{"id":504,"date":"2009-01-26T22:16:55","date_gmt":"2009-01-26T20:16:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=504"},"modified":"2009-01-28T22:23:00","modified_gmt":"2009-01-28T20:23:00","slug":"koln-oper-der-wildschutz-oder-die-stimme-der-natur","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=504","title":{"rendered":"K\u00f6ln, Oper &#8211; DER WILDSCH\u00dcTZ ODER DIE STIMME DER NATUR"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Albert Lortzing (1801-1851), Komische Oper in drei Akten, Libretto: Albert Lortzing;<br \/>\nUA: 31. Dezember 1842, Altes Theater, Leipzig<br \/>\nRegie\/B\u00fchnenbild: Nigel Lowery, Kost\u00fcme: David K\u00f6nig<br \/>\nDirigent: Enrico Dovico, G\u00fcrzenichorchester, Chor der Oper K\u00f6ln, Einstudierung: Irina Benkowski, Solisten: Miljenko Turk (Graf von Eberbach), Viola Zimmermann (Gr\u00e4fin Eberbach), Hauke M\u00f6ller (Baron Kronthal), Katharina Leyhe (Baronin Freimann), Hanna Larissa Naujoks (Nanette), Wilfried Staber (Baculus), Claudia Rohrbach (Gretchen), Jochen Langner (Pankratius), Nam-Uk Baik (Ein Gast)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 23. Januar 2009 (Premiere, eigentlich eine Produktion der Staatsoper Stuttgart)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"koln-wildschutz.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/koln-wildschutz.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"koln-wildschutz.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/koln-wildschutz.jpg\" \/><\/a>Der \u00e4ltliche Schulmeister Baculus und das junge Gretchen feiern gerade ihre Verlobung. Da wird bekannt, da\u00df Baculus wegen Wilderns seines Amtes enthoben ist. Jener hatte n\u00e4mlich f\u00fcr das Verlobungsfest einen Bock in den gr\u00e4flichen W\u00e4ldern geschossen. Gretchen m\u00f6chte nun beim Grafen selbst F\u00fcrbitte einlegen, was ihr Verlobter untersagt, da der Graf als Frauenheld bekannt ist. So wollen zwei Studenten, als Frauen verkleidet, an Stelle von Gretchen, beim Grafen um Gnade f\u00fcr Baculus bitten. Die beiden angeblichen Studenten sind in Wirklichkeit die Schwester des Grafen, Baronin Freimann und deren Kammerzofe Nanette. Baronin Freimanns Absicht ist, Baron Kronthal inkognito auf dem Schlo\u00df ihres Bruders, den sie seit ihrer Kindheit nicht mehr gesehen hat, kennen zu lernen. Letzterer arbeitet als Stallmeister beim Grafen. Kronthal ist der Bruder des Grafen Frau, was im Schlo\u00df unbekannt ist. Am Abend trifft der Graf die als Bauernm\u00e4dchen verkleidete Baronin und l\u00e4dt sie \u2013  von ihr entz\u00fcckt \u2013 auf sein Schlo\u00df. Baculus war es in der Zwischenzeit gelungen, die das antike Griechenland liebende Gr\u00e4fin durch improvisierte altgriechische Zitate f\u00fcr sich zu gewinnen. Doch der Grafen \u00fcberrascht die beiden im trauten Gespr\u00e4ch. Nun beginnt ein Verwechslungsspiel, bei dem am Ende aber alle f\u00fcreinander bestimmten Paare zueinander finden. Schlie\u00dflich will der Graf Baculus vergeben. Da aber wird gemeldet, da\u00df der Schulmeister unschuldig sei, weil er in der D\u00e4mmerung anstelle des Rehbocks seinen eigenen Esel geschossen habe.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nSchon vor Beginn der Oper k\u00f6nnen wir einen grau gekleideten Mann beobachten, der ein Meer von gelben und orangenen Plastikchrysanthemen gie\u00dft, die am B\u00fchnenrand aufgestellt sind. Von dem grauen Vorhang blicken zwei \u00fcberdimensional gemalte Menschen in neonfarbener Kleidung ins Publikum, die zwei Karten mit der Aufschrift Wir sind froh in den H\u00e4nden halten. Im ersten Bild sind die Kost\u00fcme in der Mode der f\u00fcnfziger Jahre der Darsteller in gedeckten Farben gehalten. Eine erste \u00c4nderung des B\u00fchnenbilds wird dann f\u00fcr die im Schlo\u00df spielenden Passagen vollzogen. Die Antikenfreundlichkeit der Gr\u00e4fin dr\u00fcckt sich hier f\u00fcr kurze Zeit dadurch aus, da\u00df ein griechisches Vasenmuster das B\u00fchnenbild einer \u201eB\u00fchne in der B\u00fchne\u201c darstellt. Einen farblichen Kontrast bilden dann diejenigen Passagen, die ins Rotlichtmilieu verlagert worden sind, da hier Neonfarben \u00fcberwiegen.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nDie meisten Rezitativpassagen des ersten Akts sind durch Filmeinspielungen ersetzt. Hierzu werden die im Vorfeld mit den Darstellern aufgenommenen Filme auf die B\u00fchne projiziert. Auch f\u00fcr die Pr\u00e4senz des zu Beginn eingef\u00fchrten Slogans Wir sind froh wird dieses Mittel genutzt. So sehen wir im dritten Akt in einer Dauerschleife Frauen f\u00fcr eine Gesichtscreme werben und rote Lippen diese Worte sprechen.<br \/>\nDas <strong>G\u00fcrzenichorchester<\/strong> zeigte an diesem Abend im Gro\u00dfen und Ganzen sein K\u00f6nnen. Trotz einzelner Intonationsprobleme pr\u00e4sentierte es eine transparente und leichte Ouvert\u00fcre und erreichte teilweise einen unaufdringlichen Glanz. Auch die S\u00e4nger zeigten eine akzeptable Leistung. Hier ist <strong>Claudia Rohrbach<\/strong> (Gretchen) hervorzuheben, die mit einer klaren und perlenden Stimme ihren Soubrettesopran aussch\u00f6pfte. Leider ging der Einsatz filmischer Mittel mit dem zeitweiligen Problem einer technisch schlechten \u00dcbertragungsqualit\u00e4t einher, so da\u00df man die gesprochenen Sequenzen nur unzureichend verstand.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nRegisseur <strong>Lowery<\/strong> hatte es sich zur Aufgabe gemacht, das b\u00fcrgertumskritische Potential der Oper herauszuarbeiten. Lowery wurde allerdings am Opernschlu\u00df heftig ausgebuht. Einige Zuschauer hatten die Auff\u00fchrung vorzeitig verlassen. Dieser Reaktion lag wahrscheinlich einerseits die Verlagerung der Handlung in die heutige Zeit zugrunde, andererseits fiel die von Ideen \u00fcberladene Inszenierung aber auch ins Klischeehafte mit slapstickhafter Komik, so da\u00df man den Eindruck hatte, der Regisseur schie\u00dfe \u00fcber das Ziel hinaus.<br \/>\nAna\u00efs Boelicke<br \/>\nBild: Klaus Lefebvre<br \/>\nDas Bild zeigt Hauke M\u00f6ller als Baron Kronthal und  Viola Zimmermann als Gr\u00e4fin Eberbach.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Albert Lortzing (1801-1851), Komische Oper in drei Akten, Libretto: Albert Lortzing; UA: 31. 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