{"id":502,"date":"2009-01-25T16:39:33","date_gmt":"2009-01-25T14:39:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=502"},"modified":"2009-01-28T16:47:02","modified_gmt":"2009-01-28T14:47:02","slug":"meiningen-sudthuringisches-staatstheater-viva-la-mamma-%e2%80%93-le-convenienze-ed-inconvenienze-teatrali-%e2%80%93-sitten-und-unsitten-am-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=502","title":{"rendered":"Meiningen, S\u00fcdth\u00fcringisches Staatstheater &#8211; VIVA LA MAMMA! \u2013 LE CONVENIENZE ED INCONVENIENZE TEATRALI \u2013 SITTEN UND UNSITTEN AM THEATER"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gaetano Donizetti, Opera buffa in 2 Akten, Libretto von Gaetano Donizetti UA: 21. November 1827, Neapel<br \/>\nRegie: Ansgar Weigner; B\u00fchnenbild: Dieter Richter; Kost\u00fcme: Annette Mey<br \/>\nDirigent: Elisa Gogou, Meininger Hofkapelle, Herrenchor, Einstudierung: Sierd Quarr\u00e9<br \/>\nSolisten: Vera Schoenenberg (Corilla Sartinecchi), Erdem Baydar (Stefano), Erwin Belakowitsch (Mamma Agata), Maida Kari\u0161ik (Luigia Boschi), Xu Chang (Guglielmo Antolstoinolonoff), Ute D\u00e4hne (Dorotea Caccini), Dae-Hee Shin (Vincenzo Biscroma),<br \/>\nJ\u00f6rn E. Werner ( Orazio Prospero), Roland Hartmann ( Impresario)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 23. Januar 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"meiningen-la-mamma.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/meiningen-la-mamma.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"meiningen-la-mamma.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/meiningen-la-mamma.jpg\" \/><\/a>In einem italienischen Provinztheater finden gerade Proben zu der neuen Oper Romolo ed Ersilia statt. W\u00e4hrend Komponist und Librettist von den S\u00e4ngern geplagt werden, allen voran die exzentrische Primadonna Corilla, erscheint Mamm\u2019Agata, Mutter der zweiten S\u00e4ngerin Luigia. Sie verlangt f\u00fcr ihre Tochter weitere Gesangsnummern. Es kommt zu Streitereien zwischen den Darstellern. Der Impresario erscheint mit dem Plakat. Alle wollen zuerst genannt werden. Die Mezzosopranistin Dorotea Caccini verl\u00e4\u00dft beleidigt das Ensemble. Mamm\u2019Agata meldet sich als Ersatz, doch der Startenor Guglielmo m\u00f6chte nicht mit ihr singen. Auch er verl\u00e4\u00dft das Ensemble. Nun mu\u00df kurzer Hand Stefano die Rolle des Romolo \u00fcbernehmen. Die Stadt verweigert dem Theater finanzielle Unterst\u00fctzung, da die beiden einzigen Stars abgereist sind. Die Auff\u00fchrung ist in Gefahr, doch Mamm\u2019Agata rettet das Theater indem sie ihren Schmuck verkauft.<br \/>\n<strong>Vorbemerkung<\/strong><br \/>\nDie Handlung wurde aus der italienischen Provinz auf die Theaterb\u00fchne Meiningens zu Zeiten des Schauspielers und Theaterleiters Max Grube  um 1911 verlegt und in Deutsch gesungen. Die Textfassung  wurde extra f\u00fcr die Inszenierung bearbeitet. So sang Corilla im Pforzheimer Opernchor,  ihr Gatte Stefano verkaufte Th\u00fcringer Bratw\u00fcrste auf dem Meininger Marktplatz. Die Ausschnitte aus der einzustudierenden Oper werden in italienischer Sprache gesungen. Durch den Inhalt angebenden \u00dcbertitel wird die jeweilige Arie oder Szene erkl\u00e4rt.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDie B\u00fchne zeigt die karge Stube von Mamm\u2019Agata und Luigia. Der erste Akt spielt auf der heruntergekommenen Probeb\u00fchne des Meininger Theaters. Die Darsteller tragen Kost\u00fcme aus der Zeit von 1911. Mamm\u2019Agata tritt durch eine T\u00fcr im Zuschauerraum auf und streitet mit den Damen vom Einla\u00df. Der zweite Akt zeigt die Hauptb\u00fchne des Theaters. F\u00fcr die Generalprobe sind alle in r\u00f6mische Gew\u00e4nder gekleidet. Auf die Extraw\u00fcnsche Mamm\u2019Agatas reagierend, n\u00f6rgelt lautstark das Orchester aus dem Graben heraus. Das B\u00fchnengem\u00e4lde im Hintergrund zeigt eine Szene aus Romolo und Ersilia und gibt, da es durchsichtig ist, den Blick hinter die Kulissen frei. In der Kantine vertreibt sich der M\u00e4nnerchor die Zeit des Umbaus mit Kartenspiel und Alkohol. Nebenan in der Garderobe jagt die Souffleuse als Domina kost\u00fcmiert ihren Chef mit einer Peitsche durch den Raum.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nDer besondere Effekt des St\u00fcckes h\u00e4ngt von der Besetzung der Mamm\u2019Agata mit einem Bariton von gro\u00dfem Stimmumfang ab, der m\u00fchelos \u00fcber lange Gesangspassagen  hinweg eine zweitklassige Primadonna nachahmen mu\u00df. <strong>Erwin Belakowitsch<\/strong>  gelingt dies sowohl gesanglich als auch schauspielerisch. Er scheut sich nicht, auch gewollt unsch\u00f6n zu singen, wie es die Rolle erfordert. Bereits im kurzen Vorspiel kommt man in den Genu\u00df seines komischen Talents und kann sich ein herzliches Lachen nicht verkneifen. Besonders auff\u00e4llig ist dabei die pr\u00e4zise \u00dcbereinstimmung von Bewegungen und Musik. Das Mutter-Tochter Verh\u00e4ltnis wird bereits mit viel Witz vorgezeichnet. Die Sopranistin <strong>Vera Schoenenberg<\/strong> bezauberte durch glockenklare H\u00f6he auch an leisen Stellen und beweist als zickige Primadonna ihr schauspielerisches Talent. Einzig ihr Gesang ist als Belcanto gelungen. Von <strong>Erdem Baydar<\/strong> als Stefano w\u00fcnschte man sich bessere Textverst\u00e4ndlichkeit. <strong>Maida Kari\u0161ik<\/strong> wirkt stimmlich und schauspielerisch bla\u00df neben ihren Kollegen. In den Finalensembles  ist sie kaum zu h\u00f6ren. Allgemein ist zu beanstanden, da\u00df der deutsche Text die anspruchsvolle schnelle Deklamation des Parlando, vor allem in den Ensemblenummern, enorm behindert. S\u00e4nger und Orchester finden auch Dank des zu schnellen Tempos nicht immer zueinander. Die Meininger Hofkapelle unter der Leitung von <strong>Elisa Gogoul<\/strong> zeigt ansonsten einen transparenten, fein nuancierten Gesamtklang.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nDie Meininger Inszenierung wird dem unterhaltenden Anspruch dieser eher unbekannten Donizetti-Oper in vollem Ma\u00dfe gerecht. Sowohl zeitliche Ann\u00e4herung als auch der Bezug auf regionale Gegebenheiten kamen dem Verst\u00e4ndnis der Theaterparodien zugute. Der kurzweilige Abend trainierte die Lachmuskeln und schmeichelte den Ohren.<\/p>\n<p>Josephin Wietschel<br \/>\nBild: ed Meiningen<br \/>\nDas Bild zeigt: Unzufriedene S\u00e4nger: Erdem Baydar (Stefano), Vera Schoenenberg (Corilla), Erwin Belakowitsch (Mamm\u2019Agata) und Maida Kari\u0161ik (Luigia)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gaetano Donizetti, Opera buffa in 2 Akten, Libretto von Gaetano Donizetti UA: 21. 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