{"id":508,"date":"2009-01-30T16:04:41","date_gmt":"2009-01-30T14:04:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=508"},"modified":"2009-01-31T16:10:21","modified_gmt":"2009-01-31T14:10:21","slug":"wiesbaden-staatstheater-viva-la-mamma-le-convenienze-ed-inconvenienze-teatrali-%e2%80%93-die-sitten-und-unsitten-am-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=508","title":{"rendered":"Wiesbaden, Staatstheater &#8211; VIVA LA MAMMA (LE CONVENIENZE ED INCONVENIENZE TEATRALI \u2013 DIE SITTEN UND UNSITTEN AM THEATER)"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gaetano Donizetti, komische Oper in einem Akt, Libretto: Domenico Gilardoni nach den Kom\u00f6dien Le inconvenienze teatrali (1800) von Antonio Sografi. UA: 21. November 1827, Neapel, Theatro Nuovo<br \/>\nLibretto: Domenico Gilardoni nach den Kom\u00f6dien  Le convenienze teatrali (1790) und Le inconvenienze teatrali (1800) von Antonio Sografi. UA: 21. November 1827, Neapel, Theatro Nuovo (Erstfassung), 21. November 1831, Mailand, Teatro della Canobbiana (Zweitfassung)<br \/>\nDeutsche Textfassung: Stefan A. Tro\u00dfbach, Bearbeitung von Markus Bothe\/Bodo Busse<br \/>\nRegie: Markus Bothe, B\u00fchnenbild: Ricarda Beilharz, Kost\u00fcme: Dorothea Katzer, Dramaturgie: Bodo Busse<br \/>\nDirigent: Cornelius Heine, Orchester, Herrenchor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden<br \/>\nSolisten: Evgenia Grekova (Primadonna), Reinhold Schreyer-Morlock (ihr Ehemann), Simone Br\u00e4hler (Seconda Donna) Bernd Hofmann (Mamm\u2019Agata, ihre Mutter), Inga Lampert (Pipetta), Angus Wood (Tenor), Brett Carter (Komponist\/Dirigent), Wolfgang Vater (Librettist\/Dramaturg), Adalbert Waller (Impresario\/Regisseur), Stefan Bieker (Inspizient)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 25.1.2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"wiesbaden-viva-la-mamma.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/wiesbaden-viva-la-mamma.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"wiesbaden-viva-la-mamma.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/wiesbaden-viva-la-mamma.jpg\" \/><\/a>Die Generalprobe zur neuen Oper Romulus und Ersilia kann nicht stattfinden, die B\u00fchnentechniker streiken. Die Primadonna ist mit ihrer Arie und ihrem Kleid unzufrieden. Dem Tenor und Pipetta gef\u00e4llt der Umfang ihrer Rollen nicht. Die zweite Sopranistin f\u00fchlt sich ebenfalls benachteiligt, ihre Mutter setzt sich lautstark f\u00fcr sie ein. Pipetta und der Tenor haben zu viel von dem Chaos und reisen ab. Nun m\u00fcssen deren Rollen neu besetzt werden. Mama Agata soll die Hosenrolle und der Ehemann der Primadonna die des Romulus \u00fcbernehmen. Nach einigen Wirrungen kehrt der Tenor zur\u00fcck. Schlie\u00dflich soll die Generalprobe stattfinden, dann bekommt der Regisseur die Nachricht, da\u00df die Premiere auf Grund von finanziellen Problemen abgesagt wird. Mama Agata rettet die Oper, in dem sie Sponsoren aufgetrieben hat, die lediglich kleinen \u00c4nderungen verlangen.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nBereits vor Beginn der Oper h\u00f6rt man Lautsprecherdurchsagen. Vor dem eisernen Vorhang stehen ein Klavier und mehrere M\u00e4nner in Alltagskleidung. Als noch allgemeines Gemurmel im Saal herrscht, beginnt ein Mann in der ersten Reihe lautstark zu telefonieren. Es ist der Dramaturg, bei voller Beleuchtung beginnt die Oper als tats\u00e4chliche Generalprobe des Wiesbadener Theaterhauses. Der Inspizient verk\u00fcndet, da\u00df durch den Streik der B\u00fchnentechniker (wegen Tarifstreitereien) der eiserne Vorhang nicht ge\u00f6ffnet werden k\u00f6nne. Die Probe findet davor statt. Die Solisten erscheinen, der duckm\u00e4userische Ehemann der Primadonna im karierten Pullunder, die Primadonna im seidenen Morgenmantel und Pant\u00f6ffelchen, der Tenor in Boxershorts, Cowboystiefel und Frotteebademantel. Die \u00dcbertitel belustigen den Zuschauer mit den unterschiedlichsten Informationen von: Der Text bleibt derselbe bis die Koloratur zu Ende ist! bis zu einer \u00dcbersetzung der Mamm\u2019Agata, ins Hessische. Der Herrenchor st\u00fcrmt als streikende B\u00fchnentechniker die B\u00fchne und besetzt alle Saaleing\u00e4nge, wobei sie ein ver.di-Plakate und Schilder hochhalten. Eine imposante, riesige Mama Agatha st\u00fcrmt, wild mit ihrer Handtasche fuchtelnd, auf die B\u00fchne. Der \u201eechte\u201c Dramaturg, Dr. Kl\u00f6bner und der \u201eechte\u201c Regisseur M\u00fcller-L\u00fcdenscheidt (M\u00fcller L\u00fcdenscheid), liefern sich als Loriot-Hommage ein Wortgefecht. Auch die Rettung der Oper ist in die heutige Zeit versetzt: Die \u00c4nderungen, die von den Sponsoren verlangt wurden, sieht man im Schlu\u00dfbild: Der eiserne Vorhang, sowie die B\u00fchne, dienen als riesige Werbefl\u00e4che.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\n<strong>Evgenia Grekova<\/strong> brilliert als Primadonna mit ihren ausgedehnten Koloraturen. <strong>Bernd Hofmann<\/strong> singt mit seinem wuchtigen Ba\u00df alle an die Wand, seine Darstellung der Mamm\u2019Agata, unterstreicht die Komik dieser Opera buffa wunderbar. <strong>Angus Woods<\/strong> weicher, kraftvoller Tenor begeistert die Zuschauer und wird mit Bravo-Rufen belohnt. <strong>Brett Carter<\/strong> scheint als Dirigent seine Paraderolle gefunden zu haben, die Charakterrolle liegt ihm s\u00e4ngerisch sowie schauspielerisch bestens. Auch <strong>Simone Br\u00e4hler<\/strong> (Seconda Donna) und <strong>Inga Lampert<\/strong> (Pipetta) fallen trotz kleiner Rollen mit ihren zarten und doch ausdrucksstarken Sopranstimmen positiv auf. Herrlich \u00fcberzeichnet duellieren sich die eitle Primadonna und die gluckende Mamm\u2019Agata. Selbst nach Ende der Oper bleiben die Darsteller in ihren Rollen, so jagt die Primadonna ihren Mann \u00fcber die B\u00fchne. Unz\u00e4hlbare kleine Gags werden verarbeitet, von Loriot \u00fcber Sponsorenwerbung bis hin zu ver.di und der Finanzkrise.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nMit Witz und Charme werden in Wiesbaden die immer noch aktuellen Probleme des Opernbetriebs in die heutige Zeit \u00fcbertragen. Das Publikum lachte unentwegt, heute gab es keine Buhrufe. Ein rundum gelungener Abend, am\u00fcsant, unterhaltsam und kurzweilig.<\/p>\n<p>Janine Schreier<\/p>\n<p>Bild: Martin Kaufhold<br \/>\nDas Bild zeigt: Adalbert Waller (Impresario\/Regisseur), Inga Lampert (Pipetta) und Simone Br\u00e4hler (Seonda Donna) v.l.n.r.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gaetano Donizetti, komische Oper in einem Akt, Libretto: Domenico Gilardoni nach den Kom\u00f6dien Le inconvenienze teatrali (1800) von Antonio Sografi. UA: 21. 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