{"id":5089,"date":"2013-09-01T07:58:41","date_gmt":"2013-09-01T06:58:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5089"},"modified":"2013-11-02T15:51:11","modified_gmt":"2013-11-02T14:51:11","slug":"musikfest-bremen-2013-lucio-silla","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5089","title":{"rendered":"Musikfest Bremen 2013 &#8211; LUCIO SILLA"},"content":{"rendered":"<blockquote>\n<h2>Lucio Silla KV 135 (halbszenisch)<\/h2>\n<p>von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), Dramma per musica in drei Akten, Libretto: Giovanni de Gamerra, UA: 26. Dezember 1772 Mailand<\/p>\n<p>Regie: Marshall Pynkoski, Orchester: Les musiciens du Louvre Grenoble, Dirigent: Marc Minkowski, Salzburger Bachchor, Choreinstudierung: Alois Gla\u00dfner<\/p>\n<p>Solisten: Rolando Villaz\u00f3n (Lucio Silla), Olga Peretyatko (Giunia), Marianne Crebassa (Cecilio), Inga Kalna (Cinna), Eva Liebau (Celia)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung. 25. August 2013 (Musicaltheater Bremen)<\/p>\n<p>Koproduktion mit der Stiftung Mozarteum Salzburg, \u00dcbernahme von der Salzburger Mozartwoche<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Bremen-Lucio-Silla.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5091\" alt=\"Bremen-Lucio-Silla\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Bremen-Lucio-Silla.gif\" width=\"350\" height=\"231\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/b><\/p>\n<p>Der Diktator Lucio Silla l\u00e4\u00dft den r\u00f6mischen Senator Cecilio f\u00fcr tot erkl\u00e4ren, damit er dessen Braut Giunia selbst zur Frau nehmen k\u00f6nnte. Diese wehrt sich heftig gegen die Werbungen des Diktators, ist er doch der Erzfeind ihres verstorbenen Vaters. Heimlich trifft Giunia sich mit ihrem Geliebten Cecilio am Grab ihres Vaters. Gemeinsam mit seinem Freund Cinna schmiedet Cecilio Pl\u00e4ne, Silla zu t\u00f6ten. Dieser versucht noch einmal mit Hilfe seiner Schwester Celia bei Giunia anzukommen. Doch wird er von ihr erneut verschm\u00e4ht und schw\u00f6rt er Rache. Doch alle Mordpl\u00e4ne mi\u00dflingen. Die beiden Liebenden beschlie\u00dfen, gemeinsam zu sterben und nehmen voneinander Abschied. Aber Silla beendet unerwartet seine Diktatur, verheiratet seine Schwester Celia mit Cinna und ebenso Cecilios mit Giunia.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>Die halbszenische Inszenierung findet vor dem auf der B\u00fchne spielenden Orchester statt, das rechts und links von r\u00f6mischen S\u00e4ulen umgeben ist. Im Hintergrund h\u00e4ngt ein mit B\u00e4umen bemaltes Prospekt. Die S\u00e4nger treten in historisch nachempfundenen Gew\u00e4ndern auf: Stiefel, lange M\u00e4ntel und schwingende Kleider, teilweise Reifr\u00f6cke. Ihre affektierten Posen verweisen auf die Gestik-\u00c4sthetik des 18.Jahrhunderts.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p>Das <b>Orchester<\/b> spielt seine tragende Rolle mit Bravour und die Musiker beweisen gro\u00dfes Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen in die st\u00e4ndig wechselnden Stimmungen <i>Opera seria<\/i>. Dadurch wurden die dreieinhalb Stunden sehr kurzweilig. Der f\u00fcr Musik- und auch Regiekonzept verantwortliche musikalische Leiter <b>Marc<\/b> <b>Minkowski<\/b> f\u00fchrt die Musiker mit Pr\u00e4zision und Beschwingtheit durch die Landschaft dieses koloraturreichen Werkes mit sorgf\u00e4ltig vorgenommenen, pl\u00f6tzlichen Wechseln von <i>piano<\/i> zu <i>forte<\/i> sowie h\u00e4ufigen Sforzati, in dem auch die Bl\u00e4ser mit ihren ausdrucksvollen Motiven \u00fcberraschen. Am Cembalo brillierte Francesco Corti. Alle S\u00e4nger k\u00f6nnen die aberwitzigen Koloraturen auf hohem Niveau umsetzen, ebenso wie sie sich perfekt mit den instrumental gespielten Linien abstimmen k\u00f6nnen. Der Salzburger Bach Chor beeindruckt mit seinem geschlossenen Klang zuerst in seinem Totengesang, mit dem der erste Akt nach einer ungew\u00f6hnlich geschlossenen Szenenfolge ohne Rezitativ seinen H\u00f6hepunkt findet.<\/p>\n<p><b>Olga Peretyatko<\/b> (Giunia) erweist sich als eine Meisterin der <i>mezza<\/i> <i>voce<\/i>, die sie vor allem in den beiden Arien <i>dalla sponda tenebrosa \u2013 ausbreiten soll ich die Arme<\/i> \u00a0und <i>fra i pensier pi\u00f9 funesti di<\/i> <i>morte \u2013 in d\u00fcsteren Gedanken an den Tod<\/i> zeigen kann, bringt sie doch die Leidenschaftlichkeit f\u00fcr ihren Geliebten bet\u00f6rend zum Ausdruck.<\/p>\n<p><b>Marianne<\/b> <b>Crebassa<\/b> (Cecilio) ist mit ihrem weiten Stimmumfang, mit dem sie Spr\u00fcnge von fast zwei Oktaven bew\u00e4ltigt ein ebenb\u00fcrtige Partnerin in Hosenrolle f\u00fcr Olga Peretyatko. Ihr warm bis dunkel klingender Mezzosopran paart sich mit dem helleren Sopran Olga Peretyatkos eindr\u00fccklich, was besonders in ihrem Liebesduett <i>D\u2019Eliso in sen m\u2019attendi<\/i> <i>\u2013 sie fassen sich an den H\u00e4nden<\/i>.<\/p>\n<p><b>Eva Liebau<\/b> (Celia) singt mit h\u00f6chst beweglicher Stimme, pr\u00e4zise und leicht. Sie verk\u00f6rpert in ihren liedm\u00e4\u00dfigen Arien die m\u00e4dchenhafte Gestalt der Schwester, die kokett und kess ihre eigenen Vorstellungen durchzusetzen versucht und Zudringlichkeiten ihres Bruders deutlich zur\u00fcckweisen kann.<\/p>\n<p><b>Inga Kalna (<\/b>Cinna), zu Beginn der Vorstellung als etwas indisponiert angek\u00fcndigt, singt sich im Laufe des Abends immer\u00a0 freier bis hin zu ihrer beifallumtosten Arie <i>De\u2019pi\u00f9 superbi il core <\/i>\u2013 <i>welcher Macht<\/i> <i>du \u00fcber Sillas Herz<\/i>, mit der sie ihren Freund Cecilio zum Mord an Silla aufrufen will.<\/p>\n<p><b>Rolando<\/b> <b>Villaz\u00f3n<\/b> (Silla) kann dem Tyrannen stimmlich und schauspielerisch ebenso Ausdruck geben wie dem verzweifelten Liebhaber. In der Arie <i>Il desio di vendetta e di morte <\/i>\u2013 <i>der Wunsch nach Rache<\/i> <i>und nach Tod<\/i> schleudert er seine Emp\u00f6rung \u00fcber Giunias Zur\u00fcckweisung wie seine widerstreitenden Gef\u00fchle von Liebe und Rache heraus.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Das Bremer Musikfest pr\u00e4sentiert eine musikalisch hervorragende Auff\u00fchrung, die mit viel Zwischenapplaus und stehendem Beifallsst\u00fcrmen am Ende belohnt wird.<\/p>\n<p>Die Schlichtheit der Inszenierung pa\u00dft gut zu dem Libretto mit seinem ungew\u00f6hnlichen Ende \u2013 ein Tyrann \u00fcbt Nachsicht -, dessen Figurenkonstellation mit zwei Paaren und dem Herrscher, hier ohne seinen Gefolgsmann oder Freund Aufidio, eher konventionell ist.<\/p>\n<p>Die Grundstimmung des Erregten, die der 16j\u00e4hrige Mozart in seine Komposition einwebte, wird auf allen Ebenen sp\u00fcrbar und jagt einem den einen oder anderen Schauer \u00fcber den R\u00fccken.<\/p>\n<p>Carola Jakubowski<\/p>\n<p>Bild: Matthias Baus<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Rolando Villaz\u00f3n (Lucio Silla)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung. 25. August 2013<br \/>\nRolando Villaz\u00f3n (Silla) kann dem Tyrannen stimmlich und schauspielerisch ebenso Ausdruck geben wie dem verzweifelten Liebhaber. In der Arie Il desio di vendetta e di morte &#8230;<\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5089\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[194,116],"tags":[],"class_list":["post-5089","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-musikfest-bremen","category-musikfestivals"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5089","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5089"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5089\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5212,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5089\/revisions\/5212"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5089"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5089"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5089"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}