{"id":5126,"date":"2013-09-27T16:48:31","date_gmt":"2013-09-27T15:48:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5126"},"modified":"2013-11-02T15:44:56","modified_gmt":"2013-11-02T14:44:56","slug":"musikfest-bremen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5126","title":{"rendered":"Musikfest Bremen"},"content":{"rendered":"<blockquote>\n<h2>Sonderkonzert, Bremen Glocke<\/h2>\n<h2><i>Fidelio<\/i><\/h2>\n<p>von Ludwig van Beethoven (1770-1827), Oper in zwei Aufz\u00fcgen, Libretto: Joseph Sonnleitner und Friedrich Treitschkenach der Oper <i>L\u00e9onore ou l\u2019amour conjugal<\/i> von Pierre Gaveaux und Jean Nicolas Bouilly, UA (3. Fassung): 29. M\u00e4rz 1814 Wien, Theater an der Wien<\/p>\n<p>Szenisches Arrangement: Leah Hausman, Rezitator: Ulrich Tukur<\/p>\n<p>Dirigent: Paavo J\u00e4rvi, Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, Deutscher Kammerchor, Einstudierung: Michael Alber<\/p>\n<p>Solisten: Detlef Roth (Don Fernando), Evgeny Nikitin (Don Pizarro), Burkhard Fritz (Florestan), C\u00e9cile Perrin (Leonore), Dimitry Ivashchenko (Rocco), Mojca Erdmann (Marzelline), Julian Pr\u00e9gardien (Jaquino)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 25. September 2013<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Bremen-Fidelio.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5127\" alt=\"Bremen-Fidelio\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Bremen-Fidelio.gif\" width=\"350\" height=\"260\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/b><\/p>\n<p>Leonore vermutet, da\u00df ihr verschwundener Mann Florestan sich in den H\u00e4nden seines Feindes, des Gef\u00e4ngnisgouverneurs Don Pizarro, befindet. Deshalb verkleidet sie sich als Mann und schleust sich unter dem Namen Fidelio als Helfer bei dem Kerkermeister Rocco ein. Dessen Tochter Marzelline verliebt sich in Leonore. Pizarro erf\u00e4hrt derweil, da\u00df der Minister Don Fernando das Gef\u00e4ngnis inspizieren m\u00f6chte und f\u00fcrchtet, da\u00df dieser den unrechtm\u00e4\u00dfig inhaftierten Florestan entdecken k\u00f6nnte. Sein Versuch, den Gefangenen zu ermorden, scheitert: Leonore tritt dazwischen. Florestan wird befreit, und Minister Don Fernando tritt zur Rettung aller Gefangenen auf.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>Die als halbszenisch angek\u00fcndigte Auff\u00fchrung wurde durch den Schauspieler Ulrich Tukur gepr\u00e4gt, der zwischen den musikalischen Teilen Texte vom Blatt las und zu Beginn br\u00fcllend die B\u00fchne st\u00fcrmte, so da\u00df er zun\u00e4chst nicht, sp\u00e4ter etwas besser verstanden werden konnte. Die Texte stammen von Walter Jens (<i>Roccos Erz\u00e4hlung<\/i>) und geben die Geschichte der Oper im R\u00fcckblick aus der Sicht des Kerkermeisters Rocco wieder. Ansonsten standen die S\u00e4nger \u2013 wie bei einer konzertanten Auff\u00fchrung \u2013 vor dem Orchester. Eine mimische und gestische Wiedergabe der Handlung reduzierte sich darauf, da\u00df Burkhard Fritz als Florestan seine H\u00e4nde kreuzte und sich auf die Erde legte, um so seinen Aufenthalt im Kerker anzudeuten.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester <\/b><\/p>\n<p>Die Darbietung dieser Oper Beethovens bildete den Schlu\u00dfpunkt der internationale Beachtung findenden Interpretation des Beethoven-Zyklus durch die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen. <b>Paavo J\u00e4rvi<\/b> animierte die Musiker zu wuchtigem Spiel, das sich zum Ende hin immer mehr verdichtete und schlie\u00dflich in einem \u00fcberw\u00e4ltigenden Klangrausch im vielfachen Dauer-Fortissimo seinen H\u00f6hepunkt fand. Blech- wie Holzbl\u00e4ser fielen durch ihren sauberen und geschlossenen Klang auf, der Pauke spielende Stefan Rapp durch seine deutlich hervortretenden Schl\u00e4ge. Der Deutsche Kammerchor \u2013 im ersten Akt nur mit seinen M\u00e4nnern vertreten \u2013 sang hervorragend, differenziert und kraftvoll. Die Chormitglieder gaben der Befreiungsatmosph\u00e4re szenische Unterst\u00fctzung indem sie einander umarmten.<\/p>\n<p>Die S\u00e4nger hatten recht unterschiedliche Qualit\u00e4t, traten ohne Noten auf, aber ihre Wortverst\u00e4ndlichkeit lie\u00df oft zu w\u00fcnschen \u00fcbrig. Am besten sang <b>Burkhard Fritz<\/b>, der die Tragik seiner Rolle (Florestan) stimmlich gut zum Ausdruck bringen konnte und zu Beginn des zweiten Aktes die Arie <i>Gott! Welch Dunkel hier! Welch grauenvolle Stille! <\/i>mit geradezu schmerzhafter Wirkung wiedergab und damit den bisherigen Charakter der Oper wirkungsvoll ver\u00e4ndern konnte. Mit <b>Dimitry Ivashchenko<\/b> war der Kerkermeister Rocco mit einem besonders in den Tiefen voll klingenden Ba\u00df ausgestattet, der eine passende, reum\u00fctige F\u00e4rbung fand. Ihn verstand man von allen S\u00e4ngern am besten. Die kernige Tenorstimme von <b>Julian Pr\u00e9gardien<\/b> (Pf\u00f6rtner Jaquino), der um die Gunst von Marzelline im Anfangsduett der Oper wirbt,\u00a0 wirkte \u00fcberzeugend im Gegensatz zu <b>Detlef Roth<\/b>, der mit seiner kurzen Partie des Don Fernando kaum wahrgenommen wurde. <b>Mojca Erdman<\/b> gestaltete die Rolle der Marzelline mit ihrem frischen, sauber intonierten Sopran. Doch ein wenig Koketterie und Charme h\u00e4tten ihr gutgetan.<\/p>\n<p>Als Gegenspieler zu Florestan war der B\u00f6sewicht Don Pizarro mit <b>Evgenij Nikitin<\/b> gut besetzt, konnte er doch seiner Stimme gewaltige Dramatik geben. Mit einer Art Dolch in der Hand gab er sein Vorhaben, Florestan zu ermorden, zu verstehen und sang mit schneidender Stimme <i>Er<\/i> <i>sterbe! Doch er soll erst wissen<\/i>.<\/p>\n<p>Die franz\u00f6sische Sopranistin <b>C\u00e9cile Perrin<\/b> trat anstelle der erkrankten Emily Magee auf und gab der zu allem entschlossenen Leonore eine h\u00f6chst dramatische und durchdingende Stimme. Sie sang zwar wenig differenziert und war in tieferer Lage kaum h\u00f6rbar, doch sie konnte ein immens gro\u00dfes Stimmvolumen entfalten, mit dem sie im Finale <i>Wer ein holdes Weib errungen<\/i> das gesamte Orchester und den Chor \u00fcberstrahlte.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Das Bremer Publikum gab seiner Begeisterung f\u00fcr die Deutsche Kammerphilharmonie und das stimmstarke Ensemble mit langanhaltendem Beifall und Fu\u00dfgetrappel Ausdruck. <b>Ulrich Tukur<\/b> wurde mit einem Zwischenruf \u201eKom\u00f6dienstadl\u201c kritisiert, die f\u00fcr die szenische Gestaltung zust\u00e4ndige Leah Hausman erhielt verhaltenen Beifall. Eine durchweg konzertante Auff\u00fchrung h\u00e4tte vielleicht eher \u00fcberzeugt.<\/p>\n<p>Carola Jakubowski<\/p>\n<p>Bild: C. Jakubowski<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Julian Pr\u00e9gardien, Mojca Erdmann, Burkhard Fritz, C\u00e9cile Perrin, Dimitri Ivashchenko, Detlef Roth, Evgenij Nikitin<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 25. September 2013<br \/>\nDie Darbietung dieser Oper Beethovens bildete den Schlu\u00dfpunkt der internationale Beachtung findenden Interpretation des Beethoven-Zyklus durch die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen. 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