit (mit Hornbegleitung) mit seinem aufsteigenden, in einem Verzweiflungsschrei m\u00fcndenden crescendo ist sehr bewegend. Der ganze zweiten Akt, den Berlioz ein <i>crescendo gigantesque<\/i> nannte, und den sie im Wechsel von Liebe und Verzweiflung allein oder im Duett mit Licinius oder dem Oberpriester bestreitet, ist sehr beeindruckend. <b>Andrew Richards<\/b> singt\u00a0 den gequ\u00e4lten Licinius mit\u00a0 warmem, dunklen Tenor, den man fast f\u00fcr einen lyrischen Bariton halten k\u00f6nnte. Besonders sch\u00f6n in der Liebeszene mit Julia im zweiten Akt <i>Les dieux prendront piti\u00e9 du sort qui nous accable \u2013 <\/i>\u00a0<i>die G\u00f6tter haben Mitleid mit dem Schicksal<\/i>\u00a0 <b>Jean-Fran\u00e7ois Borras\u2019<\/b> helle Tenorstimme als der treue Freund Cinna entfaltet sich erst voll im dritten Akt. <b>B\u00e9atrice Uria-Monzon<\/b> mit wohlklingendem, wenn auch wenig nuanciertem Mezzosopran als Oberin der Vestalinnen und <b>Konstantin Gorny<\/b> mit rauher, orgelnder Ba\u00dfstimme als Oberpriester beschlie\u00dfen das ausgezeichnet Ensemble. <b>J\u00e9r\u00e9mie Rhorer<\/b> dirigiert schwungvoll die Solisten, den <i>Cercle de l\u2019Harmonie<\/i> und den kr\u00e4ftigen <b>Chor Aedes<\/b>.<\/p>\n<p><b>Fazit <\/b><\/p>\n<p><i>La Vestale<\/i> (1807), das Hauptwerk des Italieners Gaspare Spontini, eine der meist gespielten Opern seiner Zeit, ist ein bedeutendes \u00dcbergangswerk, in dem noch Mozart und Gluck anklingen, das aber auch\u00a0 schon zur <i>Grand Op\u00e9ra<\/i> der franz\u00f6sischen Romantik geh\u00f6rt. Von der Oper begeistert, holt der K\u00f6nig von Preu\u00dfen Spontini 1820 aus Paris f\u00fcr zwanzig Jahre als Generalmusikdirektor nach Berlin. 1844 dirigiert Richard Wagner <i>La Vestale<\/i> in Dresden und schreibt sp\u00e4ter: Mein Schlu\u00dfchor in ersten Akt von <i>Lohengrin<\/i> z.B. stammt viel mehr von Spontini (ab) als von Weber. Die Idee der \u00a0\u201everbotenen Liebe\u201c im\u00a0 Libretto f\u00fchrt nicht nur direkt zu Bellinis <i>Norma<\/i> (1831), sondern man findet sein Echo auch noch\u00a0 1871 in Verdis <i>Aida<\/i>.<\/p>\n<p>Vor allem durch die Bravourrolle der Julia hat sich das Werk bis heute auf den internationalen Spielpl\u00e4nen gehalten. Sie erlebte eine h\u00f6chsterfreuliche, wohl gelungene Wiederaufnahme durch das Th\u00e9\u00e2tre des Champs-\u00c9lys\u00e9es, die reichlichen Applaus fand.<\/p>\n<p>Alexander Jordis-Lohausen<\/p>\n<p>Bild: \u00a9Vincent Pontet, WikiSpectacle<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Ermonela Jaho (Julia) li., inmitten der Vestalinnen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 15. Oktober 2013 (Premiere)<br \/>\nEntschieden der Star des Abends ist die junge Albanerin Ermonela Jaho als Julia.  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