{"id":512,"date":"2009-02-03T10:29:29","date_gmt":"2009-02-03T08:29:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=512"},"modified":"2009-02-04T19:35:04","modified_gmt":"2009-02-04T17:35:04","slug":"essen-aalto-theater-furst-igor-%e2%80%93-knjaz%e2%80%98-igor%e2%80%98","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=512","title":{"rendered":"Essen, Aalto-Theater &#8211; F\u00dcRST IGOR \u2013 KNJAZ\u2018 IGOR\u2018"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Text\/Musik von Alexander Borodin (1833-1887), Oper in vier Akten, UA: 23. Februar 1890, St. Petersburg<br \/>\nRegie: Andrejs \u017dagars; B\u00fchne: Alexander Orlov; Kost\u00fcme: Kristine Pasternaka.<br \/>\nDie Oper wurde auf zwei Akten f\u00fcr das Aalto-Theater verk\u00fcrzt. Gesungen wird in russischer Sprache.<br \/>\nDirigent: Noam Zur, Essener Philharmoniker, Chor des Aalto-Theater, Einstudierung: Alexander Eberle, Inna Batyuk<br \/>\nSolisten: Almas Svilpa (Igor), Danielle Halbwachs (Jaroslawna), Rainer Maria R\u00f6hr (Wladimir), Heiko Trinsinger (Galitzki9 u.a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 31. Januar 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/essen-fuerst-igor.jpg\" TITLE=\"essen-fuerst-igor.jpg\"><img SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/essen-fuerst-igor.jpg\" ALT=\"essen-fuerst-igor.jpg\" ALIGN=\"right\" \/><\/a>Ru\u00dfland im 12. Jahrhundert: F\u00fcrst Igor von Putiwl und sein Sohn Wladimir ziehen in den Krieg gegen die heidnischen Polowzer \u2013 obwohl b\u00f6se Omen wie eine Sonnenfinsternis sowie die Vorahnungen von Igors Frau Jaroslawna gegen den Feldzug sprechen. Prompt werden die beiden nach verlorener Schlacht gefangen genommen. In der Gefangenschaft verliebt sich Wladimir in Kontschakowna, die Tochter des Polowzer Khans Kontschak. Igor jedoch \u2013 obwohl von Kontschak mit h\u00f6chstem Respekt behandelt \u2013 denkt nur an Flucht. W\u00e4hrend er schlie\u00dflich entkommen kann, bleibt Wladimir zur\u00fcck, um Kontschakowna zu heiraten. In Putiwl will derweil Igors Schwager Galitzki die Macht an sich rei\u00dfen. Noch w\u00e4hrend die verzweifelte Jaroslawna versucht, ihm Einhalt zu gebieten, fallen die Polowzer in die Stadt ein und zerst\u00f6ren sie. Da kehrt Igor zur\u00fcck. Gemeinsam mit Jaroslawna erwartet er die Ankunft des Khans.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDie Kost\u00fcme deuten an, da\u00df wir uns im 21. Jahrhundert befinden, und der zur\u00fcckgekehrte Igor, der im Schneetreiben seiner Jaroslawna in die Arme sinkt, ist eindeutig ein an Leib und Seele Kriegsversehrter. Das B\u00fchnenbild betont die mythisch-sagenhaften Z\u00fcge der Oper, etwa durch eine riesige Sonne, die sich zu Beginn dramatisch verdunkelt und danach die Szene beherrscht, oder durch eine mittelalterliche Befestigungsanlage, von der am Schlu\u00df nur noch ein paar Pf\u00e4hle einsam in die Luft ragen. Zwar deuten die Kost\u00fcme an, da\u00df wir uns im 21. Jahrhundert befinden, und der zur\u00fcckgekehrte Igor, der im Schneetreiben seiner Jaroslawna in die Arme sinkt, ist eindeutig ein an Leib und Seele Kriegsversehrter. F\u00fcr herzhafte Lacher und Szenenapplaus sorgt die orientalische Pracht im Polowzer Lager: zwei gigantische Kamele (von denen eines Kontschak als Thron dient) sowie ein gelber Cadillac, mit dem der Khan schlie\u00dflich in Putiwl einzieht.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nDie Grundlage der Essener Auff\u00fchrung bildet nicht die von Rimski-Korsakow und Glasunow erstellte \u2013 in ihrer Authentizit\u00e4t umstrittene &#8211; Fassung des unvollendet gebliebenen Werkes. Regisseur und Dirigent legen eine eigene Fassung vor, die sich auf von Borodin selbst komponierte Szenen konzentriert und die Handlung strafft. <strong>Andrejs \u017dagars<\/strong> verzichtet auf plumpe Aktualisierungen oder Anspielungen (z.B. auf den Kaukasus-Konflikt). <strong>Almas Svilpa<\/strong> (Igor) schneidet diesmal deutlich besser ab als noch vor kurzem mit seinem schwachen Rheingold-Wotan. Seine St\u00e4rken liegen dort, wo seine Stimme m\u00e4chtig auftrumpfen kann \u2013 weniger bei den lyrischen B\u00f6gen der Arie <em>Ni sna ni otdycha \u2013 Kein Schlaf, keine Ruhe<\/em>. Anders <strong>Heiko Trinsinger<\/strong> (Galitzki), der einmal mehr zeigt, da\u00df sich beeindruckendes Stimmaterial und Eleganz nicht ausschlie\u00dfen. Der Tenor <strong>Rainer Maria R\u00f6hrs<\/strong> (Wladimir) verf\u00fcgt \u00fcber eine H\u00f6he, um die ihn mancher Kollege des italienischen Fachs gl\u00fchend beneiden d\u00fcrfte. Sein k\u00fchles, farbloses Timbre macht ihn allerdings nicht zur Idealbesetzung f\u00fcr einen leidenschaftlichen Liebhaber. <strong>Danielle Halbwachs<\/strong> (Jaroslawna) nimmt das Publikum mit warmem, leuchtendem Sopran f\u00fcr sich ein, scheint aber bisweilen unsicher. Der <strong>Chor<\/strong>, dem wie in den meisten russischen Opern als Stimme des Volkes eine zentrale Rolle zukommt, wird f\u00fcr seine Leistung zu Recht bejubelt &#8211; ebenso wie die <strong>Essener Philharmoniker<\/strong> unter <strong>Noam Zur<\/strong> f\u00fcr ihre geschlossene Interpretation der farbenpr\u00e4chtigen Partitur. Tempo, Aktion und Farbenreichtum bestimmen die Szene.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nEinige der K\u00fcrzungen m\u00f6gen etwas willk\u00fcrlich anmuten (z.B. der h\u00f6r- und sichtbare L\u00fccke hinterlassende Wegfall der Auseinandersetzung Jaroslawna\/Galitzki im ersten Akt). Die Polowetzer T\u00e4nze als Finale zu verwenden, ist zwar ein kluger Einfall, aber sicher nicht authentischer als manches, was sich Rimski und Glasunow mit dem Torso erlaubt haben. Dennoch haben Andrejs \u017dagars und Noam Zur mit ihrer Fassung einen dramaturgisch wie musikalisch schl\u00fcssigen F\u00fcrst Igor vorgelegt. Kurzer, aber begeisterter Beifall f\u00fcr einen lohnenswerten Opernabend!<br \/>\nDr. Eva  Maria Ernst<\/p>\n<p>Bild: J\u00f6rg Landsberg<br \/>\nDas Bild zeigt: Polowetzer T\u00e4nze, links Almas Svilpa (Igor), in der Mitte Marcel Rosca  (Khan Kontschak), Chor, Statisterie<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Text\/Musik von Alexander Borodin (1833-1887), Oper in vier Akten, UA: 23. Februar 1890, St. Petersburg Regie: Andrejs \u017dagars; B\u00fchne: Alexander Orlov; Kost\u00fcme: Kristine Pasternaka. Die Oper wurde auf zwei Akten f\u00fcr das Aalto-Theater verk\u00fcrzt. Gesungen wird in russischer Sprache. Dirigent:<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=512\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[67,1],"tags":[],"class_list":["post-512","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-essen-aalto-theater","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/512","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=512"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/512\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=512"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=512"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=512"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}