{"id":5082,"date":"2013-08-14T09:54:22","date_gmt":"2013-08-14T08:54:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5082"},"modified":"2013-11-02T17:28:05","modified_gmt":"2013-11-02T16:28:05","slug":"bregenzer-festspiele-2013-die-zauberflote","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5082","title":{"rendered":"Bregenzer Festspiele 2013 &#8211; DIE ZAUBERFL\u00d6TE"},"content":{"rendered":"<blockquote>\n<h2><b><i>Die Zauberfl\u00f6te<\/i><\/b><b>, Seeb\u00fchne <\/b><\/h2>\n<p>von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), Oper in zwei Akten, Libretto: Emanuel Schikaneder, UA: 30. September 1791 Wien, Freihaustheater.<\/p>\n<p>Regie: David Pountney, B\u00fchne: Johan Engels, Kost\u00fcme\/Puppendesign: Marie-Jeanne Lecca.<\/p>\n<p>Dirigent: Hartmut Keil, Wiener Symphoniker, Prager Philharmonischer Chor, Einstudierung: Luk\u00e1s Vasilek.<\/p>\n<p>Solisten: Alfred Reiter (Sarastro), Norman Reinhardt (Tamino), Ana Durlovski (K\u00f6nigin der Nacht), Anja-Nina Bahrmann (Pamina), Barbara Zechmeister (1. Dame), Verena Gunz (2. Dame), Katrin Wundsam (3. Dame), Paul Armin Edelmann (Papageno), D\u00e9nise Beck (Papagena), Alexander Kaimbacher (Monostatos\/1. Geharnischter) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 10. August 2013<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Bregenz-Zauberfoete.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5229\" alt=\"Bregenz-Zauberfoete\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Bregenz-Zauberfoete.gif\" width=\"232\" height=\"350\" \/><\/a>Vorbemerkung<\/b><\/p>\n<p>Vor der romantischen Kulisse des Bodensees locken j\u00e4hrlich im Juli und August die Bregenzer Festspiele Musikliebhaber aus aller Welt an. Gegr\u00fcndet wurden sie 1946 als \u201eSpiel auf dem See\u201c. Das Programm wechselt alle zwei Jahre. Es gibt immer eine Produktion im Festspielhaus (1765 Pl\u00e4tze) und eine auf der Seeb\u00fchne. Das Festspielhaus dient bei Schlechtwetter auch als Ausweichspielst\u00e4tte f\u00fcr die Produktion auf dem See. Die Zuschauertrib\u00fcne am Bodensee ist mit einer Kapazit\u00e4t von 7000 Pl\u00e4tzen die gr\u00f6\u00dfte ihrer Art.<\/p>\n<p><b>Kurzinhalt<\/b><\/p>\n<p>Begleitet vom Vogelf\u00e4nger Papageno, von drei r\u00e4tselhaften Damen und drei wissenden Knaben macht sich Prinz Tamino auf den Weg, Pamina, die Tochter der K\u00f6nigin der Nacht, aus den F\u00e4ngen Sarastros zu befreien und den siebenfachen Sonnenkreis zu erringen. Hierbei mu\u00df sich Prinz Tamino verschiedenen Pr\u00fcfungen unterziehen.<\/p>\n<p><em>Die Zauberfl\u00f6te<\/em> vermittelt ein aufgekl\u00e4rtes, humanistisches Ideal des \u201eMenschseins\u201c: Am Ende tragen ein normaler Mann und eine normale Frau die Verantwortung f\u00fcr die Zukunft der Gesellschaft, w\u00e4hrend sich der Machtapparat von K\u00f6niginnen und Priestern als \u00fcberfl\u00fcssiges Brimborium erweist. Am Ende der Oper sieht man Tamino und Pamina nicht mehr als Prinz und Prinzessin, sondern tats\u00e4chlich nur als Personen Mann und Frau.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>Was beginnt wie ein M\u00e4rchen wird zum phantastischen Spiel zwischen Zauberposse und Freimaurer-Mystik. Die Bregenzer Festspiele zeigen die meist gespielte Oper der Welt als Neuinszenierung aus Fantasy-Land.<\/p>\n<p>Auf einer Drehb\u00fchne stehen drei riesige Drachengestalten, durch H\u00e4ngebr\u00fccken miteinander verbunden. Aus einem giftgr\u00fcnen Schildkr\u00f6tenpanzer wachsen \u00fcberdimensionale, aufblasbare Spargelspitzen, die, unterschiedlich beleuchtet, mal Zauberwald, mal Weisheitstempel, mal Reich der sternflammenden K\u00f6nigin sind. Die Rollen der drei Damen, der drei Knaben und der beiden Geharnischten werden live gesungen aus dem Festspielhaus \u00fcbertragen. Auf der B\u00fchne werden diese Figuren durch Puppen dargestellt, die im Falle der drei Knaben \u00fcbergro\u00dfe Babyk\u00f6pfe tragen. Stuntmen turnen als Monsterspinnen umher. W\u00e4hrend der Ouvert\u00fcre gleitet eine Gondel auf dem Wasser heran. Darauf aufgebahrt der Leichnam von Paminas Vater mit der K\u00f6nigin der Nacht und Sarastro als Totenw\u00e4chter. Die Schlange, die Tamino verfolgt, erhebt sich aus Wasser des Bodensees. Spektakul\u00e4re B\u00fchneneffekte runden das Geschehen ab.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p><b>Hartmut Keil<\/b> am Pult f\u00fchrt die <b>Wiener Symphoniker<\/b> souver\u00e4n und agil durch die Partitur, deren kammermusikalische Struktur zuweilen die T\u00fccken der \u00dcbertragungsanlage offenbart. Vieles klingt mulmig-dumpf, die Gesangsstimmen scheinen unterschiedlich verst\u00e4rkt. Als fragw\u00fcrdig mu\u00df man die Live-Zuspielung aus dem Festspielhaus verschiedener Gesangspartien bezeichnen, deren S\u00e4nger auf der B\u00fchne gedoubelt werden. Bleibt zu hoffen, da\u00df das nicht Schule macht, sonst kann man irgendwann gleich eine CD abspielen und Statisten auf der B\u00fchne dazu agieren lassen.<\/p>\n<p><b>Norman Reinhardt<\/b> gibt einen stimmsch\u00f6nen, edel singenden Tamino, <b>Anja-Nina Bahrmann<\/b> mu\u00df sich als Pamina erst freisingen, ihr ansprechender Sopran ist nicht immer ganz intonationssauber gef\u00fchrt. H\u00f6hensicher in doppelter Hinsicht ist <b>Ana Durlovski <\/b>als K\u00f6nigin der Nacht, schwebt sie doch bei ihren beiden Arien meterhoch auf einer Plattform \u00fcber der B\u00fchne. Technisch versiert, h\u00e4tte man der S\u00e4ngerin f\u00fcr die zweite Arie etwas mehr dramatische Durchschlagskraft bei den Stakkato-Spitzent\u00f6nen gew\u00fcnscht. <b>Alfred Reiter<\/b>, der schon bei den Bayreuther Festspielen gesungen hat, \u00fcberzeugt als Sarastro mit markant orgelndem Ba\u00df. Der ebenfalls Bayreuth-erprobte <b>Eike Wilm Schulte<\/b> stattet die Partien des Sprechers wie des zweiten Geharnischten mit seinem warmen, kultivierten Bariton aus. Die dankbare Rolle des Papageno ist bei <b>Paul Armin Edelmann<\/b> in besten H\u00e4nden. Mit geschmeidiger Stimme, sehr textverst\u00e4ndlicher Deklamation und gro\u00dfer Spielfreude sichert er sich die Publikumsgunst. H\u00fcbsch anzusehen ist <b>D\u00e9nise Beck<\/b> als seine Papagena. Alle \u00fcbrigen Partien sind ebenfalls rollendeckend besetzt. \u00a0Niveauvoll auch die Chorpassagen, gesungen vom <b>Prager Philharmonischen Chor.<\/b><\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Um das Werk ohne Pause spielen zu k\u00f6nnen, waren Striche n\u00f6tig. Der Zweieinviertel-Stunden-Fassung fielen u. a. Strophen einiger Arien (Sarastro, Papageno) zum Opfer. Dies tat dem Gesamteindruck wenig Abbruch: bunt, kurzweilig und effektvoll beschlie\u00dft Mozarts popul\u00e4rste Oper die zehnj\u00e4hrige Intendanz von David Pountney, der bei diesem See-Spektakel f\u00fcr die Regie verantwortlich zeichnet. Freundlicher Beifall der ausverkauften Seeb\u00fchne\u00a0f\u00fcr alle Beteiligten.<\/p>\n<p>Verena Hamann<\/p>\n<p>Bild: Karl Forster<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: K\u00f6nigin der Nacht (Ana Durlovski)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 10. 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