{"id":5113,"date":"2013-09-21T10:35:27","date_gmt":"2013-09-21T09:35:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5113"},"modified":"2013-11-02T15:47:17","modified_gmt":"2013-11-02T14:47:17","slug":"aida-hof-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5113","title":{"rendered":"AIDA &#8211; Hof, Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Opera in vier Akten, Libretto: Antonio Ghislanzoni; UA: 1871 Kairo, Opernhaus<\/p>\n<p>Regie: Klaus Kusenberg, B\u00fchne: G\u00fcnter Hellweg<\/p>\n<p>Dirigent: Arn Goerke, Hofer Symphoniker, Opernchor und Extrachor am Theater Hof, Chorleitung: Cornelius Volke<\/p>\n<p>Solisten: Tamara Haskin (Aida), Mario Zhang (Radames), Roswitha Christina M\u00fcller (Amneris), Sangmin Lee (Amonasro), Jens Waldig (Ramphis), Hyung Wook Lee (K\u00f6nig), Matthias Frey (Bote), Inga Lisa Lehr (Oberpriesterin)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 20. September 2013 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Hof-Aida.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5114\" alt=\"Hof-Aida\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Hof-Aida.gif\" width=\"240\" height=\"350\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/b><\/p>\n<p>Die \u00e4thiopische Prinzessin Aida wird am Hof der \u00c4gypter als Sklavin gefangengehalten. Dort verliebt sie sich in den Heerf\u00fchrer Radames, der ihre Liebe erwidert. Doch auch Amneris, die Tochter des Pharao, liebt Radames und sieht in Aida eine Rivalin. Als Aidas Vater Amonasro von den \u00c4gyptern gefangen wird bittet er seine Tochter, von Radames die Kriegspl\u00e4ne der \u00c4gypter gegen sein Volk in Erfahrung zu bringen. Hin- und hergerissen zwischen der Liebe zu Radames und ihrer Heimat verr\u00e4t sie die geheimen Pl\u00e4ne und dr\u00e4ngt Radames zur Flucht. Amneris belauscht die beiden und, getrieben von Eifersucht, verr\u00e4t sie Radames. Dieser wird wegen des Verrats an seinem Lande von den Hohepriestern zum Tode durch Einmauern verurteilt. Weil sie ohne ihn nicht leben will, geht Aida zu ihm in die unterirdische Todeskammer.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>Das B\u00fchnenbild ist zeitlos und unverortbar. Zwei drehbare Seitenw\u00e4nde und die R\u00fcckwand zeigen symmetrisch angeordnete Kreuze, wie man sie aus optischen Ger\u00e4ten von Kameras oder Feldstechern kennt. Dadurch werden, je nach Beleuchtung, Tiefeneffekte m\u00f6glich, und wenn sich auch noch der transparente Rampenvorhang senkt, wird ein 3D-Effekt erzeugt. Zus\u00e4tzlich lassen sich Figuren auf die W\u00e4nde projizieren, so da\u00df durch wenige Requisiten Assoziationen zu konkreten Situationen erm\u00f6glicht werden: Offenes Feuer in einem Kamin steht f\u00fcr die Priester und deren Tempel, eine Modenschau mit Kosmetikerinnen, Spiegeln, einem Friseurstuhl und Modebeuteln stehen f\u00fcr die Welt der Amneris. Der <i>Triumphmarsch<\/i>, der eher eine Antikriegsdemonstration ist, wird von der Herrscherfamilie aus einem Auto herab beobachtet, w\u00e4hrend Soldaten Leichens\u00e4cke und Gefangene herbeischleppen. Die Priester k\u00f6nnten jeder Religion angeh\u00f6ren, Soldaten tragen heutige Milit\u00e4runiformen, die Damen Designer-Abendkleider.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger-Orchester<\/b><\/p>\n<p><b>Arn Goerke<\/b> f\u00fchrt die <b>Hofer<\/b> <b>Symphoniker<\/b> zu einem Abend, an dem selbst Giuseppe Verdi seine Freude gehabt h\u00e4tte. Unter seiner Leitung verbreitet das \u00a0Orchester mit viel Esprit und Gef\u00fchl einen italienischen Klang, der weder monumental, noch bombastisch ist. Er versucht eher die inneren Ereignisse h\u00f6rbar zu machen. Bestechend die Leistung des verst\u00e4rkten Chores, der sich in kurzer Zeit zu einem harmonischen Klangk\u00f6rper entwickelt hat.<\/p>\n<p>Auch die S\u00e4ngerriege kann man als Erfolg f\u00fcr das Hofer Theater verbuchen: <b>Tamara Haskin <\/b>ist eine sehr wortverst\u00e4ndliche Aida und \u00fcberzeugt auch in den technisch schwierigen Passagen wie auch den hohen Spitzent\u00f6nen \u2013 z.B. in den gro\u00dfen Ensembles am Ende des zweiten Aktes <i>Gloria all\u2019 Egitto<\/i> <i>&#8211; Gepriesen sei \u00c4gypten<\/i>. Leider kann sie sich nicht gegen die stimmliche Pr\u00e4senz und Durchschlagskraft von <b>Roswitha Christina M\u00fcller<\/b> (Amneris) durchsetzen. Ihr dramatischer Sopran setzte ihren Neid und die Gemeinheiten auch stimmlich in Szene \u2013 sehr sch\u00f6n zu h\u00f6ren in dem Duett mit Aida im \u00a0zweiten Akt <i>Fu la sorte<\/i> <i>&#8211; Das Gl\u00fcck war nicht hold. <\/i><b>Mario Zhang <\/b>(Radames) ist ein Tenor mit einer sch\u00f6nen Stimme, die jedoch viel zu eng gef\u00fchrt wird und meist kehlig und unsch\u00f6n klingt. Die hohen T\u00f6ne wirken unsicher \u2013 die Auftrittsarie <i>Celeste Aida<\/i> \u2013 <i>Holde Aida<\/i> wird zur Wackelpartie. Ganz anders <b>Sangmin Lee <\/b>als Amonasro: Dieser heldische Bariton kann vollt\u00f6nend die Leiden des Verlierers anbringen. <b>Hyung Wook Lee <\/b>ist eine sichere Bank als K\u00f6nig, genauso wie <b>Jens Waldig <\/b>als Ramfis.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Der Applaus wirkt zweigeteilt: Die musikalische Seite der Produktion wird einhellig gefeiert, w\u00e4hrend es nur zu freundlichem Applaus f\u00fcr die Regie reicht: Das ist damit erkl\u00e4rbar, da\u00df manchen Zuschauern Aspekte der Inszenierung unklar blieben, selbst wenn man einr\u00e4umen mu\u00df, da\u00df man diese Inszenierung (haupts\u00e4chlich in den ersten beiden Akten) als modern, aber doch auch als werkgetreu bezeichnen kann. Und in den letzten beiden Akten werden im wesentlichen nur noch die Liebe-Ha\u00df-Beziehungen thematisiert \u2013 und das bei eigentlich leerer B\u00fchne. Die vornehmlich in den ersten beiden Akten stattfindende Rahmen-Handlung wurde ins heutige Arabien verlagert \u2013 mit bildlichen Darstellungen des Aufstandes vom Tahir-Platz oder des arabischen Fr\u00fchlings. \u00c4gypten-Folklore gibt es nicht.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: SFF Fotodesign<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Tamara Haskin (Aida), Roswitha Christina M\u00fcller (Amneris)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 20. 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