{"id":5137,"date":"2013-10-07T18:04:18","date_gmt":"2013-10-07T17:04:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5137"},"modified":"2013-11-02T15:41:14","modified_gmt":"2013-11-02T14:41:14","slug":"otello-nurnberg-staatstheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5137","title":{"rendered":"OTELLO &#8211; N\u00fcrnberg, Staatstheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi (1813-1883), Dramma lirico in vier Akten, Libretto: Arrigo Boito nach <i>Othello, the Moore of Venice<\/i>, UA: 5. Februar 1887 Mailand, Teatro alla Scala<\/p>\n<p>Regie: Gabriele Rech, B\u00fchne: Dieter Richter, Kost\u00fcme: Gabriele Heimann<\/p>\n<p>Dirigent: Guido Johannes Rumstadt, Staatsphilharmonie N\u00fcrnberg, Chor und Extrachor und Jugendchor des Lehrergesangsvereins N\u00fcrnberg, Choreinstudierung: Tarmo Vaask<\/p>\n<p>Solisten: Vincent Wolfsteiner (Otello), Ekaterina Godovanets (Desdemona), Mikolaj Zalasinski (Jago), Sergio Blazquez (Cassio), Hans Kittelmann(Roderigo), Taehyun Jun (Lodovico), Sebastien Parotte (Montano), Judita Nagyova (Emilia), Daniel Dropulja (Herold)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 5. Oktober 2013 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Nuernberg-Othello.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5138\" alt=\"Nuernberg-Othello\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Nuernberg-Othello.gif\" width=\"350\" height=\"233\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/b><\/p>\n<p>Nach dem Sieg \u00fcber die T\u00fcrken kehrt der Venezianer Otello nach Zypern zur\u00fcck. W\u00e4hrend der Siegesfeier beginnt Jago seine Intrige: Er verleitet Cassio dazu sich zu betrinken, worauf Otello diesen suspendiert. Dann schickt Jago Cassio zu Otellos Geliebter Desdemona, um \u00fcber sie eine Begnadigung zu erlangen. Otello belauscht das Gespr\u00e4ch der beiden, was bei ihm Eifersucht hervorruft. Jago spricht Cassio auf seine Liebe zu Bianca an, worauf dieser ihm Desdemonas Taschentuch zeigt, das er f\u00fcr ein Geschenk Biancas h\u00e4lt. Jago zeigt Otello das Taschentuch, das er f\u00fcr das Desdemonas h\u00e4lt. Nun \u00fcberf\u00e4llt ihn die Eifersucht ungebremst, und er erdrosselt Desdemona. Beim Eintritt der Helfer ersticht sich Otello neben ihrem Leichnam.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>Das B\u00fchnenbild zeigt einen venezianischen Palast mit leichten Abnutzungserscheinungen. Im ersten Akt ist das Portal gekr\u00f6nt von einem venezianischen L\u00f6wen. Im zweiten Akt blicken wir in einen gro\u00dfen Saal des Palasts, der mit einem durchsichtigen Vorhang nach hinten abgegrenzt wird. Im S\u00e9par\u00e9e sind zwei Damen mit der Truppenbetreuung besch\u00e4ftigt. Im Vordergrund wird ein massiver Billard-Tisch hin und her geschoben, er dient auch als Plattform f\u00fcr das Kinderst\u00fcck. F\u00fcr den Auftritt des Chores wird die linke Seitenwand aufgeklappt, nur Emilia findet einen schmalen Einla\u00df. Im Schlu\u00dfbild wird der Billard-Tisch gegen ein breites Ehebett getauscht. Die Herren tragen amerikanische oder italienische Milit\u00e4runiformen des 20. Jahrhunderts, die Damen bunte Abendkleider. Desdemona ist im Ehebett mit einem wei\u00dfen Brautkleid gekleidet.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p>Eigentlich h\u00e4tte <b>Guido Johannes Rumstadt<\/b> versuchen m\u00fcssen, das bestens aufgelegte Orchester zur Zur\u00fcckhaltung anzuhalten, denn f\u00fcr die musikalische Untermalung dieser typisch italienischen Trag\u00f6die ist etwas besonders notwendig: Zur\u00fcckhaltung! Doch die eindringliche Sturmschilderung im Orchester oder der eigentlich verhalten zu gestaltende Jubel-Chor gehen im <i>furioso fortissimo<\/i> des Orchesters unter \u2013 obwohl der Chor an der Rampe steht, geht in Jagos Trinklied die musikalische Raffinesse verloren. Erst ab dem zweiten Akt gelingt es, mit massiver Unterst\u00fctzung der Solisten, eine tiefsch\u00fcrfende und damit mitleiderregende musikalische Beschreibung der inneren Handlung zu gestalten. An erster Stelle ist <b>Vincent Wolfsteiner<\/b> zu nennen. Er ist ein Tenor, der Tristan und Otello gestalten kann, ist aber eher ein deutscher Heldentenor. Und so gestaltet er Otello zun\u00e4chst als harmlosen, lyrischen Tenor, der allerdings schon zu Beginn des zweiten Aktes vollst\u00e4ndig in die dramatischen Fieberphantasien und Wahnsinnstr\u00e4ume (eines Tristans) hin\u00fcbergleitet. Da hilft es auch nichts, da\u00df er erst viel sp\u00e4ter sich schwarz \u00e4rgert (wobei er sein Gesicht schw\u00e4rzt), ihm fehlen die Nuancen und gestalterischen Mittel, um das langsame Abgleiten \u00fcber drei Akte darzustellen.<\/p>\n<p>Unterst\u00fctzung seitens der Regie war hierbei wenig zu sp\u00fcren.<\/p>\n<p><b>Ekaterina Godovanets<\/b> gibt der Desdemona eine jugendliche Ausstrahlung, besonders in der klaren H\u00f6he und ebensolchen Tiefe. Ihr weicher, gestaltungsf\u00e4higer Sopran rei\u00dft auch das Publikum von den Sitzen \u2013 sp\u00e4testens bei ihrem einf\u00fchlsamen Gebet.<b> Mikolaj Zalasinski<\/b> lie\u00df sich zwar als indisponiert ansagen, jedoch machte er deutlich, da\u00df er die Rolle des Jago abgrundtief b\u00f6se gestalten kann, sein <i>Credo des B\u00f6sen<\/i> treibt Schauder auf den R\u00fccken. Die Nebenrollen waren bis auf Cassio gut besetzt. <b>Sergio Blazquez<\/b> ist ein schwacher Tenor, der mit Intonationsproblemen zu k\u00e4mpfen hatte. Hingegen konnte <b>Hans Kittelmann<\/b> aus der kleinen Rolle des Rodrigo viel herausholen und lie\u00df so aufhorchen. Ebenso <b>Judita Nagyova<\/b> (Emilia) als witziger spritziger Mezzo. Der <b>Chor<\/b> zeigt gerade im Zusammenspiel zwischen M\u00e4nner- und Frauenstimmen ein ungemein ausgewogenes und harmonisches Zusammenspiel, wirkt aber seltsam emotionslos. Besonders erw\u00e4hnenswert der Kinderchor, der die Huldigung Desdemonas wirklich herzergreifend und musikalisch einwandfrei in kindlich hoher Stimmlage ausf\u00fchrt.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Eigentlich wird diese Oper unter dem Originaltitel <i>Otello<\/i> auf den internationalen Spielpl\u00e4nen gef\u00fchrt. Jedoch erregte die Verwendung des deutschen Titels <i>Othello<\/i> beim Publikum keine Aufmerksamkeit. Und so feierte man ausgelassen einen musikalischen und szenischen H\u00f6hepunkt zum Auftakt der neuen Spielzeit.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Ludwig Olah<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Vincent Wolfsteiner (Otello) und Ekaterina Godovanets (Desdemona)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 5. Oktober 2013 (Premiere)<br \/>\nEkaterina Godovanets gibt der Desdemona eine jugendliche Ausstrahlung, besonders in der klaren H\u00f6he und ebensolchen Tiefe. 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