{"id":5024,"date":"2013-06-26T09:26:14","date_gmt":"2013-06-26T08:26:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5024"},"modified":"2013-11-02T15:58:49","modified_gmt":"2013-11-02T14:58:49","slug":"gloriana-london-covent-garden-royal-opera-house","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5024","title":{"rendered":"GLORIANA &#8211; London, Covent Garden, Royal Opera House"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Benjamin Britten (1913-1976), Oper in drei Akten, Libretto: William Plomer, UA: 8. Juni 1953 London, Royal Opera House<\/p>\n<p>Regie: Richard Jones, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Ultz, Lichtdesign: Mimi Jordan Sherin, Choreographie: Lucy Burge<\/p>\n<p>Dirigent: Paul Daniel Orchestra and Chorus of the Royal Opera House, Choreinstudierung: Renato Balsadonna\/Stephen Westrop.<\/p>\n<p>Solisten: Susan Bullock (Gloriana), Toby Spence (Graf von Essex), Patricia Bardon (Gr\u00e4fin von Essex), Mark Stone (Lord Mountjoy), Kate Royal (Penelope, Lady Rich, Schwester von Essex), Jeremy Carpenter (Sir Robert Cecil), Brindley Sherratt (blinder Balladens\u00e4nger) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 24. Juni 2013<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/London-Gloriana.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5025\" alt=\"London-Gloriana\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/London-Gloriana.gif\" width=\"350\" height=\"231\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/b><\/p>\n<p>Die K\u00f6nigin von England, Gloriana, hat eine Aff\u00e4re mit dem Grafen Essex. Der ehrgeizige Graf dr\u00e4ngt Gloriana vergebens, ihn zum Vizek\u00f6nig von Irland zu ernennen und gegen den Usurpator Tyron in den Krieg zu ziehen. Die K\u00f6nigin wird von den B\u00fcrgern Norwichs durch ein Maskenspiel \u00fcber die Zeit und die Eintracht geehrt. Kurz nach diesem Maskenspiel treffen Lord Mountjoy, dessen Geliebte Penelope, Graf Essex und seine Gattin w\u00e4hrend einer heimlichen Zusammenkunft zusammen. Das Treffen eskaliert zur ersten Verschw\u00f6rung gegen Gloriana. Gloriana ernennt Essex schlie\u00dflich doch zum Vizek\u00f6nig. Der Krieg in Irland bleibt ohne Erfolge und die K\u00f6nigin l\u00e4\u00dft Essex rund um die Uhr \u00fcberwachen. Essex entkommt und beginnt eine Rebellion. Mit sich hadernd verurteilt Gloriana Essex zum Tode und l\u00e4\u00dft dieses Urteil, trotz der Bitten von Essex Gattin, auch ausf\u00fchren.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>Das B\u00fchnenbild besteht aus einer B\u00fchne auf der B\u00fchne. Durch angedeutete B\u00fchnenzug\u00e4nge auf beiden Seiten wird die Trennung zwischen beiden R\u00e4umen deutlich. Noch vor Beginn sieht man eine Dame und drei Begleiter vor der B\u00fchne auf und ab gehen \u2013 die K\u00f6nigin und ihr Gefolge, die sich ein Drama \u00fcber K\u00f6nigin Elisabeth I. ansehen werden. \u00dcberhaupt gibt es einige weitere Personen, die im Libretto auftauchen. Das Lichtdesign wirft immer wieder gro\u00dfe, silhouettenhafte\u00a0\u00a0Schatten auf die W\u00e4nde. Kost\u00fcme und B\u00fchnenbild sind aus der Entstehungszeit (1950). F\u00fcnfzehn Jungen in Schuluniformen\u00a0tauchen immer wieder auf, um Szenen- und Ortswechsel mit gro\u00dfen Buchstabenreihen anzuzeigen, Souffleuse und Chordirigent stehen oder sitzen am Seitenrand der B\u00fchne. Die Kost\u00fcme des Operngeschehens auf der \u201ezweiten\u201c B\u00fchne muten historisch an, mit weit ausladenden Reifr\u00f6cken\u00a0und wei\u00dfen Kragen f\u00fcr die Damen und aufgeplusterten Hosen mit hohen Lederstiefeln f\u00fcr die Herren.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p><b>Susan Bullock<\/b> gestaltet mit fulminantem Vibrato, gro\u00dfem Volumen und einer \u00fcberaus beeindruckenden Stimmbeweglichkeit K\u00f6nigin Gloriana, eine Rolle, die ihr auf den Leib geschrieben scheint. In ihren Duetten mit Graf von Essex zeigt sie auch ein z\u00e4rtliches Pianissimo. Die zerrissene Herrscherpers\u00f6nlichkeit wei\u00df sie gut zu verk\u00f6rpern: Von absolut bestimmendem, fast unbarmherzigen Herrschergebahren, \u00fcber gef\u00fchlvolle Momente \u2013 wie intime (auch musikalisch) Momente mit Graf von Essex, bis hin zum Verfall in eine vom Alter gezeichneten Frau. Eine Person allein, die in der an sich sehr farbenfrohen, bunten, beweglichen, zuweilen fast lustigen Inszenierung den Zuschauer daran erinnert, da\u00df es sich tats\u00e4chlich um ein Drama handelt, das am Ende kein Happy-End bereithalten wird. <b>Toby Spence<\/b> (Graf von Essex) ist ihr ebenb\u00fcrtig. Hervorzuheben sind vor allem die beiden \u201a<i>Lute songs<\/i>\u2018 (1. Akt). Sich selbst mit einer Laute begleitend (eine Harfenistin auf der B\u00fchne imitiert sie), singt er in unvergleichlich leisen T\u00f6nen und macht seine ungest\u00fcme und wilde Art in der vorausgegangenen Kampfszene mit Lord Mountjoy schon fast wieder vergessen. Fast kom\u00f6diantisch wirkt seine Schlu\u00dfpose am Ende des zweiten Aktes: Schleichend n\u00e4hert er sich dem Thron, um sich zeitgleich mit dem letzten Orchesterakkord mit einem schelmischen Grinsen dem Publikum zuzuwenden \u2013 die Rebellion hat begonnen. <b>Mark Stone<\/b> (Lord Mountjoy) ist ihm keinesfalls unterlegen. Leider viel zu kurz singt <b>Brindley Sherrat<\/b> (blinder Balladens\u00e4nger). Auf den Stra\u00dfen von London (3. Akt) stellt er seine Balladen mit eindrucksvoll tiefer und voller Klangfarbe dar. \u00a0<b>Kate Royal<\/b> (Penelope) f\u00e4hrt zur absoluten H\u00f6chstform auf, wenn sie den nahenden Tod ihres Bruders verhindern will und sich stimmgewaltig \u00a0der K\u00f6nigin Englands vor die F\u00fc\u00dfe wirft.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Eine Inszenierung, die dank der starken s\u00e4ngerischen und schauspielerischen Leistungen nicht zu fr\u00f6hlich und lustig wird und doch \u00a0aufzeigt, wie tragisch die Geschichte am Ende doch ist.<\/p>\n<p>Die Regie hat die Oper nicht nur an ihren Geburtsort London zur\u00fcckgeholt, sondern ihrer Inszenierung gleichzeitig auf der B\u00fchne auch noch ein Publikum der 50er Jahre zur\u00fcckgegeben. Anders als das Publikum der damaligen Zeit (<i>Glorian<\/i>a war ein Flop), war das Publikum an diesem Abend von der Auff\u00fchrung begeistert und nicht wenige summten noch beim Hinausgehen die Chorges\u00e4nge.<\/p>\n<p>Katharina Rupprich<\/p>\n<p>Bild: ROH\/Clive Barda<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Susan Bullock (Queen Elizabeth I), Toby Spence (Earl of Essex), Mark Stone (Lord Mountjoy)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 24. 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