{"id":5152,"date":"2013-10-12T17:27:13","date_gmt":"2013-10-12T16:27:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5152"},"modified":"2013-11-02T15:39:11","modified_gmt":"2013-11-02T14:39:11","slug":"aida-paris-opera-bastille","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5152","title":{"rendered":"AIDA &#8211; Paris, Op\u00e9ra Bastille"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Guiseppe Verdi (1813-1901), Oper in vier Akten, Libretto: Antonio Ghislanzoni nach Auguste Mariette, UA: 24. Dezember 1871 Kairo Opernhaus<br \/>\nRegie: Olivier Py, Kost\u00fcme und B\u00fchne: Pierre-Andr\u00e9 Weitz, Licht: Bertrand Killy<br \/>\nDirigent: Philippe Jordan, Chor und Orchester der Op\u00e9ra National, Choreinstudierung: Patrick Marie Aubert.<br \/>\nSolisten: Carlo Cigni (Pharao), Luciana d\u2019Intino (Amneris), Sergey Murzaev (Amonasro, K\u00f6nig von \u00c4thiopien) Oksana Dyka (Aida), Marcelo Alvarez (Radames), Roberto Scandiuzzi (Ramfis) u.a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 10. Oktober 2013 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Paris-Aida.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5157\" alt=\"Paris-Aida\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Paris-Aida.gif\" width=\"350\" height=\"231\" \/><\/a><br \/>\n<strong>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Radames, der Oberbefehlshaber des \u00e4gyptischen Heeres, liebt Aida, die in \u00e4gyptischer Gefangenschaft lebende Tochter Amonasros, des K\u00f6nigs von \u00c4thiopien. Die \u00e4gyptische K\u00f6nigstochter Amneris liebt Radames. Radames hat die \u00c4thiopier, die in \u00c4gypten eingefallen waren, besiegt. Als Belohnung soll er Amneris\u2019 Gemahl werden. Doch aus Liebe zu Aida wird er ungewollt zum Verr\u00e4ter am eigenen Land. Aus Eifersucht und Rache von Amneris belauscht und \u00fcberf\u00fchrt, liefert sie ihn dem Tribunal der Priester aus. Zu sp\u00e4t bereut Amneris ihre Tat. Radames wird zum Tode verurteilt. Lebendig eingemauert, erleiden Radames und Aida, die ihm in die Grabkammer heimlich gefolgt ist, gemeinsam den Liebestod.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung <\/strong><\/p>\n<p>Die M\u00e4nner, von den Soldaten abgesehen, erscheinen in Prunkuniformen aus der Zeit Napoleons III., die Frauen in langen schwarzen Kleidern derselben Epoche und die Priester im vollen Ornat der katholischen Kirche. Es folgen Soldaten zuhauf im Kampfanzug und mit Maschinenpistolen, baumelnde Erh\u00e4ngte, eine Klu-Klux-Klan Hinrichtungszeremonie, ausl\u00e4nderfeindliche, ultranationalischen Massendemonstrationen und ein Panzer. Das Dekor besteht im wesentlichen aus schweren goldenen Metallgittern oben und unten und in der Mitte aus einem goldenen Palast-Tempel-Triumphmonument, das sich je nach Bedarf dreht. Das Ganze, blank geputzt und blendend glitzernd, hat eine kalte Sch\u00f6nheit. In der Schlussszene bildet eine Totenstadt den Hintergrund.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Oksana Dyka<\/strong> als Aida ist hier wohl eher die patriotische Rebellin als die sanft Liebende. Denn ihr Sopran ist vor allem beeindruckend in den dramatischen Szenen, stark, metallisch, kalt, manchmal schrill. Dagegen, bleibt ihr Ton in den lyrischen Szenen, sogar im die Oper abschlie\u00dfenden Liebesduett <em>Son io \u2013 ich bin\u2019s <\/em>(4. Akt), kalt und dramatisch, und falls ihr ein Pianissimo gelingt, da verliert es an Klangfarbe. Im Gegensatz dazu erh\u00e4lt sich <strong>Luciana d\u2019Intinos<\/strong> klangvoller Mezzo in hohen wie in tiefen Stimmlagen weich und rund, ihre Diktion ist klar. Sie tritt besonders in der ersten Szene im vierten Akt hervor. <strong>Marcelo Alvarez<\/strong> hat offensichtlich den Schritt zum <em>Lirico spinto<\/em>-Tenor gut gemeistert. Seine helle, klare Stimme setzt sich in der Radames-Rolle nicht nur in den lyrischen, sondern auch in den dramatischen Szenen gut durch. <strong>Roberto Scandiuzzi<\/strong> ist mit kr\u00e4ftigem, ausdrucksstarkem Ba\u00df der Oberpriester Ramfis. <strong>Carlo Cigni<\/strong> \u00fcberzeugt mit vollem Ba\u00df als \u00e4gyptischer, Sergey Murzaev mit etwas knarrendem Bariton als \u00e4thiopischer K\u00f6nig.<br \/>\n<strong>Philippe Jordan<\/strong> dirigiert Solisten, Chor und Orchester meisterhaft.<\/p>\n<p><strong>Fazit.<\/strong><\/p>\n<p>In ihrer zweiten Inszenierung in dieser Saison, nach einer gelungenen Alceste, packt das Team Py-Weitz-Killy diesmal all ihre Phantasmen \u00fcber autokratisch-totalit\u00e4r-faschistische Macht der Herrscher, Priester und Milit\u00e4rs in diese Auff\u00fchrung. Diese, oft widerspr\u00fcchliche, tonnenschwere Symbolik erdr\u00fcckt die Oper. Der von der Staatsmacht verfolgte, fahnenschwingende Revolution\u00e4r und die Anspielung auf den Freiheitskampf Italiens gegen \u00d6sterreich ist nur ein schwacher Vorgeschmack. Menschliches Leid als Element der \u00c4sthetik zu verwenden schockiert und lenkt ab. Es ist schwer, sich dabei noch auf die Musik zu konzentrieren, und im Finale mu\u00df man die Augen schlie\u00dfen, wenn man sich bei den fahlen Leichenbergen in der Grabkammer noch ein bi\u00dfchen von der bewegenden Atmosph\u00e4re des Liebesduetts erhalten will.<br \/>\nAida, dieses in vieler Hinsicht bemerkenswerte Sp\u00e4twerk Verdis, war seit fast einem halben Jahrhundert nicht mehr in der Pariser Oper gegeben worden. Man h\u00e4tte der erfreulichen musikalischen Darbietung dieser neuen Premiere einen entsprechenderen Rahmen gew\u00fcnscht. Nach den Buhrufen zu schlie\u00dfen waren viele im Publikum dieser Meinung.<\/p>\n<p>Alexander Jordis-Lohausen<\/p>\n<p>Bild: Op\u00e9ra national de Paris\/Elisa Haberer<br \/>\nDas Bild zeigt: Marcelo Alvarez (Radam\u00e8s) auf dem Panzer und Roberto Scandiuzzi (Ramfis)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 10. Oktober 2013 (Premiere)<br \/>\nOksana Dyka als Aida ist hier wohl eher die patriotische Rebellin als die sanft Liebende. Denn ihr Sopran ist vor allem beeindruckend in den dramatischen Szenen, stark, metallisch, kalt, manchmal schrill. Dagegen, bleibt ihr Ton in den lyrischen Szenen, sogar im die Oper abschlie\u00dfenden Liebesduett Son io \u2013 ich bin\u2019s (4. 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