{"id":5037,"date":"2013-07-02T14:28:11","date_gmt":"2013-07-02T13:28:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5037"},"modified":"2013-11-02T15:57:56","modified_gmt":"2013-11-02T14:57:56","slug":"la-cenerentola-stuttgart-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5037","title":{"rendered":"LA CENERENTOLA &#8211; Stuttgart, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gioachino Rossini (1792-1868), Melodramma giocoso in 2 Akten, Libretto: Jacopo Ferretti nach dem M\u00e4rchen <i>Cendrillon<\/i>, UA: 25. Januar 1817, Rom, Teatro Valle<\/p>\n<p>Regie:: Andrea Moses, B\u00fchne: Susanne Gschwender, Kost\u00fcme: Werner Pick<\/p>\n<p>Dirigent: Jos\u00e9 Luis Gomez, Staatsorchester Stuttgart, Herren des Staatsopernchores Stuttgart<\/p>\n<p>Solisten: Bogdan Mihai (Don Ramiro), Andr\u00e9 Morsch (Dandini), Enzo Capuano (Don Magnifico), Catriona Smith (Clorinda), Maria Theresa Ullrich (Tisbe), Diana Haller (Angelina), Adam Palka (Alidoro)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 30. Juni 2013 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Stuttgart-Cenerentola.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5038\" alt=\"Stuttgart-Cenerentola\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Stuttgart-Cenerentola.gif\" width=\"350\" height=\"242\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/b><\/p>\n<p>Aschenbr\u00f6del Angelina, unterdr\u00fcckt von ihren Stiefschwestern Clorinda und Tisbe sowie ihrem Stiefvater Don Magnifico, ist freundlich zu dem als Bettler verkleideten Alidoro. Dieser war ins Haus des Magnifico gekommen, um f\u00fcr seinen Herrn, Prinz Don Ramiro, Ausschau nach einer Braut zu halten. Diener Dandini, als Prinz verkleidet, kommt mit seinem \u201eDiener\u201c Don Ramiro anschlie\u00dfend zu Don Magnifico, um zu einem Ball ins Schlo\u00df zu laden. Angelina und Don Ramiro verlieben sich Hals \u00fcber Kopf. Beim Schlo\u00dfball, wohin Angelina mit Alidoros Hilfe gelangt, treffen sich Angelina und \u201eDiener\u201c Ramiro wieder. Beim Abschied schenkt sie ihm einen Armreif. Ein zuf\u00e4lliger Unfall vor Don Magnificos Haus f\u00fchrt die beiden erneut zusammen, doch jetzt erscheint Ramiro als Prinz. Ramiro erkennt Angelina an ihrem Armreif und heiratet sie zum Verdru\u00df ihrer Stiefschwestern.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>Der Vorhang \u00f6ffnet sich schon nach den ersten Takten, um die Vorgeschichte zu erz\u00e4hlen: Don Ramiro wird vom Aufsichtsrat unter Druck gesetzt, er solle sofort heiraten. Die Aufsichtsr\u00e4te diskutieren die Brautfrage an einer die Vorb\u00fchne ausf\u00fcllenden massiven Tischplatte. Der Boden drum herum l\u00e4\u00dft sich bis auf Tischniveau heben und senken. Das Haus Don Magnificos und das Schlo\u00df Don Ramiros erg\u00e4nzen als Baus\u00e4tze den B\u00fchnenhintergrund, der verschoben oder versenkt werden kann. W\u00e4hrend das Schlo\u00df nur durch wei\u00dfe Platten angedeutet wird, besteht das Haus Don Magnificos aus K\u00fcche, Bad und Wohnzimmer. Es ist mit verwohnten M\u00f6beln vollgestellt, auf denen der Kuckuck gut sichtbar klebt und im Fernseher l\u00e4uft <i>Drei N\u00fcsse f\u00fcr Aschenbr\u00f6del<\/i>. Gekleidet ist das Ensemble in italienische Designer-Kleidung der zeitlos aktuellen Mode \u2013 st\u00e4ndig wechselnd zwischen alltagstauglich und festlich.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p>Es ist schon faszinierend, wie einfach sich Rossini anh\u00f6ren kann, obwohl das St\u00fcck technisch sehr anspruchsvoll ist. Diesen Erfolg kann sich Jos\u00e9 Luis Gomez auf die Fahnen schreiben. Mit teilweise recht flottem Tempo f\u00fchrt er das Staatsorchester Stuttgart durch die Untiefen dieses Meisterwerks. Stark umjubelt war das Rollendeb\u00fct von <b>Diana Haller<\/b> als Cenerentola. Da perlen die Koloraturen, gelingen furiose Verzweiflungs-Seufzer. \u00c4hnliches kann man auch \u00fcber <b>Bogdan Mihai <\/b>als Traumprinz sagen. Mit artistischer Pr\u00e4zision und Beweglichkeit in der Kehle gelingen diesem italienischen Tenor par excellence die weitesten H\u00f6henspr\u00fcnge und Klang-Kaskaden, die Rossini Don Ramiro zumutet. Genauso restlos \u00fcberzeugend die Leistung von <b>Enzo Capuano <\/b>als Don Magnifico: Er findet eine ideale Symbiose zwischen Aussprache und musikalischer Gesangslinie. Da er jederzeit als waschechter Italiener durchgeht, ist es nicht verwunderlich, da\u00df auch ohne italienische Sprachkenntnisse seine \u201eAussagen\u201c verstanden werden \u2013 auch wenn er weniger der b\u00f6sartige Stiefvater ist, als vielmehr der etwas arrogante Waschlappen. <b>Catriona Smith<\/b> und <b>Maria Theresa Ullrich<\/b> geben die eitlen, ewig keifenden Stiefschwestern Clorinda und Tisbe, w\u00e4hrend <b>Andr\u00e9 Morsch<\/b> mit eng gef\u00fchrter, etwas kehliger Stimme den Ersatz-Prinzen Dandini gibt \u2013 ohne Verwechslungsgefahr mit dem echten Prinzen Bogdan Mihai. <b>Adam Palka<\/b> gestaltet die wichtige Rolle des Alidoro, des Strippenziehers im Hintergrund, etwas bla\u00df und unauff\u00e4llig, ist sein Ba\u00df doch sehr volumin\u00f6s und in den tieferen Lagen sehr wohltuend timbriert: So meistert er die technisch anspruchsvollen Passagen. Der Herren-Chor als Aufsichtsrat dominiert mit der Pr\u00e4zision im Zusammenspiel die Handlung.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Normalerweise geht der Schwabe zum Lachen in den Keller \u2013 sagt man. In diesem Falle geht der Schwabe in die Oper und am\u00fcsiert sich ganz ausgelassen: <i>Cenerentola<\/i> als zeitloses M\u00e4rchen und als perfekt bis ins kleinste Detail choreographierte Slapstick-Kom\u00f6die wird man auch noch in Jahren unbeschwert genie\u00dfen k\u00f6nnen \u2013 selbst Kinder. Eben weil die <i>Cinderella<\/i>-Geschichte auch im heutigen Ambiente original wirkt. Die f\u00fcr die Schwaben ungewohnten Heiterkeitsausbr\u00fcche setzen sich genauso heftig f\u00fcr die S\u00e4ngerdarsteller fort, die frenetisch \u00a0gefeiert werden. Besonders erw\u00e4hnenswert Diana Haller und Bogdan Mihai.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: A.T. Schaefer<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Catriona Smith (Clorinda), Andr\u00e9 Morsch (Dandini), Maria Theresa Ullrich (Tisbe), Mitglieder des Staatsopernchors Stuttgart<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 30. Juni 2013 (Premiere)<br \/>\nEs ist schon faszinierend, wie einfach sich Rossini anh\u00f6ren kann, obwohl das St\u00fcck technisch sehr anspruchsvoll ist. 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